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Dominantseptakkord

Der Dominantseptakkord (Sigel: D 7) ist ein auf der Dominante, also der fünften Stufe einer diatonischen Tonleiter, gebildeter Septakkord.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bezeichnungen
  2. 2. Regelmäßige Auflösung
  3. 3. Umkehrungen und Varianten
  4. 4. Skalen und Spannungstöne
  5. 5. Skalenklischees nach der Funktion

Grundidee und Bezeichnungen

Der Dominantseptakkord (Sigel: D^{7}) ist ein Septakkord, der auf der Dominante gebildet wird. Die Dominante ist die fünfte Stufe einer diatonischen Tonleiter. Der Akkord hat eine wichtige Leitfunktion zur Tonika, also zum Grundakkord der Tonart.

In C-Dur ist die fünfte Stufe G. Der zugehörige Dominantseptakkord besteht aus G–H–d–f und wird dort mit G^{7} bezeichnet. Die allgemeine Funktionsbezeichnung D^{7} bezieht sich auf die Funktion der Dominante, nicht auf den Ton d. Der Akkord ergibt sich aus der entsprechenden mixolydischen Skala.

Die kleine Septime G–f und die verminderte Quinte H–f sind Dissonanzen. Der Ton H ist die Terz der Dominante und leitet in den Grundton C der Tonika. Das f ist die Septime der Dominante und fällt in die Terz E der Tonika. Weil die Dominante bevorzugt als Dur-Akkord erscheint, unterscheiden sich die Dominantseptakkorde von C-Dur und c-Moll nicht voneinander.

Regelmäßige Auflösung

In der Regel löst sich der Dominantseptakkord zur Tonika auf. Dabei gelten folgende Stimmführungsregeln:

  • Die Durterz des D^{7}, also der Leitton, geht immer einen Halbtonschritt nach oben in den Grundton beziehungsweise die Oktave der Tonika.
  • Die kleine Septime des D^{7}, der Gleitton, geht immer eine kleine Sekunde nach unten in die Terz der Tonika. Steht die Septime im Bass, entsteht zwangsläufig ein Sextakkord.
  • Die Quinte des D^{7} geht zum Grundton der Tonika.
  • Der Grundton des D^{7} bleibt entweder als Mittelstimme liegen oder springt im Bass ebenfalls zum Grundton der Tonika.

Diese Auflösung erklärt die besondere Spannung des Akkords: Vor allem Leitton und Septime bewegen sich in festgelegter Richtung auf Töne der Tonika zu.

Umkehrungen und Varianten

Der Dominantseptakkord kann in der Grundstellung und in drei Umkehrungen erscheinen. Bei einer Umkehrung liegt nicht der Grundton, sondern ein anderer Akkordton im Bass:

  • Grundstellung: Der Grundton liegt im Bass.
  • Quintsextakkord: Die Terz liegt im Bass.
  • Terzquartakkord: Die Quinte liegt im Bass.
  • Sekundakkord: Die Septime liegt im Bass.

Im vollständigen Dominantseptakkord ist außerdem der verminderte Dreiklang auf der VII. Stufe der Grundtonart enthalten. In der Funktionstheorie heißt dieser Dreiklang verkürzter Dominantseptakkord. Er kann anstelle des vollständigen Akkords eingesetzt werden und eignet sich wegen seiner Vieldeutigkeit besonders gut zum Modulieren. Entsprechendes gilt für den verkürzten Dominantseptnonakkord mit kleiner None; er entspricht einem verminderten Vierklang auf der VII. Stufe.

Im Jazz kann die Terzschichtung mit kleiner, großer oder übermäßiger None fortgesetzt werden. Die übermäßige None wird wegen des Symbols ♯9 auch „Kreuz-Neun“ genannt. Möglich sind außerdem Undezime und Tredezime, also die Erweiterungsfolge 7-9-11-13. Die Quinte kann um einen Halbton nach oben oder unten alteriert werden.

Skalen und Spannungstöne

Bei der Improvisation über einen Dominantseptakkord wird im Jazz eine auf den Akkord bezogene Skala verwendet. Sie enthält neben Grundton, Terz, Quinte und Septime weitere Töne, die meist an die zugrunde liegende diatonische Skala anknüpfen. Häufig werden als zusätzliche Spannungstöne („Tensions“) ♭9, ♯9, ♯11 und ♭13 verwendet.

Die wichtigsten im Artikel genannten Zuordnungen sind:

  • Mixolydische Skala: Tensions 9 und 13; Skalentöne 1, 2, 3, (4), 5, 6, ♭7.
  • Mixo♭9: Tension ♭9 und 13; Skalentöne 1, ♭2, 3, (4), 5, 6, ♭7.
  • Mixo♯11: Tensions 9, ♯11 und 13; Skalentöne 1, 2, 3, ♯4, 5, 6, ♭7.
  • Mixo♭13: Tensions 9 und ♭13; Skalentöne 1, 2, 3, (4), 5, ♭6, ♭7.
  • HM5: Tensions ♭9 und ♭13; Skalentöne 1, ♭2, 3, (4), 5, ♭6, ♭7.
  • HM5+#9: Tensions ♭9, ♯9 und ♭13; Skalentöne 1, ♭2, ♯2, 3, (4), 5, ♭6, ♭7.
  • HD3: Tensions ♭9, ♯9 und ♭13; Skalentöne 1, ♭2, ♯2, 3, 5, ♭6, ♭7.
  • Alterierte Skala: Tensions ♭9, ♯9, ♯11 und ♭13; Skalentöne 1, ♭2, ♯2, 3, ♯4, ♭6, ♭7.
  • Ganzton-Skala (GT): Tensions 9, ♯11 und ♭13; Skalentöne 1, 2, 3, ♯4, ♭6, ♭7.
  • Halbton-Ganzton-Skala (HTGT): Tensions ♭9, ♯9, ♯11 und 13; Skalentöne 1, ♭2, ♭3, 3, ♯4, 5, 6, ♭7.

Bei der alterierten Skala und der Ganzton-Skala fehlt zwar jeweils die Quinte. Da für den Dominantklang vor allem Grundton, Terz und Septime ausschlaggebend sind, können diese Skalen die Dominante trotzdem tragen; der Akkord wird dabei durch eine entsprechende Klangfarbe substituiert.

Skalenklischees nach der Funktion

Eine auf die Funktion des betreffenden Dominantseptakkords bezogene Skala heißt im Jazz Skalenklischee. Bei einer Auflösung auf einen diatonischen Dur-Akkord (V7/I, V7/IV oder V7/V) wird typischerweise die mixolydische Skala verwendet. Alternativ kommen – außer bei V7/IV – HM5, HM5+#9 oder die alterierte Skala infrage; bei V7/V außerdem Mixo♯11. Für V7/IV und V7/V werden teilweise zusätzlich Mixo♭9, Mixo♯11, Mixo♭13 und HD3 angegeben.

Bei der Auflösung auf einen diatonischen Moll-Akkord (V7/II, V7/III oder V7/VI) sind HM5, HM5+#9 oder die alterierte Skala typisch. Bei V7/II kann alternativ Mixo♭13 verwendet werden; teilweise wird zusätzlich HD3 genannt.

Entsteht der Dominantseptakkord aus einer Tritonussubstitution und hat er die Funktion SubV/I, SubV/II, SubV/III, SubV/IV, SubV/V oder SubV/VI, wird typischerweise Mixo♯11 eingesetzt. Die mixolydische Skala wäre zwar möglich, ist in diesem Fall aber unüblich. Bei SubV/I, SubV/IV oder SubV/V kann zusätzlich die alterierte Skala verwendet werden.

Bei der Funktion einer Doppelsubdominante ♭VII7, etwa in der Back Door Progression IVm^{7}–♭VII^{7}–I, wird zur Auflösung auf die Tonika typischerweise Mixo♯11 verwendet. Lässt sich kein eindeutiges tonales Zentrum feststellen, wird die mixolydische Skala unterlegt. Funktionsunabhängig können über einem Dominantseptakkord außerdem die Halbton-Ganzton-Skala (HTGT) und die Ganzton-Skala (GT) verwendet werden.

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