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Akkordsymbol

Akkordsymbole werden in der Musik verwendet, um Akkorde zu bezeichnen. Sie legen die jeweils zu spielenden Akkordtöne fest, aber nicht den Oktavraum, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Einsatz
  2. 2. Grundton, Stufen und Septimen
  3. 3. Zusätze und auslassbare Töne
  4. 4. Wichtige Akkordtypen und Schreibweisen
  5. 5. Grenzen und Alternativen

Bedeutung und Einsatz

Akkordsymbole bezeichnen in der Musik die Töne eines Akkords. Sie legen jedoch weder den Oktavraum noch die Umkehrung fest. Auch die genaue Anordnung der Töne, das Voicing, bleibt unter Berücksichtigung des musikalischen Zusammenhangs frei wählbar. Die Symbolschrift beschreibt also die gerade geltende Harmonie, nicht eine vollständige harmonische Analyse.

Sie wird vor allem im Jazz und in der Popularmusik verwendet. Harmonien eines Stücks lassen sich damit ohne ausgeschriebene Noten kompakt notieren. Begleitende können eine Melodie dadurch improvisierend und mit großer Freiheit begleiten; Solistinnen und Solisten erhalten eine übersichtliche Grundlage für Improvisationen.

Grundton, Stufen und Septimen

Ein weltweit einheitlich genormtes System gibt es nicht. Meist beginnt ein Akkordsymbol mit einem Großbuchstaben für den Grundton. C bedeutet beispielsweise einen C-Dur-Dreiklang; Cm oder seltener C− einen C-Moll-Dreiklang. Bleibt der Grundton der tiefste Ton, dürfen die Töne eines Dreiklangs beliebig angeordnet und auch verdoppelt werden. Ein Grundton auf einer schwarzen Klaviertaste erhält je nach Zusammenhang ein nachgestelltes ♯ oder ♭: G♯ bedeutet Gis, A♭ As.

Ziffern benennen weitere Tonstufen der Durtonleiter über dem Grundton. Dies gilt auch bei Mollakkorden; die Zählung richtet sich also stets nach der zugehörigen Durtonleiter. Abweichende Töne werden mit ♯ oder ♭, teils auch mit + oder − hinter der Ziffer, markiert.

Eine wichtige Ausnahme ist die 7: Ohne Zusatz bedeutet sie immer die kleine Septime. Die große Septime wird mit maj7, j7 oder Δ bezeichnet. So enthält F⁷ als Dominantseptakkord den Ton es. Für die übliche Terzschichtung sind bei Akkordsymbolen die Stufen 1, 3, 5, ♭7, 9, 11 und 13 wichtig. 9, 11 und 13 heißen Optionstöne und liegen in der zweiten Oktave der Terzschichtung. ♭9, ♯9, ♯11 und ♭13 sind alterierte Optionstöne; im Jazz dienen sie oft als Spannungstöne (tensions).

Zusätze und auslassbare Töne

Zu einem Grunddreiklang können in der ersten Oktave die Stufen 2, 4 und 6 nach nicht überall einheitlichen Regeln hinzukommen. Sobald mindestens ein Optionston vorkommt, gehört die kleine Septime automatisch zum Akkord und muss nicht zusätzlich geschrieben werden: C⁹ besteht aus 1, 3, 5, ♭7 und 9, daher ist C⁷/⁹ nicht nötig. Soll die None ohne Septime ergänzt werden, lautet die Bezeichnung Cadd9.

Bei Akkorden mit mehr als vier Stimmen ist die reine Quinte 5 optional. Sie ist als Teilton im Grundton stark vorhanden und bestimmt nicht das Akkordgeschlecht; Dur oder Moll wird beispielsweise nicht durch sie entschieden. Auf Gitarre können Töne für die Spielbarkeit entfallen. Auch auf dem Klavier kann das Weglassen der Quinte, besonders mit weiteren Akkordinstrumenten, den Klang übersichtlicher machen.

Wichtige Akkordtypen und Schreibweisen

Die Grundformen sind C für Dur und Cm für Moll. Ein verminderter Dreiklang kann C°, Cdim oder Cm−5 heißen; er besteht aus zwei kleinen Terzen und hat als Rahmenintervall eine verminderte Quinte. Ein übermäßiger Dreiklang heißt C+ oder Caug und besteht aus zwei großen Terzen.

Bei Dur-Terz stehen C⁶ für einen Dreiklang mit hinzugefügter Sexte, C⁶/⁹ für Sexte und None, C⁷ für einen Vierklang mit kleiner Septime und Cmaj7, CΔ, Cj7 oder C7+ für einen Vierklang mit großer Septime. C⁹ ist ein Septakkord mit None, Cmaj9 oder CΔ9 ein Fünfklang mit großer Septime und None. C¹¹ enthält zusätzlich eine Undezime; praktisch kann die dissonante Terz weggelassen oder der Akkord invertiert werden. C¹³ ist ein Septakkord mit optionaler None und Tredezime. Enthält C¹³ auch die Undezime, entfällt die Terz und es wird zu C¹³ sus.

Weitere Beispiele sind C7♯5 beziehungsweise C7+5 für eine übermäßige Quinte und C7♭5 beziehungsweise C7−5 für eine verminderte Quinte. C7alt. bezeichnet im Jazz einen alterierten Akkord, der weder die unalterierte 5 noch die unalterierte 9 enthält. Möglich sind daher ♭5 und/oder ♯5 sowie ♭9 und/oder ♯9 in beliebiger Kombination.

Bei Moll-Terz sind Cm⁶, Cm⁶/⁹, Cm⁷, Cmmaj7, Cm⁹ und Cm¹¹ gebräuchliche Formen. Cm7♭5, Cm7−5 oder CØ bezeichnet einen halbverminderten Septakkord. C°7 oder Cdim7 ist ein verminderter Septakkord aus drei kleinen Terzen; bei C lautet er C, Es, Ges, A. Sus-Akkorde ersetzen die Terz: Bei Csus4 oder C7 sus4 ersetzt die Quarte die Terz, bei Csus2 die Sekunde. C⁵ ist ein Powerchord ohne Terzstufe, oft mit oktavverdoppeltem Grundton.

Bei einem Slash-Akkord steht nach dem Schrägstrich der Basston, der nicht der Grundton der Harmonie sein muss, etwa D/C, A♭7/C oder Am/C. Der Basston kann zum Grundakkord gehören oder akkordfremd sein; die Töne des vor dem Schrägstrich stehenden Akkords bleiben erhalten. Zwei übereinander geschriebene Akkorde wie B° über C° bezeichnen einen Poly- beziehungsweise Upper-Structure Chord, also zwei gleichzeitig gespielte Akkorde.

Grenzen und Alternativen

Alterierte Töne werden nicht unbegrenzt kombiniert. ♯13 kommt praktisch nicht vor, weil sie enharmonisch mit der Oktave einer kleinen Septime verwechselt wird. ♭11 kommt praktisch nicht vor, weil sie enharmonisch einer Dur-Terz entspricht. ♭13 bedeutet, dass keine große Tredezime enthalten ist; eine reine Quinte kann trotzdem vorkommen. Weniger gebräuchliche Mehrklänge können dennoch kombiniert notiert werden, etwa ♭9/♯9, ♯11/♭5 oder ♯5/♭13.

Moll kann statt mit m auch durch kleine Tonbuchstaben, im Englischen durch mi oder min oder durch ein Minuszeichen bezeichnet werden. Kleine Tonbuchstaben gelten als veraltet. Mehrere Zusatztöne können, besonders bei zwei Zahlen, übereinander geschrieben werden. Im deutschsprachigen Raum kommen auch Fis, Ges und H neben B vor.

Statt Grundtonbuchstaben können arabische oder römische Stufenzahlen verwendet werden: 1 oder I für die Tonika, 4 oder IV für die Subdominante sowie 5 oder V für die Dominante. Diese Schreibweise notiert einen Harmonieverlauf tonartunabhängig und erleichtert das Transponieren; sie ist als Nashville Number System bekannt. Ein verminderter Dreiklang erscheint kaum eigenständig, sondern meist als unvollständiger Vierklang. Deshalb enthält ein ausdrücklich mit ° bezeichneter Akkord stets die verminderte Septime, sodass eine zusätzliche 7 nach ° überflüssig ist.

N. C. bedeutet no chord und bezeichnet eine Pause des Begleitinstruments.

Lernvideos zu Akkordsymbol

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