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Disposition (Wirtschaft)
Disposition ist in der Betriebsorganisation eine Stelle innerhalb aller betrieblichen Funktionen eines Unternehmens, deren Aufgabe in der Durchführung des …
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Grundidee und Einordnung
Disposition ist in der Betriebsorganisation eine Stelle innerhalb aller betrieblichen Funktionen eines Unternehmens. Ihre Aufgabe besteht darin, das unternehmensinterne Nachfragemanagement durchzuführen und die Beschaffung zu organisieren. Einfach gesagt sorgt Disposition dafür, dass ein Unternehmen die benötigten Einsatzgüter passend einsetzt und beschafft.
Zu den Einsatzgütern gehören die betrieblichen Produktionsfaktoren Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe und Kapital. Über sie wird im betrieblichen Produktionsprozess verfügt. Erich Kosiol beschrieb Disposition als „Einzelverfügungen über Einsatzgüter“. Edmund Heinen präzisierte Dispositionen 1968 als einmalige Einzelmaßnahmen, „die im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess laufend auftreten und keine strukturierende Wirkung haben“.
Disposition steht nahe bei Organisation, Planung und Improvisation. Die Grenzen zwischen diesen Bereichen sind fließend; sie können unter dem Oberbegriff „Ordnung“ zusammengefasst werden. Wichtige betriebliche Funktionen mit Dispositionsaufgaben sind Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Finanzierung, Personalwesen, Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie Logistik.
Aufgaben im Unternehmen
Disposition umfasst planvolle Tätigkeiten wie Einteilung, Verteilung und Sortierung. Sie beginnt zum Beispiel bei der Registrierung eines Kundenauftrags in der Kundenbetreuung, also bei der Auftragsannahme. Danach kann sie sich über die bedarfsbezogene Bestellung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen durch die Materialwirtschaft, die Planung von Durchlaufzeiten in der Produktion und den Einsatz von Personal am passenden Arbeitsplatz erstrecken.
Auch in der Finanzierung und im Vertrieb spielt Disposition eine Rolle: In der Finanzierung betrifft sie die Verfügung über Finanzierungsinstrumente, in der Logistik den Vertrieb des Endprodukts durch Disponenten. Die zentrale Aufgabe ist immer, die richtige Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen, damit die geplante Arbeitsleistung erreicht werden kann.
Wichtige Arten der Disposition
Eine grundlegende Unterscheidung stammt von Erich Kosiol: freie und gebundene Disposition. Freie, also ungebundene Dispositionen werden isoliert für sich getroffen. Gebundene Dispositionen erfolgen dagegen innerhalb organisatorischer oder improvisatorischer Bedingungen, also in einem bestehenden Rahmen.
Eine weitere Unterscheidung stammt von Karl-Werner Hansmann: bedarfsgesteuerte und verbrauchsgesteuerte Disposition. Bei der bedarfsgesteuerten Disposition wird der Bedarf eines Materialteils aus den Bedarfen seiner übergeordneten Teile abgeleitet. Bei der verbrauchsgesteuerten Disposition wird der Verbrauch der Vergangenheit als Grundlage für die Prognose des künftigen Bedarfs verwendet. In einigen Fällen werden auch subjektive Verfahren eingesetzt, also Schätzungen im Rahmen der Bedarfsermittlungsstrategie.
Material- und Warendisposition
Materialdisposition bedeutet in der Materialwirtschaft die operative Bedarfsermittlung und Bedarfsdeckung von und mit Material. Sie betrifft besonders Entscheidungen zum Elementarfaktor „Werkstoffe“. Dazu gehört auch, Aufträge mengenmäßig einzuteilen, aktuelle Leistungsanforderungen zu berücksichtigen und sie terminiert den verfügbaren Ressourcen zuzuweisen.
Im laufenden Tagesgeschäft teilt die disponierende Stelle eingehende Aufträge ein, weist den leistenden Stellen ihren Dispositionsbereich zu und lenkt Materialströme sowie Warenbestände. Ziel ist, dass alle Aufträge zu minimalen Kosten zuverlässig zum gewünschten Liefertermin ausgeliefert werden.
Zur Materialdisposition können mehrere Aufgaben gehören: Planung des Materialbedarfs und der Bestellmengen, Planung der optimalen Ordermenge und Ordertermine, Vermeidung dispositionsbedingter Fehlmengenkosten, Normung und Typisierung der Materialbestände, Weitergabe von Informationen wie Mengen und Terminen an die Einkaufsabteilung sowie Zusammenarbeit mit Einkauf, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb.
Im Handel befasst sich Warendisposition mit der Bestellung des Sortiments nach Absatzvolumen und Zeitpunkt, sodass sie zur Kundennachfrage passt. Außerdem meint Warendisposition die kurzfristige Planung von Handelswaren und Commodities, die von anderen Wirtschaftssubjekten produziert werden und nicht Teil des eigenen Produktionsprogramms sind. Innerhalb der Planung ist Disposition die Entscheidung eines situationsabhängigen Einzelfalls im Planungsrahmen; sie unterscheidet sich damit von Improvisation.
Personal und weitere Bereiche
Personaldisposition ist die vom Personaldisponenten vorgenommene Planung des optimalen Arbeitseinsatzes der Mitarbeiter auf vorhandenen Stellen. Die Zuordnung erfolgt besonders nach Eignung, Arbeitsmotivation, Arbeitszeit, Wohn- und Arbeitsort oder Arbeitskosten. Ein Beispiel aus der Logistik ist die Einteilung von Kraftfahrern, Fahrstrecken und Fahrzeiten der Transportmittel, oft eingebunden in Lieferketten.
In der Finanzwirtschaft bezeichnet Disposition auch die Verfügung über Geld, also Bargeld oder Buchgeld, durch Zahlungsmittel oder im Zahlungsverkehr für Geschäfte und sonstige Transaktionen. Dazu gehört außerdem die Vermögensdisposition in Form von Geldanlage oder Investition.
Bedeutung für den Betrieb
Disposition ist wichtig, weil Unternehmen sich ständig an Umweltbedingungen anpassen müssen. Sie hilft dabei, die betriebsinterne Nachfrage zu befriedigen. Das Betriebsgeschehen verlangt deshalb dauerhaft Disposition.
Für das dauernde Wohl des Unternehmens ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Organisation, Improvisation und Disposition von großer Bedeutung. Organisation schafft dauerhafte Regelungen. Disponieren legt dagegen Regeln für besondere Ereignisse fest. Wenn die Disposition eine Schwachstelle ist, können Nachschubprobleme oder Engpässe entstehen. Solche Probleme können zu schadenbringenden Betriebsstörungen führen.