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Die weiße Rose (Film)

Die weiße Rose, ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Michael Verhoeven über die gleichnamige Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime, war die erfolgreichste …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und Bedeutung
  2. 2. Widerstand der Weißen Rose
  3. 3. Ausweitung, Verhaftung und Hinrichtung
  4. 4. Historische Genauigkeit und Gestaltung
  5. 5. Einordnung, Auszeichnungen und weitere Veröffentlichungen

Film und Bedeutung

„Die weiße Rose“ ist ein deutscher Spielfilm von Michael Verhoeven über die gleichnamige Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime. Er erschien 1982, dauert 123 Minuten, ist deutschsprachig und ab 12 Jahren freigegeben. Der Film war die erfolgreichste deutsche Kinoproduktion des Jahres 1982.

Michael Verhoeven führte Regie und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Mario Krebs. Produzent war Artur Brauner; die Musik stammt von Konstantin Wecker, die Kameraarbeit von Axel de Roche und der Schnitt von Barbara Hennings. Zu den Hauptdarstellern gehören Lena Stolze als Sophie Scholl, Wulf Kessler als Hans Scholl, Werner Stocker als Christoph Probst, Oliver Siebert als Alexander Schmorell, Ulrich Tukur als Willi Graf und Martin Benrath als Professor Kurt Huber.

Der Film rekonstruiert die Entstehung und Verfolgung der Weißen Rose. Im Mittelpunkt stehen die Motive, Aktionen und inneren Konflikte der jungen Widerstandskämpfer sowie die Gefahr, unter der sie Flugblätter gegen die nationalsozialistische Herrschaft herstellen und verbreiten.

Widerstand der Weißen Rose

Zu Beginn zitiert der Film einen Satz aus dem zweiten Flugblatt der Weißen Rose und zeigt Fotos der Widerstandskämpfer mit ihrem Alter und Hinrichtungsdatum. Die eigentliche Handlung beginnt im Mai 1942. Die 21-jährige Sophie Scholl zieht aus Ulm nach München, um dort zu studieren. Sie wohnt bei ihrem Bruder Hans und freundet sich mit Traute Lafrenz an. Sophie ist mit dem Soldaten Fritz Hartnagel verlobt.

Die politische Bedrohung zeigt sich auch in der Familie: Robert Scholl, der Vater von Hans und Sophie, wird wegen einer Hitler-kritischen Äußerung verhaftet. Hans ist ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und war bereits als Jugendlicher wegen seiner Tätigkeit in einer illegalen Jugendgruppe einige Wochen inhaftiert.

An der Münchner Universität erscheinen Flugblätter, die zum Widerstand gegen Hitler und den Nationalsozialismus aufrufen. Sophie entdeckt, dass Hans diese Schriften gemeinsam mit Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell herstellt und verbreitet. Christoph Probst äußert Bedenken, weil die Flugblätter zur Sabotage in kriegswichtigen Betrieben aufrufen und er darin Gewalt sieht. Gegen den anfänglichen Widerstand ihres Bruders schließt sich Sophie der Gruppe an.

Die Mitglieder verstecken Flugblätter in Telefonbüchern, befestigen sie vor Kinos, lassen sie in Straßenbahnen liegen, versenden sie per Post und bringen sie in andere Städte. Nachts schreiben sie Parolen wie „Nieder mit Hitler“ an Häuserwände. Dabei werden sie von der Gestapo verfolgt und müssen unter anderem ständig neues Druckpapier beschaffen.

Ausweitung, Verhaftung und Hinrichtung

Im Wintersemester 1942 kehren Hans Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell von der Ostfront zurück, wo sie als Sanitäter eingesetzt waren. Dort hatten sie Gräueltaten wie die Erschießung von Gefangenen durch deutsche Soldaten beobachtet. Diese Erfahrungen bestärken sie darin, ihre Flugblattaktionen fortzusetzen. Professor Kurt Huber, Traute Lafrenz und Gisela Schertling schließen sich ebenfalls an. Huber bezweifelt jedoch, dass Flugblätter den Krieg noch beeinflussen können, und setzt seine Hoffnung auf ein Eingreifen der Wehrmacht.

Bei einer Rede des Gauleiters Paul Giesler an der Münchner Universität kommt es zu Buhrufen, Rangeleien zwischen Studenten und Polizei sowie Rufen wie „Nazis raus!“. Die Weiße Rose nimmt außerdem Kontakt zu anderen Widerstandsgruppen und hohen Militärs auf, darunter Falk Harnack. Innerhalb der Gruppe entstehen Meinungsverschiedenheiten: Huber lehnt eine von Harnack vorgeschlagene Zusammenarbeit mit Kommunisten und Bolschewisten ab, während Hans Hubers Vertrauen in die Wehrmacht nicht teilt.

Das sechste Flugblatt verurteilt unter anderem den sinnlosen Tod von rund 300.000 deutschen Soldaten in der Schlacht von Stalingrad. Am 18. Februar 1943 werden Hans und Sophie beim Verteilen dieses Flugblatts im Lichthof der Münchner Universität vom Hausmeister beobachtet und verhaftet. Bei Hans findet man einen von Christoph Probst verfassten Entwurf. Nachdem die Gestapo in der Wohnung unter anderem Briefmarken, Briefumschläge und die Druckmaschine entdeckt, gesteht Hans.

Der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler verurteilt Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst zum Tode. Sie werden am 22. Februar 1943 gegen 17 Uhr mit dem Fallbeil hingerichtet. Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber werden noch im selben Jahr hingerichtet.

Der Abspann von 1982 weist darauf hin, dass die Todesurteile des Volksgerichtshofs bei Fertigstellung des Films noch rechtsgültig waren. Eine 1985 entstandene Neufassung erklärt, der Bundestag habe sich nach der Diskussion um den Film am 25. Januar 1985 entschlossen, sämtliche Urteile des Volksgerichtshofs für „nichtig“ zu erklären. Offiziell aufgehoben wurden sie jedoch erst 1998 durch das Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege.

Historische Genauigkeit und Gestaltung

Mehrere historische Quellen waren bei der Produktion noch nicht bekannt. Michael Verhoeven erklärte später, er hätte den Film anders oder neu gedreht, wenn ihm die in Moskau archivierten Gestapo-Verhörprotokolle zu Alexander Schmorell vorgelegen hätten. Auch die Verhörprotokolle von Hans und Sophie Scholl wurden erst Jahre nach der Veröffentlichung gefunden. Daher zeigen die Verhörszenen nicht deutlich, wie stark die Geschwister versuchten, ihre Mitstreiter zu schützen.

Einige Einzelheiten weichen von den historischen Ereignissen ab. Im Film wird Sophie von zwei Gestapobeamten verhört; tatsächlich verhörte sie Robert Mohr, der im Film nicht vorkommt. Zur Hinrichtung führt sie im Film eine Gefängnisaufseherin, während dies in Wirklichkeit die Scharfrichter taten. Der Henker Johann Reichhart erscheint ebenfalls nicht. Der Gefängnisgeistliche Karl Alt, der für die Geschwister Scholl und Christoph Probst zuständig war, wird lediglich erwähnt.

Die christliche Überzeugung von Hans und Sophie, die auch in den Flugblättern mehrfach vorkam und eine wichtige Grundlage ihres Widerstands gegen Unrecht bildete, spielt im Film kaum eine Rolle. Für ihre Darstellung der aus Ulm stammenden Sophie ließ sich die in Ost-Berlin geborene Lena Stolze von Amelie Fried im schwäbischen Dialekt unterrichten.

Der Film kam am 24. September 1982 in die Kinos der Bundesrepublik Deutschland. Seine erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen erfolgte am 20. Juli 1985 im Abendprogramm der ARD.

Einordnung, Auszeichnungen und weitere Veröffentlichungen

Zeitgenössische und spätere Kritiken beschrieben den Film überwiegend als sachliche, authentische und dokumentarisch wirkende Rekonstruktion. Hervorgehoben wurden die politische Vernunft der jungen Widerstandskämpfer, die glaubwürdige Atmosphäre und die Verbindung des dokumentarischen Ansatzes mit Thrillerelementen. Kritisiert wurde, dass der religiöse Hintergrund eines Teils der Gruppe zu wenig berücksichtigt werde und die Dramaturgie konventionell bleibe. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat „besonders wertvoll“.

1982 erhielt der Film beim Karlovy Vary Filmfestival den Preis des Verbandes der Antifaschisten. Beim Deutschen Filmpreis 1983 gewann er ein „Filmband in Silber“; Lena Stolze erhielt für ihre Hauptrolle ein „Filmband in Gold“.

2004 veröffentlichte Kinowelt Home Entertainment den Film auf DVD. Michael Verhoeven drehte außerdem die 45-minütige TV-Dokumentation „Die kleine Schwester – Die weiße Rose: Ein Vermächtnis“, die 2002 in Deutschland entstand.

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