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Die 5 Gesichter der Sophie Scholl | Terra X
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 48 Zeilen
- Sophie Scholl. Eine Ikone des Widerstands gegen Hitler. Bis heute. Am 9. Mai 2021 wäre sie 100 geworden. Doch wer war sie wirklich? Januar 1934, bei Familie Scholl in Ulm.
- …Ich bin…, Sophie ist gehört jetzt auch zu uns. Was soll das heißen? Ich bin gestern der Hitlerjugend beigetreten… Du auch, du jetzt also auch…warum? Aber Hans, Inge, Liesl und Werner sind doch auch schon dabei. Und all meine Freundinnen. Das Vaterland braucht uns.
- Die Eltern sind dagegen, trotzdem tritt Sophie mit 13 Jahren den „Jungmädeln“ bei. Auch ihre Geschwister sind schon Mitglieder der Hitlerjugend. Wie Millionen andere Jugendliche begeistern sie sich für das „neue Deutschland“, das die Nationalsozialisten propagieren.
- Stolz trägt Sophie die Uniform und das Abzeichen der Hitlerjugend. Sie macht Karriere in der NS-Jugendorganisation. Als „Scharführerin“ ist sie verantwortlich für eine eigene Mädchengruppe.
- Sie schwört Hitler „unverbrüchliche Treue“…bis ans Lebensende, organisiert begeistert Fahrten…Heimabende, Aufmärsche. Doch mit der Zeit kommt Sophie Scholl immer öfter in Konflikt mit der nationalsozialistischen Weltanschauung.
- In der Hitlerjugend sollen alle ihrem „Führer“ folgen. Individualität ist verpönt. Sophie aber hat eigene Vorstellungen und rebelliert immer mehr gegen die „Einschränkungen geistiger Freiheit“.
- 1937 vertraut sie ihrem Tagebuch an: Von der HJ habe ich mich ohne mein Wollen ganz gelöst…Ich habe nichts mehr zu geben, nichts mehr zu nehmen. Trotzdem muss Sophie nach dem Abi die nächste Stufe nationalsozialistischer Erziehung über sich ergehen lassen.
- Wie alle jungen Frauen zwischen 17 und 25 muss Sophie ein Jahr beim Reichsarbeitsdienst absolvieren. Aufstehen. Arbeitsmaiden, 6 Uhr, Zeit für den Frühsport! Die Zeit im RAD-Lager Krauchenwies ist für Sophie eine Qual.
- Arbeitsmaiden, wenn ich das schon höre…ich heiße Sophie Scholl. Sie leidet unter der Zwangsgemeinschaft, dem Stumpfsinn - und wird zur Außenseiterin.
- Bei einem „Tanzkränzchen“ im November 1937 trifft die 16jährige Sophie einen alten Bekannten wieder. Bist du nicht die Sophie? Ja, und? Als ich dich das letzte Mal gesehen hab, warst du noch ein kleines Mädel. Das bin ich wohl immer noch für Sie.
- Ah, man siezt sich. Na gut, wie du willst. Verzeihung, wie SIE wünschen. Sie sind also Offizier? Jawohl. Gestatten: Fritz Hartnagel, Leutnant der Luftwaffe. Sie machen sich über mich lustig. Entschuldigung,… ich bin stolz darauf ein Soldat zu sein: …Muss ein Soldat nicht Befehle befolgen?...dann befehle ich Ihnen, mit mir zu tanzen. Gestatten, Frau Generalfeldmarschall!
- Zwischen Sophie und dem vier Jahre älteren Berufssoldaten Fritz Hartnagel entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Mit vielen Aufs und Abs. Trotzdem vertraut sie ihrem Tagebuch an: Ich habe Fritz gern wie keinen Menschen.
- Im Sommer 1939 macht das Paar mit einer gemeinsamen Freundin Urlaub an der Ost- und Nordsee. 14 Tage verbringen sie fast Stunde für Stunde zusammen. Es sind unbeschwerte Momente.
- Nur wenige Tage später überfällt Hitlers Wehrmacht Polen. Fritz begrüßt als Soldat den Krieg. Sophie hingegen schreibt ihm: Ich kann nicht begreifen, dass nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen.
- Ich kann es nie begreifen und finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für’s Vaterland. Wenn Fritz Urlaub bekommt, fahren die beiden so oft es geht weg. Immer wieder auch nach Freiburg, wo sie in einem Hotel übernachten.
- Weil es Unverheirateten damals nicht erlaubt ist, die Nacht gemeinsam zu verbringen, geben sich Fritz und Sophie als Ehepaar aus – mit billigen Eheringen. Frau Hartnagel, darf ich bitten?
- Ich glaube, wir müssen jede…Gelegenheit für ein Zusammensein ausnützen, solange ich noch in Deutschland bin, schreibt Fritz an Sophie. Er ahnt, dass der Krieg sie schon bald auseinanderreißen wird. 1942 kämpft Fritz an der Ostfront.
- Er erfährt von den Verbrechen hinter der Front, berichtet Sophie vom „Abschlachten sämtlicher Juden des besetzten Russlands“ und sieht die Kolonnen der Kriegsgefangenen.
- …so viel Elend, dass man davor die Augen schließen möchte…“, schreibt er an Sophie. Längst zweifelt auch er an der Sinnhaftigkeit des Krieges. Im Mai 42 erhält Fritz überraschend noch einmal Heimaturlaub, bevor es nach Russland geht.
- Sie verbringen die kostbare Zeit in München, wo Sophie inzwischen studiert. Beide wissen nicht, dass dies ihr letztes Treffen sein wird. Mach dir keine Sorgen um mich. Mir passiert nichts. Du wirst doch auf dich aufpassen. Versprich‘s mir.
- Ich versprech‘s. Wir müssen uns schreiben, so oft es geht, damit wir uns nicht verlieren. Fritz überlebt den Krieg, doch er wird Sophie nie wiedersehen.
- Sophie wird am 9. Mai 1921 geboren und wächst in dem kleinen Städtchen Forchtenberg auf, im Nordosten Baden-Württembergs. Die Familie, 1925: Für Sophie, ganz links, ist der große Bruder Hans ein wichtiges Vorbild. Und er fühlt sich als ihr Beschützer.
- Hans Scholl tritt als Erster der Geschwister im April 1933 der Hitlerjugend bei, und gerät als Erster auch mit ihr in Konflikt. Weil er eine eigene Jungengruppe gründet, mit ihnen verbotene Lieder singt und angeblich „Unzucht“ mit einem Freund begeht, wird er Ende 1937 von der Gestapo verhaftet.
- Auch seine Geschwister werden verdächtigt, nicht auf „Linie zu sein“ - und erhalten eines Morgens überraschend Besuch von der Gestapo. Robert Scholl?.... Wer sonst, sie haben ja an meiner Tür geklingelt. Durchsuchen! Was soll das? Inge, Sophie und Werner Scholl? Mitkommen.
- Sophie wird nur kurz festgehalten, ihre Geschwister aber sitzen tagelang im Gefängnis wegen „bündischer Umtriebe“. Aber man kann ihnen nichts nachweisen. Für Sophie ist es der Bruch mit der nationalsozialistischen Weltanschauung.
- Na, wie war die Vorlesung? Im April 1939 beginnt Hans sein Studium der Medizin an der Universität in München.
- Sophie folgt ihrem Bruder drei Jahre später und schreibt sich in Biologie und Philosophie ein. In München lernt sie Hans‘ Freundeskreis kennen.
- Die Studenten lesen verbotene Literatur und diskutieren offen, wie man gegen das Unrechtsregime Hitlers Widerstand leisten kann. Zu Hans engsten Freunden zählen Alexander Schmorell. Und Christoph Probst – beide Gegner der NS-Diktatur.
- Warte mal! Im Sommer 1942 fällt Sophie ein Flugblatt der sogenannten Weißen Rose in die Hände. Habt ihr beide das gelesen? Flugblätter der Weißen Rose. Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich…Herrschaft regieren zu lassen.
- Sophie ahnt, dass ihr Bruder Hans dahinter steckt. Ist es nicht so… Nicht so laut…Pscht. In den Flugblättern wird auch der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung angeprangert.
- Hier sehen wir das fürchterlichste Verbrechen an der Würde des Menschen, ein Verbrechen, dem sich kein ähnliches in der ganzen Menschengeschichte an die Seite stellen kann. Woher hast du das? Ich muss los. Hans, warte mal! Komm, hör auf.
- Sophie ist entschlossen etwas zu tun. Sie meint: Wenn jeder nur eine Meinung hat gegen das System, aber nicht handelt, so macht er sich schuldig.
- Ende Juli 42 müssen Hans und seine Freunde an die Ostfront. Sophie ist beim Abschied am Münchner Ostbahnhof dabei. Hier entstehen die berühmten Fotos – mit Blume im Knopfloch.
- Wahrscheinlich weiß Sophie zu diesem Zeitpunkt schon, dass Hans und sein Freund Alexander Schmorell die Verfasser der Flugblätter sind. Sophie? Entschuldige…Ich will mitmachen! Das kommt überhaupt nicht infrage. Das ist viel zu gefährlich!
- Ihr könnt mich ruhig einweihen. Ihr kriegt mich sowieso nicht mehr los. Spätestens nach Hans‘ Rückkehr von der Front, im Herbst 1942, gehört Sophie zum inneren Kreis der „Weißen Rose“.
- Sie besorgt Papier und Briefmarken, sorgt für die Logistik. Hilft beim Vervielfältigen und Verteilen der Flugblätter. Und das nicht nur in München. Im Januar 1943 fährt Sophie nach Augsburg - mit 2000 Flugblättern im Gepäck. Ein riskantes Unternehmen. Denn längst hat die Gestapo Witterung aufgenommen.
- In München arbeitet schon eine eigene Arbeitsgruppe an dem Fall. Heil Hitler. Diese Flugblätter wurden uns aus Augsburg überstellt. Kriminalobersekretär und SS-Obergruppenführer Robert Mohr leitet die Ermittlungen.
- Das NS-Regime ist in diesen Tagen besonders nervös: Im Osten bahnt sich eine Katastrophe an, die 6. Armee ist in Stalingrad an der Wolga eingekesselt. Auch Fritz Hartnagel, Sophies Freund, kämpft hier ums Überleben.
- Ende Januar 1943 kapituliert die 6. Armee. Stalingrad wird zum Massengrab. Hitlers Regime hat ein Imageproblem. Und versucht die Katastrophe schönzureden.
- Und jeder Deutsche noch in tausend Jahren wird noch…,dass dort Deutschland letzten Endes doch den Stempel zum Endsieg gesetzt hat. Wenig später bringen die Mitglieder der „Weißen Rose“ Parolen an Hauswände an.
- Die Aktion löst eine Großfahndung aus. Jetzt sind 1000 Reichsmark Belohnung auf Sophie und ihre Freunde ausgesetzt. Schicksalstag 18. Februar 1943. Sophie und Hans Scholl verteilen neue Flugblätter, diesmal an der Uni München – mitten am Tag, während der Vorlesungen.
- Eine unbedachte Handlung, ein Schubser, der schlimme Folgen hat. Die Blätter landen vor den Füßen des Hausmeisters, der die Geschwister sofort der Polizei überstellt.
- Sophie und Hans Scholl werden erkennungsdienstlich untersucht. Und von der Gestapo in die Mangel genommen. Robert Mohr verhört die Geschwister - tagelang. Immer wieder gibt er Sophie die Möglichkeit, sich herauszureden – und die Schuld Hans zuzuschieben.
- Ihr Bruder hat alles zugegeben… Doch Sophie leugnet nicht. Sie übernimmt die Verantwortung für ihre Taten. Ich will Ihnen die Wahrheit sagen. Es ist unsere Überzeugung, dass der Krieg verloren ist…wir wollten etwas gegen dieses schreckliche Blutvergießen unternehmen.
- Mit diesem Geständnis gibt es keine Hoffnung mehr auf Gnade. Für den Prozess reist eigens Hitlers Blutrichter Roland Freisler aus Berlin mit dem Nachtzug nach München.
- Er kommt nicht zum Richten, er kommt zum Hinrichten. Heil Hitler! Heil Hitler. Den Angeklagten wird Hochverrat vorgeworfen. Sie werden deshalb mit dem Tode bestraft. Das Urteil soll noch am gleichen Tag vollstreckt werden.
- Für den Abschied von ihren Eltern bleibt den Geschwistern nur eine halbe Stunde. Eine Umarmung, ein Händedruck, ein letztes Wort. Danach weint Sophie – zum ersten Mal in diesen Tagen.
- Am 22. Februar 1943 um 17 Uhr wird Sophie zum Schafott geführt. Die Verurteilte war ruhig und gefasst“, notiert der Scharfrichter. Sophie ist damals 21 Jahre alt. Welches Gesicht von Sophie Scholl kanntet Ihr noch nicht? Schreibt es in die Kommentare.
Zum Nachlesen
Sophie SchollIm Januar und Februar 1943 war sie an der Herstellung und Verbreitung der beiden letzten Flugblätter der Weißen Rose beteiligt. Am 18. Februar 1943 legte sie …
Hans SchollEr war Mitbegründer und prägendes Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose. Zusammen mit Alexander Schmorell verfasste, vervielfältigte und …
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