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Die Passion Christi

Der Film schildert, angelehnt an die Darstellung der Bibel, den letzten Abschnitt im Leben des Jesus von Nazaret, beginnend unmittelbar vor der Verhaftung Jesu …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Film, Inhalt und Gestaltung
  2. 2. Verhaftung und Verurteilung
  3. 3. Kreuzweg, Tod und Auferstehung
  4. 4. Biblische Deutung und historische Einwände
  5. 5. Kontroversen und Erfolg
  6. 6. Geplante Fortsetzung

Film, Inhalt und Gestaltung

„Die Passion Christi“ (Originaltitel: „The Passion of the Christ“) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Mel Gibson aus dem Jahr 2004. Er behandelt die letzten Stunden Jesu von Nazaret: vom Gebet und der Verhaftung in Getsemani über Verhör, Geißelung und Kreuzigung bis zur leiblichen Auferstehung. Der 127 Minuten lange Film ist ab 16 Jahren freigegeben. James Caviezel spielt Jesus; Regie führte Mel Gibson, der zusammen mit Benedict Fitzgerald auch das Drehbuch schrieb.

Die Inszenierung orientiert sich an christlichen Passionsspielen und fällt durch eine für Bibelfilme ungewöhnlich ausführliche und drastische Darstellung von Folter und Tod auf. Rückblenden zeigen frühere Ereignisse aus Jesu Leben. Als Vorlagen dienten die vier kanonischen Evangelien, die 14 Kreuzwegstationen und die von Clemens Brentano bearbeiteten Visionen der Augustinerschwester Anna Katharina Emmerick. Hinzu kommen eigene Deutungen Gibsons.

Gesprochen wird ausschließlich Aramäisch, Latein und Hebräisch; die Dialoge werden durch Untertitel übersetzt. Der Film wurde in Matera und Craco in der italienischen Region Basilikata sowie in Rom und den Cinecittà-Studios gedreht. Die Musik komponierte John Debney; Dolores O’Riordan von The Cranberries sang die Titelmelodie „Ave Maria“.

Verhaftung und Verurteilung

Die Handlung spielt in Palästina etwa um das Jahr 30. Nach dem Abendmahl betet Jesus mit Simon Petrus, Johannes und Jakobus im Garten Getsemani. Dort erscheint ihm Satan, dessen Versuchung er widersteht. Judas Iskariot verrät Jesus für 30 Silberlinge und kennzeichnet ihn gegenüber der jüdischen Tempelgarde durch einen Kuss. Petrus schlägt Malchus ein Ohr ab, doch Jesus heilt ihn und fordert Petrus auf, das Schwert zu senken.

Jesus wird gefangen genommen, geschlagen und vor den hohen jüdischen Rat gebracht. Wegen angeblicher Gotteslästerung und seines Anspruchs, Gottes Sohn zu sein, wird er zum Tod verurteilt. Josef von Arimathäa und Nikodemus versuchen erfolglos, ihn zu verteidigen. Petrus leugnet aus Angst dreimal, Jesus zu kennen, wie dieser zuvor angekündigt hatte. Judas wird von Schuldgefühlen und dämonisch dargestellten Kindern verfolgt und erhängt sich.

Da der Sanhedrin als oberste jüdische Religionsbehörde das Todesurteil im Film nicht selbst vollstrecken darf, wird Jesus dem römischen Statthalter Pontius Pilatus übergeben. Pilatus hält ihn nicht für schuldig und schickt ihn zunächst zu Herodes Antipas, der ebenfalls kein Todesurteil fällt. Danach stellt Pilatus die Menge vor die Wahl, Jesus oder Barabbas zu begnadigen. Sie entscheidet sich für Barabbas. Pilatus lässt Jesus geißeln, doch die Menge verlangt weiterhin seine Kreuzigung. Schließlich wäscht Pilatus symbolisch seine Hände in Unschuld und gibt den Hinrichtungsbefehl.

Kreuzweg, Tod und Auferstehung

Römische Soldaten foltern Jesus, setzen ihm eine Dornenkrone auf und zwingen ihn, ein schweres Holzkreuz nach Golgota zu tragen. Als er mehrfach zusammenbricht, muss Simon von Cyrene ihm helfen. Auf Golgota wird Jesus an das Kreuz genagelt. Neben ihm werden die Schächer Dismas und Gestas gekreuzigt: Dismas beginnt an Jesus zu glauben, während Gestas weiter lästert und im Film von einem Raben am Auge verletzt wird.

Maria, die Mutter Jesu, Maria Magdalena und Johannes verfolgen die Kreuzigung. Jesus betet für seine Gegner. Nach seiner letzten Versuchung und der Angst, von Gott verlassen zu sein, erklärt er, es sei vollbracht, und stirbt. Daraufhin verdunkelt sich der Himmel, ein Unwetter beginnt, die Erde bebt und ein Teil des Tempels stürzt ein. Der Soldat Cassius sticht Jesus in die Seite; Blut und Wasser treten aus der Wunde. Cassius und der Zenturio Abenader reagieren ehrfürchtig, während Satan verzweifelt zum Himmel schreit.

Jesus wird vom Kreuz genommen und in eine Höhle gelegt, deren Eingang mit einem Stein verschlossen wird. Am Ende liegt das Leichentuch leer auf dem Boden. Jesus sitzt daneben, öffnet die Augen, steht auf und verlässt mit sichtbaren Wunden an den Händen die Höhle. Damit zeigt der Film ausdrücklich die Auferstehung.

Biblische Deutung und historische Einwände

Der Film verbindet unterschiedliche Evangelienfassungen zu einer einheitlichen Handlung, obwohl diese in Einzelheiten voneinander abweichen. So schildert das Johannesevangelium die Verhaftung durch jüdische Amtsträger und römische Soldaten, aber keinen Prozess vor dem Sanhedrin. Nach den synoptischen Evangelien nehmen dagegen jüdische Büttel Jesus fest, und der Sanhedrin verurteilt ihn wegen Gotteslästerung. Der Film folgt jeweils ausgewählten Elementen.

Historiker und Bibelwissenschaftler beanstandeten mehrere Einzelheiten. Nägel wurden bei Kreuzigungen wahrscheinlich durch Handwurzelknochen oder Unterarme und nicht durch die Handflächen getrieben; Seile und das im Film gezeigte Suppedaneum, eine Fußstütze, könnten die Darstellung jedoch körperlich möglich machen. Üblicherweise trug ein Verurteilter nur den Querbalken zu einem bereits aufgestellten Längsbalken, während Jesus im Film ein vollständiges, t-förmiges Kreuz trägt. Der Titulus crucis, die Tafel über dem Kreuz, erscheint in zwei Sprachen, obwohl das Johannesevangelium Hebräisch, Griechisch und Latein nennt.

Auch Jesu schulterlanges Haar, die kronenförmige statt haubenartige Dornenkrone und der jugendlich-effeminierte Herodes Antipas gelten als historisch zweifelhaft. Umstritten sind ferner Finsternis und Erdbeben beim Tod Jesu. Die Evangelien erwähnen beim Tempel nur das Zerreißen des Vorhangs, nicht dessen teilweise Zerstörung; der Tempel wurde historisch erst im Jahr 70 von den Römern zerstört.

Die Sprachenwahl erzeugt einen historischen Eindruck, wird aber ebenfalls kritisiert: Im Palästina jener Zeit wurden vor allem Griechisch und Aramäisch gesprochen, nicht Latein und Hebräisch. Jesus und Pilatus hätten wahrscheinlich nicht Latein, sondern Griechisch miteinander gesprochen. Zudem folgt die lateinische Aussprache modernen statt rekonstruierten antiken Regeln und enthält grammatische Fehler.

Der Film übernimmt außerbiblische Szenen aus den Visionen Anna Katharina Emmericks, etwa das Aufwischen von Jesu Blut und Veronikas Schweißtuch. Satan erscheint wiederholt als androgyne Gegenspielerfigur, obwohl der Teufel in der neutestamentlichen Passionsgeschichte keine solche Rolle spielt. Theologen kritisierten diese Gestaltung als dualistisch, also als problematische Gegenüberstellung zweier annähernd gleichrangiger Mächte. Gibson erklärte, das Böse solle „verlockend und anziehend“ wirken.

Kontroversen und Erfolg

Besonders umstritten waren Gewalt und mögliche antisemitische Wirkung. Die Geißelung dauert fast 15 Minuten; außerdem fügt der Film Gewaltakte hinzu, die nicht in der Bibel stehen. Gibson verteidigte die Härte damit, die „enorme Größe des Opfers“ Christi sichtbar machen zu wollen. Er erklärte zugleich, den Film Jugendlichen unter 13 Jahren nicht zeigen zu wollen.

Kritiker warfen dem Film vor, jüdische Anführer besonders negativ, Pilatus dagegen mitfühlender und zögernder darzustellen, als historische Berichte nahelegen. Zwar treten Josef von Arimathäa und Nikodemus als jüdische Gegenstimmen auf, doch die Motive der Priesterschaft würden kaum erklärt. Außerdem zeigt der Film überwiegend eine Menge, die Jesu Bestrafung verlangt, während das Lukasevangelium auch von Menschen berichtet, die ihn beweinen. Wegen der Kritik entfernte Gibson die Untertitel zum Ruf „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ aus Matthäus 27,25. Kirchliche und jüdische Vertreter warnten vor einer antisemitischen Instrumentalisierung; andere Kirchenvertreter, darunter der damalige Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, wiesen diesen Vorwurf zurück. Der damalige Münchner Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter hielt bereits den Versuch einer Verfilmung für problematisch, weil die Evangelien keine historischen Protokolle seien.

Trotz der Kontroversen war der Film wirtschaftlich sehr erfolgreich. Am zweiten Wochenende hatte er in den USA 212 Millionen US-Dollar eingespielt; insgesamt sahen ihn dort etwa 67 Millionen Menschen. Weltweit nahm er mehr als 600 Millionen US-Dollar ein. In Deutschland sahen ihn 2004 insgesamt 1.349.020 Besucher. Von 15 Millionen bereitgestellten DVD- und Videoexemplaren wurden in den USA am ersten Tag 2,5 Millionen verkauft. Laut Guinness-Buch der Rekorde 2006 war er der erfolgreichste religiöse Film aller Zeiten. 2005 erhielt er drei Oscar-Nominierungen, darunter eine für John Debneys Filmmusik, und gewann unter anderem den People’s Choice Award in der Kategorie Filmdrama.

Geplante Fortsetzung

Eine Fortsetzung ist seit Januar 2018 geplant. James Caviezel soll erneut Jesus spielen, Mel Gibson Regie führen und Randall Wallace das Drehbuch schreiben. Das zweiteilige Projekt trägt den Arbeitstitel „The Resurrection of the Christ“ und soll die biblischen Ereignisse rund um die Auferstehung behandeln.

Der Artikel enthält widersprüchliche Zeitangaben: Einerseits heißt es, die Dreharbeiten sollten im Sommer 2025 in den Cinecittà-Studios beginnen und die Teile am Karfreitag 2027 sowie 40 Tage später an Christi Himmelfahrt erscheinen. Andererseits wird berichtet, im Mai 2026 seien die Dreharbeiten nach 134 Tagen abgeschlossen gewesen; als Kinostarts werden dort der 6. Mai 2027 und der 25. Mai 2028 genannt.

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