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Die Grünen – Die Grüne Alternative

Die Grünen – Die Grüne Alternative ; Mitgliederzahl, 7.500 nach eigenen Angaben (2024) ; Mindestalter, 16 ; Ausrichtung, Grüne Politik · Basisdemokratie

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und politische Ausrichtung
  2. 2. Entstehung und Entwicklung auf Bundesebene
  3. 3. Parlamentarische Vertretung
  4. 4. Landespolitik in den Bundesländern
  5. 5. Organisation und parteinahe Gruppen

Überblick und politische Ausrichtung

Die Grünen – Die Grüne Alternative (GRÜNE) ist eine politische Partei in Österreich. Sie wurde 1986 in Wien gegründet und hat ihren Hauptsitz in der Mariahilfer Straße 37–39 in 1060 Wien. Seit 29. Juni 2025 ist Leonore Gewessler Bundessprecherin; sie ist zugleich Klubobfrau. Stellvertretende Bundessprecher sind Alma Zadić und Stefan Kaineder, Bundesgeschäftsführer ist Gebhard Ottacher.

Die Grünen vertreten grüne Politik mit Schwerpunkten wie Ökologie, Basisdemokratie, Antifaschismus und Feminismus. Nach ihrem Grundsatzprogramm von 2001 lauten ihre Grundwerte: „basisdemokratisch, gewaltfrei, ökologisch, solidarisch, feministisch, selbstbestimmt“. Neben Umweltschutz setzen sie sich für Minderheitenrechte und eine ökosoziale Steuerreform ein. Innerhalb der EU treten sie besonders für ein atom- und gentechnikfreies Europa ein.

Die Partei ist Mitglied der Europäischen Grünen Partei und der Global Greens. Im Europäischen Parlament gehört sie zur Fraktion Grüne/EFA. Nach eigenen Angaben hatte sie 2024 7.500 Mitglieder; das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Für 2025 werden staatliche Zuschüsse von 29,6 Millionen Euro genannt.

Entstehung und Entwicklung auf Bundesebene

Als wichtige Vorläufer der österreichischen Grün-Bewegung gelten häufig die Kampagne gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Zwentendorf 1978 und der Widerstand gegen das Donaukraftwerk Hainburg 1984. Der Artikel weist aber darauf hin, dass diese Entstehungsgeschichte umstritten ist; Freda Meissner-Blau widersprach der Vorstellung, die Grünen seien unmittelbar aus Zwentendorf, Hainburg oder Tschernobyl entstanden.

1986 vereinten sich die 1982 gegründeten konservativen Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) und die progressivere Alternative Liste Österreichs (ALÖ) zur Grünen Alternative (GA). Seit 1993 lautet der offizielle Name Die Grünen – Die Grüne Alternative.

Von 1986 bis 2017 waren die Grünen ununterbrochen Oppositionspartei im Nationalrat. 1986 zogen sie mit 4,82 % und acht Mandaten erstmals in den Nationalrat ein. In den ersten Jahren fielen sie auch durch bewusste Abweichungen von parlamentarischen Gewohnheiten auf, etwa durch den Verzicht auf einen klassischen Klubobmann beziehungsweise eine Klubobfrau. 2002 erreichten sie 9,47 % und 17 Mandate; Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP scheiterten 2003 an inhaltlichen Differenzen. 2006 wurden sie mit 11,05 % erstmals bundesweit Dritte und lagen nach Auszählung der Wahlkarten um 532 Stimmen beziehungsweise 0,01 Prozentpunkte vor der FPÖ.

2013 erzielten die Grünen mit 12,42 % und 24 Mandaten ihr bis dahin bestes Nationalratswahlergebnis. 2017 kam es nach dem Rücktritt Eva Glawischnigs, der Wahl von Ingrid Felipe zur Bundessprecherin, der Spitzenkandidatur Ulrike Lunaceks und der Abspaltung der Liste Peter Pilz zu einer schweren Niederlage: Mit 3,80 % scheiterten die Grünen an der Vier-Prozent-Hürde und schieden aus dem Nationalrat aus. Als Gründe wurden unter anderem der Streit mit den Jungen Grünen, Konflikte um das Wiener Heumarkt-Projekt, die Abspaltung von Peter Pilz, ein unglückliches Plakatsujet und geringe Popularitätswerte der Doppelspitze genannt.

2019 gelang die Rückkehr. Bei der Europawahl im Mai 2019 erreichten die Grünen 14,08 % und zwei Mandate für Werner Kogler und Sarah Wiener; Kogler trat sein Mandat nicht an, um als Spitzenkandidat in die Nationalratswahl zu gehen. Bei der Nationalratswahl am 29. September 2019 zogen die Grünen mit 13,9 % und 26 Abgeordneten wieder in den Nationalrat ein. Von 2020 bis 2025 waren sie an der Bundesregierung beteiligt. Bei der Nationalratswahl 2024 erhielten sie 8,24 % und 16 Mandate.

Parlamentarische Vertretung

Im Nationalrat, der ersten Kammer des österreichischen Parlaments, sind die Grünen seit 2019 wieder vertreten. Die Mandatszahlen schwankten stark: 1986 hatten sie 8 Mandate, 2006 21, 2013 24, 2017 keines, 2019 26 und 2024 16. Aktuell werden 16 von 183 Nationalratsmandaten genannt.

Im Bundesrat, der Länderkammer, erhielten die Grünen erstmals durch das Ergebnis der Wiener Landtagswahl 2001 einen Sitz. Nach erfolgreichen Landtagswahlen in Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol konnten sie 2003 erstmals eine eigene Bundesratsfraktion bilden. Dieser Status ging später verloren, wurde 2019 mit vier Bundesratsabgeordneten durch einen angenommenen Antrag wiederhergestellt und nach Verlusten in Vorarlberg und der Steiermark 2024 erneut verloren, weil ein Antrag auf Fraktionsbildung am 19. Dezember 2024 abgelehnt wurde. Aktuell werden 3 von 60 Bundesratsmandaten genannt.

Auf Landesebene verfügen die Grünen laut Artikel über 41 von 440 Sitzen in Landtagen. Im Burgenland sind sie kleiner Koalitionspartner der SPÖ in der Landesregierung. In Oberösterreich stellen sie wegen des Proporzsystems ebenfalls einen Landesrat; dort besteht jedoch ein schwarz-blaues Arbeitsübereinkommen. Das Proporzsystem bedeutet, dass Regierungssitze nach Stärke der Parteien verteilt werden können, auch ohne klassische Koalition.

Landespolitik in den Bundesländern

Die Grünen sind in den österreichischen Bundesländern unterschiedlich stark. Im Burgenland schafften sie 2000 erstmals den Einzug in den Landtag, damals mit 5,49 % und zwei Mandaten. 2025 erreichten sie 5,66 % und ebenfalls zwei Mandate.

In Kärnten gelang der Einzug in den Landtag erst 2004. 2013 erreichten die Grünen dort 12,10 %, fünf Mandate und erstmals einen Regierungssitz in der durch das Proporzsystem gebildeten Landesregierung. 2018 verfehlten sie den Wiedereinzug; 2023 gelang er trotz leichtem Stimmenzuwachs ebenfalls nicht.

In Niederösterreich sind die Grünen seit 1998 im Landtag vertreten. 2003 erreichten sie mit 7,22 % Klubstatus, 2013 mit 8,04 % ihr bestes Ergebnis seit dem ersten Antreten 1983. 2018 verloren sie ein Mandat und damit den Klubstatus; 2023 kamen sie auf 7,58 % und vier Mandate.

In Oberösterreich zogen die Grünen 1997 erstmals in den Landtag ein. Seit 2003 stellten sie mit Rudi Anschober einen Landesrat in einer von der ÖVP geführten Landesregierung. 2021 erreichten sie 12,32 % und sieben Mandate.

In Salzburg waren die Grünen seit 1989 mit Mandaten im Landtag vertreten. Ihr stärkstes Ergebnis war 2013 mit 20,18 %, sieben Mandaten, drei Landesräten und einem Bundesrat. 2018 und 2023 fielen sie auf drei Mandate zurück.

In der Steiermark zogen grüne Listen bereits 1986 mit zwei Mandaten ein; später schwankten die Ergebnisse. 2019 erreichten die Grünen 12,08 % und sechs Mandate, 2024 6,17 % und drei Mandate. In Graz gibt es mit Die Grünen – Alternative Liste Graz eine eigenständige Partei.

Tirol war besonders wichtig für grüne Landespolitik: 1994 stellte die Partei mit Eva Lichtenberger die erste grüne Landesrätin Österreichs. 2003 erreichten die Tiroler Grünen 15,59 %, damals das beste Ergebnis einer grünen Landesorganisation. 2013 bildeten sie eine Regierung mit der ÖVP. 2018 wurde Georg Willi in Innsbruck erster grüner Bürgermeister Österreichs.

Vorarlberg war das erste Bundesland, in dem eine Grün-Partei in den Landtag einzog: 1984 erreichte ein Wahlbündnis aus Alternativer Liste und Vereinten Grünen 13 %. Seit 2014 sind die Vorarlberger Grünen Teil einer schwarz-grünen Landesregierung. 2019 erzielten sie 18,89 %, 2024 12,43 %.

In Wien zogen die Grünen 1991 mit 9,08 % und sieben Mandaten in den Landtag und Gemeinderat ein. Von 2010 bis 2020 regierten sie in einer Koalition mit der SPÖ. Nach der Wahl 2020 entschied sich die SPÖ für die NEOS als Koalitionspartner. 2025 erreichten die Grünen in Wien 14,52 % und 15 Mandate.

Organisation und parteinahe Gruppen

Die Grünen entwickelten sich von einer stark basisdemokratischen Partei zu einer stärker formal organisierten Partei. Basisdemokratie bedeutet, dass Mitglieder direkt an Entscheidungen beteiligt werden. Früher gab es auch ein Rotationsprinzip, also den Wechsel von Mandatarinnen und Mandataren nach bestimmten Regeln; Reste davon bestehen in höheren Quoren für langgediente Mandatare bei Wiederwahlen.

Das höchste Gremium ist der Bundeskongress. Er tritt mindestens einmal jährlich zusammen, beschließt das Parteiprogramm, gibt große Leitlinien vor, erstellt Listen für Nationalrats- und Europawahlen und bestellt den Bundessprecher. Der Bundesvorstand tagt meist wöchentlich und bestimmt die Linie der Tagespolitik sowie die Parteifinanzen. Der Erweiterte Bundesvorstand besteht aus Bundesvorstand und Delegierten der Länder; er gestaltet Leitlinien aus und wählt Stellvertreter des Bundessprechers.

Die Landesorganisationen sind meist ähnlich aufgebaut, mit Landesversammlungen, Landesvorständen und Möglichkeiten zur Urabstimmung. Eigenständig existiert im Nationalrat der Nationalratsklub, der seine Leitlinien selbst festlegen kann; zugleich wird eine zunehmende Verschmelzung von Partei- und Klubarbeit beschrieben.

Zum Umfeld der Partei gehören mehrere grüne oder grün-nahe Organisationen. Genannt werden unter anderem Die Grünen Andersrum, Generation plus, die Initiative Grüne MigrantInnen als „zehntes Bundesland“, die Grüne Jugend – Grünalternative Jugend, Verde – Die Grüne Schüler:innenorganisation, die Grüne Wirtschaft, Alternative und Unabhängige GewerkschafterInnen (AUGE/UG), Grüne Bäuerinnen und Bauern, Grüne Ärztinnen und Ärzte sowie FREDA – die Grüne Zukunftsakademie.

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