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Europawahl in Österreich 2024
Wahlwerbende Parteien ; Österreichische Volkspartei, ÖVP, Reinhold Lopatka ; Sozialdemokratische Partei Österreichs, SPÖ, Andreas Schieder ; Freiheitliche Partei …
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Überblick und Wahlrecht
Die Europawahl in Österreich 2024 war am 9. Juni 2024 die siebente Direktwahl zum Europäischen Parlament in Österreich und Teil der EU-weiten Europawahl 2024. Weil die Gesamtzahl der Sitze im Europäischen Parlament von 705 auf 720 erhöht wurde, erhielt Österreich künftig 20 statt bisher 19 Abgeordnete. Erstmals wurde die FPÖ bei einer bundesweiten Parteienwahl in Österreich stimmenstärkste Partei.
Wahlberechtigt waren österreichische Staatsbürger unabhängig von ihrem Hauptwohnsitz sowie Unionsbürger mit Hauptwohnsitz in Österreich. Sie mussten spätestens am Wahltag 16 Jahre alt sein und am Stichtag in einer österreichischen Wählerevidenz oder Europa-Wählerevidenz eingetragen sein. Für das passive Wahlrecht, also das Recht, selbst gewählt zu werden, waren Wahlberechtigung und ein Mindestalter von 18 Jahren am Wahltag nötig.
Es galt eine Sperrklausel von 4 Prozent. Durch das Sitzzuteilungsverfahren war ein Sitz ab einem Stimmanteil von 4,762 Prozent sicher.
Wahlberechtigte, Wahlkarten und kandidierende Parteien
6.372.204 Personen waren wahlberechtigt: 45.764 Auslandsösterreicher mit Hauptwohnsitz im Ausland und 45.161 EU-Bürger mit Hauptwohnsitz in Österreich. Gegenüber 2019 sank die Gesamtzahl um 43.973; die Zahl der Auslandsösterreicher stieg um 1.041 und jene der EU-Bürger mit Hauptwohnsitz in Österreich um 6.489. Die endgültige Zahl wurde am 7. Juni 2024 veröffentlicht.
Es wurden 958.948 Wahlkarten ausgestellt, davon 913.856 für im Inland und 45.092 für im Ausland lebende Wahlberechtigte. Das waren gegenüber 2019 mit 686.249 Wahlkarten 39,74 Prozent mehr. 15,05 Prozent der Wahlberechtigten beantragten eine Wahlkarte, ein Rekord für Europawahlen in Österreich; 2019 waren es 10,70 Prozent.
Für eine Kandidatur waren die Unterstützungsunterschrift eines Mitglieds des Europäischen Parlaments, dreier Mitglieder des Nationalrates oder von 2.600 Wahlberechtigten erforderlich. Bis 26. April 2024, 17.00 Uhr, erfüllten sieben Parteien diese Voraussetzung: ÖVP mit Reinhold Lopatka, SPÖ mit Andreas Schieder, FPÖ mit Harald Vilimsky, GRÜNE mit Lena Schilling, NEOS mit Helmut Brandstätter, DNA mit Maria Hubmer-Mogg und KPÖ mit Günther Hopfgartner.
Umfragen und Wahlergebnis
Die Umfragen vor der Wahl sahen die FPÖ meist zwischen 25 und 30 Prozent. ÖVP und SPÖ lagen häufig im Bereich von etwa 20 bis 25 Prozent; die übrigen Parteien folgten deutlich dahinter. In der „Unique Research“-Umfrage vom 1. Dezember 2023 gaben 56 Prozent der Wahlberechtigten an, sicher teilnehmen zu wollen. Bei der Europawahl 2019 hatte die Wahlbeteiligung 59,8 Prozent betragen.
Die FPÖ erhielt 893.753 Stimmen beziehungsweise 25,4 Prozent und gewann 6 Mandate (+3). Die ÖVP erreichte 864.072 Stimmen, 24,5 Prozent und 5 Mandate (−2). Die SPÖ kam auf 818.287 Stimmen, 23,2 Prozent und 5 Mandate. Es folgten die GRÜNEN mit 390.504 Stimmen, 11,1 Prozent und 2 Mandaten (−1) sowie NEOS mit 357.214 Stimmen, 10,1 Prozent und 2 Mandaten (+1).
Die KPÖ erhielt 104.246 Stimmen oder 3,0 Prozent und DNA 95.859 Stimmen oder 2,7 Prozent. Beide blieben ohne Mandat, da sie die Sperrklausel nicht erreichten. Insgesamt wurden 3.523.935 gültige Stimmen abgegeben. Hinzu kamen 60.521 ungültige Stimmen (1,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug bei 3.584.456 Wählenden 56,3 Prozent und lag damit 3,5 Prozentpunkte unter 2019. Die 20 österreichischen Sitze entfielen auf FPÖ 6, ÖVP 5, SPÖ 5, GRÜNE 2 und NEOS 2.
Ergebnisse in den Bundesländern und Wahlkampfkosten
Die stärkste Partei unterschied sich je nach Bundesland. Die FPÖ lag in Kärnten mit 33,15 Prozent, Oberösterreich mit 27,82 Prozent und der Steiermark mit 27,77 Prozent vorn. Im Burgenland gewann die SPÖ mit 29,84 Prozent, in Wien mit 29,67 Prozent. Die ÖVP wurde in Niederösterreich mit 28,94 Prozent, Salzburg mit 29,42 Prozent, Tirol mit 29,84 Prozent und Vorarlberg mit 26,47 Prozent stärkste Partei.
Besonders hohe FPÖ-Anteile gab es außerdem in Salzburg mit 24,25 Prozent, Tirol mit 23,93 Prozent und Vorarlberg mit 22,57 Prozent. In Wien erreichten FPÖ 18,09 Prozent, GRÜNE 18,04 Prozent, ÖVP 14,18 Prozent, NEOS 13,48 Prozent und KPÖ 4,67 Prozent. Im Burgenland erhielt die SPÖ 29,84 Prozent, die ÖVP 27,91 Prozent und die FPÖ 25,05 Prozent.
Im Wahlkampf gaben die Parteien folgende Summen aus: ÖVP 6,3 Millionen Euro, FPÖ 3,7 Millionen Euro, SPÖ 3,2 Millionen Euro, Grüne 2,7 Millionen Euro und NEOS 2,2 Millionen Euro.