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Diakonie Katastrophenhilfe

Die Organisation orientiert sich am christlichen Menschenbild und leistet humanitäre Nothilfe, nach eigenen Angaben „unabhängig von Religion, Hautfarbe und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Grundsätze
  2. 2. Nothilfe, Wiederaufbau und Vorsorge
  3. 3. Entwicklung und Einsatzfelder
  4. 4. Finanzierung und Mittelverwendung
  5. 5. Kooperation, Leitung und Information

Aufgabe und Grundsätze

Die Diakonie Katastrophenhilfe (DKH) ist das humanitäre Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Sie wurde 1954 gegründet, hat ihren Sitz in Berlin und ist ein nicht eigenständiger Teil des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e. V. Gemeinsam mit ihrer Schwesterorganisation Brot für die Welt unterstützt sie Menschen, die durch Naturkatastrophen, Krieg oder Vertreibung in Not geraten sind und diese Lage nicht aus eigener Kraft bewältigen können.

Die Hilfe orientiert sich am christlichen Menschenbild, wird aber unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität geleistet. Die DKH unterstützt jedes Jahr rund 200 Hilfsprojekte weltweit und arbeitet dafür mit kirchlichen und säkularen Partnern zusammen. Grundlage ist der Verhaltenskodex der humanitären Hilfe. Oberstes Gebot ist die Achtung der Menschenwürde. Die Zusammenarbeit mit den Betroffenen soll partnerschaftlich erfolgen, ihre Eigenständigkeit fördern und zur Versöhnung beitragen. Außerdem verpflichtet sich die Organisation zu strikter Neutralität und Unabhängigkeit.

Nothilfe, Wiederaufbau und Vorsorge

Bei Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten leistet die DKH Nothilfe, um das Überleben der Menschen zu sichern. Sie stellt Trinkwasser, Nahrung, Medikamente, Decken und Zelte bereit. Diese Hilfsgüter werden in der Regel auf lokalen Märkten gekauft. Dadurch wird die einheimische Wirtschaft unterstützt; zugleich senken kurze Transportwege die Kosten. Zusätzlich bietet die Organisation psychologische Unterstützung an, besonders für Kinder und Opfer sexueller Gewalt.

Im Wiederaufbau hilft die DKH den Betroffenen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, tragfähige Lebensbedingungen herzustellen und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Sie verteilt Saatgut und Werkzeug, damit ein Neuanfang möglich wird, und organisiert Schulungen in Landwirtschaft und anderen Berufen. Das Ziel besteht darin, dass die Menschen wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Katastrophenvorsorge. Nach Angaben des Artikels haben Naturkatastrophen durch den Klimawandel in den vergangenen Jahren zugenommen. Gemeinsam mit lokalen Partnern macht die DKH Häuser erdbeben- und sturmsicher, errichtet Schutzbauten, forstet Küstenregionen auf, verteilt salztolerantes Saatgut und verbessert Bewässerungssysteme. Außerdem entwickelt sie mit Gemeinden Frühwarnsysteme und Notfallpläne, damit Menschen auf künftige Notfälle besser vorbereitet sind und deren Auswirkungen abgeschwächt werden.

Entwicklung und Einsatzfelder

Die Vorläuferorganisation war das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Es arbeitete zunächst vor allem in Deutschland und half bei der Verteilung internationaler Hilfe an Millionen Flüchtlinge und Obdachlose. Als sich die Lage in Deutschland zu Beginn der 1950er Jahre spürbar verbesserte, konnte das Hilfswerk auch internationale Hilfe leisten.

1954 wurde mit der Gründung der Ökumenischen Diakonie als Abteilung des Hilfswerks die Katastrophenhilfe für das Ausland erstmals institutionalisiert. Vorausgegangen war ein Hilfeaufruf für die Betroffenen der Hollandsturmflut 1953. Zwei Jahre später löste der niedergeschlagene Aufstand in Ungarn eine große Flüchtlingsbewegung aus; die Spenden erreichten Millionenhöhe. Die Not- und Katastrophenhilfe wurde danach ein fester Bestandteil des Diakonischen Werks, das 1957 aus Hilfswerk und Innerer Mission hervorging. Die Aktionen wurden unter der Leitung von Ludwig Geißel koordiniert.

Die DKH war und ist bei Naturkatastrophen und politischen Konflikten tätig. Beispiele sind das Hochwasser an der Ahr, die Oderflut in Ostdeutschland, der Tsunami in Südostasien und das Erdbeben in Haiti. In den 1960er Jahren half sie während der sogenannten Hungerblockade im Biafra-Krieg und trotz massiver politischer Kritik sowohl in Nord- als auch in Südvietnam. In den vergangenen Jahren führte sie umfangreiche Hilfsprogramme im Irak und in Afghanistan durch und ist seit 2014 in der Ukraine aktiv.

Daneben widmet sie sich sogenannten vergessenen Katastrophen. Gemeint sind humanitäre Notsituationen infolge schwerer Konflikte und Krisen, die über Jahre abseits des Medieninteresses andauern. Als Beispiele nennt der Artikel Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Somalia, den Tschad und den Sudan. Zwischen 1953 und 1982 konnten 275,5 Mio. DM eingesetzt werden, zwischen 1999 und 2009 220,4 Mio. Euro. Seit 2018 ist die DKH neben weiteren Nichtregierungsorganisationen institutioneller Träger des Centre for Humanitarian Action, einer deutschen Denkfabrik für humanitäre Hilfe.

Finanzierung und Mittelverwendung

Im Jahr 2024 betrugen die wichtigsten Einnahmen rund 30 Mio. Euro aus Spenden, 26,5 Mio. Euro aus öffentlichen Mitteln, 5 Mio. Euro aus Beiträgen Dritter, 3,9 Mio. Euro aus dem Katastrophenfonds von Brot für die Welt und 3,1 Mio. Euro aus sonstigen Quellen. Öffentliche Mittel kamen unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vom Auswärtigen Amt und vom Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission. Beiträge Dritter entstanden beispielsweise durch Projektkooperationen mit Brot für die Welt, dem Deutschen Caritasverband, der ACT Alliance oder der Diakonie Österreich. Die Einnahmen betrugen 2019 rund 68,5 Millionen Euro.

Der größte Teil der Mittel floss 2024 in die Programmarbeit: 90 Prozent wurden insbesondere für Projekte in Entwicklungsländern, Projektausgaben und Projektbegleitung verwendet. 10 Prozent entfielen auf Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Verwaltung. Nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) ist der Anteil für Werbe- und Verwaltungskosten damit niedrig. Der Umsatz der Organisation betrug 2024 68.598.430 Euro; sie hatte 212 Beschäftigte.

Kooperation, Leitung und Information

Die DKH arbeitet eng mit der katholischen Hilfsorganisation Caritas International zusammen und ist im Fachbereich Humanitäre Hilfe von VENRO aktiv. Als Mitglied des weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerks ACT Alliance (Action by Churches Together) kann sie auch in Ländern helfen, in denen keine eigenen Partnerorganisationen vorhanden sind.

Präsidentin ist Dagmar Pruin, Leiter ist Martin Keßler. Der Vorstand ist identisch mit dem Vorstand des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e. V. Ihm gehören Dagmar Pruin als Vorsitzende, Rüdiger Schuch, Jörg A. Kruttschnitt und Maria Loheide an.

Über ihre Arbeit informiert die DKH regelmäßig im Jahresbericht, in der Publikation „Der Ferne Nächste“ mit aktuellen Berichten aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, in Fachpublikationen und in einem E-Mail-Newsletter.

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