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Deutschlandsberg
Erläuterungen zur metallogenetischen Karte von Österreich 1:500.000 unter Einbeziehung der Industrieminerale und Energierohstoffe. In: Archiv für …
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Überblick und Lage
Deutschlandsberg ist eine Stadtgemeinde in der Steiermark in Österreich und Sitz der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg. Die Stadt hatte am 1. Jänner 2026 11.675 Einwohner, liegt auf 372 m ü. A. und umfasst 179,06 km². Sie ist damit ein wichtiges Verwaltungs-, Wirtschafts- und Schulzentrum der Weststeiermark.
Das Gemeindegebiet besteht aus 32 Katastralgemeinden und 20 Ortschaften. Zur Stadt gehören unter anderem Bad Gams, Freiland bei Deutschlandsberg, Kloster, Osterwitz, Trahütten, Wildbach und der Hauptort Deutschlandsberg. Mehrere Eingemeindungen vergrößerten das Gebiet: Bösenbach und Burgegg kamen 1941 dazu, Wildbach 1970, Sulz-Laufenegg 1974. 2015 wurde Deutschlandsberg im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit Bad Gams, Freiland bei Deutschlandsberg, Kloster, Osterwitz und Trahütten zusammengeschlossen.
Geologisch liegt Deutschlandsberg an der Westgrenze des Weststeirischen Beckens und am Ostrand der Koralpe. Dort treffen kristalline Gesteine wie Gneis und Amphibolite auf jüngere Schotter und Brekzien des Neogens. Der wichtigste Fluss ist die Laßnitz; wichtige Nebenflüsse im Gemeindegebiet sind Wildbach, Mittereggerbach und Gamsbach. Das Klima der Normalperiode 1991–2020 zeigt eine mittlere Jahrestemperatur von 9,7 °C, 1.016,9 mm Jahresniederschlag und durchschnittlich 5,5 Sonnenstunden pro Tag.
Historische Entwicklung
Der Name wurde um 1153 als „Lonsperch“ erstmals erwähnt. Die heutige Form Deutschlandsberg entstand erst im 19. Jahrhundert, um den Ort von Windisch-Landsberg im heutigen Slowenien zu unterscheiden. Die ältere Deutung aus dem althochdeutschen „lôn“ wird in der neueren Literatur nicht gestützt; wahrscheinlicher ist eine slawische Herkunft, die mit „feuchter Wiese“ verbunden wird.
Das Gebiet war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Funde belegen bronzezeitliche, eisenzeitliche, keltische, römische und spätantike Nutzung. In Hörbing und Leibenfeld ist eine römische Siedlung dokumentiert, außerdem wurden Töpferöfen, Keramik, Pfostenbauten, Gräben und Siedlungsreste gefunden.
Im Frühmittelalter gehörte das Gebiet zum slawischen Fürstentum Karantanien, später unter bayerische und fränkische Oberhoheit. 798 wurde es dem Erzbistum Salzburg zugeordnet. Die Burg Deutschlandsberg wurde Sitz der salzburgischen Verwaltung und Mittelpunkt der Herrschaft Landsberg. 1322 wird Deutschlandsberg sicher als Markt bezeichnet. 1292 wurde auf der Burg der Landsberger Bund geschlossen, eine Grundlage für den Aufstand des steirischen Adels gegen Herzog Albrecht I.
In der Neuzeit wurde 1535 durch den Rezess von Wien geklärt, dass Landsberg zur Steiermark gehörte. Die Pfarre Deutschlandsberg wurde 1643 eigenständig. Der Ort litt wiederholt unter schweren Bränden, besonders 1724 und am 12. März 1798, als 52 von 74 Häusern des Marktes abbrannten. Die freiwillige Feuerwehr wurde 1872 gegründet. 1868 nahm die Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg ihre Tätigkeit auf. Am 19. Oktober 1918 erhob Kaiser Karl I. die Marktgemeinde zur Stadt.
Industrie, Krieg und Moderne
Die Industrialisierung prägte Deutschlandsberg stark. Um 1870 entstand die Papierfabrik Burgegg. Sie produzierte viele Papierarten und hatte Abnehmer bis nach Japan und Südamerika. 1877 arbeiteten etwa 480 Personen im Werk. Nach mehreren wirtschaftlichen Problemen wurde der Betrieb in den 1950er Jahren eingestellt.
Noch bedeutender war die SOLO-Zündholzfabrik. Sie bestand von 1856 bis 1982 und wurde von Florian Pojatzi gegründet; wichtige Mitgesellschafter waren Carl Franz und Franz Czerweny. 1892 hatte das Unternehmen mit dem Werk Stallhof 700 Beschäftigte. 1903 wurde es Teil der „Solo Zündwaren- und Wichsefabriken AG“. Im November 1950 erzeugten 700 Arbeiter über 1,2 Millionen Zündholzschachteln. 1976 übernahm ein schwedischer Konzern das Werk, am 31. März 1982 wurde es geschlossen. Erhalten blieb unter anderem das Warenmagazin in der Frauentalerstraße.
In der Zwischenkriegszeit war Deutschlandsberg ein wichtiger Ort für die aufstrebende NSDAP in der Region. Beim nationalsozialistischen Juliputsch 1934 wurden Stadt und Umgebung weitgehend von Nationalsozialisten beherrscht; bei Kämpfen starben vier Menschen. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde Deutschlandsberg Sitz der Kreisleitung der NSDAP im Kreis Deutschlandsberg. Gegen Kriegsende 1945 kam es nur noch zu kleineren Kampfhandlungen, danach folgten jugoslawische, sowjetische und ab Juli 1945 britische Besatzung; die britische Besatzungszeit dauerte bis 1955.
Nach 1948 wurde Deutschlandsberg zeitweise als „steirisches Meran“ beworben. Es gab Pläne für stärkeren Tourismus, für Straßenumfahrungen und für neue Verkehrsverbindungen. Im 21. Jahrhundert wurden unter anderem der Bahnhof modernisiert, die Bahnstrecke elektrifiziert und der Anschluss an den Fernverkehr über die Koralmbahn verbessert.
Kultur, Natur und Sehenswürdigkeiten
Das wichtigste Wahrzeichen ist die Burg Deutschlandsberg. Sie gehört seit 1932 der Stadt und beherbergt seit 1981 das Museum „Archeo Norico“, außerdem ein Restaurant und ein Hotel. Das Museum zeigt auf 600 m² über sechs Stockwerke Ur- und Frühgeschichte, Kelten, Waffen, eine Folterkammer, antiken Gold-, Silber- und Bronzeschmuck sowie Sonderausstellungen.
Zu den wichtigen Bauwerken gehören die Ulrichskirche, deren Grundzüge aus dem 10. Jahrhundert stammen, die Pfarrkirche Deutschlandsberg in ihrer heutigen Form von 1688 bis 1701, das Rathaus, Schloss Frauenthal, Schloss Wildbach, die Alban-Berg-Villa in Trahütten und mehrere historische Gebäude am Hauptplatz. Die Mariensäule am Hauptplatz wurde 1714 geweiht. Ihre Inschrift „In afflictionibus nobis subveni“ bedeutet „in unseren Bedrängnissen komm uns zu Hilfe“.
Ein bedeutender Naturraum ist die Deutschlandsberger Klause, ein enges Felstal der Laßnitz westlich der Stadt. Sie ist ein Naturschutzgebiet von etwa 27 ha und zugleich auf 22,7 ha ein Natura-2000-Gebiet. Geschützt werden vor allem Pflanzengesellschaften wie Buchenwald, Kräuter, Farne und Moose. Die Klause war früher auch für Holztrift und Wegeanlagen wichtig und ist heute ein Wander- und Ausflugsgebiet.
Das Kulturleben umfasst Musik, Theater und Veranstaltungen. Die Stadtkapelle entwickelte sich aus einer 1848 gegründeten „Musikbanda“, der Männergesangsverein entstand 1862. Das Jugendmusikfest Deutschlandsberg war von 1984 bis 2003 Teil des Festivals Steirischer Herbst. Außerdem gibt es den Deutschlandsberger Klavierfrühling, Gesangskurse und Gesangswettbewerbe. Sportlich bekannt sind der Ölspurlauf, der City Duathlon Deutschlandsberg und der Deutschlandsberger SC.
Wirtschaft, Verkehr, Bildung und Politik
Deutschlandsberg ist Einkaufsstadt und Wirtschaftsstandort der Weststeiermark. Besonders wichtig ist das TDK-Werk, früher Epcos und davor eine Siemens-Teilsparte. 2023 war es mit 70.000 m² das größte TDK-Werk in Europa; 2026 galt das weiterhin. Es ist TDK-Kompetenzzentrum für Keramik und produziert Spezialteile wie Piezo-Akkumulatoren und Vielschicht-Varistoren. Weitere wichtige Unternehmen sind SVI Austria GmbH, LOGICDATA Electronic & Software Entwicklungs GmbH und Kaiser Systeme.
Im Verkehr ist Deutschlandsberg über die Wieserbahn in das steirische Schnellbahnnetz eingebunden. Der Bahnhof heißt seit 2020 „Deutschlandsberg Stadt“. Seit der Elektrifizierung bis 2025 fahren elektrische Züge. Durch die Koralmbahn und den Bahnhof Weststeiermark verbesserte sich ab Dezember 2025 der Anschluss an den Fernverkehr; die halbstündlichen Fahrten zwischen Deutschlandsberg Stadt und Graz dauern seitdem 37 Minuten.
Die Stadt besitzt viele öffentliche Einrichtungen: zwei Seniorenwohnheime, die Koralmhalle, das Laßnitzhaus und Angebote für Menschen mit Behinderung. Das Landeskrankenhaus Deutschlandsberg wurde 1984 eröffnet und gehört ab 2025 zum LKH Südweststeiermark. Bei der Laßnitz wurde 2023 ein Rückhaltebecken mit Unholzrechen errichtet, um Hochwassergefahren zu verringern.
Deutschlandsberg ist auch Schulstadt. Es gibt mehrere Volksschulen, eine Mittelschule, die Sternschule, BG/BORG, Handelsakademie und Handelsschule, Polytechnische Schule, Produktionsschule, HLW/FW und eine dislozierte technische Ausbildung. Die AHS-Unterstufe gehört seit dem Schuljahr 2022/23 offiziell zum BG/BORG Deutschlandsberg.
Politisch hat der Gemeinderat 31 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl 2025 waren die Sitze so verteilt: 15 SPÖ, 8 ÖVP, 4 FPÖ, 2 GRÜNE&Bürgerliste und 2 ZDL-Zukunft Deutschlandsberg. Bürgermeister ist seit 2000 Josef Wallner von der SPÖ.