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Graz

www.graz.at. Politik. Bürgermeisterin: Elke Kahr (KPÖ). Gemeinderat: (Wahljahr: 2026) (48 Mitglieder). Gemeinderat (ab Juli 2026). 18. 13. 7. 6. 2. 2. 18 13 7 6 …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Raum, Gliederung und geschichtliche Entwicklung
  3. 3. Bevölkerung und politische Ordnung
  4. 4. Stadtbild, Kultur und Sehenswürdigkeiten
  5. 5. Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft
  6. 6. Verkehr, Versorgung und Lebensqualität

Überblick und Bedeutung

Graz ist die Landeshauptstadt der Steiermark und eine Statutarstadt im Süden Österreichs. Als Statutarstadt besitzt Graz ein eigenes Landesgesetz, das Statut der Landeshauptstadt Graz von 1967. Dadurch erfüllt der Magistrat neben Gemeindeaufgaben auch Aufgaben der Bezirksverwaltungsbehörde. Mit 306.971 Einwohnern am 1. Jänner 2026 ist Graz die zweitgrößte Stadt Österreichs. Die Stadtfläche beträgt 127,57 km², die Seehöhe liegt bei 353 m, das Kfz-Kennzeichen lautet G.

Graz liegt an beiden Seiten der Mur am Übergang vom Alpenrand in das Grazer Becken. Die Stadt ist von Bergen umgeben und öffnet sich nach Süden zum Grazer Feld. Der höchste Punkt im Stadtgebiet ist der Plabutsch mit 754 m ü. A.; die tiefste Stelle liegt mit etwa 330 m ü. A. dort, wo die Mur Graz im Süden verlässt. Die Mur durchfließt das Stadtgebiet auf 15,87 km Länge.

Graz ist zugleich Verwaltungs-, Hochschul-, Wirtschafts- und Kulturzentrum. Die Metropolregion Graz hatte 2024 660.238 Einwohner und war damit die drittgrößte Metropolregion Österreichs nach Wien und Linz. Die Stadt ist Bischofssitz der Diözese Graz-Seckau, seit 2015 Reformationsstadt Europas, seit März 2011 UNESCO City of Design und war 2003 Kulturhauptstadt Europas. Die Grazer Altstadt gehört seit 1999, Schloss Eggenberg seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe; beide Bereiche sind als „Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg“ zusammengefasst.

Raum, Gliederung und geschichtliche Entwicklung

Graz ist in 17 Stadtbezirke und 28 Katastralgemeinden gegliedert. Die sechs inneren Bezirke sind Innere Stadt, St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries und Jakomini. Den äußeren Ring bilden Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Mariatrost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf, Straßgang und Puntigam. Der äußere Ring der Vorstadtgemeinden wurde 1938 in Stadtbezirke umgewandelt; Puntigam wurde 1988 von Straßgang abgespalten. Nachbargemeinden liegen sämtlich im Bezirk Graz-Umgebung.

Geologisch besteht das Umfeld aus verschiedenen alpinen Einheiten, Kalkgesteinen, kristallinen Schiefern und metamorphen Gesteinen. Im Stadtgebiet liegen in der Mur-Aue holozäne Sedimente. Daran schließen sich pleistozäne Niederterrassen und örtlich Reste einer altpleistozänen Hochterrasse an. Das Klima gehört zur illyrischen Klimazone. Die geschützte Lage am südöstlichen Alpenrand bringt milde Temperaturen und mediterrane Einflüsse, aber im Winter auch Inversionswetterlagen, die den Luftaustausch erschweren und Feinstaubbelastungen begünstigen können. Für 1991–2020 werden an der Universität Graz eine mittlere Jahrestemperatur von 10,5 °C, 848,7 mm Niederschlag und 92,9 Regentage angegeben.

Eine Besiedlung ist seit etwa 3000 v. Chr. belegt. Die erste gesicherte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1140; um 1160 entstand der große Markt auf dem heutigen Hauptplatz. Von 1379 bis 1619 war Graz Residenzstadt der Habsburger. 1585 gründete Erzherzog Karl II. die erste Grazer Universität. Gegen osmanische Angriffe konnte sich Graz im 16. und 17. Jahrhundert behaupten. Die Reformation wurde 1598/1599 durch die Vertreibung evangelischer Prediger und die Schließung evangelischer Schulen zurückgedrängt. Während der Napoleonischen Kriege wurde Graz mehrfach besetzt.

Um 1850 wurde Graz Statutarstadt. Nach 1918 wurde die frühere Binnenstadt eines Großstaates zur Grenzstadt eines Kleinstaates. 1920 kam es zur Hungerrevolte „Kirschenrummel“. Nach dem „Anschluss“ 1938 übernahmen Nationalsozialisten die Kontrolle. Graz wurde im Zweiten Weltkrieg 56-mal bombardiert. 1945 kamen zunächst sowjetische, später britische Truppen in die Stadt; sie blieben bis zum Staatsvertrag 1955. Die Stadtentwicklung war besonders seit dem 19. Jahrhundert von Industrialisierung, Eingemeindungen und starkem Bevölkerungswachstum geprägt.

Bevölkerung und politische Ordnung

Die Einwohnerzahl stieg von 98.229 im Jahr 1869 auf 193.790 im Jahr 1910 und 249.089 im Jahr 1971. Danach ging sie bis 2001 auf 226.244 zurück, unter anderem wegen des Umzugs vieler Bewohner in Umlandgemeinden. Seit 2001 wächst die Zahl der Hauptwohnsitzbevölkerung wieder deutlich: Statistik Austria nennt 291.731 Einwohner für 2021, 298.479 für 2023, 302.749 für 2024, 305.314 für 2025 und 306.971 für 2026. Die Stadt selbst gibt für den 1. Jänner 2026 307.929 Einwohner an; die unterschiedlichen Werte beruhen auf verschiedenen Datenquellen. Eine städtische Prognose rechnet für 2034 mit 329.069 Einwohnern.

Am 1. Jänner 2026 waren 50,66 % der Grazer Frauen. 17,8 % waren jünger als 20 Jahre, 65,1 % zwischen 20 und 65 Jahre alt und 17,1 % älter als 65 Jahre. 70 % der Personen mit Hauptwohnsitz besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft, 14 % waren sonstige EU-Bürger und 16 % Nicht-EU-Bürger. Die größten ausländischen Bevölkerungsgruppen stammten aus Kroatien, Rumänien, Deutschland, Bosnien und Herzegowina, der Türkei, der Ukraine und Ungarn.

Bürgermeisterin ist Elke Kahr (KPÖ). Der Gemeinderat hat seit der Wahl 2026 48 Mitglieder: KPÖ 18, ÖVP 13, GRÜNE 7, FPÖ 6, SPÖ 2 und NEOS 2. Der Stadtsenat ist die Stadtregierung und umfasst sieben Mitglieder. Die Bezirksvertretungen heißen Bezirksräte und bestehen seit 1993. Sie vertreten bezirkliche Interessen, besitzen Anhörungs- und Informationsrechte, ein qualifiziertes Widerspruchsrecht sowie eigene, allerdings vergleichsweise geringe Bezirksbudgets.

Das Stadtwappen zeigt einen aufrecht schreitenden, silbernen, goldgewaffneten Panther auf grünem Feld, gekrönt mit einer goldenen dreiblättrigen Laubkrone; aus den Leibesöffnungen schlagen rote Flammenzungen. Graz unterhält Partnerschaften unter anderem mit Coventry, Darmstadt, Groningen, Ljubljana, Maribor, Pécs, Pula, Timișoara, Triest und Trondheim. Die Partnerschaft mit Sankt Petersburg ist seit 2022 eingefroren; 2024 wurde eine Projektpartnerschaft mit Lwiw beschlossen.

Stadtbild, Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Grazer Altstadt ist wegen ihres gut erhaltenen, seit der Gotik gewachsenen Bauensembles und ihrer Dachlandschaft UNESCO-Weltkulturerbe. Zu den zentralen Bereichen gehören Hauptplatz, Herrengasse, Schloßberg, Franziskanerviertel, Stadtkrone und Joanneumviertel. Der Schloßberg war von 1125 bis 1809 Festung. Nach ihrer Sprengung blieben unter anderem Uhrturm und Glockenturm erhalten; seit 1839 wurde der Berg als Parkanlage gestaltet. Zu den weiteren Relikten gehören Festungsreste, Kasematten und Stollensysteme, die im Zweiten Weltkrieg als Schutzbunker dienten.

Die Grazer Stadtkrone am Fuß des Schloßbergs besteht aus Dom, Mausoleum mit Katharinenkirche, ehemaliger Jesuiten-Universität und Grazer Burg. Die Grazer Burg war von 1379 bis 1619 mit der habsburgischen Residenz verbunden; ihre Doppelwendeltreppe stammt von 1499. Der Hauptplatz mit Rathaus und Erzherzog-Johann-Brunnen, die Herrengasse mit Landhaus und Landeszeughaus sowie der Stadtpark zählen zu den wichtigsten innerstädtischen Bereichen. Von elf historischen Stadttoren sind Burgtor und äußeres Paulustor erhalten.

Außerhalb der Altstadt ist Schloss Eggenberg besonders bedeutend. Die ab 1625 errichtete barocke Vierflügelanlage ist nach einer kosmischen Zahlensymbolik gestaltet: 365 Außenfenster stehen für die Tage des Jahres, 52 Fenster der Beletage für die Wochen, 31 Räume je Stockwerk für die maximale Zahl der Tage eines Monats und 24 Prunkräume für die Stunden des Tages. Schloss und Park gehören seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Weitere wichtige Bauwerke sind die Burgruine Gösting, das LKH-Universitätsklinikum als größter Jugendstilbaukomplex Österreichs, zahlreiche Palais und die Kirchen Herz-Jesu-Kirche, Franziskanerkirche, Leechkirche, Basilika Mariatrost und die 1998 neu errichtete Synagoge.

Das Universalmuseum Joanneum ist Österreichs ältestes und zweitgrößtes Museum. Es betreibt 20 Museen an 14 Standorten. Bedeutende Einrichtungen sind unter anderem Alte Galerie, Neue Galerie, Naturkundemuseum, Archäologiemuseum, Volkskundemuseum, Kunsthaus Graz und das Landeszeughaus mit etwa 32.000 historischen Waffen und Rüstungen. Das Kulturleben umfasst Oper, Schauspiel, freie Theater, Literatur, zeitgenössische Kunst und Festivals wie Steirischer Herbst, styriarte, Diagonale, Elevate, La Strada und Aufsteirern. Graz ist außerdem für eine progressive Literaturszene, die Zeitschriften manuskripte, perspektive und Lichtungen sowie Kunst im öffentlichen Raum bekannt.

Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft

Graz ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort für Südösterreich. Der Zentralraum erwirtschaftet mehr als ein Drittel der industriellen Wertschöpfung der Steiermark; mehr als 40 % der steirischen Arbeitnehmer arbeiten dort. 2003 gab es in Graz 10.692 Arbeitsstätten mit 184.135 Beschäftigten, rund 70 % davon im Dienstleistungssektor. Mehr als 75.000 Personen pendeln zur Arbeit nach Graz. Bedeutende Unternehmen sind unter anderem Andritz AG, Magna Steyr, AVL List, Anton Paar, die Grazer Wechselseitige, Merkur Versicherung und die Brauerei Puntigam. Der ACstyria Mobilitätscluster umfasst über 300 Partner, rund 70.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 17 Mrd. €.

Graz ist auch eine wichtige Einkaufs- und Landwirtschaftsstadt. Das Einzugsgebiet des Einzelhandels reicht bis ins südliche Burgenland, nach Slowenien, Ungarn und Kroatien. Etwa 340 landwirtschaftliche Betriebe halten rund 7.600 Tiere; auf 14 Bauernmärkten werden Produkte aus Eigenproduktion angeboten.

Mit knapp 63.000 Studierenden ist Graz nach Wien der zweitgrößte Hochschulstandort Österreichs. Zu den vier Universitäten gehören die 1585 gegründete Universität Graz, die Technische Universität Graz, die Medizinische Universität Graz und die Universität für Musik und darstellende Kunst. Hinzu kommen zwei pädagogische Hochschulen und zwei Fachhochschulen. Die Universität Graz hatte 2024 etwa 30.000 Studierende, die Technische Universität 16.000, die Medizinische Universität 4.300 und die Kunstuniversität 1.880 Studierende. Die Fachhochschule Joanneum und der Campus 02 ergänzen das Angebot.

Die außeruniversitäre Forschung wird besonders durch Joanneum Research mit etwa 20 Instituten und 400 Mitarbeitern sowie das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geprägt. Für Schulen bestehen 53 Volksschulen, 23 Mittelschulen, zehn Sonderschulen und zahlreiche höhere Schulen, darunter Gymnasien, HTL, HAK/HASCH und HBLA. Die Universitätsbibliothek Graz wurde 1573 gegründet und besitzt mehr als drei Millionen Medien.

Verkehr, Versorgung und Lebensqualität

Der Verkehr wird in Graz weiterhin stark vom motorisierten Individualverkehr bestimmt: knapp 42 % der Wege werden mit dem Auto zurückgelegt, rund 20 % mit öffentlichen Verkehrsmitteln und jeweils etwa 19 % mit Fahrrad und zu Fuß. Das Straßennetz ist rund 1.000 km lang; etwa 80 % liegen heute in Tempo-30-Zonen. Graz verfügt über rund 120 km Radverkehrsanlagen, großflächige Fußgängerzonen und die 365 km lange touristische Route Murradweg.

Das öffentliche Verkehrsnetz umfasst sechs reguläre Straßenbahnlinien, viele Buslinien, 66,4 km Straßenbahnstrecken und 250 km Busstrecken. Zentrale Umsteigepunkte sind Jakominiplatz, Europaplatz am Hauptbahnhof und Andreas-Hofer-Platz. Der Gemeinderat beschloss den weiteren Ausbau der Straßenbahn und eine innerstädtische unterirdische S-Bahn-Strecke; die zuvor geplanten U-Bahn-Planungen wurden 2022 eingestellt. Der Grazer Hauptbahnhof verbindet Graz mit dem österreichischen und europäischen Bahnnetz. Die 2025 eröffnete Koralmbahn verkürzt die Verbindung nach Klagenfurt auf weniger als 45 Minuten. Der Flughafen Graz-Thalerhof liegt etwa 10 km südlich des Zentrums und wurde 2025 von 831.095 Passagieren genutzt.

Die Energieversorgung verfügt über mehr als 500 MW Fernwärmeanschlussleistung. Die Wasserversorgung nutzt Grundwasser aus dem Murtal und Quellen am Hochschwab; das Verteilungsnetz ist 835 km lang. Die Abfallentsorgung verarbeitet jährlich etwa 135.000 t Müll. Das Abwasser wird in Gössendorf vollbiologisch gereinigt. Die Gesundheitsversorgung umfasst sieben Krankenhäuser, mehrere Privatkliniken, über 40 Apotheken und zahlreiche niedergelassene Ärzte. Das LKH-Universitätsklinikum besitzt über 1.500 Betten und 7.190 Mitarbeiter. Polizei, Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Ordnungswache teilen sich die Sicherheitsaufgaben.

Graz ist eine Kongress-, Kultur- und Städtereisedestination. 2025 standen rund 10.700 Gästebetten zur Verfügung; insgesamt wurden 1.465.754 Übernachtungen und 832.243 Ankünfte registriert. Zum Erholungsangebot gehören Stadtpark, Augarten, Schlosspark Eggenberg, Schloßberg, Leechwald, Plabutsch und die umliegenden Berge. Sportlich prägen SK Sturm, GAK, Graz 99ers, Graz Giants, der Alpenverein, Laufveranstaltungen und die 7-Summits-Graz das Stadtleben.

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