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Deutsche Fußballnationalmannschaft
Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist die Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) – eines 1900 gegründeten Verbands, der nach Anzahl der …
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Aufgabe, Auswahl und Bedeutung
Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist die Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und vertritt Deutschland in Länderspielen gegen andere nationale Verbände. Der DFB wurde 1900 gegründet und gehört zur UEFA. Den Kader bestimmt der Bundestrainer aus Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit. Bei doppelter Staatsangehörigkeit oder einer späteren Einbürgerung gelten zusätzlich die internationalen Verbandsregeln; laut Artikel kommen Spieler infrage, die weniger als vier Spiele für die A-Nationalmannschaft eines anderen Verbandes bestritten haben.
Infolge der deutschen Teilung erkannte die FIFA zwischen 1949 und 1990 mehrere deutsche Auswahlen an: die Mannschaft der Bundesrepublik beziehungsweise Westdeutschlands, die Saarland-Auswahl von 1950 bis 1956 und die DDR-Auswahl von 1952 bis 1990. Die Bilanzen des Saarlands und der DDR wurden später in den DFB integriert.
Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Fußballnationalmannschaften. Es gewann die Weltmeisterschaften 1954, 1974, 1990 und 2014 sowie die Europameisterschaften 1972, 1980 und 1996. Hinzu kommt der Sieg beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2017; die DDR gewann 1976 olympisches Gold. Bis zum 30. Juni 2026 werden 21 WM- und 14 EM-Endrundenteilnahmen genannt. Die Gesamtbilanz umfasst 1041 Spiele mit 602 Siegen, 215 Unentschieden und 224 Niederlagen. Das erste offizielle Länderspiel endete am 5. April 1908 in Basel mit einem 3:5 gegen die Schweiz. Der höchste Sieg war das 16:0 gegen Russland am 1. Juli 1912, die höchste Niederlage das 0:9 gegen England am 13. März 1909.
Anfänge, Diktatur und Neubeginn
Zwischen 1898 und 1901 fanden bereits sieben inoffizielle „Ur-Länderspiele“ statt. In den Anfangsjahren erschwerten Geldmangel, Anreiseprobleme und ein Quotensystem der Landesverbände die Bildung einer eingespielten Mannschaft. Einen festen Trainer gab es nicht; der Spielausschuss stellte die Auswahl zusammen und der Kapitän bestimmte die Taktik. Bei den Olympischen Spielen 1912 gelang gegen Russland das historische 16:0, bei dem Gottfried Fuchs zehn Tore erzielte. Während des Ersten Weltkriegs ruhte der Länderspielbetrieb.
Nach dem Krieg war Deutschland zunächst politisch und sportlich isoliert. Erst 1926 wurde Otto Nerz erster Reichstrainer. Deutschland verzichtete wegen Aufwand und Kosten auf die WM 1930, erreichte aber bei seiner ersten WM-Teilnahme 1934 Platz drei. In der NS-Zeit wurde die Nationalmannschaft für Propaganda benutzt. Jüdische Spieler wurden ausgeschlossen und aus Statistiken entfernt; Gottfried Fuchs musste fliehen, Julius Hirsch wurde Opfer des Holocaust. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde eine politisch angeordnete „großdeutsche“ Mannschaft gebildet, die bei der WM schon in der ersten Runde an der Schweiz scheiterte. Das letzte Kriegsländerspiel fand am 22. November 1942 statt; Deutschland wurde anschließend aus der FIFA ausgeschlossen.
Nach 1945 untersagte die FIFA zunächst internationale Sportbeziehungen. Der DFB wurde 1950 wiedergegründet und in die FIFA aufgenommen. Am 22. November 1950 gewann die bundesdeutsche Auswahl unter Sepp Herberger ihr erstes Nachkriegsspiel gegen die Schweiz mit 1:0. Bei der WM 1954 besiegte sie nach einer 3:8-Vorrundenniederlage gegen Ungarn im Finale dieselbe hoch favorisierte Mannschaft mit 3:2. Helmut Rahn erzielte in der 84. Minute das Siegtor. Dieses „Wunder von Bern“ brachte der jungen Bundesrepublik großes öffentliches Ansehen; seine spätere Deutung als nationales „Gründungsdatum“ wird im Artikel jedoch als historisch umstritten dargestellt. Dopingvorwürfe gegen die Mannschaft wurden nie vollständig aufgeklärt.
Titel und Turniere von 1966 bis 2017
Unter Helmut Schön erreichte Deutschland 1966 das WM-Finale und verlor nach dem umstrittenen „Wembley-Tor“ mit 2:4 nach Verlängerung gegen England. Bei der WM 1970 folgten ein 3:2 nach Verlängerung gegen England und das als „Jahrhundertspiel“ bekannte 3:4 gegen Italien im Halbfinale. Deutschland wurde Dritter, Gerd Müller mit zehn Treffern Torschützenkönig.
1972 gewann eine besonders spielstarke Mannschaft erstmals die Europameisterschaft. 1974 folgte im eigenen Land der zweite WM-Titel durch ein 2:1 im Finale gegen die Niederlande. Zuvor hatte die DDR das einzige A-Länderspiel beider deutscher Mannschaften mit 1:0 gewonnen. Bei der EM 1976 verlor Deutschland das Finale gegen die Tschechoslowakei im ersten Elfmeterschießen eines großen Turniers. 1978 schied der Titelverteidiger nach dem 2:3 gegen Österreich aus; die Partie wurde als „Schmach von Córdoba“ bekannt.
Unter Jupp Derwall gewann Deutschland die EM 1980. Bei der WM 1982 erreichte es nach dem kritisierten „Nichtangriffspakt von Gijón“ gegen Österreich und einem dramatischen Halbfinale gegen Frankreich das Endspiel, verlor dort aber 1:3 gegen Italien. Das EM-Aus 1984 in der Gruppenphase beendete Derwalls Amtszeit. Teamchef Franz Beckenbauer führte die Mannschaft 1986 erneut ins WM-Finale und 1990 zum dritten WM-Titel: Andreas Brehme erzielte gegen Argentinien per Elfmeter das entscheidende 1:0.
Nach der Wiedervereinigung trat am 19. Dezember 1990 erstmals eine gesamtdeutsche Auswahl an. Unter Berti Vogts wurde sie 1992 Vizeeuropameister und gewann 1996 durch Oliver Bierhoffs Golden Goal gegen Tschechien den dritten EM-Titel. Es folgten schwächere Jahre: Vorrundenaus bei den Europameisterschaften 2000 und 2004, dazwischen aber die überraschende Vizeweltmeisterschaft 2002 unter Rudi Völler. Bei der Heim-WM 2006 führte Jürgen Klinsmann eine verjüngte, offensiv spielende Mannschaft auf Platz drei; das Turnier wurde als „Sommermärchen“ bekannt.
Unter Joachim Löw erreichte Deutschland das EM-Finale 2008, wurde bei der WM 2010 Dritter und schied bei der EM 2012 im Halbfinale aus. Den Höhepunkt bildete die WM 2014: Nach dem 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien gewann Deutschland das Finale gegen Argentinien durch Mario Götzes Tor in der Verlängerung mit 1:0. Es war der vierte WM-Titel und der erste WM-Sieg einer europäischen Mannschaft in Südamerika. 2016 folgte ein EM-Halbfinale; 2017 gewann eine junge Auswahl den Konföderationen-Pokal.
Krise und Neubeginn seit 2018
Bei der WM 2018 schied der amtierende Weltmeister nach Niederlagen gegen Mexiko und Südkorea erstmals in der deutschen WM-Geschichte als Gruppenletzter aus. Es folgten Debatten über Spielweise, Fannähe und den Umgang des DFB mit Mesut Özil, der dem damaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Rassismus vorwarf und zurücktrat. In der Nations League blieb Deutschland zunächst sieglos; das 0:6 gegen Spanien im November 2020 war die höchste Niederlage seit 1909. Bei der auf 2021 verschobenen EM endete Joachim Löws 15-jährige Amtszeit nach einem 0:2 im Achtelfinale gegen England.
Unter Hansi Flick qualifizierte sich Deutschland für die WM 2022, schied in Katar jedoch nach einer Niederlage gegen Japan, einem Remis gegen Spanien und einem Sieg gegen Costa Rica erneut in der Gruppenphase aus. Vor dem Japan-Spiel protestierten die Spieler mit zugehaltenem Mund gegen das FIFA-Verbot der „One-Love“-Kapitänsbinde. Nach weiteren schwachen Ergebnissen und einem 1:4 gegen Japan wurde Flick am 10. September 2023 als erster Bundestrainer in der DFB-Geschichte entlassen.
Julian Nagelsmann übernahm im September 2023. Bei der Heim-EM 2024 gewann Deutschland seine Gruppe, besiegte Dänemark im Achtelfinale und verlor das Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien mit 1:2 nach Verlängerung. Eine nicht geahndete Handspielsituation um Marc Cucurella war umstritten; die UEFA erklärte im September 2024 intern, Deutschland hätte einen Elfmeter erhalten müssen. Trotz des Ausscheidens wurde das Turnier als sportlicher und gesellschaftlicher Aufbruch bewertet. Danach traten Thomas Müller, Toni Kroos, İlkay Gündoğan und Manuel Neuer zurück; Joshua Kimmich wurde Kapitän.
Deutschland erreichte 2025 erstmals das Nations-League-Halbfinale, verlor dort aber 1:2 gegen Portugal. Für die WM 2026 qualifizierte es sich als Gruppensieger. Beim Turnier gewann die Mannschaft gegen Curaçao 7:1 und gegen die Elfenbeinküste 2:1, verlor 1:2 gegen Ecuador und schied im Sechzehntelfinale nach einem 1:1 gegen Paraguay mit 3:4 im Elfmeterschießen aus. Es war Deutschlands erstes verlorenes WM-Elfmeterschießen nach vier Erfolgen. Danach traten Neuer erneut und Nagelsmann als Bundestrainer zurück. Laut Artikel übernahm anschließend Jürgen Klopp; Joshua Kimmich blieb Kapitän.
Trainer, Organisation und Ausrüstung
Die Nationalmannschaft hatte vergleichsweise wenige Cheftrainer. Vier von ihnen betreuten sie in mehr als 100 Spielen: Sepp Herberger, Helmut Schön, Berti Vogts und Joachim Löw. Herberger gewann 1954 die WM, Schön die EM 1972 und WM 1974, Beckenbauer als Teamchef die WM 1990, Vogts die EM 1996 und Löw die WM 2014 sowie den Konföderationen-Pokal 2017. Löw hält mit 198 Spielen und 124 Siegen die deutschen Trainerrekorde. Hansi Flick erreichte in 25 Spielen zwölf Siege, Nagelsmann in 37 Spielen 23 Siege.
Der Kapitän ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld. In der Frühzeit bestimmte er sogar die Taktik. Lothar Matthäus hält mit 75 Einsätzen als Kapitän den Rekord; Franz Beckenbauer ist der einzige deutsche Spielführer, der als Kapitän sowohl Europa- als auch Weltmeister wurde. Seit 2024 ist Joshua Kimmich Kapitän. Als Ehrenspielführer zeichnete der DFB Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Philipp Lahm und 2025 Bernard Dietz aus.
Zum ungefähr 30 Personen umfassenden Umfeld gehören Trainer, Torwarttrainer, medizinisches Personal, Teammanagement, Scouts, Fitnesstrainer und Zeugwarte. Die 2022 eröffnete DFB-Akademie in Frankfurt am Main bündelt sportliche Ausbildung und Entwicklung. VW ist seit 2019 Generalsponsor. Adidas stattet die Nationalmannschaft bis zum 31. Dezember 2026 aus; ab 1. Januar 2027 übernimmt Nike für mindestens sieben Jahre. Die lange verwendete Vermarktungsbezeichnung „Die Mannschaft“ war bei vielen Fans umstritten; seit 2022 verzichtet der DFB auf ihre aktive Verwendung. Übliche Namen sind Nationalelf, DFB-Elf, DFB-Auswahl und DFB-Team.
Rekorde und prägende Spieler
Bis zum 29. Juni 2026 kamen laut Artikel 991 Spieler zum Einsatz; 25,6 Prozent bestritten nur ein Länderspiel. Lothar Matthäus ist mit 150 Spielen Rekordnationalspieler und war 20 Jahre und 6 Tage Nationalspieler. Insgesamt erreichten 14 Spieler mindestens 100 Einsätze. Hinter Matthäus folgen Miroslav Klose mit 137, Thomas Müller mit 131, Lukas Podolski mit 130 und Manuel Neuer mit 128 Spielen. Franz Beckenbauer absolvierte als erster Deutscher 100 Länderspiele. Manuel Neuer ist der einzige deutsche Torhüter mit mindestens 100 Einsätzen und nahm an fünf Weltmeisterschaften teil.
Miroslav Klose ist mit 71 Toren Rekordtorschütze. Er erzielte außerdem 16 WM-Tore und war damit alleiniger WM-Rekordtorschütze; Deutschland verlor kein Spiel, in dem er traf. Gerd Müller folgt mit 68 Toren in nur 62 Spielen und einer Quote von 1,097 Toren pro Partie. Die beste Quote bei mindestens drei Einsätzen besitzt Gottfried Fuchs mit 13 Toren in sechs Spielen, also 2,17 Toren pro Spiel; zehn davon gelangen beim 16:0 gegen Russland 1912. Michael Ballack verwandelte mit zehn Treffern die meisten Elfmeter für Deutschland. Unter den im Artikel als aktiv geführten Spielern hat Serge Gnabry mit 26 Toren die meisten erzielt.
Franz Beckenbauer hält mit 60 Einsätzen vom 9. September 1970 bis zum 23. Februar 1977 den Rekord für die meisten Länderspiele in Folge. Bei den Torhütern führt Neuer mit 128 Spielen und 50 Partien ohne Gegentor. Jens Lehmann blieb mit 681 Minuten am längsten ohne Gegentor und besitzt unter Torhütern mit mindestens 20 Einsätzen mit 51 Prozent die beste Zu-null-Quote. Das früheste dokumentierte deutsche Länderspieltor erzielte Florian Wirtz am 23. März 2024 nach acht Sekunden gegen Frankreich. Das Tor aus der größten Entfernung gelang Hans Stubb 1934 mit einem Freistoß aus 60 bis 70 Metern.