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Der Mond (Oper)
Der Mond ist eine Oper in einem Akt von Carl Orff, basierend auf dem Märchen Der Mond der Brüder Grimm. Orff schrieb sowohl das Libretto als auch die Musik.
Inhalt6 Abschnitte
Werk und Bedeutung
„Der Mond“ ist ein deutschsprachiges Bühnenwerk in einem Akt von Carl Orff. Orff bezeichnete es nicht als „Oper“, sondern als „Ein kleines Welttheater“. Er komponierte die Musik und schrieb auch das Libretto, das auf dem Märchen „Der Mond“ der Brüder Grimm beruht. Der unveränderte Märchentext bildet die Grundlage und wird von einem Erzähler vorgetragen; dramatische Einwürfe der handelnden Figuren ergänzen ihn.
Das etwa 1 ½ Stunden lange Werk verbindet Erzählen, Gesang, Sprechrollen, Chor und eine umfangreiche Instrumentalbesetzung. Zu den Hauptfiguren gehören der Erzähler, vier Burschen, ein alter Mann namens Petrus, ein Bauer, zwei Schultheißen, ein Wirt und ein kleines Kind. Hinzu kommen ein großer gemischter Chor und ein Kinderchor. Das Werk wird häufig zusammen mit Orffs ebenfalls auf einem Grimm-Märchen beruhendem Einakter „Die Kluge“ von 1943 aufgeführt.
Die vier Burschen und der Mond
Vier Burschen stammen aus einem Land, in dem es keinen Mond gibt und nachts völlige Dunkelheit herrscht. Auf einer Wanderschaft gelangen sie in ein anderes Land. Dort hängt auf einem Eichbaum eine leuchtende Kugel, die in der Nacht Licht verbreitet. Ein Bauer erklärt ihnen, dass es sich um den Mond handelt. Der Schultheiß – ungefähr einem heutigen Bürgermeister entsprechend – habe ihn gekauft und gieße ihm gegen Bezahlung täglich Öl auf, damit er leuchtet.
Die vier Burschen stehlen den Mond und bringen ihn in ihr eigenes Land. Auch dort hängen sie ihn an einen Eichbaum und verlangen von der Gemeinde Geld für seine Versorgung. Als die Burschen alt werden und ihren Tod erwarten, bestimmt jeder von ihnen, dass er ein Viertel des Mondes mit in sein Grab nehmen möchte.
Unruhe in der Unterwelt
Nachdem alle vier Teile des Mondes mit den Burschen begraben worden sind, gelangt der vollständige Mond in die Unterwelt. Sein dort ungewohntes Licht weckt die Toten. Sie werden wieder aktiv und beginnen, sich laut zu vergnügen.
Petrus, der als alter Mann den Himmel in Ordnung hält, hört den Lärm. Weil er glaubt, die Toten wollten angreifen, ruft er zunächst die himmlischen Heerscharen zusammen. Als kein Angriff erfolgt, steigt er selbst in die Unterwelt hinab. Er beruhigt die Toten, nimmt den Mond an sich und hängt ihn im Himmel auf. Das Werk endet mit einem Zithersolo. Anschließend entdeckt ein kleines Kind den Mond und sagt: „Ah, da hängt ja der Mond!“
Musikalische Gestaltung
Das Orchester umfasst Holzbläser, Blechbläser, Streicher und zahlreiche weitere Instrumente. Vorgesehen sind 3 große, auch kleine Flöten, 3 Oboen, auch Englischhorn, 3 Klarinetten, auch Bassklarinette, 2 Fagotte, auch Kontrafagott, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen und 1 Tuba. Hinzu kommen Pauken, Harmonium, Ziehharmonika, Harfe, Celesta, Klavier und Zither.
Das Schlagwerk wird von 5 Spielern ausgeführt. Dazu gehören unter anderem große und kleine Trommel, Rührtrommel, Tamburin, Triangel, Xylophon, Cymbel, verschiedene Becken, Tamtam, Ratsche, Rute, Schlittenschellen, Kastagnette, Uhrglocke, Röhrenglocken, Gläserspiel, Glockenspiel und Metallophon.
Für die Bühnenmusik sind Orgel, gemischter Chor und weiteres Schlagzeug vorgesehen, darunter eine Glocke, 3 Rührtrommeln, große Trommel, Becken und Tamtams. Außerdem werden Donner- und Windmaschine, ein Wächterhorn in Form einer Tuba sowie die Effekte Blitz und Einschlag eingesetzt.
Entstehung und Uraufführung
Carl Orff komponierte das Werk in den Jahren 1937/38. Die Uraufführung fand am 5. Februar 1939 in der Bayerischen Staatsoper beziehungsweise im Nationaltheater München statt. Die musikalische Leitung hatte Clemens Krauss.
Wichtige Aufnahmen
Eine Aufnahme entstand 1957 in London mit dem Philharmonia Chorus and Children’s Chorus und dem Philharmonia Orchestra unter Wolfgang Sawallisch; sie erschien bei EMI. Zu den Mitwirkenden gehörten Rudolf Christ, Karl Schmitt-Walter, Helmut Graml, Paul Kuën beziehungsweise Kuén, Peter Lagger, Albrecht Peter, Willy Rösner, Hans Hotter und Teresa Holloway.
Die „Neufassung 1970“ wurde 1970 in München mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks, dem Kinderchor Rudolf Kiermeyer und dem Münchner Rundfunkorchester aufgenommen. Carl Orff führte Regie, Kurt Eichhorn dirigierte; die Aufnahme erschien bei RCA. Eine weitere Einspielung entstand 1973 in Leipzig mit dem Rundfunkchor Leipzig und dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig unter Herbert Kegel; sie erschien bei Eterna.