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Englischhorn
Das Englischhorn (auch Englisch Horn) ist ein Holzblasinstrument, ebenso wie das Alt-Instrument (Altoboe) aus der Familie der Oboeninstrumente, das einen …
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Definition und Funktion
Das Englischhorn, auch Englisch Horn genannt, ist ein Holzblasinstrument aus der Familie der Oboeninstrumente. Es ist ein Alt-Instrument beziehungsweise eine Altoboe und gehört zur Gruppe der Aerophone, also der Instrumente, bei denen der Klang durch schwingende Luft entsteht. Wie bei allen Oboeninstrumenten wird der Ton durch ein Doppelrohrblatt erzeugt.
Das Englischhorn hat einen festen Platz im romantischen und modernen Sinfonieorchester. Sein Klang ist im Vergleich zur Oboe gedeckter, wärmer, elegischer und weniger durchdringend. Dadurch eignet es sich besonders für ausdrucksvolle, oft gesanglich wirkende Orchesterpassagen und Soli.
Bau und Stimmung
Im Unterschied zur Oboe endet das Englischhorn nicht in einem einfachen Trichter. Es besitzt einen birnenförmigen Schallbecher, der auch „Liebesfuß“ genannt wird. Zusammen mit dem gebogenen S-Bogen – dem Verbindungsstück zwischen Rohrblatt und Instrumentenkorpus – prägt dieser Schallbecher den besonderen Klang.
Heutige Englischhörner sind gerade gebaut. Der S-Bogen ist jedoch weiterhin gebogen und verbindet das Mundstück mit dem Instrument. Er hat einen erheblichen Einfluss auf Intonation und Klang.
Das Englischhorn steht immer in F und klingt eine Quinte tiefer als die in C stehende Oboe. Es wird transponierend notiert: Die notierten Töne entsprechen daher nicht unmittelbar den klingenden Tönen. In dieser Hinsicht besteht eine Notationsverwandtschaft mit dem Waldhorn in F, dem Bassetthorn in F und den Wagnertuben, die ebenfalls in F stehen.
In der Orchesterpartitur wird das Englischhorn unmittelbar unter den Oboen angeordnet.
Entwicklung und Einsatz im Orchester
Das Instrument entstand wahrscheinlich um 1735 als Weiterentwicklung der abgewinkelten Oboe da caccia, der Jagdoboe, die auch von Johann Sebastian Bach verwendet wurde. Wie die meisten Oboeninstrumente entwickelte sich das Englischhorn zunächst in Frankreich, vermutlich aus der Altoboe in f, der sogenannten „taille de hautbois“. Die Bezeichnung „Englischhorn“ weist dabei nicht auf eine englische Herkunft hin; sie geht wahrscheinlich auf die französische Bezeichnung cor anglé („gewinkeltes Horn“) zurück.
In heutigen Sinfonieorchestern gilt das Englischhorn als Neben- beziehungsweise Wechselinstrument der Oboe. Große Orchester mit ausreichendem Budget beschäftigen dafür einen eigenen Englischhornisten. In kleineren Orchestern übernimmt meist der zweite Oboist zusätzlich das Englischhorn und wechselt während eines Konzerts zwischen beiden Instrumenten.
Musikgeschichtliche Bedeutung und verwandte Instrumente
Im Barock ist das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ein populäres Beispiel. Das Werk sieht zwei Oboen beziehungsweise Oboen d’amore und zwei Oboen da caccia vor; bei Aufführungen mit modernen Instrumenten werden anstelle der Oboen da caccia Englischhörner verwendet.
In der Wiener Klassik wurde das Instrument eher vereinzelt eingesetzt, etwa in Joseph Haydns Sinfonie Nr. 22 und in Beethovens Trio op. 87 für 2 Oboen und Englischhorn. Seine besondere Bedeutung erlangte es in der romantischen Musik. Eindrucksvolle Solopassagen finden sich beispielsweise in Hector Berlioz’ Symphonie fantastique, in Richard Wagners Tannhäuser und in Antonín Dvořáks 9. Sinfonie. Solistische Werke für Englischhorn blieben jedoch auch in der Romantik selten; zu ihnen gehören Felix Draesekes Kleine Suite für Englischhorn und Klavier op. 87 sowie Gaetano Donizettis Concertino für Englischhorn und kleines Orchester.
Auch Komponisten der Moderne schrieben wichtige Werke für das Instrument, darunter Arthur Honegger mit dem Concerto da camera, Paul Hindemith mit einer Sonate für Englischhorn und Klavier und Aaron Copland mit Quiet City. In der modernen Orchesterliteratur gelten insbesondere Igor Strawinskys Le sacre du printemps und Béla Bartóks Konzert für Orchester wegen ihrer herausfordernden und gefürchteten Solopassagen als anspruchsvoll.
Ein Schwesterinstrument ist die Oboe d’amore. Auch sie besitzt einen birnenförmigen Schallbecher, den Liebesfuß. Sie steht in A und klingt eine große Terz höher als das Englischhorn. Innerhalb der Oboenfamilie kann sie daher als „Mezzosopraninstrument“ bezeichnet werden. Zu den verwandten Instrumenten zählen außerdem Oboe da caccia, Taille, Heckelphon, Fagott und Musette.