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Schlagwerk (Musik)
Das Schlagwerk umfasst die Gruppe der Schlaginstrumente im Sinfonieorchester. Zum Schlagwerk gehören alle Geräusch- und Melodieinstrumente, die nicht einer der …
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Begriff und Verwendung
Das Schlagwerk ist die Gruppe der Schlaginstrumente im Sinfonieorchester. Dazu zählen alle Geräusch- und Melodieinstrumente, die keiner der anderen großen Instrumentengruppen – Holzbläser, Blechbläser und Streicher – zugeordnet werden.
Gespielt werden diese Instrumente von Schlagwerkern. Je nach Werk und Besetzung bilden sie im Orchester Teams aus 3 bis 5 Musikern. Einzelne Mitglieder können spezialisiert sein, beispielsweise als Paukist.
In der Pop- und Rockmusik unterscheidet man im allgemeinen Sprachgebrauch zwischen dem Schlagzeug, auch Drum Set genannt, und der übrigen Perkussion. Zu dieser gehören unter anderem lateinamerikanische, afrikanische und orientalische Perkussionsinstrumente.
Instrumente und Klangerzeuger
Zum Grundstock des Schlagwerks gehören Pauken, Große Trommel, Kleine Trommel, Becken und Triangel. Das Instrumentenspektrum wurde jedoch stetig erweitert.
Zu den Melodieinstrumenten des Schlagwerks zählen das Glockenspiel und weitere Stabspiele wie Xylophon, Vibraphon und Marimbaphon. Hinzu kommen Röhrenglocken, Crotales, Tamtam und andere Gongs. Schlagwerker verwenden außerdem zahlreiche Effektinstrumente, darunter Ratsche, Hupe, Flexaton, Donnerblech, Tempelblöcke, Amboss, Kolbenflöte, Guiro, Regenmacher, Kastagnetten und Windmaschine.
In der Neuen Musik können auch ungewöhnliche Geräusch- und Klangerzeuger wie Staubsauger, Schreibmaschinen oder Sirenen dem Schlagwerkregister zugeteilt werden. Das gilt, obwohl diese Geräte nicht im engeren Sinn durch Schlagen gespielt werden.
Celesta und Tastenglockenspiel gehören dagegen zu den Tasteninstrumenten. Sie werden gewöhnlich von Pianisten und nur ausnahmsweise von Schlagwerkern gespielt.
Entwicklung im Orchester
Schlaginstrumente traten erstmals besonders deutlich in Werken wie Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ und später in Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie hervor. Sie unterstützten Klänge, die damals im Opernhaus oder Konzertsaal als ungewöhnlich galten.
Bei Mozart dienten Triangel, Becken und türkische Trommel einer vermeintlichen Nachahmung „türkischer Musik“, der sogenannten Janitscharenmusik. Beethoven setzte Schlaginstrumente in Anlehnung an Militärklänge ein. In der italienischen Oper, besonders bei Giuseppe Verdi, gehörte eine solche Instrumentenkombination bereits zum Standard. Sie erhöhte wesentlich die Durchschlagskraft des Tutti-Klangs, also des gemeinsamen Spiels des gesamten Ensembles.