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Denomination (Religion)
Eine religiöse Denomination ist eine Untergruppe innerhalb einer Konfession oder Religion, deren Angehörige in ihren gemeinsamen Glaubensaussagen und Praktiken …
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Begriff und Bedeutung
Eine Denomination ist eine unter eigenem Namen auftretende Glaubensgemeinschaft mit eigener Tradition und Prägung oder ein Verband kirchlicher Ortsgemeinden. Im weiten Sinn ist sie mit dem im deutschsprachigen Raum üblichen Begriff Konfession vergleichbar.
Sie ist eine Untergruppe innerhalb einer Konfession oder Religion. Ihre Angehörigen sind durch gemeinsame Glaubensaussagen und Praktiken verbunden. Der Name steht für ihre gemeinsame Identität und ihre typischen Überzeugungen; zugleich grenzt sich die Gruppe damit von anderen ab und betont die Besonderheit ihrer Erkenntnis und Praxis.
Entstehung und Abgrenzung
Ausgangspunkt können ein historisches Ereignis sowie besondere geografische und sozio-kulturelle Bedingungen sein. Häufig prägen eine oder mehrere herausragende Personen die neue Gruppe. Anlässe sind Glaubensinhalte, die stärker betont werden, neue Überzeugungen oder Erfahrungen oder veränderte Auffassungen zu Glaubensaussagen. Oft soll damit eine Erneuerung ursprünglicher Glaubensinhalte oder eine religiöse Reformation erreicht werden.
Die Untergruppe erhält, oft von außen und manchmal auch aus juristischen Gründen, einen neuen Namen. Dieser kann sich auf Gründer beziehen, etwa bei Mennoniten und Hutterern, oder auf ein besonderes Merkmal, etwa bei Baptisten wegen der Gläubigentaufe.
Die Herkunftsgemeinschaft nimmt eine neue Denomination anfangs oft als Abspaltung wahr. Einer Spaltung gehen meist intensive Gespräche, Gedanken und möglicherweise offene Konflikte voraus. Sie entsteht erst, wenn sich eine Gruppe dauerhaft im Kommunikations-Rückstand sieht. Eine Neugründung beziehungsweise Proto-Denomination entsteht, wenn sich ein gemeinsames Wir-Gefühl verdichtet, zum Beispiel durch einen überzeugenden Anführer und eine größere Gruppe von Menschen, die eine beständige Neuorientierung suchen.
Historische Verwendung
Die englische Bezeichnung Denomination für unterschiedliche christliche Glaubensrichtungen ist erstmals 1688 in einem Vortrag von Samuel Willard belegt, dem Pfarrer der damaligen Old South Church in Boston in den nachmaligen USA.
Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Ausdruck durch die Erweckungsbewegungen in Großbritannien und das Great Awakening in den amerikanischen Kolonien. Er wurde gegenüber dem als negativ empfundenen Begriff sect („Sekte“) bevorzugt, weil er als neutral galt. Ursprünglich bezog er sich vor allem auf christliche, hauptsächlich evangelische Gemeinschaften. Besonders in den USA wird er inzwischen auch auf andere Religionen angewandt, beispielsweise auf orthodoxes, konservatives, liberales und rekonstruktionistisches Judentum.
Beispiele für Denominationen
Im Christentum entstanden die Methodisten aus den Anhängern des anglikanischen Pfarrers John Wesley. Er predigte Buße und Wiedergeburt und unterrichtete Neubekehrte in Gruppen; diese Methode wurde zum Mittelpunkt des christlichen Lebens. William Booth wechselte von der Anglikanischen Kirche zum Methodismus, predigte Armen und Alkoholabhängigen auf der Straße und gründete die Heilsarmee. Um 1900 gründeten Christen aus der Heiligungsbewegung und aus Methodistengemeinden die ersten Pfingstgemeinden, nachdem sie mit der Taufe im Heiligen Geist und der Lehre von den Gaben des Geistes in Berührung gekommen waren.
Im Judentum entstand Ende des 19. Jahrhunderts das konservative Judentum aus dem amerikanisch-jüdischen Reformjudentum: Gemäßigt fortschrittlichen Rabbinern gingen dessen Reformen zu weit. Aus dem konservativen Judentum entstand 1955 das rekonstruktionistische Judentum, das Mordecai Kaplan seit den 1920er Jahren entwickelt hatte. Im Islam begründete Mirza Ghulam Ahmad in den späten 1880er Jahren die Ahmadiyya-Reformbewegung mit dem Anspruch einer Erneuerung des Islam.
Religionssoziologische Einordnung
In der Religionssoziologie bezeichnet Denomination Religionsgemeinschaften, die weder auf der Mitgliedschaft von Gesamtbevölkerungen wie Staats- oder Volkskirchen beruhen noch bloße Vereins- oder Freiwilligenkirchen sind. Sie bilden einen Zwischentyp.
Solche Gemeinschaften nehmen größere Bevölkerungsgruppen mit gemeinsamen schichtenspezifischen, ethnischen oder sozialökologischen Merkmalen auf. Sie organisieren sich dauerhaft und grenzen sich durch dogmatische, also die Glaubenslehre betreffende, oder kultische, also den Gottesdienst betreffende, Besonderheiten von anderen Religionsgemeinschaften ab.