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Commerzbank
Die Commerzbank Aktiengesellschaft ist ein als Universalbank tätiges deutsches Kreditinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie wurde im Jahr 1870 als …
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Profil, Geschäft und heutige Bedeutung
Die Commerzbank Aktiengesellschaft ist eine deutsche Universalbank, also ein Kreditinstitut, das viele Arten von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden anbietet. Sie wurde am 26. Februar 1870 als Commerz- und Disconto-Bank in Hamburg gegründet und hat heute ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist Mitglied der Cash Group und wird als CRR-Kreditinstitut von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie im Rahmen der europäischen Bankenaufsicht von der Europäischen Zentralbank überwacht. Sie zählt nicht zu den global systemrelevanten Banken.
Die Bank betreut rund 8,3 Millionen Kunden. Die polnische Tochtergesellschaft Mbank S.A. hat in Polen, Tschechien und der Slowakei zusätzlich rund 5,6 Millionen Kunden. Über ein Netzwerk von 2.500 Korrespondenzbanken wickelt die Commerzbank etwa 30 Prozent der deutschen Außenhandelsfinanzierung ab. Vertriebskooperationen bestehen seit 2009 mit der Allianz SE und seit 2010 mit der Wüstenrot Bausparkasse.
Der Hauptsitz verteilt sich vor allem auf den Commerzbank Tower, das Hochhaus Gallileo und Gebäude an der Mainzer Landstraße. Das 2001 eröffnete Dienstleistungszentrum in Frankfurt hat über 4.000 Arbeitsplätze und enthält einen Händlersaal für rund 500 Personen. Die Bank verfügt über ein deutsches Filialnetz sowie Niederlassungen, Repräsentanzen und Tochterunternehmen in rund 50 Ländern. Die Zahl der deutschen Filialen sollte von 790 auf rund 450 sinken.
Für 2024 nennt der Artikel eine Bilanzsumme von 590,1 Milliarden Euro und 39.867 Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten. In der Finanzübersicht stiegen das operative Ergebnis von 1,399 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 4,509 Milliarden Euro 2025 und das Konzernergebnis von 279 Millionen auf 2,625 Milliarden Euro. 2020 entstand dagegen ein Konzernverlust von 2,918 Milliarden Euro.
Von der Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
Hanseatische Kaufleute, Merchantbanker und Privatbankiers gründeten die Bank 1870, um den Hamburger Handel mit Kapital zu versorgen und besonders internationale Geschäfte zu erleichtern. Ab 1897 entstanden durch die Übernahme von J. Dreyfus & Co. erste Filialen außerhalb Hamburgs. Nach dem Kauf der Berliner Bank 1905 verlagerte sich der Schwerpunkt nach Berlin. Bis 1923 übernahm das Institut 46 Regionalbanken und Privatbankhäuser und wurde zur nationalen Großbank. Nach der Fusion mit der Mitteldeutschen Privat-Bank hieß es ab 1920 Commerz- und Privat-Bank AG und besaß 284 Filialen.
Nach der Hyperinflation wurde das bisherige Kapital von 700 Millionen Mark zum 1. Januar 1924 mit 42 Millionen Goldmark bewertet. 1929 fusionierte die Bank mit der Mitteldeutschen Creditbank. In der Bankenkrise von 1931 geriet sie in Schwierigkeiten. Die staatlich angeordnete Fusion mit dem Barmer Bankverein und eine Kapitalerhöhung führten 1932 zu einer Teilverstaatlichung: Das Reich und die Golddiskontbank hielten 70 Prozent. 1937 wurden diese Anteile wieder privatisiert.
Führungspersonen der Bank unterstützten im November 1932 die Industrielleneingabe, die Reichspräsident Paul von Hindenburg zur Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler aufforderte. Während der NS-Diktatur passte sich die Bank der Politik an, entließ oder verdrängte jüdische Beschäftigte und hatte ab 1938 keine jüdischen Mitarbeiter mehr. Sie beteiligte sich an der „Arisierung“, also der erzwungenen Übertragung jüdischer Unternehmen an nichtjüdische Erwerber. Neuere Forschungen halten bei rund 360 Geschäftsstellen etwa 1.000 Vermittlungen für möglich; genaue Zahlen lagen 2004 nicht vor. Ab November 1941 mussten Banken das Vermögen ausgewanderter, deportierter oder verstorbener Juden an das Reich melden.
1940 erhielt das Institut den Namen Commerzbank Aktiengesellschaft. Während des Krieges gründete oder übernahm es Niederlassungen in besetzten Ländern, darunter das jüdische Bankhaus Hugo Kaufmann & Co’s Bank in den Niederlanden. Kurz vor Kriegsende wurde die Hauptverwaltung von Berlin nach Hamburg verlegt.
Wiederaufbau, Internationalisierung und Digitalisierung
Nach 1945 verlor die Commerzbank ihre Niederlassungen in der sowjetischen Besatzungszone und Ost-Berlin, die knapp 45 Prozent ihres Netzes ausgemacht hatten. In Westdeutschland wurde sie 1947 in neun regionale Institute aufgeteilt. Nach der Währungsreform von 1948 wurden diese zunächst zu drei Banken zusammengeführt und 1958 wieder zur Commerzbank AG vereinigt. Damals hatte sie rund 7.700 Beschäftigte und 185 Filialen.
Das Privatkundengeschäft gewann stark an Bedeutung. 1959 führte die Commerzbank mit Deutscher Bank und Dresdner Bank den „Kleinkredit für Jedermann“ ein, 1968 stieg sie in die private Baufinanzierung ein und 1969 betreute sie erstmals mehr als eine Million Privatkunden. Gleichzeitig begann die internationale Expansion. Nach einer Auslandsvertretung in Rio de Janeiro 1952 folgten zahlreiche weitere Standorte. 1971 eröffnete sie als erstes deutsches Kreditinstitut eine operative Niederlassung in New York. In den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden Filialen, Repräsentanzen und Tochtergesellschaften in Europa, Amerika und Asien. Die Bank unterstützte außerdem die Einführung des Eurocheques; 1982 stellte sie ihren ersten Eurocheque-Geldautomaten in Frankfurt auf.
Nach der deutschen Wiedervereinigung baute die Bank ein eigenes Netz in Ostdeutschland auf. Ende 1990 besaß sie dort 51 Filialen und mehr als 100.000 Kunden. 1990 wurde Frankfurt auch juristischer Sitz. Die Expansion nach Mittel- und Osteuropa umfasste unter anderem die Beteiligung an der polnischen BRE Bank, der späteren Mbank. Mit der 1995 gegründeten Comdirect trat die Bank in das Direktbankgeschäft ein; 1997 führte sie Onlinebanking ein.
Um die Jahrtausendwende versuchte die Commerzbank, ihr Investmentbanking auszubauen. Nach dem Ende des New-Economy-Booms reduzierte sie 2004 diese Aktivitäten, strich 900 Stellen und konzentrierte das Investmentbanking auf Frankfurt, London und New York. Sie übernahm Teile der Schmidtbank, die Mehrheit an der BRE Bank und 2007 eine Mehrheit an der ukrainischen Bank Forum, die sie 2012 wieder verkaufte. Durch die vollständige Übernahme der Eurohypo 2005 wurde sie zur zweitgrößten deutschen Bank und verstärkte ihre Staats- und Immobilienfinanzierung.
Dresdner Bank, Finanzkrise und Neuaufstellung
Am 31. August 2008 kündigte die Commerzbank die Übernahme der Dresdner Bank an. Der zunächst mit rund 9,8 Milliarden Euro bezifferte Kaufpreis wurde nach der Insolvenz von Lehman Brothers und dem Ausbruch der globalen Finanzkrise auf 5,5 Milliarden Euro gesenkt. Wegen hoher Kreditrisiken benötigte die Commerzbank staatliche Unterstützung. Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) gewährte zunächst eine stille Beteiligung von 8,2 Milliarden Euro, die später auf rund 16,4 Milliarden Euro stieg. Der Bund erwarb zusätzlich 25 Prozent plus eine Aktie.
Seit dem 12. Januar 2009 war die Commerzbank alleinige Eigentümerin der Dresdner Bank; die rechtliche Verschmelzung folgte am 11. Mai 2009. Die Integration umfasste den Abbau von rund 9.000 Stellen und die Schließung von 300 der zuvor zusammen 1.540 Standorte. Die Marke Dresdner Bank verschwand weitgehend. Seit 2009 verwendet die Commerzbank ein gelb-graues Logo, das auf dem „Ponto-Auge“ der Dresdner Bank beruht.
Mit der „Roadmap 2012“ konzentrierte sich die Bank stärker auf das Privat- und Geschäftskundengeschäft. Rund 55 Milliarden Euro an problematischen oder nicht strategischen Wertpapieren wurden in eine interne Bad Bank ausgelagert; bis September 2011 sank dieser Bestand auf 12 Milliarden Euro. Die gewerbliche Immobilien- und Schiffsfinanzierung wurde später abgewickelt, ebenso die Eurohypo. Die griechische Schuldenkrise belastete die Bank besonders von 2010 bis 2012.
Die Dresdner Bank war nach 1.000 Tagen integriert. Zur Rückzahlung der Staatshilfen nahm die Commerzbank 2011 rund 14 Milliarden Euro auf, davon elf Milliarden durch eine Kapitalerhöhung, und zahlte dem SoFFin zusätzlich rund eine Milliarde Euro als Entschädigung. 2013 wurden die letzten 1,6 Milliarden Euro an den SoFFin und 750 Millionen Euro an die Allianz zurückgeführt. Der Bundesanteil sank dadurch auf rund 17 Prozent.
Strategien seit 2013 und Eigentümerstruktur
Seit 2013 reagierte die Commerzbank mit mehreren Strategieprogrammen auf Fintechs, mobile Kommunikation und neue digitale Konkurrenz. Die Strategische Agenda 2016 sah Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in das Kerngeschäft, den Aufbau einer Multikanalbank und den Abbau von 1.800 Filialstellen vor. Mit „Commerzbank 4.0“ sollte das Institut zu einem digitalen Technologieunternehmen für Privat- und Geschäftskunden werden und 80 Prozent der zuvor manuellen Abläufe automatisieren; geplant war der Abbau von 9.600 Arbeitsplätzen bis Ende 2020. „Commerzbank 5.0“ beschleunigte ab 2019 die Digitalisierung, reduzierte das Filialnetz um rund 20 Prozent auf 800 Filialen und sah weitere 4.300 wegfallende Vollzeitstellen vor.
2020 traten Vorstandschef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann nach Konflikten über den Konzernumbau zurück; im November wurde die Comdirect vollständig mit der Commerzbank verschmolzen. Manfred Knof kündigte 2021 den Abbau von 10.000 Stellen und die Schließung fast jeder zweiten der 790 deutschen Filialen an. 2022 erzielte die Bank ihr bestes Ergebnis seit mehr als zehn Jahren, kehrte 2023 in den DAX zurück und schüttete erstmals seit 2018 wieder Gewinn aus. Seit November 2023 besitzt sie eine Kryptoverwahrlizenz. Im Mai 2024 beschlagnahmten russische Behörden Vermögenswerte im Wert von 93,7 Millionen Euro. Seit September 2024 steht Bettina Orlopp dem Vorstand vor. Am 8. Mai 2026 kündigte die Bank weitere rund 3.000 Stellenstreichungen an; bis 2030 sollen die Erträge 16,8 Milliarden Euro und der Nettogewinn 5,9 Milliarden Euro erreichen.
Das Grundkapital besteht aus rund 1,13 Milliarden Inhaber-Stückaktien mit einem Nennwert von je einem Euro. 2024 verkaufte der Bund 4,49 Prozentpunkte für 13,20 Euro je Aktie an UniCredit und verringerte seinen Anteil von 16,5 auf rund 12 Prozent. UniCredit erhöhte ihre direkte und über Finanzinstrumente gehaltene Beteiligung schrittweise. Nach Genehmigungen der Europäischen Zentralbank, des Bundeskartellamts und der US-Notenbank kündigte sie im März 2026 ein freiwilliges Übernahmeangebot an; dessen taktische Bedeutung wird in der Fachwelt unterschiedlich bewertet. Nach Ablauf der Umtauschfrist Anfang Juli 2026 verfügte UniCredit einschließlich Derivaten über 47,59 Prozent der Aktien beziehungsweise 49,65 Prozent der Stimmrechte.
Nachhaltigkeit, Öffentlichkeit und Kritik
Die Commerzbank finanziert seit den 1980er-Jahren erneuerbare Energien und richtete 2003 dafür ein Kompetenzzentrum ein. 2018 begab sie nachhaltige Anleihen mit einem Volumen von rund elf Milliarden Euro sowie einen eigenen Green Bond über 500 Millionen Euro. In Deutschland bezieht sie seit 2013 ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen. Zugleich kritisiert der Verein Urgewald die umfangreiche Finanzierung der Kohleindustrie: Von Oktober 2018 bis Oktober 2020 lag die Bank unter den weltweit 30 größten Kreditgebern der Branche auf Platz 13 und finanzierte Anglo American mit 2,7 Milliarden US-Dollar.
Weitere Kontroversen betreffen Steuerbetrug, Geldwäsche und Rüstungsgeschäfte. 2015 wurde die Zentrale wegen des Verdachts durchsucht, die Luxemburger Tochter habe über Mossack Fonseca Steuervermeidung ermöglicht; das Amtsgericht Köln verhängte 17,1 Millionen Euro Strafe. Recherchen von 2016 zufolge half die Bank durch Cum/Cum-Geschäfte bei der Vermeidung von Kapitalertragsteuern. Wegen Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung musste sie 2015 in den USA eine Milliardenstrafe zahlen; 2020 verhängte die britische FCA weitere 38 Millionen Pfund beziehungsweise 42 Millionen Euro.
Eine Richtlinie von 2008 schließt die Finanzierung von Waffenlieferungen in Konflikt- und Spannungsgebiete aus. Facing Finance warf der Bank jedoch 2016 vor, diese Vorgabe durch Geschäfte mit Mischkonzernen wie ThyssenKrupp, Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall zu umgehen. Kritik gab es außerdem an der Finanzierung einer Gasturbinenlieferung an das belarussische Staatsunternehmen Brestenergo. Die Bank erklärte, sie finanziere deutsche Exporte und prüfe solche Geschäfte restriktiv im Einzelfall.
2023 rügte die BaFin die verspätete Ausstellung von Jahressteuerbescheinigungen. Einige Kunden warteten bis weit in die zweite Jahreshälfte, obwohl die Bescheinigungen grundsätzlich vor dem 30. Juni bereitgestellt werden sollten. Die Aufsicht verlangte den zeitnahen Versand und geeignete organisatorische Maßnahmen.
Zur öffentlichen Tätigkeit gehören Sportsponsoring und Kulturförderung. Die Bank ist seit 2008 Partner des Deutschen Fußball-Bunds und führt das „Grüne Band“ zur Talentförderung fort. Die Commerzbank-Stiftung vergibt alle zwei Jahre den mit insgesamt 80.000 Euro dotierten ZukunftsGut-Preis für Kulturvermittlung.