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Chronologie des Zweiten Weltkrieges

Kriegsverlauf 1939 bis 1945. 1939. Bündnisse, Abhängigkeiten im September 1939. Danzig und Polen werden besetzt. Die Rote Armee marschiert ebenfalls in Polen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Vorgeschichte des Krieges
  2. 2. Kriegsbeginn und Besetzung Polens
  3. 3. Ausweitung zum Weltkrieg 1941
  4. 4. Wendepunkte 1942
  5. 5. Alliierter Vormarsch 1943
  6. 6. Befreiung Europas und Siege im Pazifik 1944

Zweck und Vorgeschichte des Krieges

Die Chronologie ist eine unvollständige kalendarische Übersicht zum Zweiten Weltkrieg. Sie dient vor allem dazu, Ereignisse und Wikipedia-Artikel zeitlich zuzuordnen, nicht als eigenständige Gesamtdarstellung. Ab dem zweiten Halbjahr 1941 trennt sie die Ereignisse in Europa beziehungsweise angrenzenden Gebieten von denen in Asien und im Pazifik.

Nach dem Ersten Weltkrieg prägten neue Grenzen, Konflikte und Verträge die Lage: Der Vertrag von Versailles wurde am 28. Juni 1919 unterzeichnet, der Völkerbund am 28. April 1919 gegründet. In Deutschland entstanden die Weimarer Republik und 1920 die NSDAP; ihr Hitlerputsch scheiterte am 8./9. November 1923. Die Weltwirtschaftskrise begann mit dem Börsencrash vom 24. Oktober 1929. 1931 begann mit dem Mukden-Zwischenfall die Mandschurei-Krise zwischen Japan und China.

Adolf Hitler wurde am 30. Januar 1933 Reichskanzler. Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 und die Reichstagsbrandverordnung beseitigten wesentliche Grundlagen des demokratischen Rechtsstaats. Deutschland verließ am 14. Oktober 1933 Abrüstungskonferenz und Völkerbund, führte am 16. März 1935 die allgemeine Wehrpflicht wieder ein und baute Luftwaffe sowie U-Boote auf. Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 entzogen Juden die Bürgerrechte. Der Spanische Bürgerkrieg begann am 16. Juli 1936; Deutschland und Italien unterstützten die Nationalisten unter Francisco Franco.

1937 begann am 7. Juli der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Manche Darstellungen nennen ihn den eigentlichen Beginn des Zweiten Weltkriegs; dies ist geschichtswissenschaftlich umstritten. 1938 folgten der „Anschluss“ Österreichs am 12. März, das Münchner Abkommen vom 29. September und die deutsche Besetzung des Sudetenlands. Der Novemberpogrom am 9./10. November verschärfte die nationalsozialistische Verfolgung jüdischer Menschen massiv.

Im März 1939 zerschlug Deutschland die Rest-Tschechei und errichtete das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren. Polen wies deutsche Forderungen zu Danzig und dem Korridor zurück; Großbritannien und Frankreich gaben Polen am 31. März eine Garantie. Der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt vom 24. August 1939 teilte Osteuropa in einem geheimen Zusatzprotokoll in Interessensphären auf. Hitler entschied sich zum Angriff auf Polen.

Kriegsbeginn und Besetzung Polens

Am 1. September 1939 griff die deutsche Wehrmacht Polen ohne vorherige Kriegserklärung an. Deutsche Luftangriffe trafen ab 4:37 Uhr Wieluń, später Krakau und Warschau; um 4:45 Uhr begann die Beschießung der Westerplatte durch die Schleswig-Holstein. Der fingierte Überfall auf den Sender Gleiwitz vom 31. August diente als propagandistischer Vorwand.

Nach deutschen Ultimaten erklärten Großbritannien und Frankreich am 3. September Deutschland den Krieg. Damit begann auch die Atlantikschlacht, als U 30 das britische Passagierschiff Athenia versenkte. Italien blieb zunächst „nicht kriegführend“. Polen war militärisch isoliert, weil ein wirksames Eingreifen der Westmächte ausblieb.

Am 17. September marschierte die Rote Armee gemäß Hitler-Stalin-Pakt in Ostpolen ein. Warschau kapitulierte am 28. September, die letzten polnischen Truppen am 6. Oktober nach der Schlacht bei Kock. Deutschland und die Sowjetunion regelten ihre Aufteilung Polens im Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September. Deutschland annektierte Gebiete und errichtete im übrigen besetzten Polen das Generalgouvernement unter Hans Frank.

Die Besatzung war von Gewalt und Verfolgung geprägt. Einsatzgruppen ermordeten Zivilisten und Gefangene; die Massaker von Piaśnica gelten als erster systematisch durchgeführter nationalsozialistischer Massenmord im besetzten Europa. Heydrich ordnete am 21. September die Bildung jüdischer Wohnbezirke an. Im Winterkrieg griff die Sowjetunion am 30. November Finnland an und wurde am 14. Dezember deshalb aus dem Völkerbund ausgeschlossen.

1940 besetzte Deutschland Dänemark und Norwegen (Unternehmen Weserübung, 9. April), danach die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Der deutsche Durchbruch bei Sedan führte zur Einschließung alliierter Kräfte. Bei der Operation Dynamo wurden vom 27. Mai bis 4. Juni über 300.000 alliierte Soldaten aus Dünkirchen evakuiert. Paris wurde am 14. Juni besetzt; der deutsch-französische Waffenstillstand trat am 25. Juni in Kraft. Frankreich wurde in eine deutsche Besatzungszone und das Vichy-Regime unter Philippe Pétain geteilt.

Die Luftschlacht um England begann im Juli 1940. Trotz massiver deutscher Angriffe, darunter auf London und Coventry, wurde Großbritannien nicht zum Ausscheiden aus dem Krieg gezwungen; Unternehmen Seelöwe wurde am 12. Oktober auf unbestimmte Zeit verschoben. Am 27. September schlossen Deutschland, Italien und Japan den Dreimächtepakt. Hitler befahl am 18. Dezember mit Weisung Nr. 21 die Vorbereitung des Angriffs auf die Sowjetunion: Fall Barbarossa.

Ausweitung zum Weltkrieg 1941

1941 weitete sich der Krieg auf dem Balkan, in Nordafrika, gegen die Sowjetunion und schließlich auf den Pazifik aus. Deutschland unterstützte Italien in Nordafrika mit dem Afrikakorps unter Erwin Rommel. Im April eroberten deutsche Truppen Jugoslawien und Griechenland; im Mai folgte die verlustreiche Luftlandeschlacht um Kreta.

Am 22. Juni begann Unternehmen Barbarossa, der deutsche Angriff auf die Sowjetunion. Drei Heeresgruppen sollten nach Leningrad, Moskau und in die Ukraine vorstoßen. Der Angriff wurde von Verbrechen begleitet: Der Kommissarbefehl vom 6. Juni sah die Ermordung politischer Kommissare der Roten Armee vor; Einsatzgruppen ermordeten hinter der Front jüdische Menschen, Kriegsgefangene und andere Zivilisten. Beispiele sind das Massaker von Kamenez-Podolsk mit 23.600 Ermordeten vom 27. bis 31. August und Babyn Jar bei Kiew, wo am 30. September über 30.000 jüdische Menschen ermordet wurden.

Der deutsche Vormarsch scheiterte letztlich vor Moskau. Am 8. September begann die Leningrader Blockade, die bis zum 18. Januar 1944 dauerte; die Zivilbevölkerung wurde systematisch dem Verhungern ausgesetzt. Die sowjetische Gegenoffensive bei Moskau begann am 5. Dezember. Großbritannien und die Sowjetunion schlossen am 12. Juli ein Hilfsabkommen; die Atlantik-Charta von Roosevelt und Churchill vom 14. August formulierte Ziele für die Ordnung nach dem Krieg.

In Ostasien besetzte Japan im Juli auch Südindochina. Nach Embargos der USA, Großbritanniens und der Niederlande griff Japan am 7. Dezember Pearl Harbor sowie britische und niederländische Besitzungen an. Die USA erklärten Japan am 8. Dezember den Krieg; Deutschland und Italien erklärten den USA am 11. Dezember den Krieg. Damit war der Konflikt endgültig ein Weltkrieg. Japan begann rasch die Eroberung Südostasiens, Hongkongs, Guams, der Philippinen und weiterer Gebiete.

Wendepunkte 1942

1942 schlossen sich die Alliierten enger zusammen. Am 1. Januar unterzeichneten 26 Staaten die UN-Erklärung und verpflichteten sich zum gemeinsamen Kampf gegen die Achsenmächte. In Europa intensivierten sich Deportationen und Massenmorde: Die Aktion Reinhardt ermordete von Juli 1942 bis November 1943 im besetzten Polen über zwei Millionen Juden und rund 50.000 Roma in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka. In Frankreich begann am 27. März der erste Deportationszug; bei der Rafle du Vélodrome d’Hiver wurden ab 16. Juli etwa 13.000 jüdische Menschen verhaftet.

Im Osten begann Deutschland am 28. Juni die Sommeroffensive Fall Blau. Die Wehrmacht drang Richtung Kaukasus und Stalingrad vor; die Schlacht um Stalingrad begann am 13. September. Am 19.–23. November schloss die sowjetische Operation Uranus die deutsche 6. Armee ein. Der deutsche Entsatzversuch Unternehmen Wintergewitter scheiterte im Dezember.

In Nordafrika kapitulierte Tobruk am 21. Juni vor Rommel. Die erste Schlacht von El Alamein hielt den Vormarsch auf, und die britische zweite Schlacht von El Alamein begann am 23. Oktober; sie zwang die Achsenmächte zum Rückzug. Mit Operation Torch landeten britisch-amerikanische Truppen vom 8. bis 11. November in Marokko und Algerien. Die deutsche Besetzung Südfrankreichs folgte am 11. November.

Im Pazifik erreichte Japan Anfang 1942 den Höhepunkt seiner Expansion: Niederländisch-Indien, Singapur, Burma und die Philippinen fielen. Die Schlacht im Korallenmeer vom 6.–8. Mai stoppte den Vormarsch auf Port Moresby. In der Schlacht um Midway vom 4.–6. Juni verlor Japan alle vier eingesetzten Flottenträger, die USA einen von drei. Ab dem 7. August begannen die Kämpfe um Guadalcanal. Auf Neuguinea kam der japanische Vormarsch bei Ioribaiwa am 17. September zum Stillstand. Das Manhattan-Projekt erreichte am 2. Dezember die erste kontrollierte Kettenreaktion in den USA.

Alliierter Vormarsch 1943

Die Kapitulation der deutschen 6. Armee in Stalingrad am 31. Januar und 2. Februar 1943 war ein militärischer und psychologischer Wendepunkt. Knapp 100.000 Soldaten gerieten in Gefangenschaft; nur etwa 6.000 kehrten nach dem Krieg in ihre Heimat zurück. Deutschland eroberte Charkow im März noch einmal zurück, scheiterte aber mit Unternehmen Zitadelle vom 5.–16. Juli bei Kursk. Die sowjetische Gegenoffensive zwang die Wehrmacht anschließend an der ganzen Ostfront zum Rückzug.

Der Aufstand im Warschauer Ghetto begann am 19. April, als die verbliebenen Bewohner in Vernichtungslager deportiert werden sollten. Die SS schlug ihn bis zum 16. Mai nieder. Im Mai verloren deutsche U-Boote die Atlantikschlacht. Die alliierten Luftangriffe nahmen zu, etwa Operation Gomorrha gegen Hamburg vom 24. Juli bis 3. August, bei der mindestens 35.000 Menschen, fast nur Zivilisten, starben.

Die Alliierten landeten am 10. Juli auf Sizilien. Mussolini wurde am 25. Juli abgesetzt. Italien schloss am 3. September den Waffenstillstand von Cassibile mit den USA und Großbritannien, worauf Deutschland im Fall Achse italienische Truppen entwaffnete und Teile Italiens besetzte. Am 9. September landete die 5. US-Armee bei Salerno; am 13. Oktober erklärte die Regierung Badoglio Deutschland den Krieg. Deutschland hielt Norditalien mit Mussolinis Italienischer Sozialrepublik weiter besetzt.

Im Pazifik sicherten die USA Guadalcanal am 8. Februar und begannen mit der Rückeroberung der Salomonen die Strategie des Inselspringens: schrittweise Einnahme oder Isolierung wichtiger Inseln. Operation Cartwheel sollte Rabaul isolieren. Bis Ende 1943 hatten US-Truppen unter anderem die Gilbertinseln erobert; die Salomonen befanden sich nach der Schlacht bei Kap St. George am 26. November vollständig in amerikanischer Hand.

Befreiung Europas und Siege im Pazifik 1944

1944 erzielten die Alliierten große Erfolge. Im Osten brach die Rote Armee im Januar den Belagerungsring um Leningrad. Mit Operation Bagration ab 22. Juni zerschlug sie die deutsche Heeresgruppe Mitte, eroberte Minsk am 3. Juli zurück und rückte bis vor Warschau und Ostpreußen vor. Die Lwiw-Sandomierz-Operation vom 13. Juli bis 29. August brachte die westliche Ukraine und Teile Polens unter sowjetische Kontrolle. Rumänien wechselte nach dem Staatsstreich König Michaels am 23. August auf die Seite der Alliierten; Bulgarien erklärte Deutschland im September den Krieg. Die deutsche Heeresgruppe Nord wurde im Kurland-Kessel abgeschnitten.

Der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee begann am 1. August und endete am 2. Oktober nach 64 Tagen ohne Unterstützung durch die sowjetische Armee. Deutsche Truppen zerstörten Warschau anschließend fast vollständig. In Ungarn setzte Deutschland am 15. Oktober mit dem Unternehmen Panzerfaust Miklós Horthy ab. Ende Dezember wurde Budapest eingeschlossen.

Im Westen waren die Vorbereitungen für die Invasion abgeschlossen. Am 6. Juni landeten die Alliierten am D-Day in der Normandie: US-Truppen bei Utah und Omaha Beach, britische bei Gold und Sword Beach sowie kanadische bei Juno Beach. Nach dem Ausbruch bei Saint-Lô in Operation Cobra ab 25. Juli und der Zerschlagung deutscher Verbände im Kessel von Falaise rückten die Alliierten rasch vor. Paris wurde am 25. August befreit, Brüssel am 3. September und Antwerpen am 4. September. Operation Market Garden vom 17.–27. September scheiterte jedoch am Ziel, den Rhein bei Arnheim zu überqueren.

Die alliierten Truppen kamen in Italien bis nördlich der Linie Rimini–Rom vor. Rom wurde am 4. Juni befreit. Deutschland versuchte ab 16. Dezember mit der Ardennenoffensive, den alliierten Vormarsch aufzuhalten. Zugleich setzten beide Seiten den Luftkrieg fort; ab 6. September erfolgten etwa 3.200 deutsche V2-Angriffe, vor allem auf London und Antwerpen.

Im Pazifik eroberten die USA die Marshallinseln, die Marianen einschließlich Saipan, Tinian und Guam sowie die Palau-Inseln. Die Schlacht in der Philippinensee am 19./20. Juni schwächte Japans Marine stark. Japans Operation Ichi-gō brachte in China zwar eine Landverbindung nach Indochina, doch die US-Landung auf Leyte am 20. Oktober begann die Rückeroberung der Philippinen. Der Sieg im Golf von Leyte am 24./25. Oktober führte zur Vernichtung der kaiserlich-japanischen Marine; kurz danach wurden erstmals vorbereitete Kamikazeangriffe eingesetzt.

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