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Chronik der deutschen Teilung
Die Chronik der Teilung Deutschlands umfasst Geschehnisse vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990.
Inhalt5 Abschnitte
Ausgangslage und Entstehung zweier Staaten
Die Chronik der deutschen Teilung beschreibt die Entwicklung vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wiedervereinigung 1990. Nach der Niederlage Deutschlands wurde das Land in vier Besatzungszonen der USA, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und der Sowjetunion geteilt. Auch Berlin wurde trotz seiner Lage in der sowjetischen Zone als Viersektorenstadt aufgeteilt. Die Teilung prägte Politik, Wirtschaft, Grenzen und das Leben der Bevölkerung über Jahrzehnte.
1944 wurden im Zusammenhang mit dem Morgenthau-Plan unterschiedliche Aufteilungs- und Annexionsideen diskutiert. Die Gegner dieser radikalen Forderungen waren auf amerikanischer und britischer Seite jedoch in der Mehrheit; der Plan wurde keine Grundlage der Deutschlandpolitik.
Die Konferenz von Jalta beschloss vom 4. bis 11. Februar 1945 die Aufteilung Europas und Deutschlands in Besatzungszonen. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai übernahmen die Alliierten die oberste Regierungsgewalt. Das Potsdamer Abkommen vom 2. August regelte Einzelheiten der Besatzung. Am 30. August entstanden der Alliierte Kontrollrat und die Alliierte Kommandantur für Berlin. In der SBZ wurden Parteien zunächst zugelassen, Länder neu errichtet und im September eine Bodenreform durchgeführt: Landwirtschaftliche Betriebe von Großgrundbesitzern mit mehr als 100 ha sowie Betriebe bestimmter als Kriegsverbrecher oder aktive NSDAP-Mitglieder eingestufter Besitzer wurden enteignet.
1946 wurden KPD und SPD in der SBZ und Berlin auf dem Vereinigungsparteitag zur SED vereinigt; der Artikel bezeichnet dies als Zwangsvereinigung. Die USA und das Vereinigte Königreich schlossen ihre Zonen zur Bizone zusammen. Während in den Westzonen Landtagswahlen stattfanden, wurden in der SBZ Unternehmen der Schwer- und Schlüsselindustrie in Volkseigentum überführt. 1947 standen Truman-Doktrin und Marshallplan für die westliche Eindämmung des Totalitarismus und wirtschaftliche Unterstützung Europas; die SBZ lehnte das angebotene Marshallplan-Angebot ab.
1948 verschärfte sich der Konflikt: Die Westmächte und Beneluxstaaten berieten auf der Londoner Sechsmächtekonferenz über deutsche Selbstverwaltung. Der Parlamentarische Rat sollte eine föderalistische und demokratische Verfassung ausarbeiten; die UdSSR trat daraufhin aus dem Alliierten Kontrollrat aus. Nach der Währungsreform in den Westzonen am 20. Juni und ihrer Einführung in West-Berlin riegelte die Sowjetunion die Westsektoren Berlins in der Nacht zum 24. Juni ab. Die Berliner Luftbrücke versorgte die eingeschlossene Bevölkerung. Im November beendete die SED die gemeinsame Berliner Kommunalverwaltung und setzte im Ostsektor einen eigenen Magistrat ein.
1949 endete die Blockade West-Berlins am 12. Mai. Am 23. Mai entstand durch Verkündung des Grundgesetzes die Bundesrepublik Deutschland (BRD); der erste Bundestag trat am 7. September zusammen, Konrad Adenauer wurde Bundeskanzler und Bonn vorläufige Bundeshauptstadt. Am 7. Oktober konstituierte sich in Ost-Berlin die Deutsche Demokratische Republik (DDR) mit Wilhelm Pieck als Präsidenten. Damit standen sich zwei deutsche Staaten mit unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen gegenüber.
Blockbildung, Grenzen und Mauerbau
In den 1950er Jahren wurden BRD und DDR in gegensätzliche Bündnisse eingebunden. Die DDR trat 1950 dem RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, COMECON) bei, der Wirtschaftsgemeinschaft sozialistischer Länder. Sie erkannte mit Polen die Oder-Neiße-Grenze an. Der Bundestag erklärte dagegen am 13. Juni 1950, Deutschland bestehe ungeachtet dieser Vereinbarung in den Grenzen von 1937 fort.
Die Wiederbewaffnung wurde zu einem wichtigen Streitpunkt. Adenauer forderte 1950 die Verstärkung alliierter Truppen und die Einbindung deutscher Streitkräfte in ein westliches Verteidigungsbündnis. Aus dem Amt Blank entstand 1955 das Bundesministerium für Verteidigung; am 7. Juni wurde die Bundeswehr gegründet. Die Bundesrepublik trat am 9. Mai 1955 der NATO bei. Die DDR und weitere osteuropäische Staaten gründeten am 14. Mai den Warschauer Pakt. In der DDR wurde 1956 die Nationale Volksarmee (NVA) beschlossen; in der Bundesrepublik galt ab 21. Juli 1956 die allgemeine Wehrpflicht.
1952 schlug die Sowjetunion in der Stalin-Note Gespräche über einen Friedensvertrag für ein neutrales, vereintes Deutschland vor. Im selben Jahr wurden der Deutschlandvertrag und der EVG-Vertrag unterzeichnet. Nachdem die französische Nationalversammlung den EVG-Vertrag 1954 ablehnte, trat der modifizierte Deutschlandvertrag am 5. Mai 1955 in Kraft. Er bekräftigte das Ende des Besatzungsstatuts für Westdeutschland, ließ aber alliierte Vorbehaltsrechte bestehen. Die UdSSR gewährte der DDR bereits am 25. März 1954 Souveränität.
Die DDR baute ihre sozialistische Ordnung aus: 1951 begann ihr erster Fünfjahresplan, 1952 erklärte Walter Ulbricht den „Aufbau des Sozialismus“ zur grundlegenden Aufgabe. Einschränkungen nahmen zu, darunter die Unterbrechung von Telefonverbindungen 1952 und die Passierscheinpflicht für Bundesbürger und West-Berliner. Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 begann mit einem Streik in Ost-Berlin und weitete sich auf die gesamte DDR aus; laut Artikel verhinderte nur das schnelle Eingreifen sowjetischer Besatzungstruppen den Zusammenbruch des Staates.
Die große Zahl der Ausreisen aus der DDR verschärfte die Krise. Für 1955 wurden mehr als 250.000 Flüchtlinge aus der DDR und Ost-Berlin gezählt. Bis zum 20. September 1956 sollen seit der DDR-Gründung 1,72 Millionen Menschen die DDR verlassen haben. Die Hallstein-Doktrin von 1955 erklärte, die Bundesrepublik werde diplomatische Beziehungen zu jedem Staat abbrechen, der die DDR anerkenne. Die Zweite Berlin-Krise begann 1958 mit dem sowjetischen Berlin-Ultimatum, West-Berlin in eine „Freie Stadt“ umzuwandeln.
Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Nachdem am Vortag 3290 Menschen über die Sektorengrenze nach West-Berlin geflohen waren, riegelte die DDR die Grenzen zu West-Berlin und zur Bundesrepublik vollständig ab. Der Verkehr von S-Bahn und U-Bahn zwischen den Stadthälften sowie aus West-Berlin ins Umland wurde eingestellt. Berlin blieb bis zum 9. November 1989 geteilt. US-Präsident John F. Kennedy hatte zuvor am 25. Juli die drei Grundfreiheiten für Berlin genannt: westliche Truppen in Berlin, freier Zugang von und nach Berlin sowie Freiheit und Lebensfähigkeit der Stadt.
Geteiltes Deutschland im Kalten Krieg
Nach dem Mauerbau blieb die innerdeutsche Grenze ein zentraler Konfliktpunkt. Die Westmächte protestierten 1962 bei der UdSSR gegen Tötungen an der Mauer. In der DDR bekräftigte die SED 1963 ihren Anspruch, das „gesamte gesellschaftliche Leben der Republik zu leiten“. Das DDR-Jugendgesetz von 1964 verlangte, auf sozialistische Art zu arbeiten, zu lernen und zu leben. Regimekritik hatte Folgen: Der Chemie-Professor Robert Havemann verlor 1964 wegen kritischer Äußerungen sein Amt.
Zugleich gab es begrenzte Erleichterungen. Das Passierscheinabkommen vom 17. Dezember 1963 ermöglichte West-Berlinern zeitlich befristete Verwandtenbesuche in der DDR. Ab 1964 konnten auch erste Rentner aus der DDR Verwandte in West-Berlin und der Bundesrepublik besuchen. Kennedy besuchte West-Berlin vom 23. bis 26. Juni 1963 und sagte vor dem Schöneberger Rathaus: „Ich bin ein Berliner“.
Die DDR trat außenpolitisch zunehmend eigenständig auf. 1965 erhielt sie im nichtsozialistischen Ausland Anerkennung. Das Nationale Olympische Komitee der DDR wurde vom IOC voll anerkannt; die DDR erhielt eine eigene Olympiamannschaft. 1967 führte das Staatsbürgerschaftsgesetz der DDR eine Staatsbürgerschaft ein, die die bisherige deutsche Staatsbürgerschaft ablösen sollte; Ost-Berlin war einbezogen. Bei den Olympischen Spielen 1968 traten erstmals zwei deutsche Mannschaften an, zunächst noch unter gemeinsamer schwarz-rot-goldener Flagge mit weißen olympischen Ringen.
1968 wurde der Prager Frühling durch den Warschauer Pakt niedergeschlagen; NVA-Verbände waren nicht beteiligt. Für Reise- und Transitverkehr zwischen Bundesrepublik und West-Berlin galt nun Pass- und Visumpflicht. Die Gesellschaft für Sport und Technik beschloss militärische Ausbildung für alle Jugendlichen in der DDR, was laut Artikel wesentlich zur Militarisierung ihres Alltags beitrug. In der Bundesrepublik regierte seit 1966 erstmals eine Große Koalition aus CDU und SPD unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger.
Annäherung und geregelte Beziehungen
Mit Willy Brandt als Bundeskanzler begann 1969 eine neue Ostpolitik. Zusammen mit Außenminister Walter Scheel verfolgte er das Ziel „Wandel durch Annäherung“ und wandte sich von der Hallstein-Doktrin ab. 1970 traf Brandt den DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph in Erfurt und Kassel. Der Moskauer Vertrag vom 12. August enthielt erstmals nach Kriegsende Gewaltverzicht und den Verzicht auf Gebietsansprüche. Im Warschauer Vertrag erkannte die Bundesrepublik die Oder-Neiße-Linie faktisch als polnische Westgrenze an.
Das Viermächteabkommen garantierte am 3. September 1971 freie Zufahrtswege nach Berlin. Das Transitabkommen regelte ab 17. Dezember den Reiseverkehr von und nach West-Berlin. Der Grundlagenvertrag vom 21. Dezember 1972 ordnete die Beziehungen zwischen BRD und DDR. 1973 wurden beide Staaten Mitglieder der Vereinten Nationen. Am 2. Mai 1974 nahmen die Ständigen Vertretungen beider Staaten in Bonn und Berlin ihre Arbeit auf.
Die Teilung blieb jedoch sichtbar. Die DDR installierte ab 1970 an der Grenze zur Bundesrepublik Selbstschussanlagen des Typs SM-70. 1976 wurde der kritische Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. 1983 erhielt die DDR nach Vermittlung von Franz Josef Strauß einen Kredit der Bundesrepublik in Höhe von 1 Mrd. DM; anschließend wurden die Selbstschussanlagen abgebaut. 1987 empfing Bundeskanzler Helmut Kohl den DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in Bonn.
Ende der Teilung und Wiedervereinigung
1989 geriet die DDR durch Massenflucht, Montagsdemonstrationen und bei den Kommunalwahlen geplante Wahlfälschungen unter starken Druck. Obwohl das SED-Regime sein vierzigjähriges Bestehen feierte, fiel die Berliner Mauer am 9. November 1989 nach 28 Jahren Trennung.
1990 wurde mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag in Moskau die Wiedervereinigung von Bundesrepublik und DDR völkerrechtlich legitimiert. Die vier Siegermächte hoben ihre Vorbehaltsrechte auf. Die volle staatliche Souveränität trat am 15. März 1991 in Kraft.
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