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Chinesisch-Vietnamesischer Krieg

Auslöser des militärischen Konflikts war das vietnamesische Vorgehen gegen die mit China verbündeten Roten Khmer in Kambodscha. China besetzte einige …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Ursachen
  2. 2. Angriff und Kämpfe
  3. 3. Ende des Krieges und Verhandlungspositionen
  4. 4. Weitere Spannungen und Beilegung

Überblick und Ursachen

Der Chinesisch-Vietnamesische Krieg war der Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Vietnam vom 17. Februar bis 16. März 1979 im chinesisch-vietnamesischen Grenzgebiet. China bezeichnete ihn als „Selbstverteidigungs- und Gegenangriffskampf an der chinesisch-vietnamesischen Grenze“, Vietnam als „Krieg gegen den chinesischen Expansionismus“.

Auslöser war das Vorgehen Vietnams gegen die mit China verbündeten Roten Khmer in Kambodscha. Anfang 1979 hatten vietnamesische Truppen Kambodscha besetzt, das Pol-Pot-Regime gestürzt und unter Heng Samrin eine provietnamesische Marionettenregierung eingesetzt. China wollte Vietnam zum Abzug aus Kambodscha zwingen. Es befürchtete eine von Vietnam beherrschte, an die Sowjetunion gebundene Indochina-Föderation und wollte den sowjetischen Einfluss zurückdrängen. Am 18. Februar 1979 schlossen Vietnam und das von ihm besetzte Kambodscha einen Kooperations- und Freundschaftsvertrag.

Hinzu kamen jahrelange Grenzstreitigkeiten sowie die politische und ideologische Rivalität zwischen China und der Sowjetunion. Vietnam hatte im November 1978 einen Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion geschlossen. Die gemeinsame Grenze verlief durch schwer überschaubares, zerklüftetes Gelände. Obwohl beide Staaten sie bis 1979 als „Freundschafts- und Friedensgrenze“ betrachteten, kam es seit Beginn der 1970er Jahre häufig zu Zwischenfällen. China gab am 16. Februar 1979 Vietnam die Verantwortung für rund 3535 Grenzzwischenfälle; Vietnam nannte im Gegenzug 2158 chinesische Grenzprovokationen. Beide Staaten wandten sich deshalb an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Angriff und Kämpfe

China mobilisierte im Januar 1979 etwa 200.000 Mann und ein Fünftel seiner Luftstreitkräfte an der Grenze. Vietnam verfügte über 70.000 Soldaten in 38 Infanterie-Divisionen und vier selbstständigen Panzerbrigaden. Sechs Infanteriedivisionen waren in Laos stationiert; fünf Infanteriedivisionen und eine Panzerbrigade befanden sich in Kambodscha.

Am 17. Februar 1979 um 03:30 Uhr Ortszeit griff die chinesische Volksbefreiungsarmee von Yunnan und Guangxi aus an 26 Stellen der etwa 1347 Kilometer langen Grenze an. China erklärte den Angriff zum Gegenangriff auf vietnamesische Provokationen und kündigte an, die Truppen nach dem Gegenschlag wieder zur Grenzverteidigung zurückzuziehen. Vietnam konnte trotz totaler Mobilmachung zunächst nur zwei Divisionen zur Verteidigung bereitstellen, weil Streitkräfte umgruppiert werden mussten.

Die chinesische Infanterie wurde oft aufgehalten: Vietnamesische Soldaten hatten sich in einem weit verzweigten Bunker- und Stollensystem verschanzt. Nach massierten Panzerangriffen erzielte China nach zehn Tagen Geländegewinne von bis zu 40 Kilometern, besonders im Delta des Roten Flusses und an den Ausgangspforten des Yunnan-Gebirges. Bis zum 5. März eroberten chinesische Truppen nach heftigen Kämpfen Grenzorte in Đồng Đăng, Lạng Sơn, Cao Bằng, Thất Khê, Lào Cai und Cam Đường und rückten bis Lai Châu vor. Die Sowjetunion protestierte und lieferte Vietnam Waffen, griff aber nicht unmittelbar in die Kämpfe ein.

Ende des Krieges und Verhandlungspositionen

Nach drei Wochen erklärten beide Seiten, sie hätten gewonnen. China zog sich zurück, konnte jedoch die vietnamesische Einmischung in Kambodscha nicht beenden. Die Verluste waren auf beiden Seiten hoch, doch offiziell belastbare Verluststatistiken wurden nicht veröffentlicht. Vietnamesische Quellen nennen 20.000 chinesische Gefallene und 60.000 Verwundete. Chinesische Quellen nennen 7.000 bis 8.000 eigene Tote sowie 15.000 bis mehr als 21.000 Verwundete und rund 52.000 vietnamesische Todesopfer. Einer unabhängigen Schätzung zufolge gab es auf chinesischer Seite rund 26.000 Tote und 37.000 Verwundete, auf vietnamesischer Seite 30.000 Tote und 32.000 Verwundete.

Der chinesische Regierungschef Hua Guofeng erklärte den Abzug am 16. März 1979 für beendet; bis zum 27. März befanden sich aber noch chinesische Soldaten auf vietnamesischem Gebiet. Verhandlungen begannen am 18. April in Hanoi und im Juni in Peking, blieben jedoch erfolglos. Bis zum 22. Juni wurde der Austausch von Kriegsgefangenen vereinbart.

China legte einen Acht-Punkte-Plan für Grenzvereinbarungen vor. Zu seinen Kernforderungen gehörten die Wiederaufnahme von 240.000 seit 1978 aus Vietnam nach China vertriebenen vietnamesischen Staatsangehörigen chinesischer Herkunft, die Anerkennung der Spratly- und Paracel-Inseln als integraler Teil Chinas sowie der Abzug vietnamesischer Truppen aus Kambodscha und Laos. Vietnams Drei-Punkte-Plan verlangte eine Regelung der Grenze und normale Beziehungen, eine entmilitarisierte Zone sowie einen Nichtangriffspakt.

Weitere Spannungen und Beilegung

Auch nach dem Krieg kam es wiederholt zu gegenseitigen Grenzverletzungen. Besonders schwere Kämpfe fanden vom 5. bis 7. Januar 1987 statt, als eine chinesische Division in die Provinz Ha Tuyen eindrang. Ruhe trat im Grenzgebiet erst ein, nachdem die Sowjetunion unter Michail Gorbatschow Ende 1986 ein besseres Verhältnis zu China anstrebte und Vietnam den Rückzug seiner in Kambodscha stationierten Truppen ankündigte. Dieser Rückzug war im November 1989 vollständig abgeschlossen.

Ende 1999 legten China und Vietnam ihre gemeinsame territoriale Grenze vertraglich fest. Nach einem vorbereitenden Treffen der Premierminister am 25. September 2000 unterzeichneten der vietnamesische Präsident Trần Đức Lương und der chinesische Präsident Jiang Zemin am 25. Dezember 2000 den Vertrag über die Demarkation der Seegrenze und die Fischereirechte im Golf von Tonkin. Seit 2001 gilt der Konflikt zwischen China und Vietnam als beigelegt; die bilateralen Streitigkeiten um regionale Macht wurden vertraglich geregelt. Unabhängig davon besteht weiter der Konflikt um die Spratly- und Paracel-Inseln, an dem neben China und Vietnam auch Brunei, Malaysia, Taiwan und die Philippinen beteiligt sind.

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