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Peking
Das gesamte 16.411 Quadratkilometer (fast so groß wie Thüringen) große Verwaltungsgebiet Pekings hat 21.893.095 Einwohner (Stand: Zensus 2020). Der größte Teil …
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Lage, Bedeutung und Grunddaten
Peking, auf Chinesisch Beijing (北京, Běijīng), bedeutet „Nördliche Hauptstadt“. Die Stadt ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und als regierungsunmittelbare Stadt einer Provinz gleichgestellt. Sie ist damit das politische Zentrum des Landes und zugleich ein bedeutender Ort chinesischer Geschichte, Kultur, Wirtschaft, Bildung und Forschung.
Das Verwaltungsgebiet umfasst laut Artikel 16.411 km²; im Geographieabschnitt werden 16.807,8 km² genannt. Diese unterschiedlichen Angaben werden im Artikel nicht erklärt. Die Stadt liegt bei 39° 56′ N, 116° 23′ O, durchschnittlich 63 m über dem Meeresspiegel, am nordwestlichen Rand der dicht besiedelten Nordchinesischen Tiefebene und etwa 110 km nordwestlich des Golfs von Bohai. Berge des Mongolischen Plateaus umgeben sie; höchste Erhebung ist der Ling Shan mit 2303 m. Nur etwa 8 % des Verwaltungsgebiets gehören zur dicht bebauten Kernstadt, 92 % bestehen aus Vorstädten und ländlich geprägten Gebieten.
Peking ist in 16 Stadtbezirke gegliedert. Zur Innenstadt zählen Chaoyang, Dongcheng, Fengtai, Haidian, Shijingshan und Xicheng. Weitere Stadtbezirke liegen in der Umgebung oder weiter außerhalb, darunter Mentougou, Fangshan, Tongzhou, Shunyi, Changping, Daxing, Pinggu, Huairou, Miyun und Yanqing.
Für 2020 nennt der Artikel 21.893.095 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 1.334,1 Einwohnern je km². Das Verwaltungsgebiet umfasst jedoch große ländliche Flächen. Die Kernstadt hatte 2007 rund 7,7 Millionen Einwohner, die Metropolregion mit Vororten 11,8 Millionen. Peking sollte ab 2018 zum Kern der Megalopolis Jing-Jin-Ji mit 130 Millionen Einwohnern werden.
Klima, Umwelt und Bevölkerung
Peking besitzt trotz der Nähe zur Küste ein gemäßigtes kontinentales Klima. Die Sommer sind warm und feucht, die Winter kalt und trocken. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt 578 mm beziehungsweise nach der Klimatabelle 576,9 mm; etwa 62 % fallen im Juli und August. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 11,8 bis 11,9 °C. Der Juli ist mit einer mittleren Tageshöchsttemperatur von 30,8 °C der wärmste Monat, der Januar mit einer mittleren Tagestiefsttemperatur von −9,4 bis −9,6 °C der kälteste. Die offiziell höchste Temperatur wurde am 15. Juni 1942 mit 42,6 °C, die tiefste am 22. Februar 1966 mit −27,4 °C gemessen. Im Frühjahr können Sandstürme auftreten, im Sommer verschlechtert südlicher Wind häufig die Sicht.
Die Stadt kämpft mit verschmutzten Flüssen, Problemen der Trinkwasserversorgung, Luftverschmutzung, Verkehrsüberlastung und Defiziten im öffentlichen Nahverkehr. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden Gesetze zu Recycling, Umweltverträglichkeitsprüfung, Energieeffizienz und Luftreinhaltung erlassen. Seit 2003 galten strengere Abgasnormen, ab 1. März 2008 mussten Neuwagen den Euro-IV-Standard erfüllen. Dieselbusse wurden teilweise durch Erdgasbusse ersetzt, und der Schienenverkehr wurde ausgebaut. Im Rahmen des Saubere-Luft-Plans wurden von 2013 bis 2017 alle Kohlekraftwerke der Stadt stillgelegt und durch emissionsarme Gaskraftwerke ersetzt. Dennoch bleiben Feinstaub, Smog und Atemwegserkrankungen, besonders bei Inversionswetterlagen, ein ernstes Problem.
Die Bevölkerung wuchs langfristig stark: von 600.000 Einwohnern im Jahr 1450 über 2.768.119 im Jahr 1953 auf 7.724.932 in der Kernstadt im Jahr 2007. Das gesamte Verwaltungsgebiet hatte 2016 etwa 21,5 Millionen Einwohner; für 2015 werden 21,7 Millionen genannt. Der Artikel unterscheidet zwischen registrierten Einwohnern mit ständigem Wohnsitz und temporären Einwohnern mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung. 2015 waren es 13,5 Millionen registrierte und 8,2 Millionen temporäre Bewohner. Das Wachstum beruht vor allem auf Zuwanderung; zusätzlich lebten etwa eine Million statistisch nicht erfasste Gast- und Wanderarbeiter in der Stadt. Etwa 95,7 % der Bevölkerung sind Han. Größere Minderheiten bilden Mandschu, Hui, Mongolen und Koreaner.
Seit 1949 wurden viele traditionelle Siheyuan-Hofhäuser und Hutongs abgerissen und durch Betonbauten ersetzt. Moderne Hochhäuser und Sanierungsprojekte verdrängten ärmere Bewohner zunehmend in die Außenbezirke. Wichtige Wohngebiete sind Wangjing im Nordosten und Huilongguan im Nordwesten. Satellitenstädte für jeweils mehr als 500.000 Einwohner sollten die Überbevölkerung mindern.
Historische Entwicklung
Im Gebiet des heutigen Peking lebten bereits vor 770.000 ± 80.000 Jahren Vertreter des Homo erectus. Die bei Zhoukoudian gefundenen Peking-Menschen sowie Stein- und Knochenwerkzeuge machten den Fundort bekannt; 1987 wurde Zhoukoudian UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Stadtgeschichte reicht bis in die westliche Zhou-Dynastie zurück. Unter dem Namen Ji („Schilf“) wurde die Stadt um 1000 v. Chr. erstmals erwähnt. In der Zeit der Streitenden Reiche war sie als Yanjing die Hauptstadt des Staates Yan. 221 v. Chr. eroberte Qin Shihuangdi die Stadt; unter der Qin-Dynastie wurde sie erneut Ji genannt und verlor zunächst an Bedeutung. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sie sich wieder zu einem Handelszentrum und zu einer wichtigen Militärbasis an der Nordgrenze.
Während der Tang-Dynastie (618–907) hieß die Stadt Youzhou und wurde von einem Militärgouverneur verwaltet. 937 eroberten die Kitan einen Teil Nordchinas und machten Peking zu ihrem Herrschaftssitz. Nach der Eroberung durch die Jurchen wurde die Stadt 1153 unter dem Namen Zhongdu Hauptstadt der Jin-Dynastie und aufwendig erweitert. 1215 nahmen die Heere Dschingis Khans die Stadt ein, plünderten und zerstörten sie. Kublai Khan ließ auf den Trümmern Dadu, auch Khanbaliq oder Cambaluc genannt, errichten. Unter der Yuan-Dynastie war Peking von 1264 bis 1368 Hauptresidenz der Mongolen und ein wichtiger Endpunkt der Seidenstraße.
1368 löste die Ming-Dynastie die Yuan ab und benannte die Stadt zunächst in Beiping („Nördlicher Friede“) um. Kaiser Yongle ließ sie ab 1408 neu erbauen und machte sie 1421 zum Regierungssitz. Die Verbotene Stadt und der Himmelstempel entstanden als zentrale Elemente dieser Entwicklung. Während der Qing-Dynastie (1644–1911) wurde Peking durch weitere Paläste und Tempel erweitert. Besonders die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Kangxi, Yongzheng und Qianlong gilt als Blütezeit. Der Alte und der Neue Sommerpalast wurden jedoch im Zweiten Opiumkrieg 1860 beziehungsweise im Boxeraufstand 1900 durch ausländische Truppen schwer beschädigt.
Nach der Abdankung der Mandschu und der Gründung der Republik China 1912 blieb Peking bis 1928 politisches Zentrum. Danach wurde die Hauptstadt nach Nanjing verlegt und Peking erneut Beiping genannt. 1937 besetzte die japanische Armee die Stadt; 1945 wurde sie befreit. Im Januar 1949 nahmen die Kommunisten Peking ein. Nach der Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 wurde die Stadt wieder Hauptstadt. Viele historische Bauwerke wurden zerstört oder zweckentfremdet. 1989 demonstrierten auf dem Tian’anmen-Platz fast eine Million Menschen für Reformen, mehr Freiheit und gegen Korruption. Nach der Verhängung des Kriegsrechts am 20. Mai wurde die Bewegung am 4. Juni 1989 militärisch niedergeschlagen; laut Artikel kamen Tausende Zivilisten ums Leben. 2001 wurde Peking als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008 ausgewählt.
Kultur, Bauwerke und Sehenswürdigkeiten
Pekings kulturelles Erbe umfasst die Altstadt, Hutongs, Kaiserpaläste, Tempel, Gärten, Museen und die Chinesische Mauer. Die ursprünglich ummauerte Altstadt war als kosmisches Ordnungssystem geplant und bestand aus Kaiser-, Innerer und Äußerer Stadt. Die Innere Stadt wurde zwischen 1409 und 1420 von einer etwa 15 m hohen Mauer mit neun Toren umgeben; ihre Mauer war etwa 25 km lang. Die Äußere Stadt entstand zwischen 1521 und 1566 und besaß eine 23,5 km lange Mauer. Nach 1949 wurden große Teile der Stadtmauern für Hauptverkehrsstraßen abgetragen.
Die Verbotene Stadt war die Residenz von 24 Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien und beherbergt heute das Palastmuseum. Der ehemalige Kaiserpalast wurde 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Südlich davon liegt der Tian’anmen-Platz. Mit 40 Hektar gilt er als größter öffentlicher Platz der Welt und kann bis zu einer Million Menschen aufnehmen. Dort stehen unter anderem die Große Halle des Volkes, das Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution, das Denkmal für die Helden des Volkes und das Grab Mao Zedongs. Der Platz war Schauplatz wichtiger Kundgebungen, darunter der Studentenproteste von 1919, Massenaufmärsche während der Kulturrevolution 1966 und der Demokratiebewegung von 1989.
Der Himmelstempel im Süden der Stadt diente den Kaisern als Ort der Gebete für eine gute Ernte. Die Halle der Ernteopfer wurde 1420 errichtet, brannte 1889 ab und wurde 1890 neu gebaut. Weitere bedeutende Tempel sind der Konfuziustempel, der Lamatempel und der Tempel der Weißen Pagode. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören die Ming-Gräber, das Alte Observatorium, der Kaiserliche Sommerpalast Yihe Yuan, die Ruinen des Alten Sommerpalastes, die Nationaloper, Kirchen, der Fernsehturm und das Central Chinese Television Headquarters.
Der bekannteste nahe gelegene Abschnitt der Chinesischen Mauer liegt bei Badaling, 70 km nordwestlich von Peking. Die Mauer entstand vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis ins 16. Jahrhundert; der Artikel nennt eine Gesamtlänge von 8850 km. Weitere Abschnitte liegen bei Mutianyu, 90 km nordöstlich, und Simatai, 110 km nordöstlich.
Zu den wichtigen Parks gehören Yiheyuan, der Beihai-, Jingshan- und Ditan-Park sowie Badachu und der Fragrant Hill Park. Grünstreifen, Uferparks und renaturierte Flussläufe sollen Erholung ermöglichen und die Stadt besser durchlüften. Peking besitzt außerdem Museen für Kunst, Archäologie, Naturgeschichte, Technik, Wissenschaft, Luftfahrt und den Antijapanischen Krieg. Die Peking-Oper verbindet Gesang, Tanz, Akrobatik und mimisches Spiel; das zeitgenössische Theater zeigt auch Übersetzungen westlicher Stücke und experimentelle Produktionen.
Zu den typischen Spezialitäten gehören Pekingente und mongolischer Feuertopf. Pekingente wird mit süßer Schwarzbohnensoße, Frühlingszwiebeln und einer dünnen Teigtasche serviert. Beim Feuertopf werden unter anderem Hammelfleisch, Garnelen, Chinakohl und Nudeln in heißer Brühe gegart. Peking war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008 und der Olympischen Winterspiele 2022. 2021 eröffnete das vier Quadratkilometer große Universal Beijing Resort.
Wirtschaft, Politik und Infrastruktur
Peking ist ein bedeutendes Industrie-, Dienstleistungs-, Finanz- und Einkaufszentrum. Eine Studie von 2014 nennt ein Bruttoinlandsprodukt von 506,1 Milliarden US-Dollar nach Kaufkraftparität und den 11. Rang unter den wirtschaftsstärksten Metropolregionen der Welt. Das BIP pro Kopf betrug 23.390 US-Dollar. Peking hatte die höchste Zahl an Fortune-Global-500-Unternehmen. Industriezentren liegen unter anderem in Fangshan (petrochemische Produkte), Fengtai (Maschinenbau), Shijingshan (Eisen und Stahl) und Tongzhou (Motorfahrzeuge). Außerdem werden Textilien, Papier, elektronische Produkte, Lebensmittel und weitere Waren hergestellt. Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen beschäftigen ebenfalls große Teile der Bevölkerung. Seit 2021 befindet sich die Beijing Stock Exchange in der Stadt.
Peking ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt mit Bahnverbindungen in alle Landesteile, Hochgeschwindigkeitsverkehr sowie Anschlüssen über die Transmongolische und Transsibirische Eisenbahn nach Europa. Der Flughafen Peking-Hauptstadt liegt etwa 20 km nordöstlich des Zentrums. Der Flughafen Peking-Daxing wurde am 25. September 2019 eröffnet und ist für bis zu 120 Millionen Fluggäste sowie bis zu sieben Start- und Landebahnen geplant. Über den Kaiserkanal besteht eine Verbindung zum Gelben Fluss und zum Jangtsekiang.
Das Straßennetz umfasst neun Autobahnen, fünf Ringstraßen und zahlreiche Durchgangsstraßen. Innerhalb der 2. Ringstraße wird das Stadtzentrum gesehen, innerhalb der 5. Ringstraße der Großraum. Die ringförmige Stadtentwicklung führt zu häufigen Staus. 2023 wurden nur 100.000 Pekinger Nummernschilder vergeben; die Wartezeit konnte bis zu zehn Jahre betragen. Elektroautos werden bevorzugt. Fahrzeuge ohne Pekinger Kennzeichen dürfen höchstens zwölfmal pro Jahr jeweils bis zu sieben Tage und nicht während der Hauptverkehrszeiten fahren.
Fast eintausend Bus- und Trolleybuslinien ergänzen den Schienenverkehr. Die U-Bahn begann am 1. Oktober 1969. Nach dem Ausbau für die Olympischen Spiele 2008 beschleunigte sich die Erweiterung; 2022 gab es 25 Linien mit insgesamt 783 km Streckenlänge. Das Fahrrad war lange ein wichtiges Verkehrsmittel mit etwa zehn Millionen privaten Fahrrädern. Fahrradverleihsysteme wie Mobike, Bluegogo und Ofo steigerten seine Popularität erneut.
Peking besitzt bedeutende Hochschulen, darunter die Peking-Universität, gegründet 1898, und die Tsinghua-Universität, gegründet 1911. Weitere Einrichtungen sind die Chinesische Volksuniversität, die Peking-Universität für Außenwirtschaft und Handel, die Pädagogische Universität Peking, die Chinesische Akademie der Wissenschaften und die Zentralakademie für Bildende Künste. Im Bezirk Haidian liegen mehr als 20 Universitäten. Die Peking-Bibliothek umfasst etwa zehn Millionen Bände. Das China Rehabilitation Research Center ist eine staatliche Rehabilitationsklinik sowie Ausbildungs- und Forschungszentrum.
Die Stadtregierung verwaltet 16 Stadtbezirke und die darunterliegenden Straßenviertel, Gemeinden, Einwohner- und Dorfkomitees. Zum Bürgermeister nennt der Artikel unterschiedliche Angaben: Im Infokasten steht Yin Yong als geschäftsführend, im politischen Abschnitt wird Chen Jining seit Mai 2017 genannt. Peking unterhält zahlreiche Städte- und Regionenpartnerschaften, darunter mit New York, Belgrad, Lima, Washington, Madrid, Köln, Berlin, Paris, Moskau, London, Tokio und Île-de-France.