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Kuba

Er grenzt im Nordwesten an den Golf von Mexiko, im Nordosten an den Atlantischen Ozean und im Süden an das Karibische Meer. Kuba hat etwa 10 Millionen Einwohner …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Staat, Lage und Bevölkerung
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Politisches System und Menschenrechte
  4. 4. Wirtschaft, Währung und Außenbeziehungen
  5. 5. Bildung, Gesundheit und Infrastruktur
  6. 6. Umwelt, Kultur und Medien

Staat, Lage und Bevölkerung

Kuba (amtlich: Republik Kuba, spanisch República de Cuba) ist ein Inselstaat der Karibik und gehört zu den Großen Antillen. Zum Archipel gehören die Hauptinsel Kuba, die Isla de la Juventud und rund 4195 kleinere Inseln. Die Fläche beträgt 109.884,01 km². Kuba grenzt an den Golf von Mexiko, den Atlantischen Ozean und das Karibische Meer. Die Hauptstadt Havanna ist mit etwa zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes und eine der größten Metropolen der Karibik.

Kuba ist eine realsozialistische Republik mit Einparteiendiktatur. Amtssprache ist Spanisch, Währung der kubanische Peso (CUP); zusätzlich existiert die bargeldlose Devisenwährung MLC. Staatspräsident und Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas ist Miguel Díaz-Canel, Regierungschef ist Manuel Marrero Cruz. Das Parlament heißt Asamblea Nacional del Poder Popular.

Die offizielle Einwohnerzahl wird für 2025 mit 9,4 Millionen angegeben. Diese Zahl wird wegen der starken Auswanderung infrage gestellt; möglicherweise lebten damals nur etwa acht Millionen Menschen auf der Insel. Ende 2023 hatte Kuba rund zehn Millionen Einwohner. Von 2021 bis 2023 sank die Bevölkerung um gut eine Million, vor allem durch Emigration. Die Geburtenziffer lag 2022 bei 1,4 Kindern je Frau, das Medianalter 2021 bei 41,2 Jahren. 2023 waren 15,6 Prozent jünger als 15 Jahre und 16,1 Prozent älter als 64 Jahre.

Das Klima ist tropisch mit einer trockeneren Jahreszeit von November bis April und einer Regenzeit von Mai bis Oktober. Von Juni bis November besteht eine hohe Hurrikangefahr. Die Hurrikans Gustav, Ike und Paloma verursachten 2008 Schäden von rund zehn Milliarden US-Dollar, etwa 20 Prozent des BIP von 2007; sieben Menschen starben. Kuba besitzt jedoch einen vergleichsweise leistungsfähigen Katastrophenschutz. Der höchste Berg ist der Pico Turquino mit 1974 m. Das Land ist in 15 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud gegliedert; darunter bestehen 168 Municipios.

Historische Entwicklung

Vor der spanischen Eroberung lebten unter anderem Taíno auf Kuba; dieses Volk starb nach der Ankunft der Spanier infolge von Gewalt und Krankheiten aus. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geriet Kuba unter spanische Kontrolle. Für den arbeitsintensiven Zuckerrohranbau wurden zehntausende, im 19. Jahrhundert etwa sechs- bis achthunderttausend afrikanische Sklaven auf die Insel verschleppt.

Der kubanische Unabhängigkeitskampf begann 1868. Der Zehnjährige Krieg (1868–1878) und der Kleine Krieg (1878–1879) scheiterten zunächst. Seit 1895 kämpften unter anderem José Martí, Máximo Gómez und Antonio Maceo gegen rund 200.000 spanische Soldaten. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg verzichtete Spanien im Frieden von Paris am 10. Dezember 1898 auf Kuba. Die USA besetzten die Insel; die formale Unabhängigkeit wurde am 20. Mai 1902 erreicht.

Die kubanische Souveränität blieb bis 1934 durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA ein Interventionsrecht einräumte. Das allgemeine Männerwahlrecht wurde 1901 eingeführt. Das Frauenwahlrecht wurde 1934 verfassungsrechtlich aufgenommen und mit der Verfassung von 1940 wirksam. Der US-Marinestützpunkt Guantánamo besteht bis heute; seine Rechtsgrundlage und seine Aufrechterhaltung gegen den kubanischen Willen sind zwischen beiden Staaten umstritten.

Anfang 1959 stürzten Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und Ernesto „Che“ Guevara den Diktator Fulgencio Batista. Ab 1961 wurde Kuba zu einem sozialistischen Staat. Enteignungen von US-Unternehmen und US-Bürgern führten zum dauerhaften US-Embargo. Kuba band sich eng an die Sowjetunion. 1962 eskalierte der Konflikt in der Kubakrise.

Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten Osteuropas verlor Kuba Anfang der 1990er Jahre 85 Prozent seines Außenhandels. Diese schwere Krise wurde „Sonderperiode“ genannt. Öl-, Nahrungsmittel- und Ersatzteilmangel legten Industrie und Verkehr teilweise lahm. Die Regierung förderte deshalb seit 1992 den Tourismus und erlaubte begrenzt private Tätigkeit und Devisenhandel. 2008 verschärften Hurrikane zusammen mit der weltweiten Wirtschaftskrise die Lage erneut.

Politisches System und Menschenrechte

Kuba gilt politikwissenschaftlich als bürokratisch-autoritärer Staat. Eine Gewaltenteilung existiert nicht. Die Kommunistische Partei Kubas (PCC) ist laut Verfassung die führende Kraft; andere Parteien sind nicht zugelassen. Die eigentliche politische Macht liegt beim Staats- und Ministerrat, deren Mitglieder häufig zugleich führende Parteifunktionen innehaben.

Formal ist die Asamblea Nacional del Poder Popular das höchste gesetzgebende Organ. Sie tritt gewöhnlich nur zweimal jährlich zusammen und bestätigt überwiegend Entscheidungen der politischen Führung. Die Versammlungen der Volksmacht bestehen auf nationaler, Provinz- und Municipioebene. Bürger dürfen ab 16 Jahren wählen und ab 18 Jahren gewählt werden. Auf höheren Ebenen gibt es pro Sitz genau einen Kandidaten; die Kandidaten werden von Wahlkommissionen ausgewählt, die von der PCC und den Massenorganisationen kontrolliert werden. Wahlwerbung einzelner Kandidaten ist verboten. Die UN-Menschenrechtskommission bewertete die Wahlen als undemokratisch, weil die Ergebnisse praktisch feststünden. Der Frauenanteil im Parlament lag 2024 bei 55,7 Prozent, während im Politbüro 2021 nur drei von 14 Mitgliedern Frauen waren.

Die PCC hat über 600.000 Mitglieder. Gewerkschaften, Komitees zur Verteidigung der Revolution, Frauen- und Jugendverbände binden große Teile der Bevölkerung in das staatliche System ein und wirken zugleich als Kontroll- und Mobilisierungsinstrumente. Eine organisierte Opposition ist nicht vorgesehen. Regierungskritiker werden überwacht, eingeschüchtert, vorübergehend festgenommen oder in politischen Verfahren verurteilt. Unabhängige Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften sind nicht zugelassen.

Meinungs-, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Oppositionelle können sogenannten Actos de Repudio ausgesetzt werden, bei denen organisierte Gruppen sie und ihre Familien öffentlich beschimpfen und teilweise Eigentum beschädigen. Die Haftbedingungen gelten als unbefriedigend; berichtet werden Isolationshaft, Misshandlungen, Folter und verweigerte medizinische Versorgung. Internationale Organisationen erhalten keinen regulären Zugang zu den Gefängnissen. Die Todesstrafe besteht formal weiter, wurde aber zuletzt 2003 vollstreckt.

Soziale Rechte sind teilweise gut entwickelt. Bildung und medizinische Behandlung sind grundsätzlich kostenlos, doch beim Lebensstandard, bei Wohnraum und der Versorgung mit Alltagsgütern bestehen erhebliche Probleme. Die Verfassung garantiert Rechte nur, soweit ihre Ausübung nicht gegen die Revolution oder sozialistische Ziele gerichtet ist. 1992 wurde Kuba vom atheistischen zum säkularen Staat. Bedeutende Religionen sind Katholizismus und Santería, eine synkretistische Verbindung westafrikanischer Yoruba-Traditionen mit christlichen Elementen.

Wirtschaft, Währung und Außenbeziehungen

Kuba gehört zu den letzten sozialistischen Volkswirtschaften. Die zentrale Staatswirtschaft, das US-Embargo, der Verlust sowjetischer Unterstützung, ineffiziente Betriebe und wiederkehrende Naturkatastrophen prägen die wirtschaftliche Lage. Das nominale BIP wurde für 2024 auf 252,1 Milliarden US-Dollar geschätzt, das BIP je Einwohner auf 22.957 US-Dollar. Die offiziellen Wachstumszahlen sind jedoch nur eingeschränkt vergleichbar, weil Kuba eine eigene Berechnungsmethode („PIP Social Sostenible“) verwendet, die staatliche und subventionierte Leistungen besonders berücksichtigt.

Seit den 1990er Jahren existieren neben der Planwirtschaft begrenzte marktwirtschaftliche Bereiche. Familien- und Einpersonenbetriebe, Kooperativen, private Landwirtschaft und Joint Ventures wurden zeitweise zugelassen, aber weiterhin stark kontrolliert. Die militärisch geprägte Unternehmensholding GAESA kontrolliert einen großen Teil der Devisenwirtschaft, darunter Tourismus, Außenhandel, Einzelhandel und Bauwesen. Die Verfassung von 2019 erlaubte Privateigentum und in begrenztem Umfang ausländische Investitionen.

Die Währungsreform zum 1. Januar 2021 schaffte den Peso convertible (CUC) ab und machte den kubanischen Peso (CUP) zum offiziellen Bargeld. Gleichzeitig entstanden MLC-Läden, in denen bargeldlos mit ausländischen Devisen bezahlt wird. Da viele Grundbedarfswaren dort erhältlich sind, entwickelte sich ein Schwarzmarkt für Devisen. Der Peso verlor in den 2020er Jahren stark an Wert; die offizielle Inflationsrate betrug 2021 77 Prozent und 2023 39 Prozent, während die informelle Inflation deutlich höher geschätzt wird. Seit 2025 werden MLC-Läden zunehmend durch Dollar-Läden ersetzt.

Historisch waren Zucker und Tabak zentrale Exportgüter. Die Zuckerproduktion sank von neun Millionen Tonnen 1987 auf etwa eine Million Tonnen 2010; 2022 betrugen die Einnahmen aus Zuckerexporten nur 67,2 Millionen US-Dollar. Kuba muss mehr als die Hälfte seiner Lebensmittel importieren. Die Landwirtschaft leidet unter fehlenden Maschinen, Dünger, Saatgut und staatlich festgelegten Preisen. Die Produktion sank zwischen 2019 und 2023 um 35 Prozent.

Der Tourismus ist nach medizinischen Dienstleistungen ein wichtiger Devisenbringer. 2019 kamen 4,3 Millionen Touristen, 2023 nur 2,4 Millionen. Weitere Wirtschaftszweige sind Nickelbergbau, Biotechnologie und Pharmaindustrie. Die wichtigsten Handelspartner sind Venezuela und China. Kuba liefert medizinisches Personal und Alphabetisierungshelfer ins Ausland und erhält dafür unter anderem Öl oder Devisen. Das US-Embargo besteht trotz internationaler Kritik fort; die UN-Generalversammlung fordert seit 1992 jährlich seine Aufhebung.

Bildung, Gesundheit und Infrastruktur

Das Bildungssystem ist dreigeteilt und umfasst Grund-, Mittel- und Oberschule. Bildung ist kostenlos, die Schulpflicht dauert neun Jahre. Die Einschulungsquote beträgt 100 Prozent und der Analphabetismus liegt nahezu bei null. Kubanische Schüler schnitten bei UNESCO-Vergleichen besonders gut ab. Studenten müssen nach dem Abschluss drei Jahre Sozialdienst leisten. Gleichzeitig herrscht Lehrermangel; unter anderem werden 16- bis 18-jährige „Nothilfelehrer“ und Teleklassen eingesetzt. Schüler und Studenten werden außerdem regelmäßig zur Arbeit in landwirtschaftlichen Internaten verpflichtet.

Der Staat garantiert grundsätzlich kostenlose medizinische Versorgung. Das System setzt auf Vorsorge, Polikliniken und Familienärzte. Theoretisch kommen 160 Einwohner auf einen Arzt, doch etwa ein Drittel der Ärzte arbeitet im Ausland. Die Lebenserwartung stieg von 59,4 Jahren (1950–1955) auf 79,2 Jahre (2010–2015). 2010 lag die Säuglingssterblichkeit bei 4,5 je 1000 Geburten. Zugleich sind viele Kliniken baufällig, Geräte veraltet und Medikamente knapp. Die Zahl der Familienärzte sank von über 32.000 im Jahr 2009 auf unter 13.000 im Jahr 2014. Während der COVID-19-Pandemie 2021 brach das Gesundheitssystem zeitweise praktisch zusammen; für 2021 wies das Statistikamt eine Übersterblichkeit von 52.000 Menschen aus.

Die Sonderperiode beschädigte Verkehr und Energieversorgung. Das Eisenbahnnetz umfasst über 4500 Kilometer und gehört zu den ältesten der Welt. Das Straßennetz ist grundsätzlich gut ausgebaut, aber teilweise in schlechtem Zustand. Seit 2011 ist privater Gebrauchtwagenhandel erlaubt, seit 2014 auch der Kauf von Neuwagen; 2024 wurden Direktimporte weiter liberalisiert. Der Hafen von Mariel ist Kubas größter und modernster Hafen; seine erste Containerterminal-Phase hatte zunächst eine Kapazität von 800.000 TEU.

Die Energieversorgung beruht überwiegend auf fossilen Brennstoffen. 96 Prozent der Haushalte sind an das Stromnetz angeschlossen, das jedoch veraltet ist. Im August 2025 mussten Kubaner durchschnittlich 15 bis 16 Stunden täglich ohne Strom auskommen. Das Telekommunikationsunternehmen ETECSA kontrolliert Telefon- und Mobilfunknetz. Der Internetzugang wurde seit 2014 ausgeweitet, bleibt aber teuer, langsam und staatlich überwacht. 2024 galt Kubas Internet als das langsamste und teuerste Lateinamerikas.

Umwelt, Kultur und Medien

Kuba nahm den Gedanken umweltverträglicher Entwicklung in seine Verfassung auf. 2011 flossen 10,4 Prozent der Gesamtinvestitionen in den Umweltschutz, vor allem in Gewässerschutz und Wiederaufforstung. Die Waldfläche stieg von 13,6 Prozent der Insel im Jahr 1959 auf 27,3 Prozent im Jahr 2012. Insgesamt stehen 211 Gebiete unter Naturschutz; das entspricht 20 Prozent der Landesfläche. Dazu gehören 14 Nationalparks und sechs Biosphärenreservate. Bedeutend sind der Nationalpark Alejandro de Humboldt und das Feuchtgebiet der Zapata-Halbinsel. Problematisch bleibt der Nickelbergbau bei Moa wegen kontaminierter Rückstände und unzureichender Abfallbehandlung.

Die kubanische Kultur verbindet spanische, afrikanische und karibische Einflüsse. International bekannte Musik- und Tanzformen sind Son, Mambo, Salsa, Danzón, Rumba, Cha-Cha-Cha und Trova. Nach der Revolution gründete Kuba 1959 das Filminstitut ICAIC. Der kubanische Film entwickelte sich trotz Zensur zu einer international anerkannten Kunstform; wirtschaftliche Krisen verringerten die Produktion in den 1990er Jahren. Die kubanische Küche verbindet spanische, afrikanische, karibische und in geringerem Umfang chinesische Einflüsse. Ein Grundgericht ist Reis mit schwarzen oder roten Bohnen, „moros y cristianos“ beziehungsweise „congrí“.

Baseball und Boxen sind besonders populär. Kuba ist bei Panamerikanischen Spielen sehr erfolgreich; medaillenstarke Disziplinen sind außerdem Frauenjudo, Ringen, Leichtathletik und Kanusport.

Die Massenmedien sind Staatseigentum und dienen der staatlichen Propaganda. Die Presse wird von Regierung, PCC und Massenorganisationen kontrolliert. Unabhängiger Journalismus wird verfolgt; kritische Medien publizieren häufig über ausländische Websites. Das Fernsehen besteht überwiegend aus fünf staatlichen Kanälen. Der Internetzugang war lange stark beschränkt und wird weiterhin zensiert. Private Internetanschlüsse sind nur begrenzt verbreitet, unabhängige Blogs und Portale wie 14ymedio, La Joven Cuba, El Estornudo, Periodismo de Barrio und El Toque bilden jedoch eine regierungsunabhängige Medienlandschaft.

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