Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Cash Management
Eigenfinanzierung · Gewinnthesaurierung. z. B. Gewinn wird einbehalten und erhöht die Gewinnrücklage · Beteiligungsfinanzierung (Kapitalerhöhung). z. B …
Inhalt5 Abschnitte
Bedeutung und Ziel
Cash Management, auch Liquiditätsmanagement, ist ein Teil des Finanzmanagements. Es steuert die Liquidität eines Unternehmens, also dessen Fähigkeit, jederzeit Zahlungen leisten zu können. Die Sicherung dieser Zahlungsfähigkeit ist eine Nebenbedingung des Ziels der Gewinnmaximierung.
Besonders Großunternehmen mit Filialen, Niederlassungen oder Zweigstellen sowie Konzerne benötigen ein solches Management. Durch den unternehmens- oder konzerninternen Ausgleich von Finanzierungsüberschüssen und -defiziten soll möglichst kein externer Ausgleich erforderlich sein. Cash-Management-Systeme können diese komplexen Aufgaben unterstützen.
Planung und Finanzierung
Grundlage der Entscheidungen ist der Liquiditätsplan als strategisches Instrument. Darauf baut die tägliche operative Finanzdisposition auf: Die erforderlichen Zahlungsmittel sollen am richtigen Ort und zur richtigen Zeit verfügbar sein.
Dabei werden Finanzierungsarten berücksichtigt. Zur Innenfinanzierung zählen bei Eigenfinanzierung die Gewinnthesaurierung, also das Einbehalten von Gewinn zur Erhöhung der Gewinnrücklage, und bei Fremdfinanzierung eigengebildetes Fremdkapital, beispielsweise Rückstellungen. Zur Außenfinanzierung gehören die Beteiligungsfinanzierung, etwa durch Kapitalerhöhung oder Aktienemission, sowie die Kreditfinanzierung durch Kredite oder Unternehmensanleihen.
Eigenkapital steht dauerhaft zur Verfügung und wird deshalb als unveränderliche Größe eingeplant. Fremdkapital ist befristet und mit dem Risiko einer Anschlussfinanzierung verbunden. Bei Liquiditätsdefiziten kann Cash Management daher zu einer Kapitalerhöhung, Kreditaufnahme oder Prolongation führen; bei Überschüssen zu verstärkter Schuldentilgung.
Liquidität planen und disponieren
Für die Liquiditätsplanung werden alle Zahlungseingänge und -ausgänge eines Zeitraums erfasst und saldiert. Dadurch werden voraussichtliche Überschüsse oder Fehlbeträge sichtbar. Ein täglicher Liquiditätsstatus wird aus Kontoständen und Daten der Finanzbuchhaltung erstellt und zeigt die momentane Zahlungsfähigkeit.
Zusätzlich werden Finanzpläne für einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum aufgestellt. Mit zunehmendem Planungshorizont nimmt ihre Planungsgenauigkeit in der Regel ab. Die gewonnenen Informationen bilden die Grundlage weiterer Entscheidungen im Cash Management.
Defizite, Überschüsse und Zahlungsströme
Die Disposition liquider Mittel ist die zentrale Aufgabe. Sie umfasst die Deckung von Liquiditätsdefiziten und die Anlage von Liquiditätsüberschüssen. Das Cash Management muss sowohl auf vorhersehbare als auch auf nicht prognostizierbare Schwankungen reagieren. Defizite werden zur Sicherung der Zahlungsbereitschaft kurzfristig kreditfinanziert; Überschüsse sind zinsbringend anzulegen. Die Wahl der Beschaffungs- oder Anlageform richtet sich nach dem strategischen Rahmen der Finanzierung.
Bei der Gestaltung der Zahlungsströme wird ein möglichst kostengünstiger Zahlungstransfer angestrebt. Gesenkt werden sollen etwa Bankgebühren, Kreditzinsen und interne Bearbeitungskosten. Ein typisches Instrument ist Netting oder Konzernclearing: Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten werden zu einem Stichtag aufgerechnet. Bilaterales Netting bezieht zwei Gesellschaften ein, multilaterales Netting mehrere. In multinationalen Konzernen werden Forderungen und Verbindlichkeiten zentral erfasst, in eine Basiswährung umgerechnet und in einer Verrechnungsmatrix zusammengefasst. Die daraus entstehenden Nettoforderungen und -verbindlichkeiten werden zu festgelegten Terminen überwiesen und ausgeglichen.
Risiken und Einsatz im Bankwesen
Liquiditätsmanagement berücksichtigt die Zahlungsströme des Unternehmens sowie Fälligkeiten und Laufzeiten von Forderungen und Verbindlichkeiten. Es soll die Liquidität optimieren und Liquiditätsrisiken mindern oder beseitigen. Ein solches Risiko entsteht, wenn Debitoren oder Kreditoren verspätet, rückständig oder gar nicht zahlen; daraus kann ein Insolvenzrisiko folgen. Debitorenmanagement und Kreditorenbuchhaltung sind deshalb wichtige Teilaufgaben.
Liquidität ist optimiert, wenn die vorhandenen Zahlungsmittel für die sofortige Begleichung der Verbindlichkeiten ausreichen, ohne dass überhöhte Überschüsse die Rentabilität mindern. Externes Cash Management durch Industrieclearing oder Kreditinstitute kann das Liquiditätsrisiko von Nichtbanken mindern oder eliminieren.
Bei grenzüberschreitenden Konzernaktivitäten begrenzt das Währungsrisikomanagement Wechselkursrisiken, beispielsweise bei der Umrechnung von Bilanzpositionen ausländischer Gesellschaften. Dazu dienen Sicherungsgeschäfte wie Devisen-Netting. Kreditinstitute bieten Cash Management im Rahmen der Unternehmensfinanzierung an: Systeme leiten Zahlungsströme von Tochtergesellschaften oder Niederlassungen über ein Mutterkonto. Überschüsse werden angelegt, Defizite durch kurzfristige Kreditgeschäfte gedeckt.