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Buch

Das Wort Buch (althochdeutsch buoh, mittelhochdeutsch buoch), war ursprünglich eine Pluralform und bedeutete wahrscheinlich zunächst „Runenzeichen“, dann …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung des Buches
  2. 2. Von der Schriftrolle zum gedruckten Buch
  3. 3. Das Buch als hergestelltes Produkt
  4. 4. Bucharten und innere Gliederung
  5. 5. Bücher in der Gegenwart und statistische Angaben

Definition und Bedeutung des Buches

Ein Buch ist traditionell eine Sammlung bedruckter, beschriebener, bemalter oder leerer Blätter aus Papier oder anderen geeigneten Materialien. Die Blätter sind gebunden und meistens mit einem Einband oder Umschlag versehen. Auch einzelne abgeschlossene Werke oder größere abgeschlossene Textabschnitte können als Buch bezeichnet werden, besonders wenn sie Teil eines Bandes sind.

Für die UNESCO-Statistik sind Bücher nichtperiodische Publikationen mit mindestens 49 Seiten. Das Buch ist ein Kulturprodukt: Seine Nutzung setzt die Entwicklung einer geschriebenen Sprache, Schreibkompetenz oder Drucktechnik sowie Lesefähigkeit voraus. Elektronisch gespeicherte und visuell lesbare Texte heißen digitale Bücher oder E-Books. Hörbücher bilden eine weitere digitale, maschinenlesbare Form. Seit 2016 vollzieht sich langsam ein Wechsel von der traditionellen Kodexform zu digitalen Buchformen.

Von der Schriftrolle zum gedruckten Buch

Die ältesten bekannten Vorläufer des Buches sind ägyptische Papyrusrollen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. Griechen und Römer übernahmen diese Form. Ab dem 1. Jahrhundert wurde die Schriftrolle allmählich durch den Kodex ersetzt; im 2. bis 4. Jahrhundert setzte sich der Wechsel zur Kodexform durch.

Ein Kodex bestand zunächst aus mehreren Lagen Pergament. Die Blätter wurden beidseitig fortlaufend beschrieben, in der Mitte gefaltet und mit einem Faden befestigt. Später erhielten sie eine feste Bindung und einen Umschlag. Der Kodex ist damit der unmittelbare Vorläufer des heutigen Buches. Die 1945 in Nag Hammadi entdeckten spätantiken Kodizes aus einer koptischen Bibliothek bestehen aus ledergebundenen Papyrusblättern und gelten in Fachkreisen als die ältesten Bücher.

Ab dem 14. Jahrhundert ersetzte Papier das Pergament zunehmend, weil es billiger und leichter herzustellen war. Die erste Papiermühle in Deutschland entstand 1390 in Nürnberg durch Ulman Stromer. Die Buchproduktion Europas stieg vom Frühmittelalter bis zur Frühneuzeit von einigen zehntausend auf mehrere hundert Millionen Exemplare an.

Um 1450 erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern in Europa. Bücher, die bis 1500 gedruckt wurden, heißen Inkunabeln oder Wiegendrucke. In Korea war bereits ungefähr 200 Jahre früher der Druck mit beweglichen Metalllettern entwickelt worden, wurde dort aber wenig genutzt. Der Buchdruck und die verbesserte Papierherstellung machten Bücher zur Massenware. Dadurch wurde die Verbreitung von Wissen unterstützt und eine wichtige Voraussetzung für Reformation und Aufklärung geschaffen.

Das Buch als hergestelltes Produkt

Ein Buch muss zugleich beweglich und stabil sein. Als Gebrauchsgegenstand soll es unter anderem strapazierfähig, reißfest, biegsam, leicht und ästhetisch sein. Wichtige Materialien sind Papier, Pappe, Gewebe, Leinen, Leder, Pergament und spezielle Bänder. Papier wird für den Buchblock und das Vorsatz verwendet; unterschiedliche Papiersorten beeinflussen zusammen mit dem Einband den Preis. Der Einband besteht meist aus fester Pappe, historisch bis zur frühen Neuzeit auch aus Holz. Der Buchschnitt kann farbig gestaltet werden, was der Verzierung sowie dem Schutz vor Licht und Verschmutzung dient.

Der Buchblock enthält die bedruckten Seiten. Über den Vorsatz wird er mit dem Einband verbunden. Gaze und Leim verbinden den Vorsatz mit dem Buchrücken; der Spiegel verbindet ihn mit der Buchdecke. Das Bezugsmaterial liegt um die Buchdecke, sein nach innen verklebter Streifen heißt Einschlag. Zusammen bilden diese Teile den Bucheinband.

Die nach außen klappbaren Teile heißen Deckel. Bei einem gebundenen Buch, auch Hardcover genannt, kann zusätzlich ein Schutzumschlag verwendet werden. Die drei offenen Kanten des Buchblocks heißen Kopfschnitt, vorderer Schnitt und unterer Schnitt. Das farbige Band am oberen und unteren Buchrücken ist das Kapitalband; ein am Buchrücken befestigtes Lesezeichen heißt Lesebändchen.

Buchgestaltung umfasst das gesamte Aussehen, den Aufbau und die Materialien eines Buches. Buchgestalter, Künstler oder Typografen planen unter anderem Schrift, Titelei, Pagina, Papiersorte, Einband, Lesebändchen und Kapitalband. Der Einband soll Aufmerksamkeit wecken und zum Kauf oder Verleih einladen.

Bucharten und innere Gliederung

Nach der Herstellungsart gibt es unter anderem Broschuren und Paperbacks mit weichem Umschlag, Hardcover mit festem Einband, Taschenbücher im kleineren und transportgeeigneten Format sowie Miniaturbücher. Print-on-Demand bezeichnet den Digitaldruck auf Nachfrage ab einem Exemplar. Ein E-Book wird elektronisch in verschiedenen Formaten gespeichert; ein Hörbuch gibt den Text eines vorhandenen Buches gesprochen wieder und kann als Audio-CD, Kassette, Audiodatei oder teilweise als Podcast verbreitet werden. Ein Faksimile ist ein originalgetreuer Nachdruck, eine Loseblattsammlung besteht aus austauschbaren Seiten in Ordnern. Eine Vorzugsausgabe ist eine kleine Teilauflage mit besonderer Ausstattung. Das mittelalterliche Beutelbuch konnte wie ein Beutel getragen und am Gürtel befestigt werden.

Nach ihrem Inhalt werden Bücher beispielsweise als Sachbücher, Fachbücher, Lehrbücher, Schulbücher, Handbücher, Wörterbücher, Lexika, Bibliografien oder Farbbücher eingeordnet. Zur Belletristik gehören unter anderem Romane, Gedicht- und Liederbände. Weitere Formen sind Kinder- und Jugendbücher, Bilderbücher sowie zunächst meist als Einzelexemplare geführte Tagebücher, Kassen- und Handlungsbücher, Logbücher, Laborbücher, Manuskripte, Drehbücher und Künstlerbücher.

Ein Buch kann aus Titelblatt, Schmutztitel, Impressum, Inhaltsverzeichnis, Vorwort oder Geleitwort, Einleitung, Kapiteln, Nachwort und Anhang bestehen. Hinzu kommen je nach Werk Anmerkungen, Kommentare, Nachweise, Literatur-, Personen-, Orts- oder Stichwortverzeichnisse, Abbildungen, Dokumente, Danksagungen, Beilagen und Verlagswerbung. Auf einzelnen Seiten finden sich Ränder, Satzspiegel, Spaltensatz, Marginalien, Fuß- oder Endnoten, Kopf- und Fußzeilen sowie die Pagina, also die Seitenzahl.

Bücher in der Gegenwart und statistische Angaben

Der Digitaldruck ermöglicht Print-on-Demand-Bücher in konventioneller Form, etwa als Paperback oder Hardcover, ab einem Exemplar. Im Selbstverlag betragen die Lieferzeiten ein bis zwei Wochen. Seit 2000 erscheinen E-Books auf dem Online-Buchmarkt; sie können mit speziellen Lesegeräten angezeigt, durchsucht und kommentiert werden. Das Internet konkurriert besonders bei Nachschlagewerken mit gedruckten Ausgaben. Google schätzte im August 2010 die Zahl der verschiedenen Bücher weltweit auf rund 130 Millionen und wies darauf hin, dass die Zahl von der Definition des Begriffs abhängt. Nach einer UNESCO-Schätzung von etwa 2,2 Millionen neuen Büchern jährlich gibt es 2026 insgesamt 158 Millionen Bücher, davon 111 Millionen mit ISBN. Der 23. April wurde 1995 von der UNESCO zum Welttag des Buches erklärt.

Eine Studie von 2008 ergab für Deutschland: In 57 % der Haushalte standen weniger als 50 Bücher, in 23 % 50–100, in 12 % 100–250 und in 6 % mehr als 250 Bücher. Laut einer Forsa-Umfrage von 2017 lasen 27 % der Deutschen mehr als 10 Bücher pro Jahr, 19 % 6–10 Bücher, 39 % bis zu 5 Bücher und 14 % überhaupt keine Bücher.

Die Bibel ist nach Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft das meistgedruckte und am weitesten verbreitete Buch der Welt. Im Januar 2015 lagen vollständige Übersetzungen in 542 Sprachen und Teilübersetzungen in weiteren 2344 Sprachen vor. Als Rekorde nennt der Artikel außerdem ein im Auflagendruck hergestelltes Buch mit 2,4 × 2,9 Millimetern und einen 2004 von Mazda herausgegebenen Bildband mit dem Format 3,07 × 3,42 Metern. Bei den Rekorden gibt es unterschiedliche Angaben, weil nicht immer gleich definiert wird, was als Buch gilt und ob es sich um ein Einzelwerk oder ein lieferbares Buch mit Auflage handelt.

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