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Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten

Beginn der Handelsbeziehungen · Monroe-Doktrin und Erster Unabhängigkeitskrieg 1868–1878 · Zweiter Unabhängigkeitskrieg 1895–1898 · Erneute Abhängigkeit unter den …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kern der Beziehungen
  2. 2. Vom Unabhängigkeitskampf zur US-Vormundschaft
  3. 3. Republik, Batista und Revolution
  4. 4. Kalter Krieg und Eskalation
  5. 5. Nach 1990 und Embargo
  6. 6. Annäherung und neue Spannungen

Kern der Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten sind seit langer Zeit von starken Spannungen geprägt. Besonders wichtig sind die gescheiterte Invasion in der Schweinebucht 1961 und das US-Handelsembargo, das am 7. Februar 1962 während des Kalten Krieges verhängt wurde und laut Artikel bis heute fortbesteht. Das Verhältnis wurde immer wieder durch wirtschaftliche Interessen, Machtpolitik, ideologische Gegensätze, Migration, Menschenrechtsfragen und die Rolle kubanischer Exilgruppen in den USA geprägt.

Schon früh war Kuba wirtschaftlich eng mit Nordamerika verbunden. Nach der britischen Einnahme Havannas 1762 wurde der freie Handel in Kuba etabliert. Obwohl Spanien Kuba 1763 zurückerhielt, wurde das alte Handelsmonopol nicht wieder eingeführt. Kuba wurde nach und nach ein führender Zuckerlieferant, und die unabhängig gewordenen Vereinigten Staaten wurden ein wichtiger Absatzmarkt.

Vom Unabhängigkeitskampf zur US-Vormundschaft

1823 meldeten die USA mit der Monroe-Doktrin und der sogenannten „Theorie von der reifen Frucht“ ihr Interesse an Kuba an. Während einige kubanische Großgrundbesitzer und Sklavenhalter einen Anschluss an die USA begrüßten, wuchs bei der Mehrheit der Bevölkerung der Wunsch nach Unabhängigkeit. Der Erste Unabhängigkeitskrieg von 1868 bis 1878 endete mit dem Frieden von Zanjón und dem Sieg Spaniens. Danach wurden Handelsbeschränkungen weiter gelockert, wodurch Kuba noch stärker an den nordamerikanischen Markt gebunden wurde.

Der Zweite Unabhängigkeitskrieg begann 1895. José Martí, der heute als kubanischer Volksheld gilt, spielte dabei eine wichtige Rolle. Die USA traten am 20. April 1898 in den Krieg gegen Spanien ein, nachdem die Explosion des Kriegsschiffes Maine im Hafen von Havanna propagandistisch genutzt worden war. Spanien wurde 1898 besiegt, und im Frieden von Paris vom 10. Dezember 1898 erhielt die USA neben Puerto Rico, Guam und den Philippinen auch die Kontrolle über Kuba.

Kuba wurde danach formal auf die Unabhängigkeit vorbereitet, blieb aber faktisch stark abhängig. Das Platt Amendment gab den USA das Recht, militärisch zu intervenieren, um die kubanische Unabhängigkeit und eine aus US-Sicht stabile Regierung zu sichern. Außerdem erlaubte es den USA, Land für Kohle- oder Marinestationen zu kaufen oder zu pachten. In dieser Zeit entstand der US-Stützpunkt Guantánamo. Der Nutzungsvertrag wurde später auf unbestimmte Zeit verlängert, wird aber seit der Machtübernahme Fidel Castros nicht mehr anerkannt.

Republik, Batista und Revolution

1902 wurde die erste kubanische Republik mit Tomás Estrada Palma als Präsident ausgerufen. Nach bewaffneten Aufständen im Zusammenhang mit seiner Nachfolge griffen die USA 1906 erneut ein und besetzten Kuba für drei Jahre. Später trat Kuba 1917 an der Seite der USA in den Ersten Weltkrieg ein. Nach dem Krieg erlebte die Wirtschaft durch Zuckerexporte nach Europa einen Boom, doch die starke Abhängigkeit vom Zucker machte Kuba verwundbar. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf das Land daher schwer.

In den folgenden Jahrzehnten gewann Fulgencio Batista, der von den USA unterstützt wurde, an Einfluss. Unter Federico Laredo Brú wurde das Platt Amendment im Rahmen der Good Neighbor Policy von Franklin D. Roosevelt abgeschafft. Batista war von 1940 bis 1944 Präsident und kam 1952 durch einen Putsch erneut an die Macht. Kuba trat im Dezember 1941 an der Seite der USA in den Zweiten Weltkrieg ein. Wirtschaftlich profitierte Kuba erneut, unter anderem durch das US-Zuckergesetz von 1948, das für kubanische Zuckerimporte einen Anteil von über 98 % der US-Zuckerversorgung vorsah.

Batistas Unterdrückung der Opposition bereitete den Boden für die kubanische Revolution. Ab 1956 verbanden die Revolutionäre städtische Sabotageakte mit ländlichem Guerillakrieg. Die USA verhängten im März 1958 ein Waffenembargo gegen Batista. Am 1. Januar 1959 floh Batista ins Exil. Fidel Castro wurde zum wichtigsten und populärsten Anführer der Revolutionäre, die die Kontrolle im Land und bald auch die Regierung übernahmen.

Kalter Krieg und Eskalation

Nach der Revolution schien zunächst eine Verständigung möglich. Die USA hofften, dass Castro als Regierungschef gemäßigter handeln würde. Doch die Lage eskalierte schrittweise. Castro setzte Enteignungen in der Zuckerindustrie durch und teilte große Plantagen in Abschnitte von 25 Hektar. Weil auch US-Unternehmen betroffen waren und Entschädigungen nicht in der von den USA erwarteten Form erfolgten, reagierten die USA mit wirtschaftlichem Druck. Kuba nahm 1960 Handelsbeziehungen mit der Sowjetunion auf, um weiter Öl zu erhalten. Als US-Ölfirmen in Kuba sowjetisches Öl nicht verarbeiten wollten, wurden auch sie enteignet. Darauf folgten eine US-Importblockade für kubanischen Zucker, die Verstaatlichung US-amerikanischen Unternehmenseigentums in Kuba und im Oktober 1960 ein US-Exportembargo. Am 3. Januar 1961 verlangte Castro eine starke Verkleinerung des US-Botschaftspersonals in Havanna; Washington brach daraufhin am 4. Januar die diplomatischen Beziehungen ab.

Im April 1961 versuchte die US-Regierung unter John F. Kennedy, Castro durch eine Invasion von Exilkubanern in der Schweinebucht zu stürzen. Der Versuch scheiterte und stärkte Castros Rückhalt. Kuba band sich enger an die Sowjetunion und wurde zum ersten realsozialistischen Staat der westlichen Hemisphäre. Am 7. Februar 1962 verhängten die USA ein totales Handelsembargo. Unter dem Decknamen Operation Mongoose organisierte die CIA bis 1965 weitere Anschläge auf Fidel Castro und andere führende kubanische Politiker.

Im Herbst 1962 kam es zur Kubakrise. Die Sowjetunion begann, Nuklearraketen auf Kuba zu stationieren, auch als Antwort auf US-Atomraketen in Italien und der Türkei. Die USA verhängten eine Seeblockade. Die Krise endete mit dem Abzug der Atomwaffen, doch Kuba hatte bei den Verhandlungen kein Mitspracherecht. Das belastete auch die kubanisch-sowjetischen Beziehungen. 1982 setzte die Regierung Ronald Reagan Kuba wegen der Unterstützung linker Widerstandsbewegungen und europäischer Terrororganisationen wie der ETA auf die Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten.

Nach 1990 und Embargo

Nach dem Ende des Kalten Krieges verschwand die militärische Bedrohung durch das Bündnis zwischen Kuba und der Sowjetunion. Kuba verlor zugleich seinen wichtigsten wirtschaftlichen und ideologischen Partner. Zwischen 1989 und 1992 schrumpfte die kubanische Wirtschaft um etwa 50 %. Diese „Sonderperiode“ war von Versorgungsproblemen, Stromausfällen und Fabrikschließungen geprägt. 1993 wurde der US-Dollar legalisiert, und der Tourismus wurde ein wichtiger Devisenbringer. 1995 wurden Investitionen ausländischer Unternehmen liberalisiert.

Statt einer Entspannung verschärften die USA das Embargo. Der Torricelli Act von 1992, auch Cuban Democracy Act, verbot unter anderem ausländischen US-Tochterunternehmen den Handel mit Kuba. Der Helms-Burton Act von 1996 verschärfte das Embargo weiter und schuf unter anderem Klage- und Einreisebestimmungen gegen Personen und Unternehmen, die mit verstaatlichtem Eigentum in Kuba Geschäfte machten. Europa, Kanada und die Vereinten Nationen kritisierten diese Maßnahmen als Einmischung in Außenhandelspolitik und forderten die Beendigung der Blockade.

Die Ziele des Embargos wurden offiziell mit der Eindämmung revolutionärer Bewegungen, der Verhinderung sowjetischer Militärpräsenz, dem Rückzug kubanischer Truppen aus Afrika und der Verbesserung der Menschenrechte begründet. Der Artikel nennt zugleich als tatsächliche Hauptziele den Sturz der Castro-Regierung durch wirtschaftliches Aushungern, innenpolitische Änderungen in Kuba, die Rückgabe US-amerikanischen Eigentums und den Bruch des sowjetisch-kubanischen Bündnisses.

Annäherung und neue Spannungen

Unter Barack Obama kam es ab 2009 zu vorsichtigen Annäherungen. Reisen und Geldüberweisungen von Exilkubanern wurden erleichtert, US-Telekommunikationsunternehmen durften bestimmte Dienste anbieten, und Gespräche über Migration wurden wieder aufgenommen. Ein wichtiger Konfliktfall war der 2009 verhaftete US-Entwicklungshelfer Alan Gross, der 2011 zu 15 Jahren Haft verurteilt und Ende 2014 freigelassen wurde.

Am 17. Dezember 2014 kündigten die Präsidenten beider Staaten nach 18 Monaten Geheimverhandlungen eine neue Phase der Beziehungen an. Diplomatische Beziehungen sollten wieder aufgenommen, Handel erleichtert und Gefangene ausgetauscht werden. Kuba sollte von der Liste Terrorismus unterstützender Staaten gestrichen werden. Am 29. Mai 2015 wurde diese Streichung wirksam. Im Sommer 2015 wurden die Botschaften wieder eröffnet. Im März 2016 folgten weitere Embargoerleichterungen, darunter Erleichterungen im Bankverkehr und die Wiederaufnahme des direkten Postverkehrs. Vom 20. bis 22. März 2016 besuchte Obama Kuba als erstes amtierendes US-Staatsoberhaupt seit Calvin Coolidge 1928. Im Januar 2017 beendete Obama die „Wet foot, dry foot“ policy, die Kubanern bei erfolgreicher Ankunft auf US-Festland einen privilegierten Immigrationsstatus gegeben hatte.

Unter Donald Trump verschlechterten sich die Beziehungen wieder. Sanktionen wurden verschärft, und im Januar 2021 setzte Trump Kuba wieder auf die Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten. 2017 kam außerdem das sogenannte Havanna-Syndrom auf: Diplomaten aus den USA und Kanada litten an Symptomen wie Kopfschmerzen und Übelkeit; die USA vermuteten Angriffe mit neuartigen Schall- oder Mikrowellen-Waffen und reduzierten ihr Botschaftspersonal stark.

Unter Joe Biden wurden 2021 nach Massenprotesten und Verhaftungen in Kuba Sanktionen gegen kubanische Regierungsvertreter verhängt. 2023 entstand ein Bürgschaftsprogramm für legale Einreisen, unter anderem für Kubaner, begrenzt auf 30.000 Personen pro Jahr. Zwischen Oktober 2021 und April 2024 zählten US-Behörden fast 740.000 Einwanderer aus Kuba. Im Mai 2024 strich die Biden-Administration Kuba von der Liste der Länder, die nicht beim Kampf gegen Terror kooperieren, und erleichterte Banken- und Internetdienste für kleine und mittlere kubanische Unternehmen. Am 14. Januar 2025 kündigte Biden kurz vor Amtsende an, Kuba wieder von der Liste Terrorismus unterstützender Staaten zu streichen; Donald Trump machte diese Entscheidung am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit rückgängig.

Der Artikel beschreibt für Trumps zweite Präsidentschaft eine erneute harte Linie mit zahlreichen Sanktionen, insbesondere gegen Energieversorgung, Tourismus, Militärstrukturen, das staatliche Ölunternehmen Unión Cuba-Petróleo, die Militär-Holding GAESA sowie Personen aus Regierung und Militär. Genannt werden auch Drohungen nach einer Militäraktion in Venezuela, Gespräche über eine „friedliche Übernahme“ Kubas, ein bewaffneter Zwischenfall vor der kubanischen Küste und Berichte über mögliche Geschäftsinteressen Trumps in Kuba. Die kubanische Regierung wies US-Forderungen zurück und betonte ihre Souveränität.

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