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Monokultur

Monokultur. Flächen, auf denen über mehrere Anbauperioden ausschließlich eine einzige Nutzpflanzenart angebaut wird. Artikel · Diskussion. Sprache; PDF …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Abgrenzung
  2. 2. Gründe für Verbreitung und Vorteile
  3. 3. Ökologische Nachteile
  4. 4. Monokulturen in der Landwirtschaft
  5. 5. Monokulturen in der Forstwirtschaft
  6. 6. Typische Beispiele

Begriff und Abgrenzung

Eine Monokultur ist eine landwirtschaftliche, gartenbauliche oder forstwirtschaftliche Fläche, auf der über mehrere Jahre hintereinander ausschließlich eine einzige Nutzpflanzenart angebaut wird. Davon zu unterscheiden ist die Reinkultur: Wenn in nur einer Anbauperiode auf einem Feld ausschließlich Pflanzen einer Art wachsen, handelt es sich um Reinkultur, nicht um Monokultur.

Als ökologisch vorteilhaftere Alternativen gelten Mischkultur und Fruchtfolge. Mischkultur bedeutet, dass mehrere Pflanzenarten gleichzeitig angebaut werden. Fruchtfolge bedeutet, dass auf derselben Fläche nacheinander verschiedene Pflanzenarten angebaut werden. Beide Formen ermöglichen eine höhere Biodiversität, also eine größere Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Zahlreiche Studien legen laut Artikel nahe, dass die negativen Auswirkungen von Monokulturen überwiegen und dass in der Landwirtschaft ein Paradigmenwechsel nötig ist.

Gründe für Verbreitung und Vorteile

Monokulturen sind besonders in Industriestaaten weit verbreitet. Ein wichtiger Grund ist, dass sie einfacher zu bewirtschaften sind und gut zum Einsatz großer Erntemaschinen passen. Für Landwirte erleichtern sie den Einsatz von Landmaschinen bei Bodenbearbeitung, Bewässerung, Düngung und Ernte. Nach 1945 breitete sich diese Wirtschaftsweise deshalb vor allem in Industriestaaten weltweit aus.

Auch Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat und speziell gezüchtete Pflanzen haben zur Ausbreitung beigetragen. Als Beispiel nennt der Artikel Sojabohnen, die gegen bestimmte Schädlinge resistent sind. Solche Mittel und Sorten machen es leichter, große Flächen mit nur einer Pflanzenart zu bewirtschaften.

Ökologische Nachteile

Monokulturen können die Artenvielfalt verringern. Große Rapsfelder gehen laut Artikel mit einer geringeren Insektenvielfalt einher. Außerdem wurde nachgewiesen, dass bestäubende Insekten nicht nur die Pflanzen in großen Rapsfeldern seltener bestäuben, sondern auch benachbarte Pflanzen. Auf artenreicheren Flächen ist die Bestäubung häufiger.

Ein weiteres Problem ist Bodenerosion, also der Verlust fruchtbaren Bodens durch Wasser oder Wind. Weitläufige, offene Anbauflächen ohne Wallhecken oder andere Bepflanzung begünstigen sie stark, besonders auf Mais- oder Zuckerrübenfeldern. Ohne ausreichende Bodenbedeckung leidet auch die Bodenstabilität. Große Maschinen können dieses Problem verstärken, und Wind kann wertvollen Boden abtragen.

Eine Studie der Universität Zürich kam 2014 zu dem Ergebnis, dass Mischkulturen nicht nur für die Artenvielfalt vorteilhaft sind, sondern dass die dort angebauten Pflanzen vitaler sind als in Monokulturen. Weil es weniger Verluste durch Schädlinge gibt, können höhere Erträge entstehen als in Reinkultur. Mischfelder mit zwei Nutzpflanzenarten erreichten Ertragssteigerungen zwischen drei und 21 Prozent. Der gleichzeitige Anbau von vier Pflanzenarten brachte zusätzliche Erträge zwischen 13 Prozent in Spanien und 44 Prozent in der Schweiz.

Monokulturen in der Landwirtschaft

Historisch ist der Nassreisanbau in Asien die verbreitetste Form der landwirtschaftlichen Monokultur. Bis heute spezialisieren sich Betriebe häufig auf wenige Nutzpflanzenarten. Vorteile entstehen zum Beispiel, wenn mehrere Landwirte, etwa in Genossenschaften, dieselben Maschinen nutzen oder gemeinsame Vermarktungsstrukturen aufbauen. Diese Effizienzgewinne sind wirtschaftlich oft attraktiv. Häufig ist damit aber eine Intensivierung verbunden, die ökologische Nachteile mit sich bringt. Auch Landknappheit und hohe Nachfrage, zum Beispiel nach Biokraftstoffen, fördern Monokulturen.

Gegenüber Fruchtfolgen mit mehreren Arten haben Monokulturen Ertragsnachteile. Wenn immer wieder die Wurzeln derselben Pflanzenart im Boden vorhanden sind, können sich Pathogene aufbauen. Pathogene sind Krankheitserreger. Wurzelinfektionen erschweren der Pflanze die Aufnahme von Nährstoffen, wodurch sie sich zum Beispiel schlechter gegen Unkraut behaupten kann. Mögliche Folgen sind mehr Pflanzenkrankheiten und Schädlinge, Bodenmüdigkeit und multiresistenter Beiwuchs. Gegenmaßnahmen sind Pflügen, der Einsatz von Pestiziden und beim Nassreisanbau auch die Flutung. Eine stärkere Diversifikation der Anbausysteme kann Ökosystemdienstleistungen verbessern, also natürliche Leistungen von Ökosystemen, und dadurch die Schädlingsbekämpfung unterstützen.

Plantagen, etwa für Kaffee oder Mangos, sind fast immer mehrjährige Monokulturen. Beim Kakaoanbau werden als Nachteile ausgelaugte Böden genannt. Dadurch werden dicht gepflanzte Kakaobäume krankheitsanfälliger und müssen mit großen Mengen an Düngemitteln und Pestiziden behandelt werden, die in vielen Fällen toxische Stoffe enthalten. Nach spätestens 25 Jahren kann eine solche Plantage nicht mehr bewirtschaftet werden. In manchen Regionen ziehen Kleinbauern dann weiter und roden Regenwald für neue Pflanzungen. Als umweltfreundlichere Alternative nennt der Artikel Agroforstwirtschaft, die Erträge über längere Zeit ermöglicht, wobei die Erntereife etwas später erreicht wird.

Monokulturen in der Forstwirtschaft

In der Forstwirtschaft werden teilweise noch heute Fichten, einschließlich Klonfichten, sowie andere Nadelhölzer als Reinbestand angebaut. Ziel ist es, die holzverarbeitende Industrie und die Papierindustrie mit Holz zu versorgen. Der Artikel betont jedoch, dass Wald nicht als Monokultur gilt: Erstens wächst dort nicht nur eine Pflanzenart, weil es am Boden Unterbewuchs gibt. Zweitens wachsen die Pflanzen dauerhaft länger als 5 Jahre. Deshalb handelt es sich um eine Dauerkultur.

Trotzdem treten bei solchen Beständen ähnliche Nachteile auf, etwa extremer Schädlingsbefall, zum Beispiel durch Borkenkäfer, und eine hohe Anfälligkeit für Windbruch. Diese Probleme bewegen die Forstwirtschaft zunehmend zu nachhaltigeren Wirtschaftsformen. Mischwälder gelten besonders angesichts des Klimawandels als vorteilhaft, weil sie widerstandsfähiger gegen extreme Wetterereignisse wie Stürme und Dürren sind und eine höhere Artenvielfalt besitzen.

Typische Beispiele

Der Artikel nennt mehrere Beispiele und Bildmotive, die mit Monokultur oder verwandten Anbauformen verbunden sind. Dazu gehören Kautschukplantagen in Kamerun, Pappeln in Saharanpur in Indien, Weinanbau in Frankreich, Pestizideinsatz in einer Bananenplantage und eine Kaffeemonokultur auf Hawaii im Jahr 2008.

Einige Beispiele werden ausdrücklich eingeordnet: Winterweizen in Cambridgeshire in England wird laut Artikel stets in Fruchtfolge angebaut und ist daher keine Monokultur. Auch abgeerntete Zuckerrübenfelder werden als keine Monokultur bezeichnet; zudem verbleibt das Blatt in der Regel auf der Bodenoberfläche. Die Erosionsgefahr bei Rüben ist nach dem Artikel nach der Aussaat und vor dem Auflaufen deutlich höher als nach der Ernte.

Lernvideos zu Monokultur

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