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Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten (englisch United States Department of Defense, abgekürzt DoD, seit 5. September 2025 auch United States …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundlagen und Aufgabe
  2. 2. Aufbau der Streitkräfte
  3. 3. Nachgeordnete Behörden
  4. 4. Budget und Ausgaben
  5. 5. Kritik an Planung und Finanzen
  6. 6. Umbenennung und Deutung

Grundlagen und Aufgabe

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten, englisch United States Department of Defense (DoD), ist ein Bundesministerium der USA. Seit dem 5. September 2025 wird es auch United States Department of War („Kriegsministerium“) genannt. Es besteht seit dem 26. Juli 1947, als es durch den National Security Act unter Präsident Harry S. Truman zunächst als National Military Establishment geschaffen wurde. 1949 erhielt es den Namen Department of Defense. Sein Sitz ist das Pentagon in Arlington County, Virginia.

Das Ministerium entstand aus den früher eigenständigen Kommandobehörden der US-Streitkräfte: dem United States Department of War für die Landstreitkräfte, dem United States Department of the Navy für die Seestreitkräfte und der Führung der neu gegründeten United States Air Force. Es ist für alle Belange der Landesverteidigung zuständig. Dazu gehören militärische und finanzielle Planung sowie Ausbildung, Ausrüstung, Bereitstellung und Führung der US-Streitkräfte.

Der Verteidigungsminister, auch „SecDef“ genannt, bildet gemeinsam mit dem Präsidenten als Oberbefehlshaber der Streitkräfte die National Command Authority (NCA). Diese entscheidet im Bedarfsfall über den Einsatz von Kernwaffen.

Aufbau der Streitkräfte

Das Department of Defense ist in einzelne Bereiche für die Teilstreitkräfte gegliedert. Für diese gibt es Staatssekretäre mit nachgeordneten Fachabteilungen, auf Englisch Departments.

Das United States Department of the Navy ist für die US Navy und das US Marine Corps zuständig. Das United States Department of the Air Force ist für die US Air Force und die US Space Force zuständig. Das United States Department of the Army ist für die US Army zuständig.

Die Küstenwache gehört in Friedenszeiten nicht zum Verteidigungsministerium, sondern zum Ministerium für innere Sicherheit. Im Kriegsfall kann sie jedoch dem Department of the Navy unterstellt werden.

Nachgeordnete Behörden

Neben den Teilstreitkräfteämtern unterstehen dem DoD zahlreiche nachgeordnete Behörden. Sie übernehmen spezialisierte Aufgaben in Forschung, Verwaltung, Finanzen, Logistik, Nachrichtendienst, Sicherheit und Technik.

Zu den genannten Behörden gehören unter anderem die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), die Defense Intelligence Agency (DIA), die Defense Logistics Agency (DLA), die Missile Defense Agency (MDA), die National Geospatial-Intelligence Agency (NGA), die National Security Agency (NSA) und die Pentagon Force Protection Agency (PFPA). Weitere Behörden sind etwa die Defense Finance and Accounting Service (DFAS), die Defense Information Systems Agency (DISA), die Defense Threat Reduction Agency (DTRA) und die Defense Security Cooperation Agency (DSCA).

Budget und Ausgaben

Der Verteidigungsetat der USA wurde unter Präsident George W. Bush dauerhaft erhöht. Auch in den ersten zwei Amtsjahren von Präsident Barack Obama stiegen die Ausgaben weiter. Ab 2012 konnte das Budget gesenkt werden. Gründe dafür waren frei werdende Kapazitäten nach dem Ende des Irak-Krieges 2011 und nach der Beendigung der Operation Enduring Freedom in Afghanistan zum Jahresbeginn 2015. Danach folgte nur ein vergleichsweise kleines Engagement in der Operation Resolute Support. Auch die Weltwirtschaftskrise, die die USA stark traf, spielte eine Rolle.

Im Haushaltsjahr 2020 betrug das Budget 738 Milliarden US-Dollar. Damit war es das drittgrößte Budget in den USA, nach dem Budget des Gesundheitsministeriums sowie den Ausgaben für Sozialversicherung und Sozialhilfe. Nach der Zahl der Mitarbeiter ist das Verteidigungsministerium sogar das größte Ministerium der USA. Es hat etwa zwölfmal so viele Mitarbeiter wie das Kriegsveteranenministerium, das nach Mitarbeitern zweitgrößte Ministerium.

Bei den Zahlen ist wichtig, zwischen verschiedenen Budgetbegriffen zu unterscheiden. Das military budget umfasst auch Ausgaben für die nationalen Atomwaffen des Department of Energy. Das reine Streitkräftebudget heißt defense budget.

Kritik an Planung und Finanzen

Seit Jahren kritisieren Offiziere, Analysten und Politiker die Budgetierung des US-Militärs. Sie bemängeln, dass der militärische Apparat trotz moderner Struktur, Ausbildung und Ausrüstung weiter in Kategorien des Kalten Krieges gedacht werde. Je nach Position fordern Kritiker eine zurückhaltendere Außenpolitik mit weniger Standorten oder Einsätzen, einen effizienteren Einsatz von Steuermitteln oder ein grundlegendes Umdenken in der militärischen Planung.

Dieses Umdenken soll mehr Vertrauen in Verbündete und eine stärkere Ausrichtung auf Bedrohungen des 21. Jahrhunderts einschließen. Als mögliche Kostensenkung nennt der Artikel den Verzicht auf militärische Statussymbole wie Kampfpanzer oder die F-22.

In den 1980er-Jahren verfasste der zivile Pentagon-Mitarbeiter Franklin C. Spinney einen dienstlichen Bericht über finanzielle Verschwendung. Er wurde vorgeladen und sagte am 4. März 1983 vor dem US-Senat aus. Am 7. März 1983 erschien er auf der Titelseite des Time Magazine.

Am 10. September 2001 erklärte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, sein Ministerium könne Transaktionen im Wert von etwa 2300 Milliarden Dollar nicht erklären. 2016 war der Betrag allein für die Teilstreitkraft Heer auf 6500 Milliarden Dollar gestiegen. Im November 2022 wurde bekannt, dass das Verteidigungsministerium zum fünften Mal in Folge die gesetzlich vorgeschriebene jährliche Rechnungsprüfung nicht bestanden hatte.

Umbenennung und Deutung

Am 5. September 2025 verfügte Präsident Donald Trump per Dekret, das Department of Defense in Department of War („Kriegsministerium“) umzubenennen. Der neue Name gilt zunächst nur als Zweitbezeichnung. Er darf nur in zeremoniellen und informellen Kontexten verwendet werden, nicht in gesetzlich vorgeschriebenen Zusammenhängen, etwa in der Kommunikation mit Verfassungsorganen. Für eine endgültige Umbenennung müsste der Kongress der Vereinigten Staaten ein Bundesgesetz verabschieden. Einige Republikaner fordern das. Trump ließ bei der Unterzeichnung offen, „ob wir das überhaupt benötigen“.

Nach dem Dekret wurden Logo und Selbstdarstellung des Ministeriums im Internet sofort geändert, sodass dort bereits ausschließlich Department of War verwendet wird. Auch an Gebäuden des Pentagon wurden Schriftzüge ausgetauscht. Verteidigungsminister Pete Hegseth nennt sich nun Secretary of War. Schilder, Siegel, Uniformen und IT-Systeme sollen international umgestellt werden. Laut Artikel gibt es weltweit derzeit, Stand 2025, kein anderes Land mit einem „Kriegsministerium“.

Beobachter bewerten die Umbenennung als „Tabubruch“ und sehen darin mehr als Symbolik oder historische Nostalgie. Sie deuten sie als Signal, dass das amerikanische Militär offensiv kriegerisch eingesetzt werden solle und auf völkerrechtliche Rechtfertigungen weniger Rücksicht nehme. Die nach dem Zweiten Weltkrieg von Harry S. Truman angestoßene Umbenennung vom historischen Kriegsministerium zum Verteidigungsministerium sollte laut Artikel Landesverteidigung, Kriegsvermeidung und eine defensive Haltung im Atomzeitalter betonen. Vertreter der Trump-Administration sehen diese Namensgebung dagegen als „politische Korrektheit“, „Schwäche“ oder „Wokeness“.

Pete Hegseth sagte bei der Vorstellung des Dekrets, man werde „in die Offensive gehen, nicht nur in die Defensive“, mit „maximaler Tödlichkeit“ und „gewalttätiger Wirkung“. Das Ministerium zitierte ihn außerdem mit der Aussage: „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir den Namen von Kriegsministerium in Verteidigungsministerium geändert und … seitdem haben wir keinen größeren Krieg mehr gewonnen.“ Beobachter schätzen die außenpolitische Wirkung unterschiedlich ein, meist aber als gering oder kontraproduktiv. Genannt wird, dass Wladimir Putin der Name ziemlich egal sei, während Xi Jinping ihn nutzen könne, um amerikanische Politik als Gefahr für den Frieden darzustellen. Als gewichtiger gilt die Wirkung nach innen: In amerikanischen Verteidigungs- und Sicherheitsstrukturen könne die Bereitschaft sinken, fragwürdigen Befehlen aus der Führung zu widersprechen.

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