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Bekenntnis von Westminster
Hauptsächliche Themen sind die göttliche Inspiration und Autorität der Bibel, die Dreieinigkeit Gottes, die Vorsehung, die Erbsünde, die Rechtfertigung des …
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Gegenstand und Bedeutung
Das Bekenntnis von Westminster (englisch Westminster Confession of Faith) ist eine reformierte Bekenntnisschrift aus dem Jahr 1646, die 1647 gedruckt wurde. In 33 Artikeln stellt sie die evangelische Lehre und Glaubenspraxis systematisch dar. In manchen reformierten und presbyterianischen Kirchen ist sie bis heute gültig und gilt zusammen mit dem Westminster Larger Catechism und dem Westminster Shorter Catechism als offizielles Glaubensbekenntnis presbyterianischer Kirchen.
Zu den Hauptthemen gehören die göttliche Inspiration und Autorität der Bibel, die Dreieinigkeit Gottes, die Vorsehung, die Erbsünde, die Rechtfertigung des Menschen allein durch Gottes Gnade und den Glauben an Jesus Christus. Außerdem behandelt das Bekenntnis die Bedeutung der Kirche, der Sakramente und des Endgerichts. Es verbindet damit grundlegende Aussagen über Gott, den Menschen, die Erlösung und das christliche Leben.
Entstehung im englischen Bürgerkrieg
Das Bekenntnis entstand während des Englischen Bürgerkrieges auf Veranlassung des „Langen Parlamentes“. Ausgearbeitet wurde es von der Westminstersynode, einer von 1643 bis 1649 tagenden Theologen-Kommission aus englischen und schottischen Presbyterianern. Zu ihren bekannten Mitgliedern gehörten Alexander Henderson, John Lightfoot, Thomas Goodwin und Samuel Rutherford.
Die Westminster-Synode trat am 1. Juli 1643 erstmals in der Jerusalem Chamber, der Wohnung des Deans, zusammen. Die eigentlichen Tagungen dauerten bis zum 25. März 1652. Bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem House of Commons am 25. September 1643 wurde der Solemn League and Covenant zwischen der schottischen und englischen Nation geschlossen. Dadurch erhielten die presbyterianischen Grundsätze Schottlands und die Selbständigkeit der schottischen Kirche größeres Gewicht. Die geplante Reform der anglikanischen Kirche trat dagegen in den Hintergrund; die Synode entwickelte sich zunehmend zu einer presbyterianischen Kirchenversammlung.
In einer Zeit politischer, sozialer und kirchlicher Umbrüche erarbeitete die Westminster-Versammlung insgesamt sechs Dokumente. Sie sollten den evangelischen Kirchen Klarheit, Halt und Durchsetzungskraft geben. Das Glaubensbekenntnis war das Kernstück dieser Dokumente und enthielt etwa 4.000 Bibelverse. Die Westminster Confession von 1644 bis 1647 war zunächst als offizielles Glaubensbekenntnis für die Church of England, die Church of Ireland und die Church of Scotland vorgesehen. Sie sollte die Neununddreißig Artikel ersetzen. Der Widerstand überzeugter Anglikaner verschärfte jedoch die Gegensätze zwischen Anglikanern und Presbyterianern und führte endgültig zu einer Trennung.
Durch die Restauration der englischen Monarchie ab 1660 konnte sich das Westminster-Bekenntnis nur in der Church of Scotland als offizielles Dokument etablieren, dort bereits ab 1647.
Weitere kirchliche Wirkung
Das Westminster-Bekenntnis stand im Zusammenhang mit weiteren Reformen des Gottesdienstes und der kirchlichen Ordnung. An die Stelle des Book of Common Prayer trat 1645 eine Anordnung für den öffentlichen Gottesdienst in England, Schottland und Irland, das Directory for the Public Worship of God throughout the three Kingdoms of England, Scotland and Ireland. Darin standen Schriftlesung und Predigt im Mittelpunkt. Außerdem überarbeitete die Synode die metrische Psalmenübersetzung von Francis Rous für den Gemeindegesang.
Im Bekenntnis erhielten die Heilsgeschichte und die Föderaltheologie einen wichtigen Platz. Dadurch wurde seine calvinistische Prägung besonders deutlich. Das Bekenntnis beeinflusste auch andere reformierte Bekenntnisse, darunter die Savoy Declaration von 1658 für kongregationalistische Kirchen und die London Baptist Confession von 1677 für Baptisten in England.
Presbyterianer in den Vereinigten Staaten überarbeiteten den Text zweimal. Die erste Revision von 1789 betraf unter anderem die Trennung von Kirche und Staat. Diese Anpassungen wurden von konservativen presbyterianischen Denominationen in den USA übernommen. Die zweite Revision von 1903 enthielt Änderungen zu den Kapiteln über den Heiligen Geist, die Liebe Gottes und die Erwählung; sie wurde von den meisten konservativen presbyterianischen Denominationen jedoch abgelehnt. Auch im 21. Jahrhundert erklären Kuratoren und Mitglieder des Lehrkörpers des 1929 in Glenside, Pennsylvania, USA, gegründeten Westminster Theological Seminary jährlich ihre Zustimmung zum Bekenntnis und zu den beiden Westminster-Katechismen.
Aufbau und zentrale Lehren
Der Inhalt ist in zwei große Bereiche gegliedert. Der erste Teil beschreibt die grundlegenden Elemente des reformierten Glaubens. Er beginnt mit Gottes Schöpfungswerk und dem Fall des Menschen in den Kapiteln 1 bis 6. Danach folgen das Erlösungswerk Jesu Christi in den Kapiteln 7 und 8 sowie seine Anwendung durch den Heiligen Geist in den Kapiteln 9 bis 19.
Damit behandelt das Bekenntnis eine Abfolge vom Ursprung der Welt über die menschliche Sünde bis zur Erlösung. Die Rechtfertigung wird als Geschehen verstanden, das allein auf Gottes Gnade und auf dem Glauben an Jesus Christus beruht. Die Lehre vom Heiligen Geist erklärt, wie das Erlösungswerk auf den Gläubigen angewendet wird. Die Aussagen über Gottes Vorsehung, die Erbsünde und die göttliche Erwählung gehören in diesen umfassenden Zusammenhang.
Ab Kapitel 20 beginnt der zweite Teil. Er beschreibt die Verantwortung des Gläubigen, Gott zu antworten und allen Menschen an allen Orten zu dienen. Das Gewissen des Gläubigen ist frei, damit er Christus allein dienen kann. Gleichzeitig soll er sich den von Gott eingesetzten und rechtmäßigen Autoritäten unterordnen.
Die Kirche ist der wichtigste Ort der Gemeinschaft der Heiligen. In ihr werden die Sakramente ausgeteilt und Gemeindezucht vollzogen. Diese Ordnung soll den Gläubigen zu einem heiligen Leben führen und dazu beitragen, Gott gemeinsam zu ehren. Der weitere Blick richtet sich auf die Auferstehung der Toten, das letzte Gericht und das ewige Leben. So verbindet das Bekenntnis Lehre, kirchliche Praxis, persönliche Verantwortung und die Hoffnung auf Gottes endgültiges Gericht und Heil.