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B’nai B’rith
Ein weiteres Ziel von B'nai B'rith ist die Aufklärung über das Judentum und die Erziehung innerhalb des Judentums. Zurzeit gibt es rund 500.000 organisierte …
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Überblick
B’nai B’rith (hebräisch בְּנֵי בְּרִית, „Söhne des Bundes“) ist eine jüdische internationale Organisation. Sie wurde am 13. Oktober 1843 in New York City von zwölf jüdischen Einwanderern aus Deutschland als geheime Loge gegründet. Nach eigener Darstellung fördert sie Toleranz, Humanität und Wohlfahrt sowie die Aufklärung über das Judentum und die jüdische Erziehung.
Die Organisation hat rund 500.000 organisierte Mitglieder in ungefähr 60 Staaten und zählt damit zu den größten jüdischen internationalen Vereinigungen. Ihr Sitz ist Washington, D.C.; 2024 betrug der Umsatz 13.939.863 US-Dollar. Veröffentlichungsorgan ist die B’nai B’rith International Jewish Monthly.
Aufbau und angeschlossene Organisationen
B’nai B’rith ist mit Großlogen, Hauptlogen und Distrikten ähnlich wie die Freimaurerei gegliedert, betrachtet sich jedoch nicht als mit ihr verbunden. In Washington, D.C., betreibt sie das B’nai B’rith Klutznick National Jewish Museum zur jüdischen Geschichte.
1897 öffnete sich die Organisation für Frauen. Seit 1990 können Frauen bei B’nai B’rith International Vollmitglieder sein. Die angeschlossene, selbstorganisierte Frauenorganisation heißt B’nai B’rith Women und beansprucht weiterhin Unabhängigkeit. Zu den Ablegern gehören die 1913 gegründete Anti-Defamation League und die universitäre Organisation Hillel.
Deutschland
Der erste deutsche Ableger entstand 1882 in Berlin. Leo Baeck war von 1925 bis 1937 Großpräsident des deutschen Distrikts, der damals mehr als hundert Einzellogen umfasste. Am 19. April 1937 mussten alle Logen aufgelöst werden; das Gebäude in der Kleiststraße 10 in Berlin-Schöneberg ging 1937 an die Gestapo. Dort wurde am 20. März 2025 eine Gedenktafel enthüllt.
In Köln wurde der Sitz der Rheinland-Loge in der Cäcilienstraße nach der Zerschlagung als Ghettohaus missbraucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Orden in der Bundesrepublik neu gegründet. In Berlin erinnern eine Gedenktafel im Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße sowie die Janusz-Korczak-Loge und die seit 1979 bestehende Raoul-Wallenberg-Loge an die Präsenz der Organisation.
Österreich und soziales Wirken
1889 entstand im österreichischen Teil Österreich-Ungarns die Loge Austria. Sie musste wegen des Verbots von Freimaurerlogen „Israelitischer Humanitätsverein“ heißen. Bis 1895 wurden weitere Logen gegründet; insgesamt bildeten fünfzehn Logen mit 1700 Mitgliedern den X. Distrikt. Nach Gründung der Republik Österreich entstanden weitere Logen in Wien, Linz und Graz. Der XII. Distrikt hatte 1929 rund 900 Mitglieder. Heute ist B’nai B’rith in Österreich durch die Zwi Perez Chajes Loge in der Wiener Taubstummengasse vertreten.
Lokale Logen unterhielten, meist gemeinsam mit der Großloge, auch überregional bedeutsame soziale Einrichtungen. Beispiele sind das Kinder-Erholungsheim U.O.B.B. Zion-Loge XV. No. 360 Hannover auf Norderney und das Kindererholungsheim Oberrochwitz.
Auszeichnung und Veröffentlichungen
Der Europe Award of Merit ging laut Artikel 1991 an Richard von Weizsäcker, 1994 an Bernard-Henri Lévy, 1996 an Helmut Kohl, 2008 an Angela Merkel und 2014 an Mathias Döpfner.
Zu den genannten Publikationen zählen Schriften zum Orden in Deutschland, darunter die Festschrift Zum 50jährigen Bestehen des Ordens Bne Briss in Deutschland (1933) mit einer Einleitung von Leo Baeck, sowie Werke und Vorträge jüdischer Autoren und Mitglieder.