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Anglistik
Anglistik (auch Englische Philologie) ist die Wissenschaft, die sich mit der englischen Sprache, der englischsprachigen Literatur und der Kultur des …
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Gegenstand und Studienfach
Anglistik, auch Englische Philologie, ist die Wissenschaft von der englischen Sprache, englischsprachiger Literatur und der Kultur des englischen Sprachraums. Im englischen Sprachraum heißt das Fach English Studies. Im deutschen Sprachraum gehört Anglistik/Amerikanistik zu den Neuphilologien, also zu den Wissenschaften von neueren Sprachen und ihren Literaturen.
Das Studium behandelt vor allem britische und US-amerikanische Literatur, Sprachwissenschaft, Sprachpraxis sowie landeskundlich-kulturelle Studien. Sprachwissenschaft untersucht beispielsweise Morphologie (Wortbildung und Wortformen), Phonologie (Lautsystem), Syntax (Satzbau), Soziolinguistik (Sprache in der Gesellschaft) und Pragmatik (Sprachgebrauch in Situationen). Betrachtet werden unterschiedliche Zeiten, etwa Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts sowie historischer und gegenwärtiger Sprachgebrauch.
An deutschen Universitäten kann Anglistik meist zusammen mit mindestens einem weiteren Fach für das Lehramt sowie in Bachelor- und Masterstudiengängen studiert werden. Wirtschaftswissenschaftlich geprägte Diplom-Anglistik-Studiengänge, die einige Universitäten bis Ende der 2000er Jahre anboten, wurden durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt. Auch Magisterstudiengänge wurden im Bologna-Prozess größtenteils eingestellt oder nicht fortgeführt.
Historische Entwicklung in Deutschland
Der erste Lehrstuhl für englische Sprache in Deutschland entstand an der Georg-August-Universität Göttingen, die Georg II. gegründet hatte und die 1737 eröffnet wurde. Ein Grund war die Personalunion: Der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg war zugleich König von Großbritannien.
Die deutsche und deutschsprachige Anglistik entwickelte sich anders als die Anglistik in Großbritannien und den USA. Kennzeichnend war besonders die Konzentration auf englische Philologie und damit auf mittelalterliche und frühmoderne Literaturen; diese Ausrichtung wurde in Großbritannien und den USA nicht geteilt. Der Erste und der Zweite Weltkrieg verstärkten die Trennung der beiden Wissenschaftstraditionen. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte der Deutsche Akademische Anglistenverband großen Einfluss auf die Personalpolitik der Universitäten.
Neuere Forschungsfelder
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Emanzipation der Amerikanistik, also ihre Entwicklung zu einem eigenständigen Bereich, prägend. Dadurch entstand die Aufteilung in Anglistik und Amerikanistik.
Seit den 1980er und 1990er Jahren werden zwei weitere Forschungsfelder genannt. Anglo-Irish Studies unterscheiden englische und irische Literatur, weil sich die englische Kultur nach dieser Darstellung erheblich von der irischen unterscheide und zeitgenössische irische Literaten einen anderen kulturellen Hintergrund hätten. Commonwealth Studies beschäftigen sich seit den 1980er Jahren mit Sprache und Kultur der ehemaligen britischen Kolonien. Als Beispiele nennt der Artikel Indien, Jamaika und Hongkong: Autorinnen und Autoren können neben der jeweiligen Landessprache Englisch als Lingua Franca verwenden, also als gemeinsame Verkehrssprache, um eine größere Leserschaft zu erreichen.
Der Abschnitt zur Gegenwart ist im Artikel ausdrücklich als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet; seine Angaben können daher nicht als ausreichend abgesichert gelten.