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Anderssprachige Tonbezeichnungen
... Diatonik bedingten unterschiedlichen Abstände zwischen den Stammtönen, beispielsweise in Form von Ganztönen und Halbtönen ermöglichen. Die korrekte …
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Grundprinzip der Tonbenennung
Der Artikel gibt einen Überblick über neuzeitliche Bezeichnungen der Stammtöne, ihrer chromatischen Veränderungen und von Tonarten in verschiedenen Sprachen. In Ländern, die von abendländischer Musiktheorie und Musikpädagogik geprägt sind, dominieren zwei Systeme: Tonbuchstaben aus dem lateinischen Alphabet und Silben der mittelalterlichen Solmisation.
Beide Systeme beziehen sich auf die Heptatonik, also eine Siebenstufigkeit. Die Namen allein zeigen jedoch nicht, ob zwischen zwei Stammtönen ein Ganzton- oder Halbtonschritt liegt. Für die richtige Verwendung müssen daher die Konventionen der heptatonischen Tonbenennung, die Struktur diatonischer Skalen und die musikalische Orthografie bekannt sein.
Stammtöne in Alphabet und Solmisation
Die absoluten sieben Tonstufen der abendländischen Musik werden mit A, B, C, D, E, F und G bezeichnet. In der diatonischen Ordnung liegen Halbtonschritte zwischen B und C sowie zwischen E und F; alle anderen benachbarten Buchstaben stehen für Ganztonschritte.
Im deutschsprachigen Raum ist der Stammton B durch H ersetzt: Die Folge lautet C, D, E, F, G, A, H. Diese Schreibweise gibt es auch beispielsweise im Dänischen, Schwedischen, Polnischen, Tschechischen, Serbischen und Ungarischen. Im Englischen bleibt B der Stammton; der einen Halbton tiefere Ton heißt B flat (B♭). Im Niederländischen heißt das erniedrigte B Bes. Bei Akkordsymbolen in populären, stark englischsprachig geprägten Musikgenres verwenden deutsche Musiker für den Grundton H meist ebenfalls B.
In Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Rumänien sowie in Belgien, den GUS-Staaten und Bulgarien werden Solmisationssilben als Namen absoluter Tonhöhen verwendet. do, re, mi, fa, sol, la, si entsprechen C, D, E, F, G, A, H; im Italienischen steht auch ti. Französisch verwendet für C ut oder do, Portugiesisch schreibt beispielsweise Dó, Ré und Fá. Die Übersicht nennt außerdem eigene Schriftzeichen oder Lautungen etwa für Bulgarisch, Russisch, Ukrainisch, Griechisch, Japanisch, Chinesisch und Koreanisch.
Erhöhte und erniedrigte Töne
Tonbuchstaben und Solmisationssilben bezeichnen nur Stammtöne. Zusätze sind nötig, um Veränderungen der Tonhöhe bei Chromatik und bei Transposition darzustellen und dabei die diatonische Struktur beizubehalten.
Im Deutschen, Niederländischen, Ungarischen, westslawischen und ähnlich in skandinavischen Sprachen wird eine Nachsilbe an den Grundton angehängt: -is bezeichnet eine Erhöhung durch ein Kreuz (♯), etwa Fis und Cis; -es eine Erniedrigung durch ein ♭, etwa Des und Ges. Deutsche Ausnahmen sind H → B, E → Es und A → As.
In den meisten anderen Sprachen werden Wörter für die Veränderung an den Tonnamen angefügt; im Japanischen, Chinesischen und Koreanischen stehen sie davor. Für die Erhöhung heißen sie zum Beispiel englisch sharp (F sharp, C sharp), italienisch diesis, französisch dièse, spanisch sostenido, portugiesisch sustenido, rumänisch diez, russisch диез und griechisch δίεση díesi. Japanisch verwendet 嬰 ei, Chinesisch 升 shēng und Koreanisch 올림 ollim. Das lateinische Wort durum erscheint in der Angabe h = b durum.
Für die Erniedrigung stehen beispielsweise englisch flat (D flat, G flat), italienisch bemolle, französisch bémol, spanisch und portugiesisch bemol, russisch бемоль sowie griechisch ύφεση ýfesi. Japanisch verwendet 変 hen, Chinesisch 降 jiàng und Koreanisch 내림 naerim. Die lateinische Bezeichnung lautet molle, angegeben als b = b molle.
Dur und Moll in verschiedenen Sprachen
Das Tongeschlecht unterscheidet Dur und Moll. Die jeweiligen sprachlichen Bezeichnungen spiegeln unterschiedliche musiktheoretische und musikästhetische Traditionen wider. Nur in der deutschsprachigen Musiktheorie werden die betreffenden Gegensätze seit dem 17. Jahrhundert ausschließlich als Dur und Moll bezeichnet. Im Griechischen und Bulgarischen heißen sie hierarchisch „wesentlich“ für Dur und „untergeordnet“ für Moll. Bei deutschen und ungarischen Bezeichnungen ist die Spannung einer Saite beim für das Tongeschlecht maßgeblichen Terzintervall entscheidend: mollus und durus bedeuten weiche beziehungsweise härtere Saitenspannung. Besonders im asiatischen Raum beziehen sich die Namen auf Rohrlängen von Flöten: lang beziehungsweise kurz oder groß beziehungsweise klein. Auch major und minor beziehen sich meist auf physikalisch bedingte Größenrelationen der geschlechtsspezifischen Terzen.
C-Dur heißt etwa C major auf Englisch, do maggiore auf Italienisch, ut majeur oder do majeur auf Französisch, do mayor auf Spanisch und C-groot auf Niederländisch. Weitere Bezeichnungen sind ungarisch C-dúr, russisch до мажор, griechisch Ντο μείζονα und japanisch ハ長調.
a-Moll heißt etwa A minor auf Englisch, la minore auf Italienisch, la mineur auf Französisch, la menor auf Spanisch und a-klein auf Niederländisch. Weitere Formen sind A-moll auf Ungarisch, ля минор auf Russisch, Λα ελάσσονα auf Griechisch und イ短調 auf Japanisch.