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H (Musik)
H (Musik). Ton, der einen Ganzton über dem A (oder a) liegt. Artikel · Diskussion. Sprache ... Ganzton über dem Ton A und einen Halbton unter dem Ton C liegt.
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Bedeutung des Tonbuchstabens H
H beziehungsweise h ist im deutschsprachigen Raum sowie in einigen weiteren europäischen Ländern ein Tonbuchstabe. Er bezeichnet das ehemals als b quadratum notierte B. Dieser Ton liegt einen Ganzton über A und einen Halbton unter C.
Die Bezeichnung ist wichtig, weil Tonbuchstaben für Töne, Tonarten und Akkorde verwendet werden. Im Deutschen unterscheiden sich dabei H und B: H steht für den hier beschriebenen Ton, während B aus dem historischen b rotundum hervorgegangen ist.
Entstehung der Unterscheidung von H und B
Für einen heptatonischen, also siebenschrittigen, Tonvorrat reichen die Buchstaben A bis G aus; auf A folgt dabei ursprünglich B. Der Tonbuchstabe H für den Stammton B entstand erst in der frühen Neuzeit. Später setzte er sich in Deutschland, Skandinavien und im westslawischen Raum durch.
Der Hintergrund war die mehrstimmige Musik. Bei getrennt notierten Einzelstimmen konnte die passende Intonation des Tons B nicht mehr allein aus dem einstimmigen Melodieverlauf erschlossen werden. Spätestens im 11. Jahrhundert, bei Guido von Arezzo, wurde B daher in zwei Varianten unterschieden: die höhere Variante b durum beziehungsweise B mi und die tiefere Variante b molle beziehungsweise B fa. Im hexachordum molle wurde B mit einem vorangestellten b rotundum, dem „runden b“, notiert; im hexachordum durum mit einem b quadratum, dem „quadratischen b“. Die Unterscheidung half beispielsweise, gleichzeitige Tritonusreibungen zu vermeiden.
Bei einer g-Transposition von Kirchentonarten konnte das b rotundum als Generalvorzeichen unmittelbar hinter dem Notenschlüssel am Beginn jedes Notensystems stehen.
Vom Schriftzeichen zum Buchstaben H
In der in Deutschland bis ins 18. Jahrhundert teilweise verwendeten Orgeltabulatur wurde das b quadratum durch einen kleinen Bogen rechts am Tonbuchstaben gekennzeichnet: B₎ beziehungsweise b₎. Dadurch ähnelte es H beziehungsweise h. Ein frühes Dokument ist Conrad Paumanns Fundamentum organisandi im Anhang des Lochamer Liederbuchs von 1452.
Beim aufkommenden Buchdruck mit beweglichen Lettern verwendeten Tabulaturausgaben wegen dieser Ähnlichkeit die Druckletter h. Musiker gewöhnten sich daraufhin daran, das b quadratum nach seinem Druckbild H zu nennen. Für das b rotundum blieb im Deutschen dagegen B erhalten.
Auch heutige Vorzeichen gehen auf diese Notationsformen zurück: Aus dem b quadratum entwickelten sich Auflösungszeichen und Kreuz, aus dem b rotundum das Versetzungszeichen b.
Internationale Bezeichnungen und Streitpunkt
Im angelsächsischen Sprachraum heißt der dem deutschen H entsprechende Ton weiterhin B. Das deutsche B wird dort als B flat bezeichnet, also als um einen Halbton erniedrigtes H. In romanischen Sprachen heißt der Ton H „si“ oder „ti“.
Die Gleichsetzung des vom zweiten Buchstaben B abgeleiteten Tonsymbols H mit dem H als achtem Buchstaben des Alphabets war im Deutschen schon früh umstritten. Die Kontroverse besteht weiter, weil englischsprachige Terminologie aus Popmusik und Jazz verbreitet ist. Dabei kommt es besonders leicht zu Verwechslungen zwischen deutschem H und englischem B sowie zwischen deutschem B und englischem B♭ beziehungsweise B flat.
Weitere musikalische Verwendungen
H und h bezeichnen auch Tonarten mit dem Grundton H: H steht für H-Dur, h für h-Moll. Bei Akkorden mit Grundton H kennzeichnet der Großbuchstabe den Dur-Dreiklang, der Kleinbuchstabe den Moll-Dreiklang.
Im Notentext kann H außerdem eine Hauptstimme kennzeichnen, vor allem in der Dodekaphonie. Im Unicodeblock Notenschriftzeichen wird dies durch 𝆦 dargestellt: U+1D1A6 MUSICAL SYMBOL HAUPTSTIMME.
In Boethius’ musiktheoretischer Abhandlung De institutione musica, um 500, ist H der achte Ton einer nicht repetierenden Tonbuchstabenreihe von A bis Z. Es entspricht dort dem späteren Ton A der heptatonischen Tonbuchstaben mit Oktavwiederholung.