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Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (englisch American Revolutionary War oder American War of Independence) fand von 1775 bis 1783 zwischen den Dreizehn Kolonien
Inhalt5 Abschnitte
Überblick und Ursachen
Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg dauerte vom 19. April 1775 bis zum 3. September 1783. Die Dreizehn Kolonien kämpften gegen die britische Kolonialmacht. Ihr Sieg führte nach der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 und der Bildung der Konföderation 1777 zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Spannungen bestanden bereits unter König Georg III. Ursachen waren Handelshemmnisse, das Verbot von Industrie in den Kolonien, Siedlungsverbote westlich der Appalachen sowie Steuern und Abgaben wie die Townshendgesetze von 1767 und der Stamp Act. Die eigene Kolonialwährung Colonial Scrip wurde 1751 beschränkt und 1764 durch den Currency Act untersagt. Nach dem Siebenjährigen Krieg wollte Großbritannien seine hohen Kosten auch durch die Kolonien finanzieren. Die Kolonisten verlangten dagegen Handelsfreiheit sowie politische Mitsprache: „no taxation without representation“ bedeutete keine Besteuerung ohne politische Vertretung.
Boykotte, die Boston Tea Party von 1773 und die britischen „unerträglichen Gesetze“ von 1774 verschärften den Konflikt. Der erste Kontinentalkongress versammelte 1774 Delegierte aller 13 Kolonien; diese verweigerten den Handel mit Großbritannien. Ein eigener Abschnitt des Artikels betont außerdem Finanz- und Wirtschaftsinteressen: Der Kontinentalkongress schuf 1776 den Kontinental-Dollar; Robert Morris wirkte an der späteren Bank of North America mit. Nach dem Krieg entstanden weitere Finanzinstitutionen, darunter ab 1791 die First Bank of the United States.
Kriegsbeginn und Wende im Norden
Die Gefechte von Lexington und Concord am 19. April 1775 gelten als Kriegsbeginn. Britische Truppen wollten Vorräte der Aufständischen sichern; wer den ersten Schuss abgab, ist unbekannt. Danach zogen sich die Briten nach Boston zurück, das von Siedlern belagert wurde. Am 10. Mai nahmen Ethan Allen und Benedict Arnold Fort Ticonderoga mit 80 Mann ein; die dort erbeuteten Kanonen wurden später bei Boston eingesetzt. Washington übernahm am 2. Juli 1775 den Oberbefehl über die zunächst 15.000 Mann starke Kontinentalarmee.
Die Briten räumten Boston im März 1776. Ein amerikanischer Versuch, Kanada zu erobern, scheiterte nach der Niederlage bei Québec am 31. Dezember 1775; im Frühjahr 1776 wurden die Siedler bis zum Lake Champlain zurückgedrängt. Britische Angriffe im Süden scheiterten 1776 bei Moores Creek Bridge und Sullivan’s Island.
Im August 1776 eroberten die Briten New York. Washington wich nach Niederlagen auf Long Island, bei White Plains und in New Jersey über den Delaware nach Pennsylvania zurück. Sein Überraschungsangriff auf 1.400 hessische Soldaten in Trenton am 26. Dezember 1776 stärkte die amerikanische Moral: 25 Hessen wurden getötet, 920 gefangen genommen; die Siedler verloren 2 Tote und 4 Verletzte. Am 3. Januar 1777 folgte der Erfolg bei Princeton.
1777 nahmen die Briten Philadelphia ein, doch Saratoga wurde zum Wendepunkt. General John Burgoyne kapitulierte dort am 17. Oktober mit 5.000 Mann. Im harten Winter 1777/78 lag Washingtons Armee in Valley Forge zeitweise bei nur rund 5.000 Mann. Friedrich Wilhelm von Steuben verbesserte Ausbildung, Disziplin und Organisation der Kontinentalarmee; die Wirkung zeigte sich unter anderem in der unentschiedenen Schlacht von Monmouth am 28. Juni 1778.
Internationalisierung und Entscheidung im Süden
Frankreich unterstützte die Aufständischen zunächst heimlich mit Waffen und trat 1778 aktiv in den Krieg ein. Spanien folgte 1779, die Niederlande 1780. Damit verschärften sich für Großbritannien die Probleme durch weit verstreute Truppen und Nachschubbedarf. Frankreich entsandte auch größere Truppenkontingente nach Nordamerika.
Die Briten verlagerten ihren Schwerpunkt ab 1778 in die südlichen Kolonien. Sie eroberten Savannah 1778 und Charleston im Mai 1780; bei Charleston kapitulierten General Benjamin Lincoln und 5.400 Mann, die schwerste Niederlage der Aufständischen. Bei Camden am 16. August 1780 siegten britisch-hessische Truppen unter Cornwallis über amerikanische Kräfte unter Gates und Baron de Kalb. Die amerikanische Gegenoffensive unter Nathanael Greene begann mit Cowpens am 17. Januar 1781, wo Daniel Morgan Tarletons Truppen vernichtend schlug. Bei Guilford Court House schlug Cornwallis Greene zwar, konnte dessen Armee aber nicht vernichten und erlitt 500 Ausfälle.
Cornwallis zog sich nach Yorktown in Virginia zurück. Washington änderte seinen zunächst gegen New York gerichteten Plan, als Admiral François de Grasse Unterstützung in der Chesapeake Bay zusagte. De Grasses Flotte setzte sich am 5. September 1781 in der Seeschlacht vor der Chesapeake Bay durch und kontrollierte die Bucht. Washington, Rochambeau und ihre französisch-amerikanischen Truppen begannen am 28. September mit über 15.500 Soldaten die Belagerung. Cornwallis bat am 17. Oktober um Waffenstillstand und ergab sich am 19. Oktober mit knapp 8.000 Soldaten. Damit waren die britischen Hoffnungen auf einen Sieg in Nordamerika beendet.
Weltweiter Krieg und Frieden
Der Konflikt wurde auch außerhalb Nordamerikas geführt. Frankreich und Spanien kämpften ab 1778 beziehungsweise 1779 gegen Großbritannien. 1780 erklärten Russland, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Schweden, Dänemark, Österreich und Preußen die Bewaffnete Neutralität als Schutzbündnis gegen britischen Kaperkrieg. In Europa blieben die Seeschlacht bei Ouessant 1778 und die Schlacht auf der Doggerbank 1781 unentschieden; bei Kap St. Vincent siegten die Briten 1780. Spanien eroberte 1782 Port Mahon auf Menorca, scheiterte aber bei Gibraltar.
In der Karibik wechselten mehrere Inseln den Besitzer. Frankreich eroberte unter anderem Dominica, St. Vincent, Grenada und Tobago; Großbritannien nahm St. Lucia ein und besetzte zeitweise niederländische Inseln. Spanien besetzte 1782 die Bahamas, die Loyalisten 1783 wieder für die britische Krone sicherten. Auch in Westafrika und Vorderindien kam es zu Kämpfen und Seegefechten. Spanien eroberte 1781 Pensacola; damit fiel außer Jamaika die letzte britische Marinebasis am Golf von Mexiko.
Am 30. November 1782 schlossen die Vereinigten Staaten mit Großbritannien einen Vorfrieden, ohne ihre europäischen Verbündeten einzubeziehen. Im Frieden von Paris vom 3. September 1783 erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit an, verzichtete auf Gebiete bis zum Mississippi und akzeptierte die Großen Seen als Nordgrenze der USA. Florida fiel wieder an Spanien. Die USA erhielten damit die früheren britischen Gebiete östlich des Mississippi, südlich der Großen Seen und nördlich von Ost- und Westflorida.
Loyalisten und deutsche Truppen
Loyalisten waren amerikanische Kolonisten, die der britischen Monarchie treu blieben. Historiker schätzen ihren Anteil auf 15 bis 20 Prozent der weißen Bevölkerung der Kolonien. Besonders im Süden bestand eine starke loyalistische Minderheit. Nach dem Krieg verließen rund 20 Prozent der Loyalisten den Geltungsbereich der Unabhängigkeitserklärung und gingen in andere Teile des britischen Empire oder nach Großbritannien.
Ein Teil der Loyalisten waren Schwarze, darunter Soldaten eigener Regimenter. Viele hofften auf Befreiung, weil es nach den Gesetzen der britischen Monarchie in Großbritannien keine Sklaverei gab. Sklaven flohen deshalb nach New York, Savannah und Charleston zu den britischen Truppen. Die Zahl derjenigen, die mit abziehenden Briten in die Freiheit gelangten, wird auf 15.000 bis 20.000 geschätzt.
Als „Hessen“ wurden allgemein die deutschen Soldaten im britischen Dienst bezeichnet. Hessen-Kassel verpflichtete sich in einem Subsidienvertrag zu 12.000 Soldaten, musste aber Ausfälle ersetzen; insgesamt kamen rund 20.000 Soldaten aus Nordhessen zum Einsatz. Der Begriff wurde zum Synonym für fast alle nichtbritischen, deutschsprachigen Truppen auf britischer Seite. Auch Braunschweig-Wolfenbüttel, Ansbach, Bayreuth, Anhalt-Zerbst, Hessen-Hanau sowie Waldeck und Pyrmont stellten Truppen. Etwa die Hälfte der eingesetzten Soldaten aus Hessen-Kassel blieb nach Kriegsende in Amerika, die andere Hälfte kehrte zurück. Auf amerikanischer Seite kämpften ebenfalls Deutsche, darunter das französische Fremdenregiment Royal Deux-Ponts bei Yorktown.