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American Dream

Der American Dream (deutsch: amerikanischer Traum) bezeichnet eine in den Vereinigten Staaten von Amerika vorherrschende Gesinnung. Gemäß dieser Vorstellung …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Spannungsverhältnis
  2. 2. Grundlagen von Freiheit, Leistung und Erfolg
  3. 3. Bildung als Chance und als Hindernis
  4. 4. Soziale Klasse, Wohlstand und Herkunft
  5. 5. Gleichheit und kulturelle Darstellung

Kernidee und Spannungsverhältnis

Der American Dream („amerikanischer Traum“) ist die in den USA verbreitete Vorstellung, dass jeder Mensch durch harte Arbeit seinen Lebensstandard verbessern und unabhängig von seinem gegenwärtigen Wohlstand erfolgreich werden kann. Entscheidend ist der Glaube an gleiche Chancen. Das Bild „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ („From rags to riches“) fasst diese Aufstiegserwartung zusammen.

Zu den Hauptelementen zählen individuelle Freiheit, Eigenverantwortung, Wettbewerb, Chancengleichheit, harte Arbeit und Erfolg. Der Traum beruht auf dem Bild der USA als Meritokratie, also einer Gesellschaft, in der Leistung über Erfolg und Stellung entscheiden soll. Studien zur sozialen Mobilität – der Möglichkeit, die soziale Position im Laufe des Lebens zu verändern – zeigen jedoch, dass der erreichbare Status in den USA stärker von Herkunftsfamilie und sozialer Klasse abhängt als im heutigen Westeuropa. Als wichtiger Grund wird die stark gestiegene ökonomische Ungleichheit genannt.

Grundlagen von Freiheit, Leistung und Erfolg

Der Grundgedanke findet sich bereits in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung: Die Bevölkerung darf ungerechte Herrscher absetzen und sich selbst eine politische Ordnung geben. Die Verfassung sicherte Bürgern unveräußerliche Grundrechte zu. Politisch wurde die Selbstverwirklichung in einer offenen Gesellschaft 1776 mit „Life, Liberty and the pursuit of Happiness“ abgesichert.

Der Artikel beschreibt außerdem religiöse und mythische Vorstellungen als wichtige Wurzeln. Siedler verstanden Amerika im puritanisch geprägten Kontext als Neuanfang, teilweise als „gottgegebene zweite Chance für die Menschheit“ und als neues gelobtes Land. Der Archetyp des „American Adam“ bezeichnet dabei den als jung, unverbraucht und von der Vergangenheit gelösten neuen Menschen.

Durch Säkularisierung wurden religiöse Wertvorstellungen zunehmend auf weltlichen Erfolg bezogen: Materieller Erfolg konnte als Zeichen des Auserwähltseins gelten. Benjamin Franklin betonte dafür „industry, frugality and prudence“, also Fleiß, Sparsamkeit und Besonnenheit. Damit verbunden sind der Glaube an Chancengleichheit, wirtschaftlichen oder beruflichen Erfolg, Fortschritt sowie die Möglichkeit, Missstände zu verändern.

Bildung als Chance und als Hindernis

Bildung gilt seit der Gründung der USA als Voraussetzung für Erfolg. Sie beeinflusst berufliche Möglichkeiten und Einkommen; verbreitet ist die Auffassung, dass die Ziele des American Dream ohne Bildung nicht erreichbar sind. Schulen sollen Kindern ermöglichen, eigene Ziele zu bestimmen und zu verwirklichen.

Nach Jennifer Hochschild sind öffentliche Schulen jedoch nicht gleichwertig. Ungleiche Schulqualität führt zu ungleichen Chancen und Einkommen. Hochschild und Heather Johnson sehen in der Separation öffentlicher Schulen wirtschaftliche Ungleichheit, Rassentrennung und Unterschiede beim ererbten Reichtum. Gerade Kinder aus der Arbeiterklasse und ethnischen Minderheiten treffen dort demnach oft erstmals auf Hindernisse für ihre Aufstiegschancen.

Als mögliche Gegenmaßnahmen nennt Hochschild die Aufhebung der Rassentrennung, Schulwahl, Reformen der Schulfinanzierung und anforderungsbasierte Änderungen. Der Artikel weist aber darauf hin, dass die Entscheidungsmacht darüber bei wohlhabenden Teilen der Bevölkerung liege, die solche Änderungen nicht unbedingt für nötig hielten.

Soziale Klasse, Wohlstand und Herkunft

Der American Dream ist stark auf Individualismus und das Erreichen von Wohlstand ausgerichtet. Der Artikel betont jedoch, dass harte Arbeit allein keinen Erfolg garantiert. Die „Working Poor“ – arbeitende Arme – arbeiten ihr Leben lang hart und erreichen dennoch keinen Wohlstand.

Die soziale Klasse prägt Wissen, Überzeugungen, Eigenschaften, Motivation und Charakter und kann deshalb den Lebensweg begünstigen oder erschweren. Armut verringert Chancen und kann ein großes Hindernis sein. Eine Studie von Jeni L. Burnette, Brenten H. DeShields, Rachel B. Forsyth, Crystal L. Hoyt und Mitchell Parry zufolge fördert der Glaube an den American Dream negative Einstellungen gegenüber armen Menschen, weil ihre Lage als selbstverschuldet betrachtet wird.

Auch beim Reichtum besteht laut Johnson (2006) ein Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit: Das leistungsbasierte System verspricht gleiche Chancen, doch Leistung habe mit Wohlstand, nicht mit Einkommen zu tun; der Weg sei anerzogen, aber bereits verteilt. Ethnische Herkunft prägt ebenfalls, wie Menschen den Traum verstehen und verwirklichen wollen. Für Afroamerikaner bestand er nach Josh Sides besonders darin, Ghettos mit wachsender Kriminalität zu verlassen und durch Bildung der Kinder den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Für mexikanisch migrierte Menschen in den Südstaaten nennt der Artikel Armut als Beispiel enttäuschter Hoffnungen.

Gleichheit und kulturelle Darstellung

Der American Dream bezieht sich nicht nur auf materielle Ziele. Er kann auch ein Lebensgefühl und die Verwirklichung von Idealismus bedeuten, insbesondere Gleichheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit. Martin Luther King forderte diese Werte 1963 in Washington in seiner Rede „I Have a Dream“ als höchstes Gut ein.

In der modernen US-amerikanischen Literatur, Musik und im Film ist der American Dream ein wiederkehrendes Thema. Die Beispiele des Artikels zeigen sowohl Erfolgserzählungen als auch kritische Auseinandersetzungen. So steht dem Aufstiegsversprechen auch der Gegenbegriff „American Nightmare“ gegenüber: Er bezeichnet die Erfahrung, dass der Traum in einen Albtraum umschlagen kann.

Lernvideos zu American Dream

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