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American Myths & Realities – Folge 2: Der American Dream erklärt | Englisch Oberstufe

EasyAbi Englisch21:41 1.336 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 156 Zeilen
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  1. Der American Dream ist wahrscheinlich der bekannteste Mythos der USA. Es ist ein Traum, der ganze Generationen geprägt hat. Ein Traum, der verspricht,
  2. in Amerika kann jeder alles erreichen. Vom Tellerwischer zum Millionär, vom Einwanderer ohne Geld, zum erfolgreichen Unternehmer. Aber woher kommt diese Idee
  3. eigentlich? Warum glauben so viele Menschen bis heute daran, trotz Armut, Ungleichheit und Krisen? Und wieso spielt dieser Traum im NRW Abitur eine
  4. so große Rolle im Fach Englisch, wenn wir über American Myths and Realities sprechen? Genau das schauen wir uns heute in diesem Video hier an. Herzlich
  5. willkommen zur zweiten Folge von American Myths and Realities, einem der verbindlichen Themen im NRW Abitur im Fach Englisch und das sollte unter dem
  6. Schwerpunkt Freedom and meiner Videoreihe zu diesem Thema geht es genau darum eben wie Hüten den American Dream und die USA allgemein
  7. geprägt haben und natürlich auch darum, wie weit dieses Bild eigentlich von der echten Realität entfernt sein kann. Heute in dieser zweiten Folge tauchen
  8. wir ganz tief ein in den American Dream, den Mythos, der Freiheit, Leistung und Aufstiegschancen wie kein anderer vereint. Wir klären, wo dieser Traum
  9. historisch herkommt, welche Rolle Religion, Geschichte und Wirtschaft dabei spielen und wie sich der American Dream im Laufe der letzten Jahrhunderte
  10. insgesamt verändert hat. Und natürlich gucken wir auch auf die heutige Zeit, auf die Gegenwart und wir schauen, wie der American Dream gleichzeitig Hoffnung
  11. und ganz ganz viel Frust erzeugt. Am Ende dieses Videos solltest du nicht nur den Begriff an sich kennen und definieren können, sondern auch
  12. verstanden haben, warum der American Dream im Abitur so zentral ist, wenn es um die Frage geht, wie frei und ja, wie gleich ist die amerikanische
  13. Gesellschaft heute wirklich? Mein Name ist Sebastian. Ich bin seit 15 Jahren Englischlehrer an einem Weiterbildungskolleg in
  14. Nordre-Westfalen, nehme jedes Jahr zahlreiche Abiturprüfung ab und kenne mich einfach Englisch wirklich sehr, sehr gut aus. Und auf meinem Kanal Easy
  15. Abi Englisch verrate ich dir alle Tricks und Geheimnisse rund um das Zentralabitour im Fach Englisch. Abonniere den Kanal unbedingt, wenn du
  16. in Zukunft keine Videos von mir mehr verpassen willst und ich vergesse es immer wieder am Anfang zu sagen. Gibt dem Video unbedingt ein Like. Das hilft
  17. mir als Clim Creator unheimlich viel weiter. Also wäre das total nett, kostet dich nicht viel Aufwand. Kannst du auch im Fernseher machen, kannst auf dem
  18. Handy machen, überall einfach ein kleines Like da lassen. Vielen Dank schon mal dafür und ich würde sagen, wir verlieren jetzt keine Zeit und starten
  19. direkt in das heutige Thema rein. Als erstes gucken wir und das macht am meisten Sinn, denke ich, auf die Wurzeln des American Dream. Woher kommt dieser
  20. Begriff eigentlich? Wie hat sich das Ganze entwickelt? Und da müssen wir sehr sehr früh tatsächlich historisch gesehen ansetzen. Viele der ersten Siedlerinnen
  21. und Siedler in Nordamerika waren sogenannte Puritaner, die vor religiöser Verfolgung in Europa flohen. Sie glaubten, dass harte Arbeit, Disziplin,
  22. Selbstkontrolle, Zeichen ja so moralischer Stärke sind und dass ihn dadurch, wenn sie sich an diese Werte und Ideale halten, dass ihnen dann eben
  23. die göttliche Gnade sozusagen zu Teil wird. Erfolg im Leben war für diese Menschen kein Zufall, sondern immer Ausdruck eines geordneten gottgefälligen
  24. Lebens. Und genau diese Haltung prägte eben die nun entstehende Gesellschaft. Wer fleißig ist oder wer fleißig war, der konnte es in Anführungszeichen zu
  25. etwas bringen. Was das genau heißen soll, schauen wir uns dann gleich noch mal im Detail an. Im Gegensatz dazu waren Faulheit und Armut natürlich
  26. verteufelt. Das ich denke das ist logisch, wenn man sich diese Grundüberzeugung anschaut, dann schließt sich das natürlich aus. Also wer faul
  27. und oder arm war, bei dem wurde das häufig als eben persönliches Versagen gesehen. Und das ist übrigens auch eine Idee, die bis heute tief im American
  28. Dream verwurzelt ist. Für viele Europäerinnen und Europäer stand die alte Welt, also Europa für starre Hierarchien, für Armut, für ein enges
  29. Klassensystem und sehr sehr sehr begrenzte Aufstiegschancen. Amerika dagegen erschien als unbeschriebenes Blatt, ein Ort, an dem man seine
  30. Vergangenheit hinter sich lassen und einfach das von vorne ganz neu anfangen kann. Wir haben heute sehr viele historische Quellen, die man schauen
  31. kann. Sowas wie Briefe von Auswanderern, äh Berichte von Reisenden und später auch Zeitungsartikel verbreiten dann eben dieses Bild eines Landes, indem man
  32. durch Mut und Anstrengung ein freieres, ja, ein vielleicht auch ein besseres Leben aufbauen konnte. Genau an dieser Stelle entsteht einer der Kerne des
  33. American Dream und zwar die Überzeugung, dass du als Person nicht festgelegt bist durch deine Herkunft. Es spielt erstmal in den USA, es spielt erstmal in Amerika
  34. keine Rolle, woher du kommst und wer du bist. Wenn du dich anstrengst, wenn du hart arbeitest, wenn du gottgefällig lebst, dann kannst du es hier zu etwas
  35. bringen. Was man hier schon sieht, und ich finde, das ist immer ganz wichtig schon mal festzuhalten, äh hier gibt's keine Versprechung oder Garantien,
  36. sondern ähm die Versprechen des American Dream und das werden wir gleich auch noch sehen, die sind immer geknüpft an bestimmte Dinge, die man selbst tun oder
  37. leisten muss. Also hier entdeckt man an harte Arbeit oder die persönliche individuelle Anstrengung. Super wichtig und ein ganz entscheiner Punkt gerade im
  38. Abi später wird das häufig allzu simplifiziert dargestellt und das ist es eben nicht, sondern der American Dream und seine Entwicklung ist durchaus
  39. komplex und ich will natürlich mit diesem Video auch da so bisschen Abhilfe schaffen und das genauer erklären. Ein ganz zentrales Dokument, das mit dem
  40. American Dream zu tun hat, ist die Unabhängigkeitserklärung von 1776. Mit der Unabhängigkeitserklärung formulierten die Kolonien ein
  41. politisches Programm, das weltberühmt geworden ist. das Recht auf Life, Liberty and the Purs of Happiness. Und dieser Satz oder diese drei Aspekte, die
  42. sind ganz zentral für den American Dream. Und zwar sagen sie, jeder Mensch hat das Recht, ein gutes Leben anzustreben. Nicht nur die Oberschicht,
  43. nicht nur der Adel, nicht nur die Kirche, sondern jeder. Und das muss man sich vorstellen, das ist wirklich für die Zeit ein sehr revolutionärer und
  44. neumodischer Gedanke. Die Idee, dass jede Person ein Recht auf Glück und Selbstverwirklichung hat, das ist schon wirklich sehr, sehr besonders und das
  45. wurde eben zum ideologischen Fundament einer jungen Nation. Im 19. kam dann ein weiterer wichtiger Baustein hinzu, die Frontier, also die Grenzlinie zwischen
  46. dem besiedelten Osten und dem wilden unerschlossenen Westen. Diese Vorstellung, dass immer neues Land irgendwie zur Verfügung stehen könnte,
  47. das quasi ja nahezu unendlich erscheint, vermittelte das Gefühl grenzenloser Möglichkeiten. Wer also unzufrieden war, der konnte theoretisch nach Westen
  48. ziehen, Land erwerben, eine, was weiß ich, eine Farm gründen und dort ganz unabhängig leben. Ja, und diese Kombination aus religiöser Arbeitsethik,
  49. Neubeginn in der neuen Welt, politische Freiheitsversprechen und scheinbar endloses Land. Diese Kombination bildet das Fundament des American Dream. Erfolg
  50. ist möglich, wenn du mutig bist, hart arbeitest und Chancen, die sich dir bieten, ergreifst. Zumindest in der Erzählung, in dem Narrativ ist das so,
  51. wir kommen später noch dazu, inwiefern das ähm sich wirklich bewahrheitet oder wirklich einen Anspruch auch Erfüllung in sich trägt. Im 19. Jahrhundert
  52. verwandelt sich der American Dream von einer eher politischen und religiösen Idee, das haben wir eben gesehen, in ein sehr, sehr starkes wirtschaftliches
  53. Versprechen und daraus leitet sich dann eben auch so die Idee vom American Dream ab, die wir heute vor allen Dingen haben und die Aspekte, über die ich gerade
  54. gesprochen habe, die fallen dabei leider immer ein bisschen unter den Tisch, obgleich sie wirklich sehr sehr zentral und wichtig eben auch sind. Mit der
  55. beginnenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wachsen die Städte, die Fabriken und die Unternehmen. In dieser Zeit entsteht die Figur des Selfmade
  56. Man, also jemand, der sich ohne Erbe, ohne adlige Herkunft und vielleicht auch ohne sonstige Startvorteile irgendwelcher Natur nach oben arbeitet.
  57. Ganz bekannte Beispiele sind so industrielle wie Andrew Connegy oder John De Rockefeller, die Namen habt ihr vielleicht auch schon mal gehört, die
  58. als einfache Arbeiter begonnen haben und später ja riesige Unternehmen kontrolliert. Ihre Biografien und ihre Geschichten wurden dann in Zeitungen und
  59. in Büchern gefeiert und die ja sozusagen als Beweis, wenn die das schaffen, dann kannst du das auch schaffen. Später im 19. Jahrhundert dann auch vor allem auch
  60. zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam dazu noch Millionen von Einwandererinnen und Einwandern aus Europa in die USA. Ihren Italienerinnen und Italiener, Deutsche,
  61. Osteuropäer in den Jüen und Juden viele mehr. Und für sie war der American Dream sehr konkret. Arbeit finden der Armut entkommen vielleicht den Kindern eine
  62. bessere Zukunft ermöglichen. Alice Island und die Skyline von New York City wurden dabei zum Symbol dieser Hoffnung. Auch wenn die Realität oft hart war,
  63. lange Arbeitszeiten, wenig Sicherheit, Diskriminierung blieb die Erzählung von einem besseren Leben in Amerika weiterhin sehr, sehr stark. Und in
  64. dieser Zeit boomen dann auch solche sogenannten Racks to riches oder From Dishwasher to Millionaire Narrativ, also Geschichten, in denen Menschen aus
  65. wirklich ärmsten Verhältnissen durch Fleiß und Ehrgeiz reich und angesehen werden. Solche Geschichten tauchen in Romanen auf, in Zeitungsserien, später
  66. in Filmen auch oder in Fernsehserien und sie zeigen im Prinzip immer wieder daselbe Muster. Start from nothing, work hard, then succeed. Und die Wirkung
  67. dieser Geschichten darf man überhaupt nicht unterschätzen. Sie sind wirklich super zentral für die amerikanische Erzählung allgemein. Sie sind einfach
  68. der Motor des American Dream, weil sie das Gefühl erzeugen. Erfolg ist kein Zufall. Er ist das natürliche Ergebnis von harter Arbeit und einem fairen
  69. System in Anführungszeichen fair, indem es wirklich jeder schaffen kann. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Bildung. Bildung wird immer stärker als Schlüssel
  70. zum Erfolg angesehen. Erst wird die Highschool zum Standard, dann gewinnt das College auch an Bedeutung. Der Weg ist klar definiert. Lerne fleißig, mache
  71. Abschlüsse, finde einen guten Job und dann wirst du sukzessive sozial aufsteigen. Und der American Dream bekommt dadurch eine scheinbar wirklich
  72. klare Struktur. Schule, Studium, Karriere, Haus, Familie, ein Plan, den man dann nur noch befolgen muss in Anführungszeit. Die erste
  73. aufgeschriebene echte Definition des American Dream, die gibt es erst sehr sehr spät. Das wird auch gerne mal übersehen. Und zwar schreibt James Trusl
  74. Adams 1931 mitten in der Welt Wirtschaftskrise übrigens sein Buch The Epic of America und darin formt er erstmals diesen Begriff des American
  75. Dream aus, wie wir ihn heute auch kennen. James Truslw Adams war ein US-amerikanischer Historiker und Publizist und der hat sich sehr intensiv
  76. mit der Entwicklung der amerikanischen Identität beschäftigt. Er stammt aus einer wohlhabenden Familie in Brooklyn, arbeitete äh lange als Journalist und
  77. Essayist und versuchte die Geschichte der USA für ein breites Publikum verständlich zu machen. Und das war auch übrigens die Absicht dieses Buches, das
  78. ihr hier auch sehen könnt auf der Folie The Epic of America. Sein Ziel war es, den Kern der amerikanischen Idee zu definieren, nicht über Macht oder
  79. Reichtum, sondern über Werte wie Fairness, Chancen, Selbstverwirklichung und sowas. Seine Interpretation ähm des American Dream prägt das amerikanische
  80. Selbstverständnis bis heute und ich finde die Definition sehr schön, deswegen habe ich sie euch hier noch mal original mitgebracht. Adams schreibt
  81. halt: "The American dream is that dream of a land in which life should be better and richer and fuller for everyone with opportunity for each according to
  82. ability and achievement." Und dieses Zitat und diese Definition ist in mehrerlei Hinsicht wislich sehr interessant. Adams beschreibt den
  83. American Dream als Vorstellung von einem, ihr habt es hier, ihr seht es hier im Original auf Englisch, ich würde es mal übersetzen, einem besseren,
  84. reicheren, volleren Leben für alle. Ähm, indem jeder und wirklich jeder unabhängig vom sozialen Status die Chance hat, das eigene Potenzial zu
  85. entfalten. Interessant daran ist, dass für ihn nicht ja das schnelle Geld im Vordergrund steht oder sowas, sondern Würde, Chancen und Lebensqualität. Und
  86. in Verständnis ist dieser Dream übrigens auch ein zutiefst demokratischer Traum, ein zutiefst demokratisches Ideal. Nicht die Herk, nicht die Familie, nicht der
  87. Adel sollen über den Nebensweg entscheiden, sondern Talent, Charakter und Einsatz. Und Adams kritisiert zugleich, dass dieses Ideal in der
  88. Realität nie vollständig eingelöst werden konnte, gerade in Zeitel von Krise und Massenarbeitslosigkeit. Und damit legt Adams die Basis für ein
  89. Verständnis des American Dream, das bis heute wirkt als Kombination aus wirtschaftlicher Chance, politischer Freiheit und persönlicher Einfalt am
  90. Ende auch nat Weltkrieg erlebt der American Dream eine Art Hochphase, zumindest für bestimmte Teile der Bevölkerung. Die USA gegen
  91. wirtschaftlich sehr gestärkt aus dem zweiten Weltkrieg hervor. Es entstehen Millionen neuer Jobs, die Mittelschicht wächst. Das Bild, das häufig für uns
  92. heute auch typischen American Dream amerikanischen Traums bekommt ein sehr konkretes Symbol, ein eigenes Haus im Vorort mit einem Auto,
  93. einer kleinen Familie, einem sicheren Job und festem Einkommen. Mit dem sogenannten GI Bill erhalten in dieser Zeit auch zurückkehrende Soldaten
  94. finanzielle Unterstützung für Studium, für Ausbildung, für den Kauf einer eigenen Immobilie. Und das führt dazu, dass viele Männer aus Arbeiterfamilien
  95. erstmals studieren können und Zugang zum Rufen bekommen, die vorher ja quasi unerreichbar für sie waren. Und dadurch wird eben auch wieder die Mittelschicht
  96. gestärkt. Allerdings gilt das vor allem für weiße Amerikaner und ich gender hier bewusst nicht, sondern es sind männliche Afrikaner, die hier gemeint sind. Später
  97. dann in der Zeit des kalten Krieges wird der American Dream zu einem wichtigen Teil der ideologischen Auseinandersetzung des Ideologiekampfes
  98. äh mit der Sowjetunion. Die Botschaft lautet hier: In den USA kann jede Person frei leben und Wohlstand erreichen. In Kommunismus hingegen herrschen Mangel
  99. und Unterdrückung. Ähm so Dinge wie Konsumenggüter, moderne Technologie, ähm das Lebensideal oder der Lebensstil der Vorstätte werden dann so gezielt als
  100. Beweis dafür genutzt. dass das amerikanische System überlegen ist und die kommunistische Gegenseite eben entsprechend unterlegen. In den 1950ern
  101. und 1960er Jahren. Vor allen Dingen wird aber noch etwas anderes deutlich, nämlich, dass der Dream nicht für alle gleichermaßen gilt. Schwarze Menschen,
  102. andere Minderheiten und Frauen haben deutlich schlechtere Chancen auf Bildung, auf Jobs, auf politischen Einfluss und auf Sicherheit eben die so
  103. die Grundvoraussetzung, die man verbindet mit der Erreichung des Ideals des American Dream. Und die sogenannte Bürgerrechtsbewegung fordert deshalb
  104. nicht nur rechtliche Gleichstellung, sondern äh auch den Zugang zu den Vorstellung des American Dream. gleiche Schulen, gleiche Löhne, gleiche Rechte
  105. und dadurch wird der American Dream noch mal stärker politisch auch aufgeladen und das dieses Versprechen, das ja angeblich für alle gilt, wird erstmals
  106. auch öffentlich auch medial gestützt sehr stark in Frage gestellt. Der American Dream ist heute so umstritten wie nie zuvor. Viele
  107. Menschen glauben weiterhin an ihn. Dieses Narrativ wirkt weiter. Viele sehen ihn aber auch als das, was er möglicherweise tatsächlich auch ist,
  108. nämlich eine schöne Illusion. Und diesem Thema erscheint wie gesagt hier auf dem Kanal bald eine ein weiteres Video. Das Dritte dann in dieser Reihe zu American
  109. Myths and Realities. Und da steigen wir eben dann noch mal ganz tief ein. Das hier soll einfach nur so ein bisschen grobe Orientierung lügen. Wenn man sich
  110. Daten zur sozialen Mobilität in den USA anschaut, dann äh wird deutlich, dass es immer schwerer wird, die eigene soziale Schicht zu verlassen und in der Social
  111. Hierarchy aufzusteigen. Äh vor allem im Vergleich mit europäischen Ländern. Wer in Armut geboren wird z.B. der bleibt statistisch gesehen zumindest häufig
  112. auch arm. Und wer in Wohlstand gewohen wird, hat deutlich bessere Chancen, diesen auch zu halten. Und damit widerspricht an dieser Stelle schon die
  113. Realität den zentralen oder dem zentralen Versprechen des American Dream. Ähm nämlich, dass die Herkunft ja eigentlich keine Rolle spielen sollte.
  114. Über Bildung hatten wir gerade schon gesprochen und gute Bildung bleibt weiterhin der Schlüssel zum Aufstieg. Das ist immer noch wahr, aber sie ist
  115. eben auch sehr sehr teuer und Studiengebühren und die stetigste steigenden Lebenshaltungskosten führen dazu, dass viele Studierende in den USA
  116. hohe Kredite aufnehmen müssen. Ähm und diesen Schuldenberg, der sich häufig dadurch anhäuft, so das sogenannte Student Dead, kann Menschen einfach über
  117. Jahrzehnte hinweg belasten und schränkt dadurch genau die Freiheit ein, die der American Dream eigentlich verspricht. Und wer nicht studieren will oder kann,
  118. der findet sich dann oft in schlechter bezahlten Jobs wieder und die bieten eben entsprechend auch geringere Aufstiegschancen im Vergleich. Auch
  119. rassistische Strukturen wirken bis heute natürlich nach. Unterschiede beim Einkommen, beim Vermögen, bei der Qualität der Schulen, bei der
  120. Wohnsituation, beim Zugang zur Gesundheitsversorgung sind einfach offensichtlich. Ähm, das betrifft vor allem schwarze, indigene, viele andere
  121. Communities of Color. Ähm, die haben einfach statistisch gesehen schlechtere Startbedingung. Und das bedeutet, selbst wenn alle zumindest theoretisch
  122. denselben American Dream sehen, haben sie nicht alle die gleichen Möglichkeiten, ihn auch zu erreichen oder zu verwirklichen. Ein letztes
  123. großes Problem ist natürlich die Verteilung von Vermögen. Ein immer größerer Teil des Vermögens befindet sich nämlich in den Händen weniger sehr
  124. reicher Menschen und vor allen Dingen auch großer Unternehmen und gleichzeitig stagnieren die Löhne im unteren und mittleren Bereich teilweise seit Jahren
  125. oder seit Jahrzehnten während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten stetig steigen. Und da sieht man schon das Dilemma, das darin steckt. Äh für
  126. viele Menschen fühlt sich der American Dream deshalb so an, als ob die Leiter nach oben immer immer länger und immer immer steiler wird und es einfach
  127. unmöglich ist. diese Art zu erklimmen und trotz all dieser Probleme ist der American Dream irgendwie ja nicht verschwunden. Also im Gegenteil, der
  128. wird ständig wiederholt, neu erzählt, noch mal angepasst, überarbeitet. Das wirkt mächtige daran ist nämlich, denke ich, dass der American Dream etwas
  129. verspricht. Der verspricht nämlich: "Dein Leben ist veränderbar. Du musst nicht in der Situation bleiben, in die du hineineboren wurdest." Und diese
  130. Botschaft ist einfach psychologisch sehr, sehr stark. gibt Menschen Kraft besonders in Krisenzeiten und sie motiviert dazu sich anzustrengen auch
  131. Risiken einzugehen und an sich selbst zu glauben. Gleichzeitig nutzen Politikerinnen und Politiker das Narrativ des American Dream oder die
  132. Narrative Plural des American Dream und das tun beide Parteien gleichermaßen in den USA. Die berufen sich ständig auf den American Dream. Sie versprechen
  133. ihnen, was weiß ich, zu retten, äh wiederherzustellen, ihn für alle wieder zugänglich zu machen und der American Dream wird damit zum ganz
  134. zentralenzpunkt auch in der amerikanischen Politik, wenn über Steuern, über Bildung, über Sozialprogramme, über Arbeitsmarkt und
  135. so weiter gestritten wird. Zudem bietet der Mythos des American Dream eine sehr einfache Erklärung, einerseits für Erfolg, andererseits aber auch für
  136. scheitern. Wenn jemand nämlich erfolgreich ist, dann weil diese Person hart gearbeitet hat und wenn jemand scheitert, dann äh weil er oder sie
  137. nicht genug getan hat. Strukturelle Probleme wie Rassismus, Armut, unfaire Bildungschancen und sowas geraten dabei leicht aus dem Blick. Und so kann der
  138. Dream, obwohl er Hoffnung spendet auf der einen Seite auch dazu führen, dass Betroffene sich selbst die Schuld geben und gesellschaftliche Ursachen
  139. unsichtbar bleiben. Die Popkultur und Social Media spielen ebenfalls noch eine große Rolle bei der Aufrechterhaltung, Verbreitung des American Dreams.
  140. Hollywood Filme, Serien, Musik, Werbung, die Social Media Plattform erzählen jeden Tag neue Versionen des American Dream. Erfolgsgeschichten werden dabei
  141. vor allen Dingen groß gefeiert. Ihr kennt das, der Startupgründer, die Sängerin, der Sportstar, der Influencer From Zero to Hero äh ist ein zentrales
  142. und sehr unterhaltsames Narrativ natürlich auch, das in den Medien immer wieder präsentiert wird. Gerade Social Media verstärkt dabei die Illusion, das
  143. Erfolg vor allem eine Frage von Hassel von Anstrengung, von Selbstvermarktung, von Willenskraft ist, auch wenn gleichzeitig im Hintergrund natürlich äh
  144. Netzwerke operieren und Kapital und schlichtweg auch Glück eine immense Rolle spielen. Das zeigt, der American Dream ist nicht nur eine historische
  145. Idee, sondern ein dauerhafter kultureller Motor äh der die Gesellschaft in den USA und die Politik auch bis heute antreibt. Ja, wenn wir
  146. den American Dream betrachten, sehen wir immer beides gleichzeitig eine starke motivierende Hoffnung und eine Realität, die dieses Versprechen nur teilweise
  147. einlöst. Und das ist gerade im Abi super wichtig in mündlichen Prüfung und Klausuren, dass man diese differenzierte Perspektive auf den American Dream
  148. einnehmen kann. Im nächsten Video schauen wir auf einen weiteren ganz zentralen Mythos aus den USA, nämlich den Mythos der Freiheit oder Freedom.
  149. Und das schauen wir uns genauer an, was meinen Amerikanerinnen und Amerikaner eigentlich, wenn sie von Freiheit sprechen, warum ist dieses Wort so
  150. positiv besetzt und gleichzeitig auch so Konflikt geladen und wird auch häufig eben politisch sehr sehr stark missbraucht und wir werden natürlich
  151. auch sehen, wie dieser Freiheitsmythos mit dem American Dream insgesamt zusammenhängt. Ja, wenn du diese Reihe für dein Abitur, deine
  152. Abiturvorbereitung, deine Klausurvorbereitung nutzt, dann bleib auf jeden Fall dran. Äh denn erst im Zusammenspiel der vielen Einzelemente
  153. und Einzelteile wird eben erst verständlich, wie die USA sich selbst sehen und wie gerechtfertigt vielleicht dieses Bild auch tatsächlich ist. Und
  154. als letztes noch vergisst nicht Easy Aby Englisch hier auf YouTube zu abonnieren und mir unbedingt für dieses Video ein Like dazulassen. Das würde mich mega
  155. freuen und ich würde mich besonders freuen, wenn wir uns beim nächsten Video zum Thema Freedom auf jeden Fall wiedersehen. Bis dahin wünscht dir alles
  156. alles Gute.

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