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Altertum

1 Jungsteinzeit · 2 Ausweitung · 3 Die Hohe Bronzezeit · 4 Das Ende der Bronzezeit · 5 Die Eisenzeit · 6 Die klassische Antike · 7 Der Hellenismus · 8 Das Römische …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und zeitlicher Rahmen
  2. 2. Frühe Hochkulturen und Bronzezeit
  3. 3. Ägäis und Umbruch am Ende der Bronzezeit
  4. 4. Eisenzeit, Perserreich und griechische Klassik
  5. 5. Hellenismus und das Römische Reich
  6. 6. Iran und Grenzen des Begriffs

Begriff und zeitlicher Rahmen

Das Altertum ist in der Geschichtswissenschaft die Epoche der Zivilisationen im Mittelmeerraum und in Vorderasien. Es reicht vom Ende der Urgeschichte, spätestens bis zur Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr., bis zum beginnenden Mittelalter ab dem 6. Jahrhundert. Die klassische Antike ist ein Teil davon: zeitlich je nach Abgrenzung vom 17./16., 11. oder 8. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 600 n. Chr. und räumlich vor allem das antike Griechenland und das Römische Reich.

Den Beginn markieren Schrift und die ersten Hochkulturen mit dauerhaften Herrschafts-, Verwaltungs- und Religionsapparaten. Das Ende ist nicht punktgenau: wichtige Einschnitte sind der Untergang Westroms 476/480, der Tod Justinians 565 und die Vernichtung des Sassanidenreichs 651. Die Übergangszeit vom Ende des 3. bis zum Anfang des 7. Jahrhunderts wird als Spätantike zum Altertum gerechnet.

Frühe Hochkulturen und Bronzezeit

Die ersten Zivilisationen entstanden aus der voll entwickelten Jungsteinzeit beziehungsweise Kupfersteinzeit. Kennzeichen waren Ackerbau und Viehhaltung, Arbeitsteilung, Metallurgie, Fernhandel, Vorratswirtschaft und sesshafte, teils ummauerte Siedlungen. Ab Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. entwickelten sich Bildzeichen in Mesopotamien zur Keilschrift und in Ägypten zu Hieroglyphen. Über kanaanitische Vermittlung entstanden daraus ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. Alphabetschriften.

Im südlichen Mesopotamien bildeten sich sumerische Stadtstaaten wie Uruk, Ur, Eridu, Larsa, Lagaš und Kisch. Ihre Bewässerungswirtschaft war als staatliche Tempelwirtschaft organisiert. Priesterfürsten vereinten zunächst weltliche und geistliche Macht; Zikkurate waren bis zu fünfzig Meter hohe Stufenpyramiden. Die Stadtstaaten kämpften vor allem um Wasser, Handelswege und Tribute. Sargon von Akkad vereinigte in der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. ganz Mesopotamien in einem Großreich vom Persischen Golf bis zum Mittelmeer. Später errichtete Hammurapi von Babylon ein weiteres Großreich und ließ einen umfassenden Gesetzkodex erarbeiten. Nach dem Überfall der Hethiter auf Babylon 1530 v. Chr. übernahmen die Kassiten in Babylonien die Macht.

Ägypten wurde etwa Mitte des 32. Jahrhunderts v. Chr. unter oberägyptischer Herrschaft vereinigt. Die Namen Skorpion I., Narmer und Aha wurden später in der Gestalt des Reichseinigers Menes zusammengefasst. Das Reich beruhte auf zentraler Verwaltung und Gottkönigtum: Der Herrscher galt als menschliche Erscheinungsform des Horus. Im Alten Reich, das mit der 3. Dynastie ab 2707 v. Chr. begann, entstanden Pyramiden, Paläste und Skulpturen wie die Große Sphinx von Gizeh. Djoser ließ die erste Stufenpyramide bauen; unter Djedefra nannte sich ein König erstmals „Sohn des Ra“.

Bronze verdrängte Kupfer allmählich, benötigte aber neben Kupfer auch Zinn. Ägypten war rohstoffarm und verstärkte deshalb seine Außenhandelsbeziehungen; Bronze wurde dort vermutlich importiert. Im Neuen Reich eroberte Ägypten um 1500 v. Chr. Kanaan, Phönizien und die Levante; unter Thutmosis III. (1479–1425 v. Chr.) reichte seine Macht bis an den Euphrat. Echnatons Versuch, mit Aton als einziger Gottheit eine monotheistische Religion durchzusetzen, scheiterte kurz nach seinem Tod.

Ägäis und Umbruch am Ende der Bronzezeit

Auf Kreta blühte ab etwa 2000 v. Chr. die minoische Kultur, die erste Hochkultur Europas. Ihre Sprache ist nicht sicher zugeordnet, daher bleiben politische und religiöse Strukturen unsicher. Ab etwa 1450 v. Chr. wurden die meisten kretischen Paläste wahrscheinlich durch mykenische Eroberer zerstört. Die mykenische Kultur erreichte zwischen etwa 1400 und 1200 v. Chr. ihre Blüte. Bedeutende Palastzentren waren Mykene, Theben, Pylos und Athen. Linear-B-Tafeln in mykenischem Griechisch zeigen eine zentral gelenkte Palastwirtschaft. Ob mehrere Königreiche oder zeitweise ein Gesamtstaat bestanden, ist umstritten. Auch die Historizität des Trojanischen Krieges ist höchst umstritten.

1274 v. Chr. endete die Schlacht bei Kadesch zwischen Hethitern und Ägyptern ohne klaren Sieger. Der folgende ägyptisch-hethitische Friedensvertrag gilt als erstes urkundlich belegtes Friedensabkommen der Weltgeschichte und schuf ein Mächtegleichgewicht. Um 1200 v. Chr. brachen das Hethiterreich und die mykenische Palastwelt zusammen; Ursachen und Ablauf sind ungeklärt. Die Seevölker gelten heute eher als indirekter Faktor. Unsichere Handelswege, ausgefallene Handelspartner und wahrscheinlich eine Hungersnot in Kleinasien schwächten die Staaten. Ägypten konnte trotz erheblicher Schwächung seine staatlichen Strukturen bewahren.

Eisenzeit, Perserreich und griechische Klassik

Um 1000 v. Chr. hatte Eisen im vorderasiatischen Raum die Bronze weitgehend verdrängt. Assyrien wurde erneut zur Großmacht und beherrschte 663 v. Chr. sogar Ägypten bis Theben. Innere Probleme und ein Aufstand mit Hilfe der Meder führten jedoch zur Zerstörung von Aššur und Ninive. In Babylonien entstand unter den Chaldäern ein neues Reich. Unter Nabū-kudurrī-uṣur II. erlebte Babylon eine kulturelle Blüte; der 90 Meter hohe Zikkurat wurde mit dem biblischen Turm von Babel verbunden. Die Stadt soll etwa eine Million Einwohner gehabt haben. Juden wurden in die Babylonische Gefangenschaft verschleppt.

Im Mittelmeerraum gründeten Phönizier ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. Kolonien wie Karthago, Gades, Ebusos und Panormos. Griechen gründeten in der Großen Kolonisation vor allem auf Sizilien, in Unteritalien, im nördlichen Ägäisraum und am Schwarzen Meer neue Siedlungen. In Griechenland entwickelten sich nach dem „Dunklen Zeitalter“ Polis-Strukturen; daneben bestanden Tyranneien. Die Darstellung zum Mittelmeerraum ist im Artikel ausdrücklich als grundsätzlich überarbeitungsbedürftig markiert.

Kyros II. schuf das Achämenidenreich, eroberte 539 v. Chr. Babylon und verband die Kronen der Meder, Perser und Babylonier. Kambyses II. eroberte 525 v. Chr. Ägypten. Dareios I. sicherte seine Herrschaft nach Aufständen und dehnte das Reich bis zum Indus und zur Kyrenaika aus. Die Griechen stoppten die persische Expansion 480 v. Chr. bei Salamis und 479 v. Chr. bei Plataiai. Der persische Großkönig nannte sich „König der Könige“ und „König der Länder und Völker“; Satrapen waren Provinzverwalter. Artaxerxes III. (359–338 v. Chr.) gewann Ägypten zurück, doch wenig später eroberte Alexander das Reich.

Die griechische Klassik begann um 500 v. Chr. mit der athenischen Demokratie und den Perserkriegen. Danach prägte der Gegensatz zwischen Athen und Sparta die Politik. Der Peloponnesische Krieg begann 431 v. Chr.; auf ihn folgte der Korinthische Krieg von 395 bis 386 v. Chr. Der Königsfrieden bestätigte Persiens Einfluss. Nach wechselnden Vorherrschaften gewann Philipp II. von Makedonien 338 v. Chr. bei Chaironeia und wurde Hegemon Griechenlands. In der Kultur wurden Homer, die Dramatiker Aischylos, Aristophanes und Euripides, die Historiker Herodot und Thukydides sowie die Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles besonders wichtig.

Hellenismus und das Römische Reich

Alexander der Große begann 334 v. Chr. seinen Feldzug gegen Persien. Nach den Siegen bei Issos 333 v. Chr. und Gaugamela 331 v. Chr. nahm er Babylon, Susa, Persepolis und Ekbatana ein und zog anschließend bis ins Industal. Er starb 323 v. Chr. in Babylon. Sein Reich zerfiel in Monarchien der Diadochen, besonders der Seleukiden, Ptolemäer und Antigoniden. Griechische Kultur prägte nun weite Teile Syriens, Kleinasiens und Ägyptens, besonders Alexandria. Politisch endete der Hellenismus, als Rom seit 200 v. Chr. den griechischen Raum schrittweise eingliederte und 30 v. Chr. Ägypten zur Provinz machte.

Rom entwickelte sich vom Stadtstaat zur Großmacht. Die Republik entstand wohl um 475 v. Chr.; 270 v. Chr. kontrollierte Rom Italien bis zur Po-Ebene. In den Punischen Kriegen besiegte Rom Karthago: Der Erste Punische Krieg endete 241 v. Chr., Hannibal siegte im Zweiten 216 v. Chr. bei Cannae, wurde aber 202 v. Chr. bei Zama besiegt. Der Dritte Punische Krieg endete 149 v. Chr. mit der vollständigen Zerstörung Karthagos.

Ab 133 v. Chr. geriet die Republik in eine Krise aus Gewalt, Verfassungsbrüchen und Bürgerkriegen. Die Heeresreform des Marius schuf ein Berufsheer, das ehrgeizige Politiker nutzen konnten. Sulla nahm 88 v. Chr. als Erster mit einer Armee Rom ein. Das Erste Triumvirat von Pompeius, Crassus und Gaius Iulius Caesar entstand 60 v. Chr. Caesar besiegte Pompeius 48 v. Chr. bei Pharsalos und wurde 44 v. Chr. ermordet. Octavian siegte 30 v. Chr. im folgenden Machtkampf und begründete ab 27 v. Chr. als Augustus das Prinzipat: formal blieb die Republik bestehen, tatsächlich herrschte der Kaiser allein.

Das Römische Reich erreichte unter Trajan kurzzeitig seine größte Ausdehnung. In der Reichskrise des 3. Jahrhunderts bedrohten Bürgerkriege, germanische Angriffe und das erstarkte Sassanidenreich die Einheit. Diokletian stabilisierte das Reich ab 284 mit Reformen und der Tetrarchie aus zwei Augusti und zwei Caesares. Konstantin der Große wurde 324 Alleinherrscher, verlegte den Regierungssitz nach Konstantinopel und eröffnete die Christianisierung. Theodosius I. verbot 391 nichtchristliche Kulte. Nach der Reichsteilung 395 bestanden West- und Ostreich; das weströmische Kaisertum endete 476. Ostrom verlor seit 636 mehr als zwei Drittel seines Gebiets an Araber. Die islamische Expansion gilt daher spätestens als Ende der Antike.

Iran und Grenzen des Begriffs

Im Iran endete die griechische Herrschaft im 3. Jahrhundert v. Chr. durch die Parther. Ihr Reich beruhte auf dezentraler Königsmacht und Vasallenfürsten und vermittelte zwischen der griechisch-römischen sowie der indischen und chinesischen Welt. Nach dem Sieg des Ardaschir I. über Artabanos IV. im Jahr 224 errichteten die Sassaniden ein neues Perserreich. Schapur I. nahm 260 den römischen Kaiser Valerian gefangen. Chosrau I. setzte Reformen durch, schloss 532 Frieden mit Rom, brach ihn aber 540 und ließ Antiochia am Orontes plündern. Chosrau II. eroberte ab 603 Syrien und Ägypten, scheiterte 626 aber vor Konstantinopel. Nach seiner Ermordung 628 schwächten Thronwirren das Reich; arabische Eroberungen ab 634 führten 651 zum Tod des letzten Großkönigs und zum Ende des Sassanidenreichs.

Der Begriff „Altertum“ ist auf Mittelmeerraum, Vorderen Orient und Iran begrenzt. Er lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Kulturkreise übertragen: Für Mittelamerika würde er etwa von den Olmeken und Zapoteken um 1500 v. Chr. bis zur spanischen Vernichtung der Maya-Kultur im 17. Jahrhundert reichen, für Indien ist eine Abgrenzung schwieriger und für China fast unmöglich. Kelten und Germanen werden trotz enger Kontakte zum Mittelmeerraum meist der Ur- und Frühgeschichte zugeordnet, weil sie kaum schriftliche Zeugnisse hinterließen und vor allem aus Grabfunden bekannt sind.

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