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Altarabische Religion
Es handelt sich um eine polytheistische Religion mit stark ausgeprägtem Ahnenkult und dem Glauben an Geistwesen (Dschinns).
Überblick
Die altarabische Religion bezeichnet die ethnischen Glaubensvorstellungen der Araber auf der arabischen Halbinsel vor dem Aufstieg des Islams im 7. Jahrhundert. Sie war polytheistisch, also auf die Verehrung mehrerer Gottheiten ausgerichtet. Wichtig waren außerdem Ahnenkult, die Verehrung Verstorbener, und der Glaube an Dschinns. Dschinns gelten als Naturgeister, Dämonen oder menschliche Geister und können gut oder böse sein.
Überlieferung und Entwicklung
Über die Welt vor dem Islam gibt es nur wenige schriftliche Zeugnisse, weil auf der arabischen Halbinsel bis in die Anfangszeit des Islams vor allem mündliche Überlieferung vorherrschte. Als wichtigste erhaltene ursprüngliche schriftliche Quelle gilt die altarabische Dichtung; Inschriften und Münzen liefern weitere Hinweise. Viele Informationen stammen aus islamischen Texten wie Koran, Sunna und der Biografie Mohammeds über die Zeit der Dschāhiliyya. Alle diese Quellen müssen quellenkritisch geprüft werden.
Die altarabische Religion beruht auf polytheistischen sumerischen und babylonischen Religionen. Vorstellungen unterschieden sich regional und von Stamm zu Stamm; verehrt wurden sowohl Götter als auch die Ahnen eines Stammes. Handelskarawanen brachten fremde religiöse und kulturelle Einflüsse mit. Besonders im Süden der Halbinsel wurde die Religion zunächst durch den jüdischen und christlichen Monotheismus zurückgedrängt. Mit dem Aufstieg des Islams verlor sie zunehmend an Bedeutung. Anhänger der alten Religion, im islamischen Sprachgebrauch muschrikun („Götzenanbeter“), standen den Muslimen entgegen; der Koran berichtet von mehreren Gefechten. Nach Niederlagen nahmen viele den Islam an oder flohen.
Gottheiten, Kult und Wallfahrt
Verehrt wurden zahlreiche altarabische Gottheiten, außerdem Bäume, Steine und Verstorbene. Zu den bekanntesten Gottheiten gehörten die Göttinnen Al-Lāt, Manat und Uzza. Welchen Stellenwert Allah hatte, ist nicht bekannt.
Kultstätten lagen meist in der unmittelbaren Umgebung von Mekka. Im Mittelpunkt standen der Kult um den schwarzen Stein in Mekka und die Wallfahrt dorthin. Diese wurden später als Kaaba und Haddsch in den Islam überführt. Die alte Wallfahrt war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Mekka. Die islamischen Vorschriften zur rituellen Reinheit, tahara, gehen zumindest teilweise auf entsprechende Gebote der altarabischen Religion zurück. Beduinen verehrten Götter meist an besonderen, über die Arabische Halbinsel verstreuten Orten. Ahnen wurden an ihren Gräbern oder bei besonderen Zeremonien in der Ferne verehrt.