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Alle meine Entchen
Alle meine Entchen (auch Alle meine Entlein, in älteren Quellen auch Alle unsre Enten) ist ein deutsches Kinderlied. Es handelt sich um ein Volkslied, …
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Grundzüge und Bedeutung
„Alle meine Entchen“ (auch „Alle meine Entlein“, in älteren Quellen „Alle unsre Enten“) ist ein deutsches Kinder- und Volkslied. Verfasser und Komponist sind nicht überliefert. Die Melodie entstand vermutlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts, der Text wird eher dem 19. Jahrhundert zugeordnet.
Das Lied beschreibt das Gründeln von Enten: Sie tauchen mit dem Kopf ins Wasser, während das Schwänzchen nach oben ragt. Es eignet sich als Spiellied: Kinder stehen oder gehen im Kreis und führen beim Singen die genannten Bewegungen aus. Textlich verwandt ist das niederländische Kinderlied „Alle eendjes zwemmen in het water“.
Überlieferung und Zuschreibungen
Das Lied wird gelegentlich Ernst Anschütz (1780–1861) zugeschrieben. In der dabei genannten Quelle, dem 1824 erschienenen „Musikalischen Schulgesangbuch“, ist es jedoch nicht nachweisbar.
Wilhelm Raabe zitiert den Text 1859 in seinem Roman „Die Kinder von Finkenrode“ als „Kinderreim“. Gustav Eskuche (1865–1917) wird manchmal als Textautor genannt, gab das Lied aber nur 1891 in den „Hessischen Kinderliedchen“ heraus. Diese Zuschreibung beruht möglicherweise auf einem missverstandenen Quellenhinweis von Franz Magnus Böhme: Dieser druckte das Lied 1897 in „Deutsches Kinderlied und Kinderspiel“ mit „Aus Kassel: Eskuche Nr. 167“ ab. Gelegentlich wird als Herkunft „aus dem Nassauischen“ angegeben.
Textfassungen
Die erste Strophe ist in mehreren Fassungen belegt. 1859 lautet sie: „Alle uns’re Enten / Schwimmen auf der See: / Kopf in dem Wasser, / Schwanz in der Höh’.“ Die Fassung von 1891 verwendet unter anderem „Alle unsre Enten“, „auf dem See“ und „Den Bürzel in die Höh’.“
Die geläufige Fassung lautet: „Alle meine Entchen / schwimmen auf dem See, / Köpfchen in das Wasser, / Schwänzchen in die Höh.“ Die Zeile „schwimmen auf dem See“ wird wiederholt.
In manchen Liederbüchern stehen weitere Strophen über Täubchen, Hühner und Gänschen. Sie gurren auf dem Dach, scharren im Stroh oder watscheln durch den Grund. Alter und Herkunft dieser zusätzlichen Strophen sind nicht geklärt.
Melodie und musikalische Merkmale
Die Melodie basiert auf der Dur-Tonleiter. Charakteristisch sind ihre ungewöhnliche fünftaktige Form und der wiederholte zweite Takt. Belege für diese Melodie finden sich in Tanzmusikhandschriften des 18. Jahrhunderts: mit sorbischem Textinzipit im Kralschen Geigenspielbuch von 1784 sowie als „Bouree“ in einer anonymen Handschrift des Österreichischen Volksliedarchivs von „ca. 1750“.
In einer bekannten Liedfassung besteht die Melodieführung – außer aus Tonwiederholungen – nur aus Sekundschritten, also Schritten zum benachbarten Ton. Eine andere bekannte Fassung enthält zusätzlich je einen Terz- und Quintsprung. Der Tonumfang beträgt nur eine Sexte. Deshalb können die Melodie schon ein- bis zweijährige Kinder nachsingen; sie ist auch für Anfänger auf einem neuen Musikinstrument vergleichsweise leicht.
Ähnliche Melodiemodelle verwenden unter anderem „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ und „Häschen in der Grube“. Auch haTikwa und Bedřich Smetanas sinfonische Dichtung „Die Moldau“ beruhen auf ähnlichen Modellen, dort jeweils in Moll verkehrt und im absteigenden Teil stark variiert.