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Elohim
... jhwh die zweithäufigste Bezeichnung für „Gott“, wird aber häufig auch als Eigenname gebraucht. Laut Wellhausens Urkundenhypothese des Pentateuchs ist …
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Grundbedeutung und Verwendung
Elohim (hebräisch אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm) bedeutet je nach Zusammenhang „Gott“ oder „Götter“. Es ist die maskuline Pluralform zu אֱלוֹהַּ ʾĔlōah, „Gott“. In der hebräischen Bibel, dem Tanach, ist Elohim nach יהוה jhwh die zweithäufigste Bezeichnung für „Gott“ und wird häufig auch wie ein Eigenname gebraucht.
Grammatikalisch ist אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm zunächst ein numerischer Plural. In der Bibel kann das Wort tatsächlich fremde Götter im Plural bezeichnen, etwa in Dtn 6,14. Meist wird es aber mit singularischer Bedeutung für יהוה jhwh verwendet. Daher wurde der Plural später als Identitäts-, Abstrakt-, Herrschafts- oder Hoheitsplural verstanden. Die Grenze zwischen allgemeiner Bezeichnung und Eigenname ist fließend: אֱלוֹהַּ ʾᵆlōah wird mit „Gott“ übersetzt, אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm je nach Kontext mit „Götter“, „Gott“ oder wissenschaftlich mit „Elohim“.
Sprachliche Einordnung
אֱלוֹהַּ ʾᵆlōah ist eine westsemitische Nebenform von אֵל ʾēl. Früher nahm man an, die Singularform sei erst aus dem Plural אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm abgeleitet worden, weil sie nur in späteren Texten belegt ist. Diese Ansicht gilt dem Artikel zufolge nicht als überzeugend, da im Aramäischen und Arabischen eine Singularform *’ilāh bekannt ist. Verwandt ist auch das arabische Wort Allah.
Die genaue Etymologie von אֱלוֹהַּ ʾᵆlōah ist umstritten. In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel, wird אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm gewöhnlich mit θεός theós, also „Gott“, wiedergegeben.
Bedeutungsbereiche
Elohim bezeichnet zunächst allgemein die Zugehörigkeit zur numinosen Sphäre. Mit „numinos“ ist ein Bereich gemeint, der als göttlich, heilig oder übermenschlich verstanden wird. Daher steht der Begriff auch in Zusammensetzungen wie „Gotteshaus“ oder „Gottessöhne“. Er kann außerdem steigernd wirken, zum Beispiel in Ausdrücken wie „Gottesfeuer“ oder „Gottesschrecken“.
An einigen Stellen bezeichnet אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm göttliche Manifestationen, also Erscheinungsweisen des Göttlichen, die später für יהוה jhwh beansprucht wurden, obwohl sie ursprünglich nicht von dort hergeleitet werden. Als Beispiel nennt der Artikel Gen 28,11–19. Die Verbindung יהוה אֱלֹהִים jhwh ʾᵆlōhîm stammt vermutlich aus dem Zusammenhang der Pentateuchredaktion und schuf einen Übergang zwischen beiden Gottesbezeichnungen.
Andere Gottesnamen
In der Priesterschrift wird אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm in der Urgeschichte für den allgemeinen Gottesbezug verwendet. Für die Väterzeit wird dagegen (אֵל) שַׁדַּי (ʾēl) šaddaj als Gottesbezeichnung genutzt. Der Gottesname יהוה jhwh wird nach dieser Darstellung erst an Mose offenbart, wie Ex 6,2–12 zeigt. Damit zeichnet die Priesterschrift eine Offenbarungsgeschichte: von der revelatio generalis, einer allgemeinen Offenbarung, zur revelatio specialis, einer besonderen Offenbarung.
Dass יהוה jhwh als einziger Gott verstanden wird, zeigt sich auch darin, dass der Gottesname im elohistischen Psalter und in der Chronik durch אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm ersetzt wird. Dabei kann auch Ehrfurcht vor dem Gottesnamen eine Rolle gespielt haben. Nach rabbinischem Verständnis bezeichnet אֱלֹהִים ʾᵆlōhîm die richtende Seite Gottes, während der Gottesname seine Barmherzigkeit hervorhebt. Philo ordnet dies umgekehrt zu. Der Artikel betont jedoch, dass diese Aspekte Gottes nicht zu trennen sind.
Urkundenhypothese
Die unterschiedliche Verwendung der Namen Elohim und JHWH im Pentateuch war im 19. Jahrhundert ein wichtiger Ausgangspunkt für die Urkundenhypothese der alttestamentlichen Exegese. Diese Hypothese besagt, dass der Pentateuch literarisch aus zwei bis vier unabhängig voneinander verfassten Quellenschriften zusammengesetzt wurde.
Die vermuteten Textstränge, die Gott durchgängig Elohim nennen, wurden einem sogenannten Elohisten zugeschrieben. Davon unterschied man den Jahwisten, dem man die ausschließliche Verwendung des Eigennamens JHWH zuschrieb. Nach Julius Wellhausens klassischer Formulierung ist die elohistische Textschicht, in der „Elohim“ steht, etwa ein Jahrhundert jünger als die jahwistische Schicht aus dem 9. Jh. v. Chr. Die klassisch formulierte Hypothese der Pentateuchquellen gilt heute als umstritten.