Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Aldous Huxley

Sein bekanntestes Werk ist der 1932 erschienene dystopische Roman Schöne neue Welt. Er veröffentlichte aber auch Kurzgeschichten, Gedichte, Reiseberichte und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Grundzüge des Werks
  2. 2. Herkunft, Ausbildung und frühe Laufbahn
  3. 3. Entwicklung der Ideen und spätere Jahre
  4. 4. Einflüsse und wichtige Werke

Bedeutung und Grundzüge des Werks

Aldous Leonard Huxley (* 26. Juli 1894 in Godalming, Surrey; † 22. November 1963 in Los Angeles) war ein britischer Schriftsteller und Philosoph. Er wurde vor allem durch Romane und Essays bekannt; sein berühmtestes Werk ist der dystopische Roman Schöne neue Welt von 1932. Eine Dystopie ist die Darstellung einer negativ entwickelten, bedrückenden Zukunftsgesellschaft.

Huxley schrieb außerdem Erzählungen, Gedichte, Reiseberichte und Drehbücher. Er wurde als Universalgelehrter bezeichnet und gilt als einer der herausragenden Intellektuellen seiner Zeit. In seinen Romanen kritisierte er soziale Normen, verbreitete gesellschaftliche Ideale sowie mögliche negative Folgen wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften. Sein Gesamtwerk gilt als humanistisch motiviert, also am Wert und an den Möglichkeiten des Menschen orientiert.

Wichtige Themen waren für ihn auch Spiritualität, Mystik und Philosophia perennis. Damit ist die Vorstellung einer ewigen, in verschiedenen Religionen und Weisheitslehren wiederkehrenden Wahrheit gemeint. Ab 1939 erwarb er tiefgreifendes Wissen über den Vedanta. Zugleich war Huxley Agnostiker und lehnte institutionalisierte Religion ab.

Herkunft, Ausbildung und frühe Laufbahn

Huxley stammte aus einer prominenten britischen Intellektuellenfamilie. Sein Vater war der Schriftsteller Leonard Huxley, seine Mutter Julia Frances Arnold. Zu seinen Verwandten gehörten der Naturwissenschaftler Thomas Henry Huxley, der Schriftsteller und Kulturkritiker Matthew Arnold, sein Bruder Julian Huxley sowie sein Halbbruder Andrew Fielding Huxley, ein Biologe und Nobelpreisträger.

Nach Unterricht an der Hillside School und am Eton College erkrankte Huxley 1911 an Keratitis superficialis punctata. Danach war er drei Jahre fast blind. Deshalb gab er Pläne auf, Biologie und Medizin zu studieren, blieb aber lebenslang an Naturwissenschaften interessiert. Von Oktober 1913 bis Juni 1916 studierte er Englische Literatur am Balliol College in Oxford und schloss mit Auszeichnung ab. Ab 1916 war er Herausgeber der Literaturzeitschrift Oxford Poetry; noch im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband The Burning Wheel.

Wegen seines eingeschränkten Sehvermögens wurde er nicht für den Ersten Weltkrieg angenommen. 1917 arbeitete er einige Monate bei der Royal Air Force in der Materialbestellung. Anschließend unterrichtete er ein Jahr Französisch am Eton College; zu seinen Schülern gehörten Eric Blair, später unter dem Namen George Orwell bekannt, und Steven Runciman. Als Lehrer konnte er zwar wenig Ordnung halten, wurde aber für seine sprachlichen Fähigkeiten bewundert.

1919 heiratete er Maria Nys; 1920 wurde ihr Sohn Matthew geboren. Huxley arbeitete als Journalist und Kunstkritiker. In den 1920er Jahren lebte die Familie vor allem in Italien, reiste aber auch weit. Eine Reise von September 1925 bis Juni 1926 führte über Indien in die USA. Beobachtungen daraus verarbeitete er in Jesting Pilate (1926) und Point Counter Point (1928).

Entwicklung der Ideen und spätere Jahre

Unter dem Eindruck des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts und der konsumorientierten US-Kultur schrieb Huxley 1932 in Sanary-sur-Mer Schöne neue Welt. Der Roman entwirft eine dystopische Gesellschaft und gehört zu seinen zentralen Warnungen vor problematischen Entwicklungen von Technik, Wissenschaft und gesellschaftlicher Anpassung. Auch Geblendet in Gaza (1936) behandelt pazifistische Themen.

1937 zog Huxley nach Kalifornien. Seine zweite Schaffensphase war stärker dem Menschen zugewandt. Nach der Begegnung mit Jiddu Krishnamurti 1938 und unter dem Einfluss buddhistischer Lehren wandte er sich Mystik und religiösem Universalismus zu. Dies zeigt sich in After Many a Summer (1939), Time Must Have a Stop (1944) und besonders in der philosophischen Schrift The Perennial Philosophy (1946), in der er seinen Standpunkt darlegte.

Um 1939 arbeitete Huxley auch als Drehbuchautor in Hollywood. Nach Christopher Isherwoods 1980 erschienener Autobiographie My Guru and His Disciple soll er mehr als 3.000 US-Dollar pro Woche verdient und das Geld eingesetzt haben, Juden sowie linksgerichteten Schriftstellern und Künstlern die Flucht aus dem deutschen NS-Staat zu ermöglichen. Eine teils enge Verbindung hatte er zu Thomas Mann.

1953 nahm Huxley an einem von Humphry Osmond betreuten Meskalin-Experiment teil. Im Briefwechsel der beiden entstand das Wort „psychedelic“ für die Wirkung dieser Substanz. Die Essays The Doors of Perception und Heaven and Hell beschreiben das Experiment und die Wirkung; bis zu seinem Tod unterzog er sich solchen Experimenten noch etwa zehnmal. Sein letzter Roman Island (1962; deutsch Eiland) ist eine positive Utopie und ein Gegenbild zu Schöne neue Welt. Er verarbeitet darin Erfahrungen mit Drogen sowie religiös-weltanschauliche Aspekte.

Nach dem Tod seiner ersten Frau an Krebs 1955 heiratete Huxley 1956 Laura Archera. 1960 wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Er starb am 22. November 1963 im Alter von 69 Jahren, nachdem ihm seine Frau auf seinen Wunsch zweimal 100 Mikrogramm LSD verabreicht hatte. Insgesamt war er siebenmal für den Nobelpreis für Literatur nominiert; 1959 lehnte er einen britischen Ritterstand ab.

Einflüsse und wichtige Werke

Frederick Matthias Alexander beeinflusste Huxley stark und erscheint als Romanfigur in Geblendet in Gaza. Mit dem Biologen J. B. S. Haldane war Huxley befreundet; Haldane und dessen Vater John Scott Haldane parodierte er in Figuren seiner Werke. J. B. S. Haldanes Schrift Daedalus über Föten in künstlichen Gebärmüttern beeinflusste Schöne neue Welt.

Zu Huxleys Romanen gehören Crome Yellow (1921), Antic Hay (1923), Those Barren Leaves (1925), Point Counter Point (1928), Brave New World (1932), Eyeless in Gaza (1936), After Many a Summer (1939), Time Must Have a Stop (1944), Ape and Essence (1948), The Devils of Loudun (1952), The Genius and the Goddess (1955) und Island (1962). Schöne neue Welt erschien auf Deutsch zunächst auch unter den Titeln Welt – Wohin? und Wackere neue Welt.

Für das Verständnis seiner Gedanken sind außerdem die Essays Science, liberty and peace (1946), The Doors of Perception (1954) und Brave New World Revisited (1958) wichtig. Philosophische Schriften sind Ends and Means (1937) und The Perennial Philosophy (1946). Huxley verfasste ferner Erzählungsbände, Reiseberichte wie Along The Road und Jesting Pilate, das Kinderbuch The crows of Pearblossom sowie Drehbücher, darunter Pride and Prejudice (1940), frei nach Jane Austens Roman.

Weiterlesen

England England · 1 Etymologie · 2 Geographie. 2.1 Klima; 2.2 Flora und Fauna · 3 Geschichte. 3.1 Vor der Römerzeit; 3.2 Römerzeit und Christianisierung · 4 Bevölkerung. Los Angeles Die Metropolregion Los Angeles erbrachte 2017 eine Wirtschaftsleistung von rund 1,04 Billionen US-Dollar. Unter den Städten der Welt belegt es damit den dritten … Vereinigtes Königreich Das Vereinigte Königreich ist eine Union aus vier Landesteilen, die auf Englisch meist als countries (Länder) oder nations (Nationen) bezeichnet werden: England … Roman Der Roman ist eine literarische Gattung, und zwar die Langform der schriftlichen Erzählung. Das Wort Roman ist ein Lehnwort aus dem Französischen [1] und … Essay Der oder das Essay (Plural: Essays), auch Essai geschrieben, ist eine Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Themen … Schöne neue Welt Schöne neue Welt ist ein 1932 zunächst auf Englisch (Brave New World) erschienener Roman einer negativen Utopie von Aldous Huxley. Er beschreibt darin eine … Kurzgeschichte Die Kurzgeschichte ist eine moderne literarische Form oder Gattung der Prosa, deren Hauptmerkmal in ihrer Kürze liegt. Dies wird oft durch eine starke … Lyrik Lyrik (altgriechisch λυρική (ποίησις) lyrikḗ (poíēsis), deutsch ‚die zum Spiel der Lyra gehörende Dichtung') ist eine der drei literarischen Hauptgattungen … Erster Weltkrieg Der Erste Weltkrieg war ein bewaffneter Konflikt, der von 1914 bis 1918 in Europa, Vorderasien, Afrika, Ostasien und auf den Ozeanen geführt wurde. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten ; Amtssprache · Englisch ; Hauptstadt · Washington, D.C. ; Staats- und Regierungsform · föderale präsidentielle konstitutionelle Republik. Kalifornien Der 1848 einsetzende Goldrausch in Kalifornien führte zu sozialen sowie demografischen Veränderungen, einschließlich der Entvölkerung der indigenen Stämme, und … Humanismus Dieser Artikel behandelt den Humanismus als Weltanschauung epochenübergreifend. Zum Humanismus im engeren Sinne siehe Renaissance-Humanismus sowie …