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Aktivraum
Beispiele für solche Aktivräume sind die Megastädte Kairo, Rio de Janeiro, Mexiko-Stadt oder Mumbai und ihr jeweiliges Umland (Agglomeration). Literatur.
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Bedeutung von Aktivräumen
Aktivräume sind Teilräume eines Staates, besonders häufig in Entwicklungsländern, in denen ein überproportional großer Anteil der wirtschaftlichen Aktivitäten und der Wertschöpfung konzentriert ist. Von ihnen werden am ehesten Impulse für die weitere Entwicklung des Staates erwartet. Sie heißen auch Wachstums- oder Entwicklungspole.
Ihnen gegenüber stehen Passivräume: Regionen mit unterdurchschnittlicher Entwicklung und Wirtschaftskraft. In neueren fachwissenschaftlichen Arbeiten werden sie auch als „Gebiete mit hohem Marginalitätsgrad“ bezeichnet.
Räumliche Ungleichheiten und Folgen
In vielen Ländern der Dritten Welt bestehen auch nach der Kolonialzeit starke räumliche Disparitäten, also Unterschiede zwischen Regionen. Wenige moderne Zentren stehen zahlreichen traditionellen, peripheren Gebieten gegenüber. Wirtschaftliche und infrastrukturelle Möglichkeiten, politische Macht und Beteiligung sowie soziale Chancen sind sehr unausgewogen verteilt. Nach Johan Galtung betrifft dies ökonomische und infrastrukturelle Fazilitäten, politische Machtbildung und Partizipation sowie soziale Möglichkeiten; Gunnar Myrdal zufolge vergrößern sich diese Unterschiede tendenziell.
Oft wandern viele Menschen aus Passivräumen in Aktivräume. Die Attraktivität der Zentren wirkt als Pull-Faktor, während die Unterversorgung der Peripherie als Push-Faktor wirkt. Dadurch können sich die Unterschiede selbst verstärken: Den Randgebieten wird weiteres Entwicklungspotenzial entzogen. Dies wird als backwash effects bezeichnet.
Probleme in den Zentren
Die starke Zuwanderung in Ballungszentren führt zugleich zu einer Konzentration sozialer und ökologischer Probleme. Dazu zählen Slumbildung, Kriminalität, Schattenwirtschaft und die Verstärkung der informellen Wirtschaft. Aktivräume sind daher zwar wirtschaftliche Schwerpunkte, können aber zugleich besonders stark belastet sein.
Beispiel Indonesien
Das ungleichmäßige Wachstum (unbalanced growth) zeigt sich in Indonesien besonders auf Java. Die Insel umfasste nur 6,9 % der gesamten Staatsfläche, verfügte Ende der 1970er Jahre jedoch über 59 % der Bevölkerung, 52 % der ausländischen Investitionen, 78 % der gewerblichen Betriebe mit 86 % der gewerblich Beschäftigten, 71 % des Kfz-Bestandes und die mit Abstand beste Ärzte-Einwohner-Relation.
Auch innerhalb eines Aktivraums gibt es Disparitäten: Das „Zentrum im Zentrum“ von Java ist die Metropolregion Jakarta.
Weitere Beispiele
Als Aktivräume gelten unter anderem die Megastädte Kairo, Rio de Janeiro, Mexiko-Stadt und Mumbai jeweils mit ihrem Umland. Dieses Umland wird als Agglomeration bezeichnet.