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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Disparität

Als disparat versteht man gemeinsam auftauchende Begriffe dann, wenn sie nicht unter einen höheren Gattungsbegriff oder einer Gruppe zu einer Einheit …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung
  2. 2. Ungleiche Lebensbedingungen
  3. 3. Messung und Darstellung regionaler Unterschiede
  4. 4. Einfluss und soziale Ungleichheit
  5. 5. Disparität in Stereobildern

Grundbedeutung

Disparität bezeichnet ein Nebeneinander von Ungleichem; es lässt sich mit Verschiedenheit oder Anderssein übersetzen. Begriffe gelten als disparat, wenn sie zwar gemeinsam auftreten können, sich aber weder unter einem höheren Gattungsbegriff noch als Gruppe zu einer Einheit zusammenfassen lassen. Sie vermitteln dann keine ähnlichen Inhalte und sind in diesem Sinn unvereinbar.

Disparate Begriffe müssen sich jedoch nicht direkt widersprechen. Sie können gemeinsam dazu dienen, etwas Drittes zu beschreiben. Ob Inhalte als disparat wahrgenommen werden, hängt offenbar auch von persönlichen Assoziationsmöglichkeiten ab. Ebenso können unterschiedliche Sichtweisen auf denselben Sachverhalt nebeneinander bestehen, wenn sie sich nicht zu einer gemeinsamen Sichtweise verbinden lassen.

Ungleiche Lebensbedingungen

In Soziologie und Humangeographie sind Disparitäten ungleiche soziale und wirtschaftliche Lebensbedingungen innerhalb eines genau definierten Raumes. Dazu zählen beispielsweise Arbeitsplätze, Dienstleistungen und Infrastruktur. Definiert werden sie als Abweichungen bestimmter gesellschaftlich relevanter Merkmale von einer gedachten Referenzverteilung auf einer bestimmten räumlichen Ebene.

Man unterscheidet globale, nationale und regionale Disparitäten. Räumliche oder regionale Disparitäten zeigen sich sowohl in unterschiedlichen Lebensbedingungen als auch in ungleichen Möglichkeiten wirtschaftlicher Entwicklung. Der Stadt-Land-Gegensatz kann als Form einer räumlichen Disparität verstanden werden.

Messung und Darstellung regionaler Unterschiede

Aus wirtschaftlicher Sicht können regionale Disparitäten als Folge unterschiedlichen regionalen Wachstums beschrieben werden. Um sie zu beurteilen, werden Indikatoren verwendet. Dazu gehören unter anderem die Arbeitslosenquote, das Durchschnittseinkommen und allgemein die Lebensqualität.

Ein Disparitätendiagramm dient dazu, räumliche beziehungsweise regionale Disparitäten grafisch zu veranschaulichen. Es macht Unterschiede zwischen Räumen anhand ausgewählter Merkmale sichtbar.

Einfluss und soziale Ungleichheit

Das System der horizontalen Disparitäten ist in der Wirtschaftssoziologie eine Theorie sozialer Ungleichheit. Ihr Kern ist, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Gruppen unterschiedlich starken Einfluss auf den Staat ausüben können. Dadurch verändern sich die Verteilung von Ressourcen und damit auch die Lebenschancen der jeweiligen Gruppen.

Sozial schwache und schlecht organisierte Gruppen, etwa Behinderte oder Arbeitslose, haben demnach wenig Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse. Gut organisierte Gruppen mit starken Druckmitteln, etwa das Bankwesen oder Lobbygruppen großer Konzerne, können ihre Interessen häufiger durchsetzen. Als Beispiel nennt die Theorie den besseren Entwicklungsstand des Militärwesens im Vergleich zum Bildungs- oder Gesundheitssystem.

Disparität in Stereobildern

Bei Stereokamera, Stereosehen und Tiefenbildauswertung bezeichnet Querdisparation oder Deviation den Versatz (englisch: Offset), den dasselbe Objekt auf zwei unterschiedlichen Bildebenen einnimmt. Die zugehörigen Brennpunkte sind räumlich durch die Basis b getrennt. Haben beide Linsen die Brennweite f, gilt für den Abstand r: r = b · f ÷ d. Dabei steht d für die Disparität.

Durch die Messung der Disparität im Stereobild lässt sich also der Abstand r eines Objekts bestimmen. Eine Disparitätenkarte (englisch: disparity map) eines Stereobildes entspricht damit einem Tiefenbild. Sie kann beispielsweise mit der Census-Transformation berechnet werden.

In der Augenheilkunde bezeichnet Fixationsdisparität eine senso-motorische Störung des beidäugigen Sehens. Sie stellt eine messbare Ungenauigkeit des Vergenzsystems dar; das Vergenzsystem richtet beide Augen auf ein gemeinsames Ziel aus.

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