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Agape

Agape (altgriechisch ἀγάπη agápē) ist ein neutestamentliches und christliches Wort für die göttliche Liebe. Inhaltsverzeichnis.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Sprachgebrauch
  2. 2. Göttliche und christliche Liebe
  3. 3. Agape als gemeinsames Mahl

Bedeutung und Sprachgebrauch

Agape (altgriechisch ἀγάπη, agápē) ist ein neutestamentliches und christliches Wort für göttliche Liebe. Es bezeichnet eine göttliche oder von Gott inspirierte, uneigennützige Liebe und besonders die gegenseitige Liebe der Christen. Das zugehörige Verb kann jedoch auch außerhalb solcher Beziehungen und teilweise kritisch gebraucht werden.

Die verbreitete Unterscheidung zwischen Eros, Storge und Philia als verschiedenen Arten menschlicher Liebe wird im Neuen Testament nicht vorgenommen. Dort wird Philia nicht gegenüber Agape abgewertet. Im hebräischen Alten Testament bezeichnet die Wortwurzel ʿāhaḇ (אהב) sehr unterschiedliche Arten von Liebe: Gottes Liebe, Liebe zu Gott und zum Mitmenschen, Freundschaft, Liebe zwischen den Geschlechtern, Sexualität, aber auch Liebe zum Geld oder zur Nichtigkeit. Die griechische Septuaginta übersetzt ʿāhaḇ meist mit Agape. Daher kann Agape dort auch missbilligte Formen von Liebe meinen.

Das Neue Testament übernimmt diesen Sprachgebrauch. Agape ist die weitaus häufigste Wortwurzel für Liebe; Philia kommt deutlich seltener vor. Die Begriffe sind nicht immer klar voneinander abgrenzbar: Christen sollen die Welt nicht lieben (1 Joh 2,15 EU: agapao), während die Liebe Gottes, des Vaters, zum Sohn mit phileo bezeichnet wird (Joh 5,20 EU). In Joh 21,15–19 EU fragt Jesus Petrus dreimal nach dessen Liebe zu ihm, zweimal mit agapao und einmal mit phileo; Petrus antwortet dreimal mit phileo. Augustinus folgerte daraus eine weitgehende Gleichwertigkeit der Begriffe.

Ein genannter Unterschied ist: Agape kann eine willentliche Entscheidung sein, die auf der Wertschätzung beruht, die jedem Menschen gebührt. Philia richtet sich dagegen auf Menschen, mit denen man besonders verbunden sein möchte. Deshalb kann zu Agape gegenüber Gott, dem Mitmenschen und sich selbst aufgefordert werden, zu Philia nicht.

Göttliche und christliche Liebe

Im Alten Testament erscheint Gottes Liebe als schenkende Güte (1 Chr 16,34 EU), gegenseitige Treue (Mi 7,20 EU), nachsichtige Barmherzigkeit (Jes 54,10 EU) und wohlwollende Gnade (Ps 86,15 EU). Im Neuen Testament meint Agape – außer als Bezeichnung für die Liebesmahlfeier – Gottes reine Liebe. Sie wird als bedingungslos, einseitig, befreiend und auf andere zentriert beschrieben. Als Offenbarungswort und verbum arcanum, also verschlossenes und heiliges Wort, erschließt sie sich nach dieser Darstellung durch den Heiligen Geist allein im Glauben. Paulus von Tarsus († 65) schreibt, dass die Agape Christi die Erkenntnis übertrifft (Eph 3,19 EU).

Nach Paulus ist Liebe die höchste der drei christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe (1 Kor 13,13 EU). Agape ist interessenlose Liebe, die auch Feinde liebt (Mt 5,44 LUT), weil Gott Menschen liebte, als sie „noch seine Feinde waren“ (Röm 5,10 LUT). Als Beispiel werden Jesu Worte am Kreuz genannt: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Eine ausführliche Charakterisierung der Agape steht in 1 Kor 13,1–13 LUT, dem Hohenlied der Liebe.

Agape meint keine exklusive partnerschaftliche Liebe, sondern eine inklusive, gemeinschaftliche sowie spirituelle und metaphysische Verbindung zwischen Menschen. Sie kann auch brüderliche Zurechtweisung einschließen. Plotin (205–270) nannte Agape eine herabsteigende Liebe: ein freies Tun des Subjekts, das Geringeres erhöht; Eros beschrieb er als emporstrebende Liebe und als Drang nach etwas, das nicht vom Subjekt ausgeht. Für Benedikt XVI. konnte Agape auch das Sakrament der Heiligen Eucharistie bezeichnen.

Agape als gemeinsames Mahl

Agape bezeichnet auch ein brüderliches Mahl mit liturgischem Charakter, in dessen Verlauf die Eucharistie gefeiert wurde. Dieser Brauch soll bereits im 1. Jahrhundert bestanden haben und wird in Judas 12 EU erwähnt. Er entwickelte sich aus Festmahlen der Christen in Korinth; ein gemeinsames Mahl der Urgemeinde in Jerusalem wird in Apg 2,46 EU genannt.

In der frühen Kirche war Agape ein Synonym für Eucharistie. Christen brachten Lebensmittel und Wein mit, die gesegnet und gemeinsam verzehrt wurden. Das Mahl hatte damit neben dem Ritus eine karitative, also unterstützende, Aufgabe. Paulus kritisierte jedoch, dass manche Gemeindemitglieder ihre mitgebrachten Lebensmittel selbst aßen und nicht mit anderen teilten (1 Kor 11,20–22 EU). So wurden soziale Unterschiede innerhalb der Gemeinde sichtbar, obwohl sie sich in Agape und Herrenmahl als ein Fleisch verstanden, weil sie von dem einen Brot, dem Leib Jesu Christi, aßen.

Die Liebesmahlfeier ist keine Urform der Eucharistie, da sie im Gegensatz zum Opfermahl steht. Weil das Mahl häufig ausartete (2 Petr 2,13 EU), wurde diese Feierlichkeit im 4. Jahrhundert verboten. Heute kann „Agape“ oder „Agapefeier“ in katholischen und evangelischen Gemeinden ein gemeinsames Mahl im Gottesdienst bezeichnen. Auch das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seines Kreuzestodes wird zeitgenössisch als Liebesmahl verstanden. Eine ähnliche orthodoxe Feier heißt Artoklasia.

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