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A Devil’s Chaplain
Im Buch beschäftigt sich Dawkins unter anderem mit Themen wie Pseudowissenschaft, Religion, Darwinismus, Kreationismus und Memetik. Der Titel bezieht sich …
Inhalt4 Abschnitte
Überblick
A Devil’s Chaplain: Reflections on Hope, Lies, Science, and Love ist eine 2003 bei Houghton Mifflin erschienene Sammlung von Essays und Vorträgen des britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Das Buch behandelt vor allem Wissenschaft und Evolution, aber auch Pseudowissenschaft, Religion, Darwinismus, Kreationismus und Memetik. Memetik bezeichnet dabei die Theorie, dass sich kulturelle Informationen („Meme“) ähnlich wie Gene verbreiten können.
Der Titel geht auf einen Brief Charles Darwins aus dem Jahr 1856 zurück. Darwin fragte darin, welches Buch „des Teufels Kaplan“ über die „ungeschickten, verschwenderischen, fehlerhaft niederträchtigen und grausamen Werke der Natur“ schreiben könne.
Wissenschaft, Evolution und Bildung
Im Teil „Science and Sensibility“ betont Dawkins, dass die Wahrheit des Darwinismus nicht davon abhängt, welche Folgen man daraus für die menschliche Ethik ableiten könnte. Darwinismus und eine strikte Ablehnung des Sozialdarwinismus seien daher kein Widerspruch. Sozialdarwinismus ist die Übertragung von Vorstellungen über natürliche Auslese auf menschliche Gesellschaften.
Dawkins kritisiert Relativismus und Speziesismus. Speziesismus bedeutet die unterschiedliche moralische Behandlung von Lebewesen allein wegen ihrer Artzugehörigkeit. In diesem Zusammenhang fordert er, Menschenrechte auf Affen auszuweiten. In einem Text für den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair verlangt er mehr Verständnis für wissenschaftliche Themen wie das Humangenomprojekt, genetische Fingerabdrücke und Homöopathie. Er schildert außerdem Erfahrungen als Geschworener, die ihn an der Wirksamkeit des Jury-Systems zweifeln lassen.
Weiter richtet sich Dawkins gegen postmoderne Philosophie und gegen Geisteswissenschaftler, die seiner Ansicht nach inhaltsleere, sinnlose Aussagen verwendeten, um tiefgründig zu wirken. Er bemängelt zudem ein Bildungssystem, das sich nur an Leistung orientiere und die „Freude an wahrer Bildung“ vernachlässige.
„Light Will Be Thrown“ behandelt Aspekte der Evolutionstheorie, besonders die Abstammung des Menschen. Dawkins möchte vermitteln, dass Evolution eine wissenschaftliche Tatsache sei; dazu kommen Texte über Lamarckismus und Kreationismus. Beim Verhältnis von Genetik und sexueller Orientierung bezweifelt er, dass ein einzelnes Gen die Homosexualität eines Menschen verursache. Ein weiterer Essay fragt, ob sich das Mooresche Gesetz auf die Genetik übertragen lässt.
Religion, Meme und Begründung von Überzeugungen
„The Infected Mind“ beginnt mit Dawkins’ Vorwort zu Susan Blackmores The Meme Machine von 1999. Er vergleicht Meme mit Viren, die den Verstand befallen könnten, und nennt Religion als Beispiel für ein solches „Virus“. Wissenschaft sei dagegen kein Virus. Für Dawkins sind Wissenschaft und Religion grundsätzlich unvereinbar; religiösen Menschen allein wegen ihrer Religiosität übermäßigen Respekt entgegenzubringen, lehnt er ab.
Ein weiterer Text entstand kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Darin macht Dawkins Religionen für den überwiegenden Teil der Feindschaften auf der Erde verantwortlich und meint, sie dürften deshalb nicht länger stillschweigend geduldet werden.
In „A Prayer for My Daughter“ formuliert er ein Kriterium für Glauben und Wissen: Informationen seien vertrauenswürdig, wenn sie auf Beweisen beruhten. Überzeugungen, die ausschließlich auf Tradition, Autorität oder Offenbarung gründeten, lehnt er ab.
Weitere Texte und Buchangabe
„They Told Me, Heraclitus“ enthält Trauerreden für den Biologen William D. Hamilton und den Schriftsteller Douglas Adams sowie ein Vorwort zu John Diamonds Snake Oil and Other Preoccupations von 2001. Dort wendet sich Dawkins besonders gegen Alternativmedizin.
„Even the Ranks of Tuscany“ versammelt Rezensionen zu Büchern des US-amerikanischen Paläontologen Stephen Jay Gould und einen Briefwechsel zwischen Gould und Dawkins. Die Diskussion soll Wissenschaftler dazu bewegen, sich nicht mehr auf Auseinandersetzungen mit Kreationisten einzulassen. „There Is All Africa and Her Prodigies in Us“ enthält Vorworte zu Büchern über Afrika und Dawkins’ Bericht über eine Afrikareise. Er fühlt sich dem Kontinent verbunden, weil er dort geboren wurde und weil die Menschheit dort ihren Ursprung habe.
Bibliografische Angabe: Richard Dawkins: A Devil’s Chaplain: Reflections on Hope, Lies, Science, and Love. Houghton Mifflin, 2003, ISBN 0-618-33540-4 (englisch).