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2-mal-12-Stunden-Zählung
Die 2-mal-12-Stunden-Zählung ist die zweimalige Stundenzählung des in 24 gleich lange äquinoktiale Stunden eingeteilten Volltages, also des lichten Tages …
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Grundprinzip und Zuordnung
Die 2-mal-12-Stunden-Zählung teilt einen Volltag – den lichten Tag und die Nacht zusammen – in 24 gleich lange äquinoktiale Stunden ein. Gezählt wird jedoch zweimal von 1 bis 12 statt einmal von 0 bis 23 beziehungsweise 24. Sie entspricht der Anzeige einer Kleinen Uhr: Ihr Stundenzeiger macht in 24 Stunden zwei Umdrehungen auf einem Zifferblatt mit zwölf Segmenten.
Dadurch steht dieselbe Ziffer für zwei Tageszeiten: „I“ bedeutet beispielsweise 1 Uhr oder 13 Uhr, „XII“ bedeutet 12 Uhr oder 24 Uhr. In der Zuordnung zur 24-Stunden-Zählung ist 00:00 Uhr Mitternacht und 12:00 AM, 12:00 Uhr Mittag und 12:00 PM. Die Stunden 1:00 AM bis 11:00 AM liegen nach Mitternacht beziehungsweise am Morgen und Vormittag; 1:00 PM bis 11:00 PM entsprechen 13:00 bis 23:00 Uhr und liegen am Nachmittag, Abend oder vor Mitternacht.
Frühere Einteilung von Tag und Nacht
Vor der Erfindung und neuzeitlichen Verbreitung mechanischer Uhren galten Tag und Nacht im öffentlichen Leben als getrennte Zeiträume. Jeder wurde für sich in Stunden eingeteilt. Im Mittelmeerraum geschah dies etwa seit der klassischen griechischen Antike mit jeweils zwölf Temporalstunden. Temporalstunden sind je nach Jahreszeit unterschiedlich lang, weil sich die Länge von hellem Tag und Nacht verändert.
Astronomen betrachteten Tag und Nacht dagegen schon als gemeinsamen Zeitabschnitt. In der griechischen Astronomie war dies spätestens seit Hipparchos von Nicäa der Fall; die Auffassung verbreitete sich über den Hellenismus und wurde auch von der arabischen Astronomie übernommen.
Die Zahl 12 wird einerseits mit dem in Babylonien entstandenen Sexagesimalsystem, also dem Rechnen zur Basis 60, und andererseits mit den 12 Mondmonaten eines Mondjahres verbunden. Sie prägt bis heute die zweimalige Zwölf-Stunden-Zählung.
Entstehung und heutiger Gebrauch
Ab dem späten Mittelalter setzte sich unter astronomisch Gebildeten die 24-Stunden-Zählung durch. Mechanische Uhren machten die getrennten, unterschiedlich langen Tages- und Nachtstunden überflüssig. Im Alltag blieb die vertraute Trennung aber bestehen: Seit der Verbreitung mechanischer Uhren im 15. Jahrhundert teilte man den Volltag häufig in zwei gleich lange Zwölf-Stunden-Intervalle. Der Wechsel zwischen Tages- und Nachtzählung fiel dabei nicht mehr mit der Dämmerung zusammen.
Für die Entwicklung waren auch technische und praktische Gründe wichtig. Frühe öffentliche mechanische Uhren waren schlagende Turmuhren ohne sichtbare Zeitanzeige; mehr als zwölf Schläge waren nicht sinnvoll zu zählen. Außerdem ließ sich die Kleine Uhr einfacher und mit längerer Lebensdauer bauen als eine Große Uhr. Bei der Kleinen Uhr beginnt der Tag nicht mit 0 Uhr, sondern mit 12 Uhr. So folgt auf 11:59 Uhr vormittags unmittelbar 12:00 Uhr nachmittags.
Fast alle heutigen Räderuhren sind Kleine Uhren mit den Ziffern 1 bis 12; manchmal stehen zusätzlich 13 bis 24 auf dem Zifferblatt. Die 24-Stunden-Zählung wurde im 20. Jahrhundert in Fahr- und Stundenplänen im überwiegenden Teil der Welt offiziell üblich. Mit digitalen Uhren verlor die 2-mal-12-Stunden-Zählung im Alltag an Bedeutung, während Zeigeruhren mit 24-Stunden-Anzeige selten bleiben. Wo die 24-Stunden-Zählung ungebräuchlich ist, zeigen auch Digitaluhren zweimal zwölf Stunden an.
Schriftlich wird die 2-mal-12-Stunden-Zählung, meist mit a. m. („vormittags“) und p. m. („nachmittags“), weiterhin in Teilen der englischsprachigen Welt, in ganz Lateinamerika und auf den Philippinen verwendet. Mündlich überwiegt sie auch in vielen europäischen Ländern. Deutsche Ausdrücke wie „dreiviertel vier“ oder „viertel vor vier“ für 15:45 beziehen sich ausschließlich auf diese Zählweise. „a. m.“ bedeutet ante meridiem („vor Mittag“), „p. m.“ post meridiem („nach Mittag“); sie werden hauptsächlich im amerikanischen Raum auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch gebraucht. Weitere Abkürzungen sind PD und MD in Albanien, πµ und µµ in Griechenland sowie f.m. und e.m. in Schweden. In den USA bedeutete 12 a. m. „Zwölf Uhr Mittag“; 1953 änderte das United States Government Printing Office die Praxis, seitdem wird „12 p. m.“ gebraucht.
Kennzeichnung in historischen Fahrplänen
In deutschsprachigen Eisenbahnfahrplänen wurden Nachtzeiten dadurch kenntlich gemacht, dass die Minutenangaben unterstrichen waren. So bedeutete 6¹⁸ Uhr mit unterstrichener Minutenangabe 6:18 Uhr abends; ohne Unterstreichung war damit 6:18 Uhr morgens gemeint. Bei der Deutschen Reichsbahn galt diese Regel bis zur Einführung der 24-Stunden-Zählung im Jahr 1927.
Das Kursbuch der Preußischen Staatsbahn erläuterte: „Die Zeiten von 6⁰⁰ abends bis 5⁵⁹ morgens sind durch Unterstreichen der Minutenzahlen gekennzeichnet.“ Die Kurskarte der schweizerischen Postverwaltung verwendete Mitte des 19. Jahrhunderts ein anderes System: Arabische Zahlen standen für Morgenstunden von 1 Uhr bis 12 Uhr mittags, römische Ziffern für Abendstunden von 1 Uhr nachmittags bis 12 Uhr nachts.