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24-Stunden-Zählung
Die 24-Stunden-Zählung (oder astronomische Stundenzählung) ist die heute weltweit überwiegend angewandte Form, in der Stunden angegeben werden.
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Grundprinzip der 24-Stunden-Zählung
Die 24-Stunden-Zählung, auch astronomische Stundenzählung, ist die heute weltweit überwiegend verwendete Art, Uhrzeiten anzugeben. Sie teilt den Voll-Tag – lichten Tag und Nacht zusammen – in 24 gleich lange äquinoktiale Stunden ein.
Gezählt wird ab Mitternacht. Die erste Stunde reicht von 0:00 Uhr bis 1:00 Uhr, die 24. Stunde von 23:00 Uhr bis 0:00 Uhr. Nach 23:59 Uhr folgt unmittelbar 0:00 Uhr des Folgetages. Zwischen 24:00 Uhr des Vortages und 00:00 Uhr des Folgetages gibt es keine, auch nur logische Sekunde.
Vergleich mit der 12-Stunden-Zählung
Bei der 2-mal-12-Stunden-Zählung werden die zwölf Stunden eines Zifferblatts zweimal pro Voll-Tag durchlaufen. Zur Unterscheidung dienen im Englischen meist a. m. für „vormittags“ und p. m. für „nachmittags“. So entspricht 00:00 der Angabe 12:00 AM, 12:00 der Angabe 12:00 PM und 15:00 der Angabe 3:00 PM.
Die 12-Stunden-Zählung wird schriftlich im öffentlichen Leben noch in Teilen der englischsprachigen Welt, in ganz Lateinamerika und auf den Philippinen benutzt. In vielen europäischen Ländern ist sie in der gesprochenen Alltagssprache weiterhin vorherrschend. Deutsche regionale Ausdrücke für angebrochene Stunden, etwa „halb vier“ für 15:30 Uhr, beziehen sich ausschließlich auf die 12-Stunden-Zählweise.
In Kanada und den USA heißt die 24-Stunden-Zählung teils military time, in Australien army time; außerdem gibt es die Bezeichnungen railway time, radio time, horario ferroviario und horario continental. Digitale Uhren förderten ihre Verbreitung im Alltag. Zeigeruhren mit 24-Stunden-Anzeige sind dagegen selten; in Regionen mit ungebräuchlicher 24-Stunden-Zählung zeigen auch Digitaluhren zweimal zwölf Stunden an.
Entwicklung und Standardisierung
Schon vor dem Mittelalter gab es 24-Stunden-Zählungen, die meist mit Sonnenaufgang begannen; seltener begann die Zählung bei Sonnenuntergang. Seit dem späten Mittelalter verbreitete sich die heute übliche Zählung in gelehrten Kreisen. Mechanische Räderuhren machten die frühere getrennte Einteilung von Tag und Nacht in jeweils zwölf ungleich lange temporale Stunden technisch problematisch.
Im öffentlichen Alltag blieb jedoch lange die getrennte 12-Stunden-Zählung üblich. Die „Kleine Uhr“ machte in 24 Stunden zwei Umdrehungen: Dieselbe Stelle auf dem Zifferblatt konnte beispielsweise 1 Uhr und 13 Uhr mit „I“ oder 12 Uhr und 00 Uhr mit „XII“ anzeigen. Schlagende Turmuhren nutzten höchstens zwölf Schallsignale, weil mehr Schläge schwer sinnvoll zu zählen waren; zudem ließ sich die Kleine Uhr einfacher und haltbarer bauen als eine „Große Uhr“.
Eisenbahn und Militär nutzten die 24-Stunden-Zählung früh, um Fahrpläne und Zeitangaben ohne Verwechslungen zu erstellen. Eingeführt wurde sie unter anderem 1865 in Britisch-Indien, 1866 in Kanada, 1893 in Italien, 1912 in Frankreich, 1920 in der Schweiz, 1921 in Österreich und am 15. Mai 1927 um 0:00 Uhr in Deutschland zum Sommerfahrplan der Deutschen Reichsbahn. Beide Systeme bestanden in vielen Ländern lange nebeneinander. Heute ist die 24-Stunden-Zählung durch ISO 8601 standardisiert und hat sich in den meisten Ländern durchgesetzt.
Angaben nach 24:00
Zeitangaben wie 24:01 oder 25:59 statt 00:01 oder 01:59 sind nicht häufig und nicht standardisiert. Sie kommen jedoch unter bestimmten Umständen im Vereinigten Königreich, in Japan, Südkorea, China und Hongkong vor, wenn Geschäftszeiten – etwa bei Fernsehen und Kino – über Mitternacht hinausgehen.
Bei Unternehmen des Hamburger Verkehrsverbundes mit TIM-Druckern wurde die Uhrzeit auf Fahrscheinen nach Mitternacht bis zum Dienstende weitergezählt, zum Beispiel als 24:40. Dasselbe galt für Stempelautomaten des ÖPNV in Kopenhagen (HT beziehungsweise Movia).