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1122

Im Jahr 1122 endet mit dem Wormser Konkordat der Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst. Einklappen. 1122. Urkunde Heinricanum des Wormser Konkordats, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Wormser Konkordat
  3. 3. Politik und Orte
  4. 4. Religion sowie Geburten und Todesfälle

Überblick

1122 ist vor allem durch das Wormser Konkordat geprägt: Am 23. September wird damit der Investiturstreit zwischen Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. beendet. Der Konflikt drehte sich um die Frage, wer Bischöfe einsetzen darf und damit Einfluss auf kirchliche Ämter gewinnt.

Wormser Konkordat

Das Konkordat, auch Pactum Calixtinum sive Heinricianum genannt, ist eine Kompromisslösung, zu der unter anderem die Ideen Ivos von Chartres beitrugen; er erlebte den Abschluss nicht mehr. Heinrich V. erkennt den Anspruch der Kirche an, die geistliche Investitur mit Ring und Stab vorzunehmen. Ring und Stab stehen für die geistliche Ehe mit der Kirche und das priesterliche Hirtentum. Bischöfe werden durch die Domkapitel gewählt.

Im Gegenzug akzeptiert Calixt II., dass die Wahlen deutscher Bischöfe und Äbte in Gegenwart kaiserlicher Abgeordneter stattfinden. Der Gewählte erhält anschließend die mit dem geistlichen Amt verbundenen Hoheitsrechte vom Kaiser durch ein Zepter als weltliches Investitursymbol. Dies wird „Zepterlehen“ genannt.

Politik und Orte

Die Republik Venedig entsendet im August eine Flotte von 100 Schiffen und 15.000 Mann unter Doge Domenico Michiel gegen Byzanz. Anlass ist, dass Kaiser Johannes II. Komnenos das große Privileg von 1082 nicht erneuert hat. Während des dreijährigen Kreuzzugs vertreten Leachim, der Sohn des Dogen, und der wahrscheinlich nicht verwandte Domenico Michiel den Dogen als Vizedogen. Die Flotte greift zunächst Korfu an, doch die Insel widersteht der Belagerung bis zum Jahresende.

Johannes II. Komnenos besiegt bei Beroe (Berrhoia) die über die Donau eingefallenen Petschenegen. Damit werden die Petschenegen als unabhängige Nationalität zerschlagen; nur in der Walachei besteht noch wenige Jahrzehnte lang ein Restreich. Im Kaukasus erobern Georgier unter König Dawit IV. dem Erbauer Tiflis von den Seldschuken. Das Emirat von Tiflis geht endgültig unter, und Dawit verlegt seine Residenz von Kutaissi nach Tiflis.

Die Weiheurkunde der Johanniskirche durch Bischof Dietrich I. von Naumburg nennt Plauen in Sachsen erstmals urkundlich. Auch Tiefenbach, heute Teil der Stadt Östringen, wird erstmals in einer Urkunde erwähnt.

Religion sowie Geburten und Todesfälle

Nach dem Tod des Prager Bischofs Hermann am 17. September wird Meinhard zu dessen Nachfolger gewählt. Noch im selben Jahr nimmt Meinhard an einem Kreuzzug nach Jerusalem teil.

Geboren werden, ohne genaues Geburtsdatum, Kadampa Desheg, Otto III. von Olmütz, Rapoto von Abenberg und Wilhelm I. von Sizilien. Um 1122 werden Friedrich Barbarossa, später römisch-deutscher König und Kaiser sowie Anführer des dritten Kreuzzugs, und der spätere byzantinische Kaiser Andronikos I. Komnenos geboren.

Zu den Verstorbenen mit gesichertem Todesdatum zählen Florens II. von Holland (2. März), Yejong, 16. König des koreanischen Goryeo-Reiches (15. Mai), al-Hariri (10. September), Vitalis von Savigny (16. September), Hermann von Prag (17. September), Ottokar II., Markgraf der Steiermark (28. November), Berthold III. von Zähringen (3. Dezember) und Heinrich III. von Kärnten und Markgraf von Verona (4. Dezember). Ohne genaues Todesdatum sterben unter anderem Ilghazi, Emir von Mardin und Aleppo, Rudolf von Homburg, Bischof von Basel, sowie Kulothunga Chola I. Um den 14. Dezember 1122/23 stirbt Engelbert I., Graf von Görz, Pfalzgraf von Bayern und Vogt von Millstatt.

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