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Zeittafel Rom

Frühgeschichte/Königszeit. Bearbeiten. 21. April 753 v. Chr.: Sagenhaftes Gründungsdatum Roms durch Romulus (ab urbe condita). Erste Siedlungsreste auf dem …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Von der Gründung zur Republik
  2. 2. Aufstieg zur Mittelmeermacht und Ende der Republik
  3. 3. Kaiserzeit und Wandel des Reiches
  4. 4. Spätantike und Ende Westroms
  5. 5. Mittelalter: Papsttum, Kaiser und Kirchenstaat
  6. 6. Neuzeit bis Gegenwart

Von der Gründung zur Republik

Die Zeittafel behandelt wichtige Daten zur Geschichte Roms, des Römischen Reiches und der Stadt Rom. Sie beginnt mit der sagenhaften Gründung Roms am 21. April 753 v. Chr. durch Romulus, dem Datum „ab urbe condita“. Archäologisch werden erste Siedlungsreste auf dem Palatin jedoch schon um 1000 v. Chr. genannt. Um 600 entwickelte sich Rom zur Stadt. Im 6. Jahrhundert stand Rom unter etruskischer Herrschaft; in diese Zeit fällt die Trockenlegung des Areals des Forum Romanum über die Cloaca Maxima.

Für 510 v. Chr. nennt die Zeittafel die angebliche Vertreibung des Königs Tarquinius Superbus und die Ablösung des Königtums durch die Herrschaft der Patrizier. Zugleich wird vermerkt, dass die Republik in Wirklichkeit wohl erst um 475 v. Chr. begründet wurde. Die frühe Republik war von Kämpfen zwischen Patriziern und Plebejern geprägt. Plebejer waren die nichtpatrizischen Bürger; Patrizier waren die alten führenden Geschlechter. 494 v. Chr. wurden nach der sagenhaften secessio plebis die Volkstribunen anerkannt, die Plebejer vertreten sollten. 450/449 v. Chr. wurde mit dem Zwölftafelgesetz das überlieferte Recht kodifiziert. 445 v. Chr. erlaubte die Lex Canuleia Ehen zwischen Patriziern und Plebejern. 287 v. Chr. brachte die Lex Hortensia die Gleichstellung der Plebejer mit den Patriziern und beendete die Ständekämpfe.

Rom dehnte sich in Italien aus: Es unterwarf Veji um 396 v. Chr., überstand 387 v. Chr. die Eroberung und Einäscherung durch Gallier und begann ab 378 v. Chr. mit dem Bau der Servianischen Mauer. Nach den Samnitenkriegen gewann Rom die Herrschaft über Mittelitalien. 312 v. Chr. begannen der Bau der Via Appia und der Aqua Appia, des ersten Aquädukts Roms.

Aufstieg zur Mittelmeermacht und Ende der Republik

In der mittleren und späten Republik wurde Rom zur Großmacht im Mittelmeerraum. Der Erste Punische Krieg von 264 bis 241 v. Chr. endete damit, dass Sizilien 241 v. Chr. die erste römische Provinz wurde. 238 v. Chr. folgte Sardinia et Corsica. Im Zweiten Punischen Krieg von 218 bis 201 v. Chr. kämpfte Rom gegen Hannibal. Weitere Kriege gegen Makedonien, in Spanien und gegen Karthago führten zur Ausweitung der römischen Herrschaft. 146 v. Chr. wurden Karthago und Korinth zerstört; Africa und Griechenland wurden römische Provinzen. 133 v. Chr. wurde die Provinz Asia eingerichtet, Hispanien wurde unterworfen, und Tiberius Gracchus begann Reformversuche. Gaius Gracchus war 123 bis 121 v. Chr. Volkstribun und wurde 121 ermordet.

Die späte Republik war von sozialen Konflikten, Bürgerkriegen und starken Einzelpersonen geprägt. Von 136 bis 71 v. Chr. nennt die Zeittafel die großen Sklavenkriege. Im Bundesgenossenkrieg von 91 bis 88 v. Chr. errangen die Italiker das römische Bürgerrecht. Sulla herrschte 82 bis 79 v. Chr. als Diktator. Pompeius erhielt außerordentliche Kommandos, unter anderem gegen Seeräuber und König Mithridates VI. von Pontos. 60 v. Chr. bildeten Caesar, Pompeius und Crassus das Erste Triumvirat. Caesar eroberte 58 bis 51 v. Chr. Gallien. Im Bürgerkrieg von 49 bis 45 v. Chr. standen Pompeius und die Senatsmehrheit gegen Caesar; 48 v. Chr. siegte Caesar bei Pharsalos. 46 v. Chr. führte Caesar den julianischen Kalender ein und wurde Diktator auf 10 Jahre, 44 v. Chr. Diktator auf Lebenszeit. Am 15. März 44 v. Chr. wurde er ermordet.

Nach Caesars Tod entstand 43 v. Chr. das Zweite Triumvirat aus Octavian, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus. Octavian besiegte 31–30 v. Chr. Antonius und Kleopatra. 28 v. Chr. wurde Octavian erster Bürger, princeps; 27 v. Chr. ordnete er den römischen Staat neu und erhielt den Ehrennamen Augustus. Damit begann der Prinzipat, also die monarchische Herrschaftsform, die republikanische Formen beibehielt.

Kaiserzeit und Wandel des Reiches

Die Kaiserzeit begann mit der julisch-claudischen Dynastie von 27 v. Chr. bis 68 n. Chr.: Augustus, Tiberius, Caligula, Claudius und Nero. Augustus verkündete 17 v. Chr. die Pax Augusta. Die Germanenkriege begannen 12 v. Chr.; 9 n. Chr. wurde das Heer des Varus im Teutoburger Wald durch den Cherusker Arminius vernichtet. 16 verzichtete Tiberius nach den Germanicus-Feldzügen auf die Eroberung des rechtsrheinischen Germaniens. Unter Claudius wurde 42 das südliche Britannien römische Provinz. Unter Nero kam es 64 zum Großen Brand Roms und 66–68 zu Unruhen in Judäa.

Nach dem Vierkaiserjahr 69 folgten die flavischen Kaiser Vespasian, Titus und Domitian. 70 eroberte Titus Jerusalem, 79 zerstörte der Ausbruch des Vesuv Pompeji und Herculaneum, 80 wurde das Kolosseum eingeweiht. Unter Domitian begann 83 der Bau des obergermanisch-rätischen Limes. Von 96 bis 192 regierten die sogenannten Adoptivkaiser. Unter Trajan erreichte das Römische Reich 113–117 seine größte Ausdehnung; Armenien, Assyrien und Mesopotamien wurden römische Provinzen. Hadrian konsolidierte 117–138 die Grenzen, nahm die Ostgrenze bis an den Euphrat zurück und begann 122 den Bau des Hadrianswalls in Britannien. 118–128 wurde das Pantheon erbaut.

Ab dem 3. Jahrhundert geriet das Reich in Krisen. 193 begann nach einem zweiten Vierkaiserjahr die Zeit der Severer. 202–203 begannen reichsweite Christenverfolgungen. Von 235 bis 284 spricht die Zeittafel von der Reichskrise des 3. Jahrhunderts und der Zeit der Soldatenkaiser. Um 250 wurden Gebiete östlich des Rheins und nördlich der Donau aufgegeben, 259/260 endgültig der Obergermanisch-Raetische Limes. Um 275 entstand die Aurelianische Mauer. Diokletian führte 284–305 die Tetrarchie ein, eine Herrschaftsordnung mit mehreren Kaisern; zugleich setzt die Zeittafel hier den Beginn der Spätantike an. Konstantin siegte am 28. Oktober 312 an der Milvischen Brücke, tolerierte 313 mit Licinius die Christen offiziell durch das Toleranzedikt von Mailand und herrschte 324–337 über das ganze Reich. 330 wurde Konstantinopel als neue Hauptstadt eingeweiht.

Spätantike und Ende Westroms

Die Spätantike ist in der Zeittafel die Zeit des Übergangs von der antiken römischen Welt zu neuen politischen Ordnungen. 380 machten Theodosius, Gratian und Valentinian II. mit dem Dreikaiseredikt das Christentum de facto zur Staatsreligion. 393 verbot Theodosius die Olympischen Spiele und andere heidnische Zeremonien und Feste. 394–395 war das Römische Reich zum letzten Mal unter einem Kaiser vereint: Theodosius I., dem Großen. 395 wurde das Reich unter seinen Söhnen geteilt: Arcadius erhielt den Osten, Honorius den Westen.

Das Weströmische Reich bestand von 395 bis 476. Um 400 wurde der Hadrianswall in Britannien aufgegeben; 410 räumten römische Truppen die Insel. Am 31. Dezember 406 überschritten Vandalen, Sueben und Alanen den Rhein und fielen in Gallien ein. Am 24. August 410 eroberten und plünderten die Westgoten unter Alarich I. Rom. 451 wurden die Hunnen unter Attila und ihre Verbündeten in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern durch eine Allianz von Römern, Westgoten und Franken unter dem weströmischen Heermeister Aëtius besiegt. 455 plünderten Vandalen und Alanen unter Geiserich Rom. 476 setzte Odoaker Romulus Augustulus ab, erklärte sich zum Rex Italiae und unterstellte sich Ostrom; damit endete das weströmische Kaisertum.

Nach 476 blieb Italien umkämpft. Von 489 bis 553 beherrschten die Ostgoten Italien, 493–526 unter Theoderich dem Großen. Kaiser Justinian I. führte 527–565 Reichsreformen durch. 533/534 wurde Africa durch oströmische Truppen zurückerobert, 535–552 Italien im Rahmen der Restauratio imperii. 537 kam es bei der Belagerung Roms durch die Ostgoten zu großen Zerstörungen. 541 schaffte Justinian das Amt des Konsuls ab; außerdem brach die Justinianische Pest aus. 565 starb Justinian I.; die Zeittafel nennt dies als Ende der Spätantike. 568 fiel die Langobarden in Italien ein; dies markiert das Ende der Völkerwanderung.

Mittelalter: Papsttum, Kaiser und Kirchenstaat

Im Mittelalter wurde Rom vor allem als Sitz des Papsttums, als Ort von Kaiserkrönungen und als Zentrum des Kirchenstaates wichtig. 756 entstand durch die Pippinsche Schenkung der Kirchenstaat. Karl der Große eroberte 774 das Langobardenreich und wurde am 25. Dezember 800 in Rom durch Papst Leo III. zum römischen Kaiser gekrönt. Otto der Große gewann 951 die Herrschaft über Norditalien und begründete die Verbindung mit dem Deutschen Reich, dem späteren Heiligen Römischen Reich. 962 wurde er in Rom von Johannes XII. zum Kaiser gekrönt.

Der Konflikt zwischen geistlicher und weltlicher Macht prägte das Hochmittelalter. 1054 exkommunizierte Papst Leo IX. den Patriarchen von Konstantinopel; dies gilt als Beginn des Morgenländischen Schismas. 1075 verfasste Gregor VII. das Dictatus Papae, womit der Investiturstreit zwischen Kirche und Kaiser begann. 1077 folgte der Gang nach Canossa durch Heinrich IV. 1122 wurde das Wormser Konkordat geschlossen, und 1123 beendete das Erste Laterankonzil den Investiturstreit. Innozenz III., Papst von 1198 bis 1216, wird als wohl bedeutendster Papst des Mittelalters bezeichnet und erklärte sich zum Stellvertreter Gottes auf Erden.

Weitere wichtige Daten betreffen Bildung, Kreuzzüge und Umbrüche. 1088 entstand die Universität Bologna als erste mittelalterliche Universität. 1096 begann der Erste Kreuzzug, den Urban II. im Jahr zuvor ausgerufen hatte. 1204 eroberten und plünderten Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzuges Konstantinopel. 1300 ließ Bonifatius VIII. erstmals das Jubeljahr, auch Heiliges Jahr genannt, feiern. 1303 wurde die Universität Rom gegründet. 1309 begann das Avignonesische Papsttum, 1378 kehrte die Kurie von Avignon nach Rom zurück; anschließend dauerte das Abendländische Schisma bis 1417. Ende des 14. Jahrhunderts begann die Renaissance als Rückbesinnung auf die Antike und Überwindung des mittelalterlichen Weltbildes. Am 29. Mai 1453 wurde Konstantinopel durch die Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobert.

Neuzeit bis Gegenwart

In der Neuzeit verbindet die Zeittafel Rom mit Renaissance, katholischer Kirche, italienischer Einigung und moderner Weltpolitik. 1471 legte eine Sammlung antiker Skulpturen, die Papst Sixtus IV. zusammenstellte, die Basis für die Kapitolinischen Museen. 1483 wurde die Sixtinische Kapelle eingeweiht. 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen; dies markierte den Beginn der Reformation. 1527 wurde Rom beim Sacco di Roma von Söldnern Karls V. geplündert und verwüstet. 1540 wurden die 1534 von Ignatius von Loyola gegründeten Jesuiten vom Papst als Orden anerkannt; dies steht am Beginn der Gegenreformation. 1582 führte Gregor XIII. den Gregorianischen Kalender ein. 1626 weihte Papst Urban VIII. den seit 1506 gebauten Petersdom ein.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Rom Teil europäischer Machtkämpfe und schließlich Hauptstadt Italiens. 1798 wurde die Römische Republik ausgerufen, ging aber ein Jahr später im Zweiten Koalitionskrieg wieder unter. 1808 besetzten französische Truppen Napoleon Bonapartes Rom; 1815 wurde der Kirchenstaat auf dem Wiener Kongress restauriert. 1860 fand der Zug der Tausend unter Giuseppe Garibaldi statt. 1861 wurde das Königreich Italien unter Viktor Emanuel II. ausgerufen. 1870 beschloss eine Volksabstimmung die Vereinigung des Kirchenstaates mit Italien; damit endeten Kirchenstaat und Risorgimento. 1871 wurde Rom Hauptstadt des neuen Italien.

Im 20. Jahrhundert erscheinen Faschismus, Weltkriege, Republik und europäische Integration. 1922 fand der Marsch auf Rom durch die Faschisten statt, und Mussolini wurde von Viktor Emanuel III. zum Ministerpräsidenten berufen. 1929 entstand durch die Lateranverträge zwischen dem faschistischen Italien Mussolinis und dem Papst der unabhängige Staat der Vatikanstadt. 1943 landeten alliierte Truppen in Sizilien, Mussolini wurde abgesetzt, und Rom kam unter deutsche Besatzung. 1944 wurde Rom durch US-amerikanische Truppen befreit. 1946 verließ der letzte italienische König Umberto II. das Land, und Italien wurde Republik. 1957 wurden in Rom die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft geschlossen. 1960 fanden in Rom die XVII. Olympischen Sommerspiele statt.

Für die jüngste Geschichte nennt die Zeittafel unter anderem das Zweite Vatikanische Konzil von 1962 bis 1965, die Ermordung Aldo Moros 1978 und die Wahl Karol Józef Wojtyłas zum ersten nicht-italienischen Papst seit 1523. 1981 überlebte Papst Johannes Paul II. ein Attentat schwer verletzt. 1984 unterzeichneten Italien und der Vatikan ein neues Konkordat: Rom gilt nicht mehr als Heilige Stadt, und der Katholizismus ist in Italien nicht mehr Staatsreligion. 2005 starb Johannes Paul II.; Josef Ratzinger wurde Benedikt XVI. 2013 trat Benedikt XVI. zurück, und Jorge Mario Bergoglio wurde als Franziskus neuer Papst. Für 2025 nennt die Zeittafel den Tod von Papst Franziskus am Ostermontag und die Wahl Robert Francis Prevosts, der sich Leo XIV. nennt und als erster US-Amerikaner auf dem Heiligen Stuhl bezeichnet wird.

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