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Ab urbe condita (Chronologie)
Der 21. April 753 v. Chr. wurde vom römischen Polyhistor Marcus Terentius Varro als Gründungsdatum ermittelt. Die Epoche ab Gründung der Stadt Rom wird daher …
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Grundidee der Zeitrechnung
A. u. c. steht für ab urbe condita („seit der Stadtgründung“) oder Anno Urbis Conditæ. Es ist eine Jahreszählung, deren Bezugspunkt die Gründung des Alten Rom ist. Seltener lautet die Bezeichnung post urbem conditam (p. u. c.).
Als Grundlage gilt meist die varronische Ära: Der römische Polyhistor Marcus Terentius Varro ermittelte den 21. April 753 v. Chr. als Gründungsdatum Roms. Daher ist eine Jahreszahl a. u. c. im Vergleich zur entsprechenden Zahl n. Chr. immer um 753 Jahre größer. Die Zählung wurde etwa ab 800 n. Chr. nach und nach durch die Zählung „nach Christi Geburt“ ersetzt, die Dionysius Exiguus schon 525 n. Chr. vorgeschlagen hatte.
Unterschiedliche Gründungsdaten und Gebrauch
Nach Varro gründeten Romulus und Remus Rom 440 Jahre nach dem Fall Trojas. Varro setzte den Fall Trojas in das Jahr 1193 und kam dadurch auf das Frühjahr 753 v. Chr. Die weniger häufig verwendete catonische oder capitolinische Zählung, die auf Cato zurückgeht, setzte die Gründung in das erste Jahr der 7. Olympiade, also auf 752 v. Chr.
Weitere antike Angaben weichen deutlich ab: Hellanikos von Lesbos nannte etwa 1180 v. Chr., Timaios von Tauromenion 814 v. Chr., Hieronymus 755 v. Chr., Lucius Tarrutius den 4. Oktober 754 v. Chr., Polybios 751 v. Chr., Quintus Fabius Pictor 748 v. Chr. und Lucius Cincius Alimentus 729 v. Chr.
In der klassischen Zeit bezeichneten Römer Jahre normalerweise nicht mit a. u. c., sondern nach den jeweils amtierenden Konsuln. Ob die varronische Zählung in der Antike überhaupt zur Angabe von Jahren verwendet wurde, ist umstritten. Erst um 400 n. Chr. gebrauchte der iberische Historiker Orosius sie erstmals systematisch. Zur Datierung von Jahren war sie vor allem im Mittelalter verbreitet.
Bedeutung und Ablösung durch Anno Domini
In der Antike war die varronische Zählung vor allem für Säkularfeiern wichtig, also Jahrhundertfeiern der Gründung Roms. Kaiser Claudius feierte 47 die 800-Jahr-Feier, Antoninus Pius 147/148 das 900-jährige Jubiläum und Philippus Arabs 248 die 1000-Jahr-Feier.
Neben der Konsuldatierung gab es besonders im Osten des Reiches andere Ären, zum Beispiel die Seleukidische Ära. Später kam die Diokletianische Ära in Gebrauch. Diese wurde schließlich wie andere Zeitrechnungen durch die christliche Zählung Anno Domini abgelöst.
Dionysius Exiguus zählte ab incarnatione Domini, also seit der Menschwerdung beziehungsweise Geburt Christi, statt nach der Diokletianischen Ära. Seine Zählung war zunächst nur in einem kleinen Kreis in Rom bekannt. Sie setzte sich ab dem 8. Jahrhundert stärker durch und verdrängte im 10. und 11. Jahrhundert in der christlichen Welt die anderen Zeitrechnungen. Nach heutigen Erkenntnissen setzte Dionysius die Geburt Jesu von Nazaret vermutlich um vier oder sieben Jahre zu spät an: Jesus wurde noch zu Lebzeiten Herodes’ des Großen geboren, der nach heutiger Datierung 4 v. Chr. starb.
Umrechnung der Jahreszahlen
Vor der Gründung Roms heißt die Zählung ante urbem conditam. Es gilt: x ante u. c. = (x + 753) v. Chr.; y v. Chr. = (y − 753) ante u. c.
Für Jahre nach der Gründung, die noch vor Christus liegen, gilt: x a. u. c. = (754 − x) v. Chr.; y v. Chr. = (754 − y) a. u. c. Für Jahre nach Christus gilt: x a. u. c. = (x − 753) n. Chr.; y n. Chr. = (y + 753) a. u. c.
Beispiele: 245 a. u. c. = 509 v. Chr., der Beginn der Republik. 1 ante urbem conditam = 754 v. Chr.; 1 a. u. c. = 753 v. Chr., der Sage nach das Gründungsjahr Roms. 750 a. u. c. = 4 v. Chr., das Todesjahr Herodes’ des Großen. 754 a. u. c. = 1 n. Chr.; 755 a. u. c. = 2 n. Chr.; 2779 a. u. c. = 2026 n. Chr. Als Merkhilfe dient: „Sieben, fünf, drei – Rom schlüpft aus dem Ei.“