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Wolfgang Amadeus Mozart
Dezember 1791 in Wien, Erzherzogtum Österreich), der selbst zumeist den Namen Wolfgang Amadé Mozart führte, war ein Komponist der Wiener Klassik. Er schuf eine …
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Überblick
Wolfgang Amadeus Mozart (* 27. Jänner 1756 in Salzburg; † 5. Dezember 1791 in Wien) war ein Komponist der Wiener Klassik. Er selbst verwendete meist die Namensform Wolfgang Amadé Mozart. Er schrieb in fast allen musikalischen Gattungen seiner Zeit und gilt als einer der berühmtesten Komponisten der Musikgeschichte.
Seine Bedeutung liegt besonders in der Verbindung unterschiedlicher Stile: Er führte Theater- und Instrumentalmusik, aktuelles motivisches Komponieren und barocke Kontrapunktik zusammen. Kontrapunktik bedeutet das Zusammenwirken mehrerer selbstständiger Stimmen. Diese Synthese wird als Mozarts „Universalität“ bezeichnet. Seine Musik gilt als klar und mühelos gestaltet, zugleich aber als dramatisch und „sprechend“. Besonders prägte er das Klavierkonzert und die Oper: Das Orchester erhält darin eine größere Rolle, Bläser werden stärker einbezogen, Figuren musikalisch individualisiert und Ensembleszenen zu dramatischen Höhepunkten ausgebaut.
Kindheit, Reisen und Salzburger Dienst
Mozart war das jüngste von sieben Kindern Leopold und Anna Maria Mozarts; nur er und seine Schwester Maria Anna („Nannerl“) erreichten das Erwachsenenalter. Beide wurden ausschließlich vom Vater unterrichtet. Mozart begann mit vier Jahren Klavier zu spielen. Zu seinen frühesten Kompositionen gehören das Andante in C-Dur KV 1/1a und das Allegro in G-Dur KV 1/1b; sie entstanden in den ersten drei Monaten nach seinem fünften Geburtstag.
Ab 1762 reiste die Familie, um die musikalischen „Wunderkinder“ an Höfen und in Konzerten vorzustellen. Die große Westeuropa-Tournee von 1763 bis 1766 führte unter anderem nach Paris und London. In Paris wurden 1764 die Sonaten KV 6 bis 9 als erste Werke Mozarts gedruckt; 1764/1765 entstand die 1. Sinfonie Es-Dur KV 16. In London lernte Mozart Johann Christian Bach kennen, der ihn stark beeinflusste.
Von 1769 bis 1773 unternahm Mozart mit seinem Vater drei Italienreisen, um Aufträge und eine feste Stellung zu erhalten. Er erhielt Opernaufträge, etwa für Mitridate, re di Ponto KV 87, dessen erfolgreiche Premiere am 26. Dezember 1770 in Mailand stattfand, und für Lucio Silla KV 135. Eine dauerhafte Anstellung in Italien ergab sich jedoch nicht. Seit 21. August 1772 war Mozart besoldeter Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle. 1779 wurde er Hoforganist mit einem Jahresgehalt von 450 Gulden. In dieser Salzburger Zeit entstanden unter anderem die Krönungsmesse KV 317 und die Sinfonie in B-Dur KV 319.
Die Suche nach einer besseren Stelle führte Mozart 1777 mit seiner Mutter nach München, Augsburg, Mannheim und Paris. In Mannheim lernte er das berühmte Hoforchester und die Mannheimer Schule kennen. In Paris wurde seine Sinfonie D-Dur KV 297 am 18. Juni 1778 erfolgreich aufgeführt; sie verwendet erstmals bei ihm auch Klarinetten. Seine Mutter starb dort am 3. Juli 1778. Ohne berufliche Aussicht kehrte Mozart nach Salzburg zurück.
Wiener Jahre und Lebensende
Mit Idomeneo, re di Creta KV 366 erzielte Mozart am 29. Jänner 1781 in München einen großen Opernerfolg. Während eines anschließenden Aufenthalts in Wien zerbrach sein Verhältnis zum Salzburger Erzbischof Hieronymus von Colloredo. Nach dem endgültigen Konflikt im Juni 1781 lebte Mozart als freischaffender Komponist, Pianist und Lehrer in Wien. Das war ungewöhnlich, weil er ohne feste Absicherung auf dem Markt für Konzerte, Unterricht, Aufträge und Notendruck arbeitete.
Von 1782 bis 1786 war er besonders als Pianist und Veranstalter eigener Akademien erfolgreich. Akademien waren öffentliche oder halböffentliche Konzerte mit einem vielfältigen Programm. Mozart trug dabei vor allem eigene Klavierkonzerte vor. Am 4. August 1782 heiratete er gegen den zunächst geäußerten Willen seines Vaters Constanze Weber. Von ihren sechs Kindern überlebten nur Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang die Kinderzeit.
Zu den großen Wiener Opernerfolgen gehören Die Entführung aus dem Serail KV 384 (Premiere: 16. Juli 1782), Le nozze di Figaro KV 492 (1. Mai 1786), Don Giovanni KV 527 (29. Oktober 1787 in Prag), Così fan tutte KV 588 (26. Januar 1790) sowie 1791 Die Zauberflöte KV 620 und La clemenza di Tito KV 621. Die Zauberflöte wurde am 30. September 1791 uraufgeführt und war sehr erfolgreich.
Mozart wurde am 7. Dezember 1787 zum k. k. Hof-Musik-Compositeur mit 800 Gulden Jahresgehalt ernannt. Dennoch geriet er ab 1788 in erhebliche Geldnot. Von Juni 1788 bis Juni 1791 sind 21 Briefe an Johann Michael Puchberg mit Bitten um Darlehen bekannt; seine Schulden betrugen insgesamt rund 1.450 Gulden, davon waren bei seinem Tod etwa 1.000 Gulden offen. Als wahrscheinliche Ursachen nennt der Artikel die durch den Russisch-Österreichischen Türkenkrieg ausgelöste Wirtschaftskrise, fehlende Rücklagen und die Erkrankung Constanzes. Die verbreitete Vorstellung vom lebenslang verarmten und verkannten Genie trifft nach neueren Forschungsergebnissen nicht zu.
1791 besserte sich seine Lage. Mozart vollendete jedoch sein Requiem d-Moll KV 626 nicht. Er starb mit 35 Jahren. Als Todesursache wurde damals „hitziges Frieselfieber“ festgestellt. Eine genaue medizinische Klärung ist nicht möglich; wahrscheinlich starb er an einer akuten, wohl bakteriellen Infektionskrankheit, möglicherweise an wiederkehrendem rheumatischem Fieber mit Herzschädigung. Die Vergiftungsthese wird in neueren seriösen Veröffentlichungen als abwegig beurteilt. Bestattet wurde er in einem allgemeinen Grab auf dem Sankt Marxer Friedhof; die genaue Grabstätte ist unbekannt.
Musikalische Merkmale und Entwicklung
Mozarts Musik verbindet melodischen Reichtum, differenzierte Harmonik, Rhythmus, Form und Klangfarbe. Harmonik bezeichnet das Zusammenwirken von Tönen und Akkorden. Seine Formgestaltung erzeugt durch Überlagerungen von Abschlüssen und Neuanfängen Spannung; deshalb kann auch Instrumentalmusik theatralisch wirken. Gleichzeitig geben die üblichen leitereigenen Tonarten der Musik Stabilität.
Für sein Orchesterdenken ist die aufgewertete Rolle der Bläser wesentlich. In den Opern ist das Orchester für die Zeit ungewöhnlich dicht gesetzt. Die Klavierkonzerte erhalten symphonische, also an der Sinfonie orientierte, Qualitäten: Klavier und Orchester treten nicht bloß gegeneinander an, sondern arbeiten klanglich und musikalisch eng zusammen. Seit März 1784 gestaltete Mozart die großen Klavierkonzerte mit anspruchsvollen Holzbläserstimmen als „heimlichen Solisten“.
Als grobe Trennlinie der Entwicklung gilt 1781: die Salzburger und die Wiener Jahre. Im frühen Schaffen arbeitete Mozart noch teilweise in einer „Werkstattgemeinschaft“ mit dem Vater. In den Salzburger Jahren entwickelte er eigenständige Sinfonien, Konzerte, Messen und Opern. Das Klavierkonzert D-Dur KV 175 von 1773 ist sein erstes eigenständiges Klavierkonzert; das Klavierkonzert KV 271 „Jeunehomme“ von 1777 gilt wegen Umfang, Virtuosität und überraschender Gestaltung als entscheidender Fortschritt.
In Wien vertiefte Mozart die Polyphonie, also die Mehrstimmigkeit selbstständiger Linien, etwa in den Joseph Haydn gewidmeten Streichquartetten. Die drei letzten Sinfonien entstanden 1788: Es-Dur KV 543, g-Moll KV 550 und C-Dur KV 551 („Jupiter“). Im Finale der Jupiter-Sinfonie steht besonders komplexe Kontrapunktik. In den Opern Le nozze di Figaro und Don Giovanni individualisierte Mozart Figuren musikalisch und band einzelne Musiknummern eng in die Handlung ein. Die Opera buffa, die komische italienische Oper, wurde bei ihm zu einer anspruchsvollen Form mit psychologischer Charakterzeichnung.
Werke und Werkverzeichnis
Mozarts Werke werden mit Nummern des Köchel-Verzeichnisses bezeichnet, abgekürzt KV. Mozart führte ab Februar 1784 selbst ein Werkverzeichnis. Die 9. Auflage des Köchel-Verzeichnisses erschien 2024, bearbeitet von Neal Zaslaw und vorgelegt von Ulrich Leisinger.
Zu den insgesamt 21 Opern zählen Die Schuldigkeit des ersten Gebots KV 35, Bastien und Bastienne KV 50, La finta semplice KV 51, Mitridate, re di Ponto KV 87, Idomeneo KV 366, Die Entführung aus dem Serail KV 384, Le nozze di Figaro KV 492, Don Giovanni KV 527, Così fan tutte KV 588, Die Zauberflöte KV 620 und La clemenza di Tito KV 621.
Auch Kirchenmusik ist ein wichtiger Teil seines Schaffens: 17 Messen, darunter die Waisenhausmesse KV 139, die Krönungsmesse KV 317 und die unvollendete Große Messe in c-Moll KV 427, außerdem Exsultate, jubilate KV 165, Ave verum corpus KV 618 und das unvollendete Requiem KV 626. Zu den bekannten Orchesterwerken gehören die Serenade Eine kleine Nachtmusik KV 525, fünf Violinkonzerte, das Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 und die Sinfonia concertante für Violine und Viola Es-Dur KV 364. Daneben schrieb er Kammermusik, 18 Klaviersonaten, Lieder, Kanons und wenige Orgelwerke.
Nachwirkung und Erinnerung
Im 19. Jahrhundert trugen Mozarts Opern wesentlich zur Bildung eines festen Opernrepertoires und musikalischen Kanons bei. Seine Musik wurde zu einem zentralen Bezugspunkt für die Vorstellung einer Wiener Klassik. Mozart war zeitweise der meistaufgeführte bereits verstorbene Komponist, wurde im Konzertbetrieb später jedoch von Ludwig van Beethoven überholt.
Sein Bild wurde oft vereinfacht: Das Klischee des heiteren Wunderkindes und die Legende vom verarmten Genie wurden kommerziell genutzt und zugleich kritisiert. Seine Musik wurde vielfach bearbeitet, zitiert und als Vorbild aufgegriffen. Bedeutende Erinnerungsorte sind sein Geburtshaus in der Getreidegasse in Salzburg, das Mozart-Wohnhaus im Salzburger Tanzmeisterhaus, das Mozarthaus Vienna in der Domgasse 5 und die Villa Bertramka in Prag. Die Internationale Stiftung Mozarteum in Salzburg sammelt Quellen, betreibt Forschung, gibt seit 1954 die Neue Mozart-Ausgabe heraus und veranstaltet seit 1956 die Mozartwoche.